One Week Friends – Review

Guck dir das an, das ist so super fluffig.

Ich bin eher sehr zufällig auf diese Reihe gestoßen. Den genauen Grund weiß ich tatsächlich gar nicht mehr so genau, wenn ich ehrlich bin. Jemand aus meinem Bekanntenkreis hat sich zur damaligen Zeit irgendwann mal den Anime angesehen und ich habe das ganze auf meine „Vielleicht“-Liste geschoben. Da, wo so vieles schon steht. Als dieser Manga dann irgendwann in einer Ankündigung von Carlsen erwähnt wurde, dachte ich: „Ja, warum denn eigentlich nicht?“ – und so ist das ganze dann geendet. Wie dahinter ich war, die Bände nachzukaufen – keine Ahnung. Aber die Tatsache, dass ich die Reihe fertig gekauft habe scheint schon mal was gutes zu sein.

Kaori Fujimiya ist immer allein, weil all ihre glücklichen Erinnerungen, einschließlich die Zeit, die sie mit Freunden verbracht hat, jeden Montag verschwinden. Entschlossen, ihr Freund zu sein, versucht Yuuki Hase jede Woche aufs Neue sich mit ihr anzufreunden, in der Hoffnung, dass sie ihn eines Tages „einen Freund“ nennen würde.

Mehr gibt es … zum Plot tatsächlich gar nicht zu sagen. Kaoris Gedächtnisproblem ist das große Problem der Geschichte und Yuuki würde ihr sehr gern helfen und ihr erster Freund sein. Zumindest nach langer Zeit, immerhin hatte Kaori ja irgendwann schon mal Freunde. Für mich war dieses Gedächtnisding auf eine Woche schon interessant, eben weil sie nach einer Woche alles wieder vergisst. Nach diesen vergangenen Tagen stellte sich alles wieder auf Null und die beiden fingen wieder von vorn an. Somit drehte sich am Anfang erst mal alles um die beiden, was ich sehr gut fand. Da hat man sich eben Mühe gegeben, keine zu unnötigen Charaktere rein zuschmeißen. Yuuki ist als Protagonist zwar nicht super neu, aber zumindest relativ mutig. Kaori erinnert mich ein wenig an eine etwas lebhaftere und noch gutmütigere Nagisa aus Clannad – aber im positiven Sinne. Bloß nicht falsch verstehen, auch wenn ich Nagisa tatsächlich auch mochte. Ich als Leser hab ich bei der Geschichte wie ein Kind gefühlt, das erstmal laufen lernen muss. Gar kein so schlimmes Gefühl, weil man nach und nach versteht wie Kaori und Yuuki so ticken. Mit neuen Charakteren ging man hier eher vorsichtig heran – ob das jetzt der griesgrämige Shougo war oder dieses andere Mädel Saki. Selbst Kaoris Mama fand ich tatsächlich recht sympathisch, aber das sind so Mutterfiguren immer irgendwie.

Auch stand die Zeit zwischen den beiden nicht völlig still. Ich habe irgendwie erwartet, das man zahllose Slice of Life Elemente in dieser Serie finden wird und die Geschichte kaum voran kommt. Genannte Elemente kamen zwar zum Teil auch vor, aber Kaori hat sich tatsächlich bemüht jeden Tag Tagebuch zu schreiben und sich dann immer mehr zu erinnern – so wie es halt ging. Auch hat man gemerkt, wo dann allmählich wichtigere Dinge angestrebt werden – als Hajime, Kaoris Kindheitsfreund dazukommt wird alles etwas ernster. Ich mochte ihn gar nicht, er soll so mega cool wirken, ist aber unglaublich sensibel und sogar irgendwie nervig. Das genau er hinter all diesen Problemen mit Kaoris Gedächtnis steckt, war dann doch etwas vorhersehbar. Wobei das auch nicht völlig stimmt, wirklich Schuld war er auch nicht. Aber besser hat er es auch nicht gemacht. Inhaltlich hatte ich eigentlich sehr wenige Probleme, weil alles in sich gut zusammen passte. Es gab zwar wenige Überraschungen, aber es war relativ aus haltbar. Nichts, was ich jetzt vom Lesen her bereuen würde – aber meine Probleme liegen hier tatsächlich wo anders.

So zuckersüß und schön der Zeichenstil ist – ich bin immer zusammen geschreckt, wenn da von Oberschülern die Rede war. Diese Charaktere sehen einfach nicht aus wie Oberschüler, höchstens ältere Mittelschüler. Grundschüler hätte ich dem ganzen natürlich auch nicht abgekauft, aber so? Das alles fühlt sich auch nicht an wie eine Geschichte, über Oberschüler (oder Jugendliche in dem Alter). Verglichen mit dem Zeichenstil von Higurashi, wo nichts zusammen passte, geht es hier aber noch einigermaßen. Bei solchen Zeichenstilen ist es dann eben immer noch fraglich, ob man den eigentlichen Inhalt noch ernst nehmen kann. Hat zwar funktioniert, auch mit der emotionalen Bindung, aber so etwas ist eben immer schwierig. Die Panels schwankten zum Beispiel immer sehr zwischen 4-Panels oder rechteckigen fünf bis sechser Panels. Das war zwar gut für manche Witze, aber das stimmte mich manchmal auch nicht in die richtige Stimmung für diese Reihe. Wäre diese Reihe aber eine richtig ernste geworden, hätte man einen ganz anderen Stil einschlagen müssen. Das steht meiner Meinung nach schon mal fest.

Relativ dünn waren die Bände außerdem auch, aber das liegt wohl eben an dem 4-Panel Format dieser Reihe. Solche Bände sind in dem Falle ja nie sonderlich dick oder dergleichen. Zum unterwegs lesen sind sie aber relativ praktisch und handlich. 6,99 € sind preislich auch in Ordnung, aber mehr hätte ich dafür auch nicht geblecht. Außerdem scheint mir diese Reihe auch nicht künstlich in die Länge gezogen worden zu sein, auch wenn ich das Ende doch ein bisschen sehr hastig fand. Auch wenn Kaoris Gedächtnisproblem ein psychisches Problem war, fand ich das doch reichlich schnell gelöst. Ich habe keine Ahnung, ob es wirklich so eine Krankheit gibt – aber eigenartig finde ich es trotzdem ein wenig. Reißt meine Wertung nicht total ein, aber auffällig ist es eben trotzdem. Meines Wissens geht der Anime auch nur bis zum Zeitpunkt, an dem Hajime eingeführt wird und dementsprechend scheine ich hier auch die bessere Lösung mit dem Manga getroffen zu haben.


Romance steht hier schon berechtigt drauf, wenn wir die Gefühle des Protagonisten berechnen. Ansonsten ist One Week Friends aber eine ganz nette Geschichte über Freundschaft und die Dinge die man für solche tun kann (und auch sollte). Ich für meinen Teil hätte als Genre wahrscheinlich Drama oder Slice of Life drauf geschrieben – aber so sehr steht hier Romance gar nicht im Vordergrund. Natürlich kann man das sehen, wie man will. Aber ich mochte diese kleine, kurze Reihe dennoch und kann über die Fehler schon hinweg sehen. Man soll ja nicht immer total hart mit allen Serien umspringen, sonst hat man irgendwann absolut keine Lust mehr auf Manga. Wer auf so niedliche Geschichten mit Freundschaft steht, kann hier auf jeden Fall zu greifen.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Verlag: Carlsen Manga

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Ein Gedanke zu „One Week Friends – Review

  1. Gute Aufteilung und einige Bilder, da shilft für einen Eindruck ^^
    Klingt prinzipiiel ganz nett, aber wenn du gutmütige Dame ala Nagisa (die langweiligste Figur in Clannad für mich) sagst würde ich privat schon wieder abstand nehmen, während irgendwie lustiger wäre sie eine rockerbraut gewesen die sich nach Tagen öffnet…nur um am Montag wieder gimmig und unnahbar zu sein, aber da bin ich vielleicht zu anspruchsvoll, klingt zumindest alles nett^^

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