Bloom Into You (Anime) – Review

Was uns bei Bloom Into You wohl blüht … (schlechter Wortwitz, ich weiß)

Ich kannte diese Serie ursprünglich nur vom Namen her. Ich bin nicht mehr so tief in der Scanlation-Sache drin, weil ich im Moment eine Pause davon mache. Aber ich habe schon bemerkt, dass es eine Gruppe gab die diese Serie hier als Manga übersetzt hat. Die User-Reaktionen waren wirklich nicht schlecht und die Bewertungen eben so. Inhaltlich wusste ich also gar nichts, bis ich den ersten Band gelesen habe und bis jetzt habe ich auch nicht den kürzlich neu erschienenen zweiten Band gelesen. Aber hey, lasst uns mal schauen was die Anime-Adaption zu bieten hat.

Story

Yuu hat gerade ihr erstes Jahr an der Oberschule begonnen. Bei ihrer Mittelschulabschlussfeier gestand ihr ein Junge, der sie stets mochte, seine Liebe, doch sie antwortete ihm noch immer nicht, denn sein Geständnis berührte sie nicht. Sie liebt Shōjo-Manga und hat fortwährend ein bestimmtes Bild davon, wie sich eine solche Liebeserklärung anfühlen sollte, jedoch fühlte sie dies nicht und fand über Monate hinweg nicht den richtigen Weg, darauf zu reagieren. Yuu erlebt mit, wie Nanami, ein Mitglied des Schülerrates, ein derartiges Liebesgeständnis mit Taktgefühl zurückweist. Wie sie später von ihr erfährt, ist sie niemals auf eines dieser Geständnisse eingegangen, weil sie nichts dabei fühlte. Ermutigt durch Nanamis Ehrlichkeit, entdeckt sie in ihr eine Gleichgesinnte und bitte sie um Rat, doch nachdem ihr Nanami geholfen hat, tut sie etwas, womit Yuu nicht rechnet …

Ich bin kein massiver Yuri-Fan, aber ich fand die Idee hinter Bloom Into You interessant. Allerdings habe ich mir ein bisschen mehr erhofft, als ich von diesem Inhalt las. Eigentlich habe ich erwartet, das Yuu mit dieser Sache vielleicht mehr zutun hat. Also selbst gern verstehen würde warum sie da eigentlich gar nichts fühlt. Sie umgeht dieses Thema mit Nanami zwar nicht, aber ihr Konflikt war irgendwie etwas sehr simpel gehalten. Diese Story lebt vor allem durch die alltäglichen Dramen und Dinge die Nanami und Yuu erleben und das zieht sich in den gezeigten Folgen leider etwas. Ich würde diese Geschichte nicht mal in Slice of Life-Romance rein schieben, aber Alltagsdrama und Romance ist hier doch irgendwie ganz passend. Ein paar Klischees gibt es hier und da auch sehen, aber es sind keine wo ich sagen würde – boar, muss das sein? Man geht hier gern mit einigen Metaphern Hand in Hand, gerade was Nanami angeht. Auch ein leichtes Dreiecks-Beziehungsding wurde hier angeteasert, aber nicht richtig durchgezogen. Allerdings war Saeki so ein absolut uninteressanter Charakter, der zwar ein paar Zicken hat und recht intelligent ist – sich aber nicht eingestehen kann, das sie vom anderen Ufer kommt. Dazu gibt es in der Charaktesektion aber noch mehr.

Bloom Into You hat ein Problem und das ist sein Tempo. Es gibt Yuri-Titel wie Citrus (siehe dieses Review hier) die bis ins unendliche gehyped werden und man erkennt keinen Grund dafür. Da war das Problem simpel – es passierte viel, aber nichts wurde erklärt. Hier ist es genau anders rum – es passiert eigentlich so gut wie gar nichts, aber man gibt sich ordentlich Mühe alles ordentlich und exakt zu erklären. Ich erkenne hier inhaltlich durchaus viel Liebe und weiß auch, wohin diese Reihe eventuell mal hin will. Aber irgendwie lernt diese Geschichte sehr langsam laufen, ist ein bisschen wie ein Kind. Ich empfinde das nicht als schlimm, aber die Folgen ziehen sich entweder extrem oder man fragt sich nach ein paar Folgen: „Hä, das waren zwanzig Minuten? Das hat sich angefühlt wie zehn Minuten.“ Und irgendwie ist das ein bisschen traurig. Ich habe mich eigentlich gar nicht so gelangweilt, aber passiert ist hier echt nicht so viel. Selbst die letzte Folge fühlte sich echt nicht wie eine an und das hat mich wirklich merklich verwirrt.

Charaktere

Diese Serie hat nicht unglaublich viele Charaktere. Yuu wirkt allgemein manchmal etwas gefühlsarm, aber nicht so das sie völlig kühl wirkt. Da sie mit Gefühlen auch selbst nicht viel anfangen kann, weiß sie eben mit den meisten nicht viel anzufangen und das verstehe ich dann auch irgendwo. Ihr Charakter ist nicht völlig unlogisch, aber ich hätte mit ein paar mehr Konflikten ihrerseits gerechnet. Die Konflikte hat dann eher Nanami, die neben ihrer guten Noten und hohen Position die sie in der Schule einnehmen will auch noch eine verstorbene Schwester hat. Diese legt trotz ihres Todes nach wie vor einen Schatten über ihre kleine Schwester was nun nicht völlig einfach ist. Gelöst wurde das hier durch das spätere Theaterstück teilweise, aber auch nicht völlig. Aber das zog sich eben inhaltlich ordentlich. Neben einigen Nebencharakteren gibt es sonst nur Saeki, die irgendwie nennenswert wäre. Sie macht erst den Eindruck, als wäre sie ein Rivale für Yuu, aber irgendwie wurde das nicht so richtig durchgezogen. Saekis Sidestory war aber nicht interessant genug um irgendwie zu sagen, das sie ein interessanter Charakter wäre. Ist schade, aber halt so.

Zeichnungen & Animationen

Studio TROYCA sagt mir persönlich echt gar nichts. Sie sind unter anderem für Aldnoah.Zero (gemeinsam mit A-1 Pictures) oder auch das recht erfolgreiche IDOLiSH7-Franchise zuständig. Beide habe ich aber bisher nicht gesehen, deswegen konnte ich hier keine Vergleiche zu anderen Projekten von ihnen machen. Da ich aber den Manga schon etwas kenne, gefallen mir die Zeichnungen hier nicht so sehr. Das liegt aber vor allem daran, das die Augen wirklich sehr groß dargestellt werden und die Designs allgemein nicht so schön dargestellt sind. Man kann mir jetzt tatsächlich kommen, das die Augen im Manga auch sehr groß sind. Aber hier wirken sie manchmal sogar ein bisschen leer, was das ganze etwas dämpft. Die Hintergründe sind aber wirklich sehr schön und die Animationen im Opening und Ending sind wirklich sehr schön gemacht. Es gibt allerdings keine wirklichen Qualitäts-Ausfälle und das möchte ich dieser Serie einmal zugute heißen. Hier ist nicht alles perfekt, aber es wurde sich trotzdem wirklich Mühe gegeben.

Musik & Synchronisation

Die Synchronsprecher sind hier wirklich ein bisschen generisch gewählt, selbst für japanische Verhältnisse. Bei Yuu hat man sich eine frische Sprecherin gesucht, die noch sehr jung klingt und bei den anderen relevanteren Charakteren eher erfahrene Sprecher. Nanami wird zum Beispiel von Minako Kotobuki vertont, die ja doch ein recht großes Name in der Seiyuu-Brance ist (unter anderem als Mugi in K-On!). Allerdings sind so erfahrene Sprecher immer gut, wenn man auch Lieder von ihnen vertont haben mag. So singen Yuu und Nanami quasi das Ending, was recht süß wirkt. Das Opening wird nicht von irgendeiner Seiyuu gesungen, klingt aber auch wirklich schön. Mir ist aber aufgefallen, dass die meisten Seiyuus immer jünger und frischer einsteigen. Gerade Riko Azuna die das Opening singt ist gerade mal zwei Jahre älter als ich, das ist mir so noch wirklich gar nicht aufgefallen. Schön zu sehen, das Japan kein Problem mit der Suche nach neuen Sängern oder Sprechern hat.


Eines kann ich sagen – Bloom Into You ist zwar kein Meilenstein der Geschichte des Yuri-Genres, aber besser als Citrus oder eben stumpfe Fanservice-Yuri-Titel (ein Beispiel könnt ihr euch gern selbst suchen). Ob hier mehr Folgen Sinn gemacht hätten oder noch eine zweite Staffel kommt, will ich gar nicht heraufbeschwören. Ich schätze mal, hier handelt es sich einfach um Werbung für den Manga, aber gegen eine Fortsetzung hätte ich wirklich nichts. Zumindest verstehe ich hier eher warum Leute diese Serie mögen, als Citrus. Vielleicht wird der Manga noch mal extrem besser und endet dann wirklich gut – aber das kann man leider jetzt noch nicht sagen. Der Anime ist für mich etwas über dem Durchschnitt anzusiedeln und wirklich nicht übel. Er hängt eben etwas hinter seinem Potenzial her, aber dieser Titel ist auch der erste längere einer Mangaka überhaupt. Da kann ich jetzt echt nicht zu streng sein.

Bewertung: 7 von 10 Punkten (und damit bin ich wirklich spendabel)

Das hier ist das letzte Review im Jahr 2018, also wünsche ich euch schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ob ich noch mehr Titel aus der Season reviewe, hängt davon ab ob ich noch ein paar Titel der Season schauen werde. Kann ich also nicht versprechen, werden wir also im neuen Jahr sehen.

3 Gedanken zu „Bloom Into You (Anime) – Review

  1. Hab den Anime nach 2 Folgen abgebrochen weils mir zu blöd war das die schwarzhaarige direkt total verliebt war. Ich weiß das man sich recht schnell verlieben kann, aber die hat ja gefühlt nur 2 Sätze mit der anderen gewechselt. Und das obwohl es hieß das sie vorher nie was gefühlt hat. Das war mir irgendwie zu doof.
    Ich hätte es besser gefunden wenn sie sich auch erst nach und nach verliebt hätte.
    Und als sie die andere direkt in der nächsten Folge einfach so geküsst hat…Neeee. Irgendwie haben mich die 2 Folgen die ich gesehen habe genervt.
    Klingt vom Review jetzt auch nicht so als würde es sich lohnen mehr zu schauen. Obwohl in meiner Twitter TL viele ganz begeistert davon waren.

    • Ich kann schon irgendwo verstehen was du meinst. Allerdings geht es ja auch nie wirklich über das Küssen hinaus. Sie haben auch erst gegen Ende so richtig eine spürbare Bindung aufgebaut, aber das ist mir im Vergleich zu Citrus halt dennoch lieber. Die Adaption ist halt nicht sehr optimal, aber daraus kann ja vielleicht noch was werden. Wer weiß.

  2. Wahrscheinlich müsste ich auch mal nen Yuri Anime sehen, nur der klingt nun leider wirklich nicht interessant, und wirklich eher wie Teaser für den Manga, ich erwische vielleicht mal einen den auch ich interessant finde, aber eine nette Review ^^

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