Fireworks – Review


„Ist ein Feuerwerk flach oder rund?“ <— Wieso fragt man sich so etwas?

Durch Realitäten, Zeiten oder Dimensionen springen und das ganze mit Romanzen kombinieren kennt man. Sei es Steins;Gate oder das Mädchen, das du die Zeit sprang – das Thema wurde in den letzten Jahren öfter durch den Mixer genommen. Ob dieser Film auf irgendwas basiert kann ich so grob nicht raus finden, da Manga und Film zu einer ähnlichen Zeit erschienen sind. Außerdem habe ich etwas beim englischen Youtube-Channel The Anime Man über diesen Film gehört, aber ich erinnere mich nicht mehr so genau über das was er über den Film geurteilt hat.

Endlich Sommerferien! Der Schüler Norimichi Shimada und seine Freunde möchten herausfinden, ob Feuerwerk von der Seite aus betrachtet rund oder flach aussieht und planen daher, sich eine Feuerwerksdarstellung vom in der Stadt gelegenen Leuchtturm aus anzusehen. Zur selben Zeit gerät Norimichi in einen schwierigen Konflikt, als seine Klassenkameradin und heimliche Liebe Nazuna Oikawa ihm eröffnet, dass sie plant von zu Hause wegzulaufen und Norimichi vorschlägt, sich ihr anzuschließen.

Außerdem findet Nazuna am Anfang eine merkwürdige Murmel, die durch Lichtreflektion dafür sorgen kann, das man die eigentliche Realität wechseln kann. Eine richtige Zeitreise ist es nicht, da bei den Wiederholungen nicht immer exakt das selbe passiert. So kann es sein, das sich die Jugendlichen in der Schule nicht dafür entscheiden: „Hey, ein Feuerwerk ist rund.“ sondern eher „Alter, nein. Ein Feuerwerk ist flach.“ Diese Wiederholungen passieren in diesem Film aber nicht mehrere hundert Mal sondern genau dreimal. Nazuna will einfach nicht mit ihrer Mutter wegziehen, die nun wieder heiraten will. Allerdings ist für mich schon irgendwie fraglich, warum man wegen so etwas direkt weglaufen will. Nazunas Mutter entscheidet das zwar wirklich sehr plötzlich, aber trotzdem. Norimichi wirkt am Anfang auch nicht so, als würde ihn das Problem mit Nazunas Eltern so wirklich interessieren. Erst ab dem zweiten Mal greift er wirklich ein was ich irgendwie merkwürdig finde, auch wenn er jetzt nicht der Typ ist der direkt für seine Geliebte durch das Fenster springt. Aus Nazuna bin ich charakterlich auch nicht zu schlau geworden und Norimichis Kumpel Yusuke wirkte zwar einerseits nett – konnte aber ordentlich sauer und selbstsüchtig reagieren. Man kann bei diesem Film einfach schlecht beurteilen, wie die Charaktere neben dem Inhalt und abseits der Story in ihrem Alltag reagieren würden. Auch die eine Lehrerin die im Film mal erwähnt und gelegentlich gezeigt wurde ist nur dafür da um von ihren Schülern angesabert zu werden (und sie hatte noch was mit einem anderen Lehrer, aber egall). Die Charaktere sind hier aber nicht das einzige undurchschaubare, muss ich sagen. Inhaltlich gibt es nämlich auch einiges an Problemen.

Der anfängliche Fanservice und merkwürdige Kamerafahrten bin ich von Shaft gewohnt, spätestens seit der Monogatari-Reihe. Doch nach dem dritten und letzten Anlauf alles hinzubekommen, wird alles mit Nazuna und Norimichi merkwürdig. Es ist ja auch in Ordnung, das der Film gelegentlich ein Stück zurückgeht und das ist auch nicht zu verwirrend gemacht. Aber spätestens als die Murmel oder Kugel das letzte Mal verwendet wird, versteht man als Zuschauer nicht mehr sonderlich viel. Ich weiß nicht so recht, ob da mit Metaphern gespielt wurde oder ob ich es einfach nicht begriffen haben. Ich habe den Film aber nicht allein geschaut und weder Taarah noch Shima konnten das was man sah für mich oder sich genauer erklären. Was die Sache mit den Feuerwerken mit der Sache zwischen Norimichi und Nazuna zu tun haben soll, habe ich auch nach den 1,5 Stunden nicht verstanden. Es gab zwar ein Happy End bei der ganzen Geschichte, aber es sind eben unglaublich viele Fragen offen. Nicht nur die Feuerwerk-Frage, auch was es mit dieser Murmel auf sich hat und mit dieser komischen Welt in der sie gegen Ende des Films sind. Oder halt auch ob das hier Sprünge durch Welten oder simpel die Zeit sind. Im Grunde sind hier einige interessante Ideen drin, aber die Umsetzung lässt doch viel zu viel offen. Wer dazu was genaueres weiß, kann dazu gern was in die Kommentare schreiben. Aber so hat es echt kaum Sinn ergeben.Was man aber sagen muss: der Film sieht wirklich sehr gut aus. Etwas anderes kann man meiner Meinung nach gar nicht behaupten. Wenn man die Monogatari-Reihe aber gesehen hat, wird man sich selbst sehr oft dabei erwischen Nazuna mit Senjougahara zu verwechseln. Das liegt aber daran, dass hier der selbe Charakterdesigner am Werk war. Wenn man die Monogatari-Reihe also nicht als Anime kennt, wird einen das nicht stören. Ansonsten hätte ich mir vielleicht einen anderen Designer für dieses Projekt gewünscht, dann hätte ich diese zeichnerischen Vergleiche nicht immer gezogen. Es hat mich nicht extrem gestört, aber es war halt auffällig. Mit der Madoka Character-Designerin hätte ich das aber auch nicht so ernst nehmen können, also ist es am Ende vielleicht ganz in Ordnung so. Bildtechnisch hat das ganze ja zumindest seinen Zweck erfüllt.

Die deutsche Synchronisation empfand ich persönlich als in Ordnung. Man kann bein Synchronisationen mittlerweile schlecht nach Publisher gehen, aber hier und da hab ich auch so meine Probleme gehabt die beiden Jungen Norimichi und Yusuke auseinander zu halten. Der erste klang einfach zu alt und der andere im Vergleich daneben schon fast zu jung. Das waren zwei Kontraste, die nicht so richtig gepasst haben. Auch ein paar Stellen im Text, so was wie: „Na, weil ich dich gern hab.“, klingen ziemlich hölzern und irgendwie nicht flüssig. Halt so, wie kein normaler Mensch reden würde. Mir war bei diesem Film sogar recht egal, in welcher Sprachfassung ich das hier schaue. Kann man sich aber antun, auch wenn ich schon besseres gehört habe. Die Musik klang auch ganz schön, auch wenn der Wechsel zwischen dem gesprochenen Deutsch zum gesungenen Japanisch etwas merkwürdig war. Aber das ist eben so ein Problem, Lieder werden eben nicht mehr nach synchronisiert was dem Film zu gute gekommen wäre – auch wenn es nur diese eine Stelle im Film gewesen wäre.


Am Ende haben wir hier einen eher durchschnittlichen Film, der so eben nichts besonderes ist. Er imitiert aber kein erfolgreiches Konzept was schon dagewesen ist und setzt es in seiner komischen, eigenen Art um. Durch die vielen, offenen Fragen sitzt man am Ende da und weiß eben echt nicht was man so richtig davon halten soll. Ich kann mir zwar vorstellen wo die Macher hier hinwollten, aber so richtig einig waren sie sich am Ende wohl doch nicht. Ist etwas schade, aber trotzdem schön anzusehen.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Advertisements

2 Gedanken zu „Fireworks – Review

  1. Klingt irgendwie für mich wie ein schlechter mix aus (dem von dir genannten) „Das Mädchen das durch die Zeit sprang“ und dem Ghibli Schinken „Flüstern des Meeres“ (urgh dieser Film)

    Schad, ich mag sone Parralelwelt und Zeitreise geschichten meistens sehr gerne (Sowas wie Happy Death Day oder Butterfly Effect als beispiel) aber wenn am ende zuviele fragen offen sind? Ich meine ich MAG es manchmal wenn man sich als Zuschauer etwas zusammenreimen muss, aber 60% der Geschichte zusammenreimen spricht eher für ein maues drehbuch. Nette Review danke ^^

  2. Zunächst mal eine schöne Review. Hab deinen Blog erst vor kurzem entdeckt und bin dabei einige deiner älteren Artikel nachzuholen. 😉
    Im Grunde genommen hast du das Gefühl was ich gegenüber dem Film hatte bestätigt. Na ja. Gibt genug andere gute Animefilme.
    Was die deutschen Synchros und Publisher betrifft. Da kann man durchaus nach Publisher gehen. Zumindest größtenteils. Ich beschäftige mich seit Jahren mit deutschen Synchronfassungen und kenne daher die Pappenheimer und die, die wirklich auf eine gute deutsche Synchronisation Wert legen. Universum Film, die hierzulande Fireworks raus gebracht haben legen da schon sehr viel Wert auf eine gute Synchronisation und wählen daher auch zumeist Synchronstudios, die eben diese gute Arbeit auch liefern können und auch insoweit etabliert sind, dass da durchaus auch mal bekanntere größere Sprecher vorbeischauen. Gibt vereinzelt natürlich auch Besetzungen, die einem persönlich nicht immer gefallen, aber das hält sich bei denen durchaus noch in Grenzen.

    Gibt auch noch andere Anime-Publisher die bei der Synchro sparen und schon mal eher kleinere Studios irgendwo in der Walachei beauftragen. Da klingen die Synchros entsprechend billiger.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s