Hype Hell #19 – Ghibli-Filme

Oh Junge, ich werde so sterben wenn ich hier fertig bin. (aber es ist mir so egal)

Ich hab Bock auf Hype Hell-Beiträge, also passt das. Da aber momentan alles Recht ruhig um Hypes ist, grabe ich heute mal eine Hype Hell gegen ein ganzes Studio aus – Ghibli, oder auch das Disney von Japan. Ich nenne es gern so, irgendwie fühlen sich die meisten Filme von denen nicht wie typische Anime an. Aber darum geht es heute tatsächlich nicht, auch wenn ich sicher gern noch mal drauf schießen werde.

Ja, was ist denn eigentlich mein Problem mit Ghibli? Persönlich hab ich keins, die haben auch einige gute Filme gemacht. Ich würde niemals irgendwas gegen die letzten Glühwürmchen sagen, ich schwöre. Natürlich habe ich auch nicht jeden Film von Ghibli gesehen, aber mal ehrlich? Muss man das überhaupt um nicht von denen gehört zu haben? Selbst jemand der nur teilweise mit Anime in Berührung gekommen ist, kennt bestimmt irgendeinen Film von Ghibli. Prinzipiell würde mich das wahrscheinlich auch nicht stören, aber da hol ich jetzt aus. Denn wollt ihr mal meine Meinung hören? Die meisten, richtig beliebten Ghibli-Filme sind mindestens genauso überbewertet wie Your Name. Mindestens.

Seht ihr, was ich meine?

Um nur einen Titel zu nennen – Prinzessin Mononoke. Ich höre immer nur wie geil dieser Film ist, aber mein kindliches Ich fand diesen Film absolut langweilig. Ich frage manchmal so Leute ob sie dies und das kennen und hier kam die Antwort: „Jo, kenn ich. Hab ich nicht verstanden.“ Und ganz ehrlich? Ich wüsste tatsächlich auch keinen Grund, warum ich mir diesen Film jetzt noch schnell anschauen sollte. Im Ernst, ich kann nicht mal sagen was mich an dem Film so gestört hat. Und das genau selbe kann ich auch über das Schloss im Himmel sagen. Ich musste den Film zweimal schauen, weil ich den so unglaublich öde fand. Und ich hab gerade gesehen, das der aus dem Jahre 1986 ist … ich hab ehrlich gesagt gedacht, dass der noch wesentlich älter ist. Ist das jetzt wirklich gut oder schlecht? Klar, das Königreich der Katzen war auch ganz drollig und das wandelnde Schloss war in Ordnung. Aber fallen mir sonst noch nennenswerte Filme von Ghibli ein? Die Chroniken von Erdsee mochte ich, aber das wurde irgendwie super zerhated, aus welchem Grund auch immer. Ich glaube mich zu erinnern, das es wegen Miyazakis Sohn war der den Film gemacht hat. Aber mal ehrlich? So krass ist Hayao Miyazaki auch nicht, der ist auch nur ein Mensch wie ich und jeder der das hier ließt auch.

Den diesen einen, völlig gehypten Titel – den habe ich ja noch gar nicht genannt. Na, was war in den 2000ern der Film von Ghibli, den jede fucking Sau sehen musste? Na? Welcher Film war das? … richtig, Chihiro. Chihiros verdammte Reise ins Zauberland. Ich gebe zu, ich mochte den Film damals auch. Aber wie mir die Leute so verdammt nochmal auf den Sack gegangen sind, mit diesem verdammten Film. Mittlerweile höre ich aus Chihiros Mund auch nicht mehr sie, sondern nur noch Bibi Blocksberg, weil … das war halt die Schauspielerin von Bibi. Damals, als ich noch klein war. Und die Hexen die von Nina Hagen synchronisiert wurden, die waren auch nice. Aber alles andere was zur Hölle war das … hin und wieder diesen schwarzen Geist auf Cons zu sehen ist ziemlich lustig, zugegeben. Aber warum ist dieser Film so erfolgreich gewesen? Er ist nicht schlecht, aber bei weitem nicht so gut wie er bewertet ist. Und es gibt noch etwas, was mich an diesem Film so richtig abfucked – diese verdammte FSK-Freigabe.

Es gibt Anime wo ich sage – hey, das muss doch nicht ab 12 eingestuft sein. Oder ab 6 oder 16. FSK ab 18 Titel verstehe ich meistens irgendwo, auch wenn sie übertrieben sein können. Aber Chihiro ist verdammt noch mal an einigen Stellen richtig unheimlich bis gruselig. Denn das ist, was mich als Kind da so abgefucked hat. Da waren Sachen drin, die würde ich nicht mal ab 6 einstufen. Dieser Film hätte verdammt nochmal FSK 12 verdient, 16 finde ich übertrieben, aber FSK 12 auf JEDEN Fall. Diesen Film würde ich meinen Kindern unter 12 nicht zeigen, meinen Brüdern schon, bei den weiß ich was die vertragen (und da ist nur einer unter diesem Alter). Natürlich sind diese Filme ja auch teils keine Kinderfilme, werden aber als das beworben. Chihiro wurde einen immer als Familienfilm eingetrichtert, aber dieser Film war verdammt noch mal echt traumatisch für einige Leute. Ich bin nun wirklich kein Kind gewesen, das man leicht verschrecken konnte. Weil, so erfolgreich dieser Film nun auch war – das rechtfertigt nicht eine wirklich gänzlich falsche FSK. Hab ich schon gesagt welche FSK der Film hat? Ab 0 natürlich, ist doch ein Zeichentrickfilm. Es ist gezeichnet ihr verdammten Idioten, das kann doch nicht verstörend sein – so scheint die FSK damals gedacht zu haben.

Das FSK-Drama zieht sich aber auch durch Prinzessin Mononoke, der ist ab 12 und bei dem ganzen Blut was es da gab hätte ich auch eher gesagt: „Ey, Leude – das ist FSK 16.“ Aber ne? Die letzten Glühwürmchen sind auch ab 6 freigegeben, jetzt mal im Ernst – welcher Idiot hat sich diese Filme angesehen? Ich würde einem sechsjährigen Kind NIEMALS die letzten Glühwürmchen zeigen. Da würde ich frühestens mit 12 anfangen und dann auch nur, wenn ich weiß: „Jo, jetzt ist es soweit.“ Ich habe diesen Film mit zwei erwachsenen Menschen gesehen (+Shima) und selbst die haben geschluckt. Aber hey, wenigstens Kikis kleiner Lieferservice hat ein FSK 0 bekommen. Weil, da ist es okay, aber NICHT bei FUCKING Chihiro. Aber um einfach und schnell Filme zu verkaufen, muss man anscheinend mit dem FSK runtergehen oder es den Kollegen geben, die sich das vielleicht auch gar nicht anschauen. Aber keine Ahnung, wie neu dieses FSK jetzt ist oder früher vielleicht mal höher. Nur ehrlich – diese Filme sind teilweise keine Kinderfilme. Nur weil etwas gezeichnet ist, heißt das noch lange nicht, das man einfach ein niedriges FSK geben kann. Aber wehe, Harry Potter ist nicht ab mindestens 12 freigegeben. Dann drehen alle durch … oder so ähnlich.

Aber na ja, Ghibli ist halt für viele Kult und das teilweise echt ohne Begründung. Diese Filme werden teils zu Unrecht seit Jahren durchgehyped und als Kunstwerke betitelt. Viele Sachen von Ghibli sehe ich teilweise nicht mal mehr so richtig als Anime, weil sie eben so krass nah an Animationen von Disney dran gehalten werden können. Außerdem finde ich die Zeichenstile bei Ghibli teils auch so langweilig und gleich, da kann man alles aufeinander legen, sieht immer gleich aus. Aber denkt dran, ich rede hier nicht von allen Filmen die Ghibli gemacht hat. Es ist fast so, als würde ich sagen – alles was in der Shounen Jump läuft ist überbewertet und dem ist ja nicht so. Trotzdem würde ich einen Ghibli-Titel trotzdem noch lieber schauen als Your Name. und das auch noch nach all den Jahren. Und hey, Your Name hat ein FSK von 6. Da passiert ja auch im Grunde fast nix, ne? Aber ich hab das Gefühl, Ghibli hätte ich schon wesentlich eher auseinander nehmen können. Denn es gibt so viele Fans, die dieses Studio in den Himmel loben als wären sie Gott persönlich. Und das sind dann meistens Leute, die nicht mal groß Anime schauen … ich sag ja nur. Wahrscheinlich hätte ich auch noch einige andere Ghibli-Filme schauen können, immerhin hab ich hier ja auch eher ältere Filme genannt. Aber ehrlich, ich hab von neueren Filmen die Ghibli gemacht hat gar nichts mehr gehört. Außer eventuell, dass eine zwanzigste Re-Edition der DVDs und Blu-Rays erscheint – aber das ist dann schon eher was für Sammler. Aber es muss ja Fans dieser Editionen geben, sonst würde ein Universum Anime die ja nicht alle paar Jahre neu auflegen.

Joar, das war es auch schon. Ich bin aber der Meinung, das ich hier wesentlich mehr Zündstoff als in alten Hype Hells hatte. Ich hab erst neulich ältere davon gesehen und dachte mir: „Ey, du hast da echt nur zwei oder drei Punkte genannt, die dich aufregen? Ist das dein Ernst?“ Aber Ghibli hat sich seinen Platz mit seinen Fans schon verdient. Auch da wird es sicher die früher-war-alles-besser-Fans geben, aber ein Studio kann eben nicht immer nur gute Sachen machen. Nicht wahr, Kyoto Animation? *schaut rüber zu Free und einigen Serien, die nie eine Fortsetzung gebraucht hätten‘ Eure Meinung ansonsten gern in die Kommentare.

Wenigstens eine Sache, wo ich Sympathie empfinde.

2 Gedanken zu „Hype Hell #19 – Ghibli-Filme

  1. Ghibli ist immer… kompliziert. Ich mag es z.B. nicht das sie halt auf 2-3 Filme reduziert werden: Die haben duzende Filme und alle sagen „Hey, Mononoke und Chihiro sind klasse“ das ist ziemlich eingleisig. Das dumme ist auch immer dieser DISNEY vergleich, oder „oh das ist japans Disney“ und das ist extrem unsinnig: Disney macht seine Formelfilme. Gute Filme, aber immer nach einem Schema. Ghibli machte immer ws es wollte: Märchenfilm über ein wandelndes Schloss, dannach? Die geschichte eines Flugzeugbauers im zweiten Welrkrieg!

    Meine Ansicht nach hat Ghibli viele gute, aber auch viele lausige Filme, das ist doch auch normal bei der masse an Filmen und deren Experimentierfreude. „Flüstern des Meeres“ z.B. fand ich empörend dümmlich, und auch das wandelne schloss war storytechnisch ein alptraum, man muss da mal etwas differenzieren.

    Die FSK ist vor allem bei Trickfilmen ziemlich seltsam: Unten am Fluss hat FSk6, und das letzte Einhorn FSK0! Filme die mich als Jungspund ziemlich traumtatsiert haben ^^; Ghibli hatte zwar nie den größten Hype aber es leidete schon unter veralgemeinerung das vieles von denen Meisterwerke sind… und das trifft garantiert nicht auf alle deren Filme zu, nichtmal auf die Mehrzahl

    • Ich schließe mich Kames Meinung in einigen Punkten an. Ghiblis Filme werden immer auf die bekanntesten runtergekocht (Chihiro, wandelndes Schloss, Mononoke, Totoro) und das wo Ghibli knappe 20 Filme unterm Gürtel hat.
      Ich selbst muss sagen das ich nur die älteren Filme kenne und da nichtmal alle (der neueste den ich kenne ist von 2004, nämlich das Wandelnde schloss, denn Chroniken vom Erdsee konnte ich nie fertig schauen vor lauter „es passiert nix“) und die meisten davon erst im Laufe der letzten 2-3 Jahre, also bin ich auf diese Filme gebiased.

      Ghibli hat schon ihren Platz als Klassiker verdient, genauso wie Bambi damals zu einem Klassiker geworden ist oder auch um nicht-Disney-Filme zu nennen, in einem Land vor unserer Zeit oder das letzte Einhorn. Klassiker werden solche Filme ja hauptsächlich aus Nostalgie. Leute erinnern sich diesen Film als Kind gemocht zu haben und deswegen sind das die besten Filme die es jemals gegeben hat.
      Nun habe ich Filme wie Nausicäa, Mononoke und Totoro erst vor kurzem und damit auch mit meinem mitllerweile sehr kritischem Denken was Filme angeht gesehen und sehe diese mir bekannten Ghibli-Filme daher nicht als Kinderfilme (selbst die „kindischen), sondern als kulturelle, kritische Gesellschaftsfilme. Mononoke ist eine Geschichte darüber wie Menschen die Erde ausbeuten, eingepackt in eine Fantasy-Schleife. Chihiro ist ein sehr kultureller Film und ergibt abgesehen von der generellen Storyline (Mädchen will Eltern retten blah) nicht viel Sinn für östliches Publikum. Wenn man Totoro mit dem Gedanken im Hinterkopf das es sich bei Totoro und freunden um Yokai und Todesgötter handeln soll anschaut ergibt sich ein ganz anderes Bild der Storyline.

      Was meine Überleitung zum FSK-Aufreger ist.
      Jedes Kind ist anders und jedes Kind reagiert anders auf gesehene Filme. Ich habe wie ich jünger war Das letzte Einhorn geliebt weil es so ein schöner Film war (trotz gruseligen Abschnitten und epilepsie-effekten, wie mir bei einem Rewatch letztens aufgefallen ist) und ich ließ mich schwer von irgendwas im Fernsehen abschrecken. Für andere ist das wieder anders, aber jetzt kommt noch etwas dazu:
      Animationsfilme werden von erwachsenen Personen geschrieben und produziert und in eine kindergerechte Schleife verpackt. Mag es sein das die subtile Botschaft des Films ins Kinderhirn geimpft werden soll oder keine Ahnung, auf jeden Fall nimmt ein Kind einen Film anders wahr als ein Erwachsener. So mag für einen Erwachsenen Mononoke ein furchtbarer Film sein, aber für ein Kind ist es vielleicht nur der Film mit dem Mädchen das auf Wölfen reitet. Das wandelnde Schloss mag für einen Erwachsenen ein Film mit Vergewaltigungsanspielung, Krieg, Tod und andere gruselige Dinge sein, für ein Kind ist es der Film mit dem Haus das ein lustiges Gesicht hat, das durch die Gegend stapft und ein Feuer hat das redet.
      FSK/USK/PEGI/whatever Einstufungen sind Vorschläge einer Kommission von Erwachsenen die versucht einen Film zu sehen wie ihn ein Kind sieht oder ihn halt durchschaut und sich denkt „joah, mein Kind dürfte den sehen“. Jedes Kind ist anders und FSK einstufungen sollten kein Grund sein das ein Kind einen Film nicht sehen darf, nur weil diese Kommission die dieses Kind nicht kennt eine zufällige Zahl irgendwohin gestempelt hat. Immerhin sollten Eltern Eltern sein und wissen was sie ihren Kindern zumuten sollen. Das soll keine dritte Partei bestimmen sollen dürfen.

      Und vergesst nie: Ein Kind sieht nicht die selben Dinge die ein Erwachsener sieht. Lasst eure Meinung über die „kindergerechtigkeit“ eines Filmes nicht davon beeinflussen wie ein Erwachsener drauf reagiert. Bleibt am Teppich, weil euer 3-jähriger versteht in den Sätzen eines Filmes nicht gleich das selbe was ihr versteht. Er sieht bunte bilder und ein kuschelweiches wesen das ein Bus ist und ausschaut wie ne Katze.

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