Tsurune: Kazemai Koukou Kyuudoubu – Review

Willkommen zum echt langweiligsten Anime der letzten Season. Kein Scheiß jetzt~

Ja, ich geb es ja zu. Ich hab das hier echt nur geschaut, weil ich meine Dröhnung Kyoto Animation brauchte und die Charaktere nicht so extrem generisch aussahen wie die von Free. Bogenschießen mit Boys hätte genauso gut auch ein guter Shounen-Anime sein können. Aber ne, denkste. Erwartungen in diesen Anime zu stecken war eh das letzte, was ich hätte tun sollen.

Story

Tsurune handelt von dem jungen Minato Narumiya, der in der Schule über lange Zeit japanisches Bogenschießen praktiziert hat. Doch nach einem Zwischenfall hat Minato dem Sport abgeschworen (er hat so etwas wie Zielangst). In der Oberschule lernt Minato nun neue Freunde kennen, mit denen zusammen er Mitglied des schulinternen Bogenschieß-Clubs wird. Gemeinsam haben es sich die Freunde zum Ziel gemacht, das örtliche Turnier zu gewinnen.

Na ja, direkt eintritt er jetzt nicht. Das Tempo in dieser Serie ist selbst für einen dreizehn Folgen Anime sehr, sehr langsam. Aber was ich hier eben gut finde – man knallt einem nicht pausenlos irgendwelchen Fanservice in die Fresse. Natürlich finden viele Mädels das geil, aber ich finde das seit Free eher abschreckend als gut. Tsurune geht da tatsächlich eher einen realistischeren Weg, nur gibt es trotzdem ein Problem – diese Serie kann sich für keine richtige Richtung entscheiden. Ob es nun tatsächlich mal um das Bogenschießen geht, Freundschaft, Schule oder zwischenmenschliche Dinge – Tsurune weiß gerade in der ersten Hälfte nicht wirklich mit sich selbst, wohin. Die Shonen Ai-Vibes merkt man hier irgendwo schon, allerdings sind diese nicht wirklich störend. Hier und da ist mal eine seltsame Spannung zwischen den Jungs und vor allem dem Hauptcharakter und dem Coach der dann nach ein paar Folgen kommt. Aber na ja … außerdem hat es lang gedauert, bis hier mal eine reine Slice of Life-Episode vorkam. Bei allen anderen KyoAni-Titel wäre das schon wesentlich eher soweit gewesen. Auch finde ich interessant, das es hier thematisch auch teilweise nicht nur um die Schüler geht – sondern auch mal um den späteren Coach vom Team. Einen Erwachsenen mal richtig beleuchtet zu haben ist eben doch was anderes, allerdings war es nicht interessant genug um die halbe Serie damit zu füllen. Deshalb wird dieser auch schnell wieder ein Charakter im Hintergrund, weil die Bois halt wichtiger sind. Die letzten drei Folgen war er aber dann doch mal nützlich, will ich meinen. Mit dem Coach bin ich wirklich immer so im Schwanken gewesen, was ich von ihm denken soll.

Selbst das Drama in dieser Serie ist nicht völlig überspitzt oder unrealistisch. Aber es fehlt eben das Pacing dafür – Konflikte werden in den dreizehn Folgen zu spät angerissen und erst auf die zweite Hälfte abgelagert. Das ist einfach schreiblich nicht so gut geregelt worden. Keine Ahnung wie das in der Light Novel aussieht, aber selbst die Turniere zwischen drin waren nicht so recht flüssig zu schauen und eher langweilig bis mittelmäßig. Diese Serie nimmt ihren Inhalt zwar ernst und hat recht wenig Fanservice, aber trotzdem. Das wäre wesentlich mehr drin gewesen und diese Serie hat Flashbacks wirklich zu oft genutzt.

Charaktere

Absolute Stereotypen-Sammlung. Es würde wahrscheinlich nicht mal viel nützen, wenn ich euch Namen nenne. Wir haben den ängstlichen Protagonisten mit seiner Zielpanik, den ruhigen und doch freundlichen Jungen von nebenan der sein Kindheitsfreund ist, der stets positive Junge, der angeberische Schönling und der superangepisste Typ dem nichts zu gut sein kein. Meine Damen und Herren, das ist das Team dieses Bogenschießclubs. Ich glaube, diese Jungs ziehen diese Serie so ziemlich mit am meisten runter. Die Nebencharaktere sind sogar sehr abwechslungsreich – der Coach, den der Protagonist zufällig kennen lernt und dann dazu kommt, der alte freundliche Herr der den Club sonst macht und halt noch so ein paar Rivalen (die aber absolut uninteressant sind, bis auf der eine der mal mit dem Protagonisten vor vielen Jahren Bogenschießen gelernt hat und ja sooo besonders ist). Außerdem haben wir in diesem Club tatsächlich ein paar Mädels, die auch ein paar Sprechzeilen haben und die Jungs nicht konsequent anschmachten oder nerven. Sie sind da, sie sind ok und sie nerven nicht. Aber ehrlich? Ich hätte lieber einen Anime über diese Mädels gehabt. Wird nur das Ursprungsmaterial nicht hergeben, schätze ich mal.

Wären die Charaktere nicht so verdammt austauschbar und nicht so generisch könnte man sich das hier auch mit seinen Figuren anschauen. Aber ich hab echt keinen Charakter in Erinnerung behalten bis auf den Protagonisten, den Coach und der Rivale vom Protagonisten. Aber die hab ich bis nächste Woche schon wieder vergessen, bin ich mir völlig sicher.

Dieser Coach ey …

Zeichnungen & Animationen

Warum schaut man sich Kyoto Animation-Anime überhaupt an? Natürlich, wegen den Animationen und den Zeichnungen. Da kann man hier auch keine große Kritik schreiben, es sieht einfach alles fantastisch aus. Auch die Jungen sehen aus wie Jugendliche und nicht ausgewachsene Erwachsene (Free *hust*). Vor allem das Opening ist sehr schön in Szene gesetzt, auch wenn ich das eine oder andere auch anders gemacht hätte. Da waren manchmal auch Sachen drin, die man in anderen Sportanime-Openings schon gesehen hat. Das Ending besteht meist nur aus Szenen die man einem Flashback entnehmen hätte können. Irgendwie komisch, aber na ja. Die Flashbacks dieser mochte ich eben absolut gar nicht, ich bin ehrlich.

Musik & Synchronisation

In dieser Serie gibt es sehr viele Streicher zu hören und das hört sich neben den schönen Bildern auch noch gut an. Also selbst das Hintergrundgedudel ist schön, so wie auch das Opening. Allerdings ist das Ending so seicht, dass ich in manch langweiligen Folgen hätte einschlafen können. Entweder vor dem Ending oder während. Das ist da schon relativ optional.

Die Synchronisation ist auch realistischer gehalten als in manch anderen Sportserien. Die Jungen klingen wirklich noch sehr jung und keiner sticht da mit einer zu tiefen Stimme raus. In den Flashbacks werden üblicherweise Frauenstimmen oder jüngere Sprecher für die Charaktere verwendet. Ist in Ordnung, will ich meinen. Die Ohren schimpfen also genauso wenig wie die Augen, will ich meinen.


Tsurune ist problematisch – es hatte wirklich viel Potenzial, weil es halt doch recht realistisch ist. Man hätte hier vieles gut lösen können, aber es scheitert an generischen Charakteren, teilweise völlig langweiligen Folgen und Unentschlossenheit beim Genre. Will man nun einen Sportanime produzieren oder Shonen-Ai Kram mit Oberschulkram und Clubaktivitäten? Es gibt nicht mal gute Comedy in dieser Serie, die das hätte irgendwie auflockern können. Man kann seine Produktion ja auch inhaltlich ernst nehmen, aber so wird das einfach völlig langweilig. Normalerweise bin ich der Typ von Person der sagt: „Jo, 26 Folgen sind fast immer sinnvoll“, aber hier hätte ich am liebsten zwei oder drei Folgen völlig gestrichen. Einfach, weil es kaum Inhalt gab und nichts bei rum kam. Die einzig guten Folgen waren die letzten drei und das Ende war auch ziemlich vorhersehbar, wenn man mich fragt. Ich weiß selbst nicht, ob ich eine zweite Staffel dazu sehen wöllte. Aber so kann es ruhig abgeschlossen bleiben. War wirklich eher eine Enttäuschung als wirklich überraschend anders im Vergleich zu anderen Produktionen dieser Art.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s