I want to eat your pancreas – Review

Der Titel klingt echt sehr komisch, oder nicht?

Zuerst – dieser Titel klingt irgendwie fast wie ein Zombie-Titel, oder? Mir fiel das erst gar nicht auf, bis das die andere meinten mit denen ich im Kino war. Dieser Film lief unter anderem beim Akiba Festival von peppermint. So normal wäre ich da wahrscheinlich nicht hingekommen, weil es in Leipzig stattfand. Aber na ja, wir sind bei einem guten Freund untergekommen. Fühl dich angesprochen, wenn du das hier ließt. Als wir dann Sonntagabend heimgekommen sind, hab ich dann nachgedacht welchen Film ich review. In Frage kam dann nur dieser hier, weil er keine Fortsetzung ist und für sich allein steht. Basieren tut er außerdem auf einem ursprünglich selbst verlegten Roman, der dann von einem japanischen Verlag übernommen wurde und eine Live Action, Manga und nun auch Anime-Umsetzung bekommen hat.

Sakura wird sterben. Doch die allseits beliebte und stets fröhliche Schülerin stellt sich der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs unerhört tapfer entgegen. Als diese ihr Krankheitstagebuch verliert, findet dies ein Mitschüler von ihr und liest auch kurz darin. Sakura beschließt alsp, mit diesem Mitschüler nun Zeit zu verbringen und das bis zu ihrem Tod. Dieser ist aber sehr wenig von begeistert und hat darauf nicht wirklich Lust, aber mit der Zeit zeigt er mehr und mehr Interesse an ihrer Situation. Diese Geschichte wird also aus seiner Sicht erzählt, seinen Namen zu nennen wäre hier ein Spoiler.

Ich hab es ja tatsächlich so ein bisschen mit Dramen und habe mir auch den dazugehörigen Manga hierzu geholt. Allerdings kannte ich bisher nur die Hälfte der Geschichte, der zweite Band kommt dann noch Ende des Monats raus. Mich persönlich hat es sehr erstaunt, wie positiv Sakura mit dieser ganzen Sache nach außen hin umgehen konnte. Aber auch die fast emotionslosen Reaktionen unseres Protagonisten am Anfang waren teilweise schon sehr krass. Zwar hat das für ein paar Lacher im Publikum gesorgt, aber am Anfang war er etwas schwer zu verstehen. Man merkte auch sehr, wie viele Bücher er eigentlich so am lesen war. So empfindet er das was Sakura so macht als ziemlichen Blödsinn und ich kann ihn da auch irgendwie gut verstehen. In meiner Vorstellung war das hier auch eher eine Romanze, aber bis auf ein paar Szenen in der Richtung ging es da nicht sonderlich weit. So empfand ich es tatsächlich als ziemlich interessant, als die beiden verreisten und dann im Hotel Wahrheit oder Pflicht spielten. Der Protagonist nahm ausschließlich immer Wahrheit und bei ihr war es da recht ähnlich. Wie die beiden außerdem anfingen die Liste abzuarbeiten mit allen Dingen die sie machen wollte, war auch sehr schön. Gefallen hat mir aber nicht diese Szene, wo sie etwas versautes machen wollte. Daraus ist zwar am Ende nichts geworfen und sie hat geheult, aber das sie unbedingt auch noch einen Ex-Freund haben musste ging mir auch etwas auf die Nerven. Das weiteste was er hier ging, war also eine Umarmung, aber das fand ich für die Stimmung hier auch gar nicht so schlimm.

Von den Mitschülern die Sakura und der Protagonist haben will ich gar nicht erst anfangen. Bis auf eine Ausnahme waren da nur blöde Leute da, die Sakura vorwarfen was sie denn mit diesem ruhigen Kerl abhängen würde. Der hat doch keine Freunde, was will die mit dem? Es dauerte auch lange, bis unser Protagonist überhaupt Freunde in seiner Klasse hatte. Es gibt einige schöne Szenen in diesem Film zu sehen, die durchaus realistisch sind. Doch es gibt einen Punkt, an dem man sehr überrascht wurde. Da war es vielleicht von Vorteil, dass ich nur die Hälfte der Geschichte gesehen hatte. Ab da an hab ich sehr viel Schniefen im Kino gehört und das auch berechtigt. Shima neben mir hatte es echt schwer, sich zu beruhigen und Untertitel zu lesen fiel ihm auch etwas schwerer mit all den Tränen. Ich für meinen Teil hab zutun gehabt, als der Herr Protagonist mit Weinen anfing. Welche Stelle, sage ich jetzt nicht. Aber der Film transportiert für mich auch eine sehr positive Message, eben weil Sakura kein schwaches Mädchen war. Aber ich verstehe durchaus die Schniefer im Publikum, nach dem Film musste ich erst mal ordentlich durchatmen.

Die Animationen und Zeichnungen waren durchweg gut, auch wenn ich über den Zeichenstil überrascht war. Im Manga sind die Augen da alle wesentlich größer und die Figuren wirken nicht so wirklich wie Oberschüler. Hier sieht alles so aus, wie es sollte. Meiner Meinung nach sind die Zeichnungen sogar weitestgehend realistisch gehalten und ich mochte optisch auf jeden Fall, was ich gesehen habe. Die Musik fand ich auch sehr schön, sowohl den OST als auch die Stücke am Anfang und Ende. Bei dieser Vorführung handelte es sich aber um eine OmU-Vorstellung, deswegen kann ich jetzt nicht wirklich den Dub beurteilen. Aber glaubt mir, es gab Leute die sich im Publikum darüber aufgeregt haben. Ich mein, das weiß man doch, oder? Das stand sogar auf dem Kino-Ticket, echt mal.


Irgendwie fällt es mir schwer, bei diesem Film meine Meinung zusammenzufassen. Von den vier Filmen die wir gesehen haben, hat er mir aber am besten gefallen und das liegt wirklich an den Gefühlen die er vermittelt. Selbst wenn man jetzt nicht unbedingt weinen musste, ist das was in diesem Film war doch sehr realistisch und nachvollziehbar. Ich werde jetzt auch nicht wieder Your Name holen und es mit diesem Film vergleichen, keine Sorge. Ein vergleichbarer Film hierbei wäre wirklich nur A Silent Voice (auch wenn da keiner stirbt, aber jetzt von den Gefühlen her), wenn dieser nicht sogar ein klein bisschen besser war. Nur die Szene mit dem schmutzigen Kram ausprobieren war irgendwie blöd, ganz zu schweigen von den Reaktionen des Protagonisten am Anfang. Das war zwar lustig, hat mich aber auch irgendwie abgefuckt. Allerdings sehe ich hier aber auch ein gewisses Potenzial für einen sehr gehypten Titel, in diesem Film waren auch vergleichsweise zu den anderen Filmen nicht wenig Zuschauer. Wir werden also sehen, wie sich das ganze entwickelt. Für einen möglichen Hype sehe ich aber auch eine gewisse Berechtigung, auch wenn dieser Film nicht völlig perfekt war. Mich als Drama-Fan hat dieser Film doch gepackt und vielleicht hole ich mir ja sogar die DVD dazu, wenn es dann soweit ist.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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2 Gedanken zu „I want to eat your pancreas – Review

  1. Deswegen versuche ich immer einen Film etwas sacken zu lassen, nach 14 Tagen verstriechen kann ich ihn manchmal besser einordnen. Finde es aber erfrischend das sie sagen: beuchspeicheldrüsenkrebs. In 90% aller Animes sterben Kranke Leute an „einer Krankheit“ was ich ziemlich schwach und zu vage finde, ich schätze die meisten Storyschreiber wollen sich nicht blamieren und falsche symptome oder nen verlauf angeben. Klingt interessant, ich fand den Manga auch schon interessant von der Idee her, werde sicher mal den Film schauen ^^

  2. Pingback: AkibaPass Festival 2019 Leipzig | Von Schmutzigen Mödchen, der absoluten Verwirrung, Liebe Leben und Bauchspeicheldrüsen | Shimapan Channel

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