Fate/stay night: Unlimited Blade Works – Review

Es ist unglaublich traurig, wenn man für den Abschluss einer Serie fast vier Jahre braucht.

Das Fate-Universum ist kompliziert. Diese Tatsache hat es aber vor allem seinen Machern Type Moon zu verdanken, die aus ihrer Serie melken was geht. Was mal mit einer ganz normalen Visual Novel anfangen hat, ist irgendwann in sehr vielen Manga, einem Mobile-Game und unglaublich vielen Remakes der VN ausgeartet. Nicht mal die Macher selber haben so richtig den Durchblick mehr und von den ganzen Anime-Adaptionen wollen wir gar nicht anfangen. Fate/Zero habe ich nach wie vor nicht gesehen, aber eben diese Serie hier. Unlimited Blade Works ist so gesehen die Rin-Route des Spiels, wo vor allem sie und ihr Servant Archer im Vordergrund stehen. Wer noch mal das Review zu Fate/Stay Night lesen möchte, darf hier drauf klicken. (leichte Spoiler können vorhanden sein)

Es könnte ein normaler Tag für den Schüler Shirou Emiya werden. Seine Schulfreundin Sakura hat ihm Frühstück gemacht, er ist zur Schule gegangen und lebt sein kleines Leben. Doch die Zeit für einen besonderen Wettkampf ist angebrochen. Die Arena ist Shirous Heimatstadt und Teilnehmer agieren im Verborgenen. Magisch begabte beschwören sich einen Diener, um diesen gegen andere kämpfen zu lassen. Gewinnen kann man den Heiligen Gral, dem nachgesagt wird, dass er dem Gewinner einen Wunsch erfüllt.

Inhaltlich ist gerade der Anfang der Serie genauso wie die alte Adaption von Deen. Da gibt es auch nicht sehr viele Änderungen, weil diese Geschichte eben nur in eine andere Richtung geht. Vom Anfangspunkt ändern sie eben nichts und im Gegensatz zur Fanbase akzeptiert das Studio Ufotable auch die Arbeit von Deen. Mir persönlich gefällt auch die nun eher düstere Stimmung, die man durch einige Charaktere hier eher zu sehen bekommt. Ich werd hier jetzt nicht sagen welche, aber zum einen ist der Fokus auf Rin und Archer doch interessanter als ich es am Anfang vielleicht zugeben wollte. Ich hätte diese Serie aber wahrscheinlich nicht in zwei Seasons gepackt, sondern direkt nacheinander ausgestrahlt. In Staffel 2 werden die Folgen sogar weitergezählt, deswegen verstehe ich das Problem auch nicht so wirklich. Insgesamt wären das wieder 26 Folgen gewesen, aber vielleicht kommt Ufotable auch mit dem produzieren nicht so gut nach wie andere Studios. Auch hier musste ich mir einmal wieder viele Dinge von Shima erklären lassen, weil auch einige Elemente aus Zero in dieser Serie sind. Ja, Zero – das was zur Zeit von Stay Night (2006) noch nicht mal als Anime existierte. So war mir völlig fremd, warum Gilgamesh jetzt so aussieht wie er nun mal aussieht. Ich hatte ihn aus der alten Serie anders in Erinnerung und so war ich dann doch etwas verwirrt. Es gibt allerdings auch einige Folgen die etwas träge und auch mit zu vielen Informationen belastet sind – aber ich habe selbst in der VN manchmal mit dem ganzen Text zu kämpfen. Die richtig guten Folgen kommen dann wieder gegen Ende und ich mochte auch die Sache, welche mit Archer gut umgesetzt wurde. Später mochte ich ihn sogar, was am Anfang eigentlich etwas schwierig war. Dieses ständige „Hör auf so ein Gutmensch zu sein, Emiya“-Gemache war halt etwas nervig. (Achtung, Spoiler) Ich wusste ja, das Archer ein Servant aus der Zukunft ist und in Wirklichkeit ein Emiya von dort ist. Aber die Szene wo man ihn am Ende lächeln sieht ist trotzdem schön gemacht. (Ende Spoiler) Die letzte Folge fand ich leider auch ein bisschen unnötig, auch wenn sie als Epilog gut funktioniert. Dafür war sie einfach zu interessant und Rin halt … leider auch.

Charaktere

Die Emiya ist ein Gutmensch und selbst ernannter Held-Schiene ist etwas, das mich nicht stört. Wenn der Plot aber ständig drauf rumreitet, ist das schon ein bisschen nervig. Wer das alte Review zu Stay Night kennt, wird ja auch schon Saber kennen. Sie hat sich nach Zero nicht unglaublich verändert, nur das Motorrad haben sie damals dazugedichtet und sie trägt hier normalere Klamotten. Nicht mal Sakura bewegt sich aus ihrem Deredere-Klischee raus, aber das ist weder in dieser Serie, noch der anderen gegeben. Das hinter ihr noch etwas ordentlich finsteres steht und dieses liebe Mädchen auch nur für Emiya spielt, zeige ich euch dann wenn die Heavens Feel Filme abgeschlossen sind. Ansonsten bleibt in dieser Serie halt leider nur das Augenmerk auf Rin und Archer. Mit Archer habe ich tatsächlich gar kein Problem – aber mit Rin. Ich mag sie einfach nicht.

Tsundere zu sein ist für mich kein Thema. Wenn es aber diese richtig arrogante Form von Tsundere ist, kenne ich aber auch kein Erbarmen. Rin hat so eine Art an sich, die ich einfach unausstehlich finde. Wenn sie etwas nicht versteht, schimpft sie direkt rum und verhält sich sehr oft wie ein verzogenes Kind. Noch wütender macht mich, dass sie sich offensichtlich fast nicht dafür interessiert was mit ihrer Schwester Sakura los ist. Diese wurde zwar von den Matous adoptiert, aber es ist offensichtlich wie diese von ihrem „Bruder“ misshandelt wird. Diese Thematik wird hier wieder absolut gar nicht gezeigt, nicht mal irgendwie angekratzt. In der anderen Serie von 2006 kamen zumindest da mal ein paar Anzeichen, wie schlecht Shinji Sakura behandelt. Aber Rin juckt das offensichtlich nicht die Bohne, sie denkt wirklich nie an ihre Schwester und das lässt bei mir einfach noch mal alles überlaufen. Ich hasse sie nicht völlig, aber ich kann sie einfach nicht nachvollziehen. Denn sie kritisiert auf der einen Seite so vieles an Emiya, ist aber viel zu sehr auf sich selbst fokusiert. Mit so etwas kann ich mich einfach nicht identifizieren, ist einfach so. Kein Wunder also, dass sie einen eher sarkastischen und eigensinnigen Servant bekommen hat, der eher sein eigenes Ding macht. Geschieht ihr einfach Recht, will ich meinen. Die beiden funktionieren nämlich trotzdem ganz gut, auch wenn ich Rin als Charakter echt nicht mag. Aber na ja, leider ist das hier eher ihre Route.

In UBW gibt es sonst noch einige Antagonisten zu sehen, die man sonst nicht so sehr mitbekommen hat. Sei es Caster, die als Charakter doch sehr interessant ist und sich sogar Saber unter den Nagel reißen konnte (Rule Breaker halt). Illya hat man hier stellenweise auch ein bisschen Psycho darstellen wollen und von Gilgamesh will ich gar nicht erst anfangen. Das er mal irgendwann ein König von irgendwas war, merkt man auf jeden Fall. Wenn man andere ständig als Bastarde und Köter bezeichnet, macht man sich auch nicht so sympathisch. Aber das liegt denke ich auch an der Zeit, aus der er kommt. Außerdem hängt er hier noch eher mit dem Plot von Zero zusammen, was ich selbst nicht so ganz verstanden habe. Aber na ja, sei es einfach drum.

Zeichnungen & Animationen

In dem oben verlinkten Review sieht man tatsächlich schon ein paar Vergleichsbilder zum alten Deen-Anime und zu diesem hier. Ufotable hat hier schon in vieler Hinsicht sein Ding gemacht und auch der Zeichenstil sieht schon anders aus als damals. Ich persönlich mag die alten Zeichnungen zwar etwas lieber, aber da ist eben Geschmackssache. Dafür sind die Kampfszene dieser Serie recht gut animiert, auch wenn man  manchmal nur noch ein paar Lichter hin und her fliegen sieht. Ist aus meiner Sicht in Ordnung, auch wenn es manchmal schon ein bisschen over the top ist. Ich kann mit der einen oder anderen, optischen Änderung leben. Ich bin kein völliger Fan davon, aber es ist in Ordnung.

Musik & Synchronisation

Musikalisch sieht es aber ziemlich gut aus. Das erste Opening zur ersten Staffel mit dem Namen ideal white ist schon mal nicht übel und ein hübsches Lied. Allerdings kommt es nicht gegen das zweite an, mit Brave Shine hat man eine ordentliche Wahl getroffen. Der Song ist wirklich einer der besten Openings, die dieses Franchise zu bieten hat. Ich würde sogar behaupten, das es besser ist als disillusion, welches mittlerweile schon ein wahrer Klassiker geworden ist und etliche Versionen hinter sich hat. An die Endings oder Hintergrundstücke erinnere ich mich an dieser Stelle nicht, aber das ist aus meiner Sicht bei dieser Serie auch nicht so tragisch.

Wie Fate/Zero und die Heavens Feel-Reihe hat UBW tatsächlich einen Dub und in diesem Fall haben wir tatsächlich mal mit Dub geschaut. Man kann diese Serie immerhin auf Netflix schauen, also sollte man die Gelegenheit nutzen wenn man sie hat. Die meisten männlichen Besetzungen waren eigentlich ziemlich gut. Shirou ist in Ordnung, Lancer war ziemlich klasse, Archer bringt seine sarkastische Ader hier gut rüber, selbst Shinji klingt solide und auch Gilgamesh ist gut (bis auf die Tatsache, das die Übersetzung bei ihm etwas …. na ja ist. Gilgamesh bezeichnet gern alle unnötigen Menschen als Köter und Co., aber das als Bastarde zu übersetzen? Na ja~). Bei den Damen ist es aber sehr schwankend, von der Leistung her. Saber bemüht sich extrem die Namen japanisch auszusprechen, scheitert aber des öfteren daran wodurch ein Shiro öfter auch mal wie ein Sido klingt. Ihre Bemühungen in Ehren, aber bei uns werden bestimmte Buchstaben eben anders ausgesprochen. Sie ist eigentlich ziemlich gut, aber das hört sich nicht so toll an. Caster und Rider gehen auch in Ordnung, aber Rin und Illya gehen gar nicht. Zum einen klingt Rin blöd, weil sie viele Szenen einfach falsch interpretiert und dadurch vieles blöd rüber kommt. Sehr emotionale Szenen hatten bei ihr durch ihre Sprecherin massiv zu leiden und Illya war einfach unhörbar. Ich bin froh, dass ich Sakura nicht groß hören musste. Ich bin kein Fan von Strawberry Cake (Rieke Werner) und das wird sich auch nach ihrer guten Leistung in Your Lie in April nicht ändern. Hier klingt sie einfach so piepsig wie immer und das wird ein weiterer Grund sein Heavens Feel nie auf deutsch zu sehen (was ja Sakuras-Route ist). Sehr gemischte Synchro, wenn auch kein Totalausfall. Aber Rin war einfach eine völlige Fehlbesetzung und Illya ist da auch ähnlich.


Bringen wir dieses Review langsam zum Abschluss. Ich bin bei weitem kein Experte im Fach Fate/Stay Night. Dieses Franchise ist wirr und ich werde nie alles verstehen, was da alles los ist. Aber UBW ist trotz seiner für mich unsympathischen Heldin doch schaubar und interessant. Wäre ich mit Archer nicht gespoilert worden, wäre ich sicherlich überrascht gewesen als raus kam das er Shiro aus der Zukunft ist. Caster und ihr Master (der unheimliche und seltsame Lehrer) waren auch interessante Gegenspieler – nur das Rins Schwester Sakura hier wirklich gar nicht relevant ist geht mir ordentlich auf die Nerven. Unlimited Blade Works hat zumindest seine Berechtigung da zu sein und hängt etwas über dem Durchschnitt für mich. Kann man sich anschauen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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5 Gedanken zu „Fate/stay night: Unlimited Blade Works – Review

  1. Der Grund, wieso nicht drauf eingegangen wird was mit Sakura los ist und wieso Rin darauf nicht reagiert, ist schlichtweg, weil es in UBW nicht passiert.
    In Deen/Stay Night wurde es gezeigt, weil es nun mal eben nicht die reine Fate Route sondern ne Mischung aus allem ist.

  2. Habe es gerade ausgeschaut und ja… es hat so seine Lücken und es gibt so einige Sachen mit denen ich nicht warm werde. Ich habe Zero ja gesehen aber das Sakura dann wirklich so garnicht zum Zuge kam und auch das Kind mit Berserker so eine Randnote war störte mich, wie gesagt ich wiederrum kenne nur Zero, nicht aber das Orginal Fate.

    Stören taten mich vor allem diese dümmichen Ausnahmen…für jede Situation!!!! Haha ich bin Schiedsrichter, aber kann keinen Servant haben? Doch kann ich! Was? Ein servant kann keinen Servant beschwören? Doch kann er, und DER kann auch noch agieren selbst wenn der Master schon tot ist! Als Caster dann noch in der Mitte der Serie erklärt sie könnte den Gral JETZT schon rufen fragte ich mich wozu es überhaupt noch eine Form von Regel Idee gab wo es den Autoren selbst schon seinbar egal war das diese immer wieder ignoriert wurden. Rin fand ich eigentlich ganz nett, wenn auch natürlich klares Klischee, nd das Archer aus der Zukunft war? Ja, das überraschte mich, war aber froh das man auch en positives ende machte.

    Gilgamesch Arroganz gab es natürlich schon in Zero und wurde hier sogar ein wenig heruntergeschrubt fand ich, vorher beschimpfte er in Zero ja schon diverse helden das sie ihn überhaupt ansprachen oder die selbe Luft wie er atmeten, ich musste sehr lachen als er am Schluss ns schwarze Loch gezogen wurde und den Helden packte, so von wegen „Willst du mich in den Tod reißen?“ und er „Was? Von wegen, rete mich du Knecht, ich will nicht sterben1“ sehr lustig

    Würde der Wertung wohl in eta folgen, vielleicht nen Punkt weniger, aber meine review folgt natürlich ^^

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