Die Tanuki-Prinzessin – Review

Kommt mir noch ein bisschen wie gestern vor, dass ich den ersten Band gekauft habe.

Die Tanuki-Prinzessin habe ich wirklich ohne große Vorfreude gekauft. Ich hatte die Serie nicht mal auf dem Schirm, habe sie relativ zufällig im Laden gesehen und dann gekauft. Die ganze Idee klang nicht übel und was will man bei einer bereit abgeschlossenen Reihe schon groß falsch machen? Ich hatte keine Erwartungen in diese Serie, aber ein gewisses Vertrauen und auch ein bisschen Sicherheit.

Yamato Riku fährt unabsichtlich einen Marderhund an und versucht ihm zu helfen, zu seinem Glück ist das Tier noch am Leben und er lässt es somit zurück. Einige Tage später sitzt das kleine Tier jedoch bei ihm zu Hause und sein Vater eröffnet ihm das Yamato-Familien-Geheimnis… Miyo-chan, das angefahrene Marder-Weibchen, soll seine zukünftige Frau werden! Aber was wird aus seinen aufkommenden Gefühlen für seine Schulfreundin Konoe Momoka und wie soll das Ganze überhaupt funktionieren?!

Dieser Manga hat einen kleinen Mix aus allem – Comedy, etwas Fantasy, Slice of Life und Romance. Ich kenne Mayu Minase als Mangaka nicht, habe bisher auch keine Manga von ihr gelesen. Aber man hat schon das Gefühl, hier weiß jemand was er tut. Mein erster Gedanke nach dem ersten Band war nur: „wie zum Fick soll der Miyo heiraten, der ist ein Mensch“. Aber diese Frage wurde recht zügig beantwortet, weil Riku in irgendeiner Weise mit diesen Tanukis verwandt ist und sich theoretisch auch verwandeln kann. Er ist entsprechend nicht unbedingt begeistert, immerhin mag er ja trotzdem noch seine Kindheitsfreundin Momoka. Aber gerade da kommt er mehr und mehr ins wanken. Wir lernen erst einmal die Hintergrundgeschichte der Tanukis kennen, die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben und Miyos Vater ist über Riku echt nicht begeistert. Allerdings findet ihr keine Zwangsverlobung auf Krampf statt und das fand ich gut. Riku und Miyo lernen sich über die Zeit kennen, helfen einigen Tanukis in ihrer Nähe und man lernt von dieser recht simplen Tanuki-Welt einiges kennen. So geschehen gelegentlich doch ein paar unvorhergesehene Dinge – wie zum Beispiel, das ein anderer Tanuki der Miyo mag Rikus Alltag beobachtet und diesen durcheinander bringt. Zum Beispiel hat er einfach so Momokas Gedächtnis gelöscht, obwohl er mit dieser noch freundlichen Kontakt hatte. Allerdings bereut er es dann doch schnell und diese Sache ist recht schnell gelöst. Es gibt hier und da einige Konflikte – seien es Miyos Vater oder die ganzen anderen Tanukis. Hier gab es teilweise echt so viele Charaktere, man blickte mit der Zeit nur noch schwer durch. Zeitweise habe ich sogar vergessen, das Miyo ein Tanuki ist. Einfach, weil sie wirklich sehr lang Streckenweise ein Mensch ist und sich später immer seltener zurückverwandelt. Ob das nun echt so gedacht war?

Die Charaktere wirken hier aber allesamt lebendig. Riku ist jetzt kein dauernd schlecht gelaunter Kerl, aber trotz seiner gelegentlichen Launen sitzt das Herz am rechten Fleck. Miyo ist sehr naiv, etwas unbeholfen und relativ drollig. Mit ihr kann man relativ schlecht miese Laune haben, aber sie nervt mit ihrer Art auch nicht. Momoka ist ihr da tatsächlich relativ ähnlich, auch wenn diese eher in Gedanken verloren ist und sehr verträumt ist. Bei ihr war ich oft erstaunt, was für Sprüche sie teils drauf hatte. Ich hab sie anfangs für etwas dümmlich gehalten, aber sie ist doch ein gutes Mädel. Ehrlich gesagt hätte ich mir auch ein persönliches Ende mit ihr und Riku gewünscht, aber na ja. Sollte halt nicht sein, denke ich mal. Die Tanukis sind ein ziemlich bunter Haufen an Charakteren und kommen in allen möglichen Arten von Persönlichkeiten. Für mich persönlich war das auf Dauer aber auch etwas viel, jemand der die Serie richtig mag wird sich die wahrscheinlich alle gemerkt haben. Hier und da gab es ja auch ein kleines Drama um bestimmte Themen und das wurde gut rüber gebracht.

Was man aber auch erwähnen muss, sind die Zeichnungen. Die machen hier auch schon einiges her. Keine steifen Haltungen, lebendige Gesichter und hübsche Hintergründe unterstreichen das ganze sehr gut. Ich war mir erst nicht so sicher, ob die Zeichnungen auch zu diesem Thema passen würden. Einfach, weil die Tanukis manchmal doch ein bisschen große Augen hatten. Doch es hat alles relativ gut zusammen gepasst und darüber lässt sich meiner Meinung nach eigentlich nicht viel diskutieren. Die Cover der Bände fand ich alle relativ hübsch, keines davon ist mir irgendwie negativ aufgefallen. Aber nun sollte ich vielleicht doch ein bisschen zu dem kritischen Teil dieses Reviews kommen, schätze ich mal.

So gut wie die meisten Konflikte gelöst waren und funktionierten – ab der Hälfte kippt die Serie von Comedy doch ein bisschen sehr ins Drama ab. Normalerweise hab ich damit auch kein Problem, aber das kam meiner Meinung nach ein bisschen hastig. Natürlich muss man seine Geschichte etwas voranbringen und nicht alles darf immer nur nach Schema A verlaufen. Aber besonders überrascht war ich vom Ausgang der Geschichte nicht wirklich. Natürlich hatte ich nicht viele Erwartungen oder Wünsche für diese Serie. Aber irgendwie hat mich am Ende wirklich nichts sonderlich überrascht. Alles verlief in etwa so, wie man es sich vorstellen würde. Der Manga ist meiner Meinung nach gut gemacht, aber es fehlt mir ein wenig an Höhepunkten oder etwas besonderem. Für nebenbei ist dieser Manga schon gut zu lesen, aber etwas besonders spannendes sollte man vielleicht nicht erwarten. Ich hab vor dem Review auch überlegt, was ich hier spoilern darf und was nicht. Aber in dieser Richtung fällt mir nicht viel ein, was ich da sagen sollte. Aber bei dieser Reihe hilft es wohl wirklich, sich ein eigenes Bild zu machen.


So süß die Tanuki-Prinzessin auch ist, einer meiner Lieblingsmanga wird es nicht. Das heißt aber wirklich nicht, das man hier einen schlechten Manga vor sich hat. Für Leute die noch nicht so viel Manga gelesen haben ist hier bestimmt was neues bei. Aber ich habe das Gefühl, eine solche Geschichte hier und da schon gesehen zu haben. Ich würde diesen Manga vielleicht nicht als Erstmanga empfehlen, aber so als Comedy-Manga für zwischendurch? Warum nicht, dafür kann man sich die Bände schon mal zulegen. Wird wahrscheinlich für mich keine Reihe zum wieder lesen werden, aber hier gibt es vielleicht auch die ein oder andere Meinung. Wenn ihr eine habt, gern damit in die Kommentare.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Kazé Manga – in neun Bänden abgeschlossen

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Ein Gedanke zu „Die Tanuki-Prinzessin – Review

  1. Eine harte Wertung für diesen Bericht, klang eher so nach einer 6/10, aber da merkt man ich bin schlicht kein Fan von 10er Werteskalas. Nette Grunidee, ich mag ja auch Tanuki Mythologie in japan, das als manga umgesetzt zu sehen klingt gut, aber wenn der „drive“ fehlt das man mitfiebert ist das Urteil wohl richtig, schade

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