IDOLiSH7 – Review

Wenn Merkel im Internet Neuland sieht, dann ist dieses sogenannte Neuland für mich nur eines – Idolanime mit Jungs.

Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, das ich schon hunderte von solchen Serien gesehen habe. Idolanime mit Mädels habe ich in der Vergangenheit genug gesehen, aber mit Jungs? Das ist wirklich was neues für mich, weil mir die Gefahr vor übermäßigem Shounen Ai irgendwie immer ein bisschen in den Sinn kommt. Allerdings war diese Gefahr recht schnell weg, weil hier doch alles sehr zahm ist. Selbst für eine solche Bishounen-lastige Serie, bin ich doch ein bisschen überrascht. Nein, ich hätte diese Serie auch mit Shounen Ai gesehen, so homophob bin ich nicht (auch wenn mir das schon vorgeworfen wurde). Aber schauen wir uns diese Anime-Serie mit ihren 17 Folgen mal gaaanz genau an.

Story

Takanashi Productions ist der Ort, an dem für sieben neue Idols ein ganz neues Leben beginnen soll. Zusammen als IDOLiSH7 wird den sieben jungen Männern nun das Schicksal der Firma in die Hände gelegt und es liegt an ihnen, mit ihren verschiedenen Persönlichkeiten und Eigenarten, ein Team zu schaffen, das erfolgreich im Rampenlicht steht. Zusammen versuchen sie, die Zuschauer mithilfe von Gesang und Tanzchoreografien zu begeistern und großartige Shows abzuliefern. (Quelle: Anisearch)

Diese Beschreibung klingt irgendwie tiefgründiger als es eigentlich ist. Im Grunde ist das hier aber ein Ganbatte-Anime wie er im Lehrbuch steht. Wir lernen nach und nach die Jungs kennen, auch wenn die ersten Folgen ein bisschen Interview-like gewirkt haben. Da waren manchmal Lines drin, die dann einfach öfter gefragt wurden. In dieser Serie ist aber nicht alles total easy-going, auch wenn wir einige lustige Szenen dabei haben. Ein Asthma-kranker Protagonist, das Waisenkind der seine kleine Schwester finden will, bisher eher gescheiterte Idols und auch noch ein paar andere Tropes findet man bei den Jungs hier und da wieder. Selbst mit den wieder auftauchenden Ideen die man überall schon gesehen hat, waren die ersten Folgen doch interessant. Nicht alles was sich die Managerin (und Tochter des Labelbosses) vornimmt funktioniert auch gleich. So gab es hier ähnlich wie bei Love Live! das erste Konzert vor einem fast nicht vorhandenen Publikum. Was mir an Idolish 7 aber tatsächlich besser gefallen hat als an dem riesigen Love Live-Franchise, ist sogar sehr einfach – wir haben eine Rivalgruppe die man richtig ernst nehmen kann. Trigger, die eine richtig riesige Fanbase haben werden auch so wichtig dargestellt, sind am Anfang richtig unsympathisch. Hinzu kommt da auch, das ein Mitglied von Trigger der Zwillingsbruder unseres Protagonisten Riku ist und ihm ordentlich Druck mit seinen harten Worten macht. In der Story selbst gibt es auch einige Intrigen, hier und da mal etwas Zoff aber auch etwas Drama. Letztes war stellenweise ein bisschen störend, aber nicht total zerrüttelnd für das Gesamtbild. Ich hatte tatsächlich auch selten das Gefühl, einen unrealistischen Plot zu verfolgen. Es gab tatsächlich auch nur ein oder zwei Fillerfolgen, was mich positiv überrascht hat. Inhaltlich kann ich mich gar nicht so sehr beschweren, auch wenn das genretypische Drama vorhanden war. Es geht hier tatsächlich auch mal um Musik und alles was drumherum wichtig ist. Die Anwesenheit einer bestimmten Mangaka spüre ich zwar trotzdem, aber dazu gibt es im Unterpunkt Zeichnungen genaueres.

(links nach rechts) Nagi (blond), Mitsuki (davor), Iori, Riku, Yamato, Sougo und Tamaki.

Charaktere

Jedem hier sollte wahrscheinlich klar sein, das Idol-Anime immer von seinen Charakteren leben. Das ist hier teilweise doch ein bisschen problematisch, Idolish 7 als Band hat nun mal seine sieben Jungs. Der meist gutgelaunte Protagonist Riku ist in Ordnung, der faule aber doch sehr impulsive Tamaki macht oft Probleme, wir haben wieder das typische Geschwisterduo mit Mitsuki und Iori (der untalentierte und der mit dem Talent), der ruhige Sogo der aber richtig wütend werden kann und Gruppendad und Leader Yamato mit der Brille (der gruppenälteste halt). Die gehen eigentlich so weit fast alle mindestens klar für mich, aber Nagi ist so … nein. Einen Halb-Japaner in der Gruppe haben ist nicht schlimm, aber er ist halt echt so ein Klischee-Otaku, super aufdringlich und dieser typische Schönling. Mit den Jungs hatte ich am Anfang doch echte Probleme, aber mit der Zeit hab ich mich an sie gewöhnt (Iori schaut aber immer noch aus wie Ryou/Zane aus Yu-Gi-Oh! GX, mit kürzeren Haaren – in meinem Kopf ist das sein Sohn, irgendwie). Nur die Managerin Tsumugi … die ist wirklich eine Nummer zu hart für mich. Ich hasse sie wirklich nicht, aber so ein blasser, weiblicher Charakter war schon lang nicht mehr auf meinem Schirm zu sehen. Klar, sie muss sich am Ende immer für alles entschuldigen und hat halt ihre arbeitende Rolle. Aber ich kann euch nicht mal richtig sagen, was ihr Charakter ist. Sie ist nett, höfflich und lieb – hat einmal im gesamten Anime auf den Tisch gehauen als ihr was zu viel wurde und mehr ist da nicht. Keine Sorge, ich werde sie hier nicht zu Grund und Boden hassen. Aber Hilfe, so wenig Charakter ist echt heftig. Einzig allein ihre Interaktionen mit Trigger machten sie später etwas unterhaltsam, aber sonst? Nope.

Da wir Trigger gerade anschneiden – da war ich ja wirklich überrascht. Am Anfang hat man etwas versucht sie wie die bösen Jungs darzustellen, gerade weil ihr Managment echt korrupt ohne Ende ist. Allerdings wirken sie eben nur so herzlos, eigentlich sind das ein paar Jungs die recht nett sein können. Irgendwie mag ich sie auch ein bisschen mehr als Idolish 7, ich will mal ganz ehrlich sein. Ohne sie wäre dieser Anime doch etwas langweilig gewesen.

Ich finde es tatsächlich lustig, wie die Japaner es nicht schaffen Trigger zu sagen. Die Mädels schreien bei den Jungs immer TORIGA.

Zeichnungen & Animationen

Anfangs haben mich die Animationen im Opening richtig gestört, aber eigentlich sieht das mit seinem CG doch recht gut aus. Es ist so gemacht, das es immer noch gezeichnet ist und das hat mich anfangs echt abgefuckt. Kamen euch die Zeichnungen die ihr bisher gesehen habt eigentlich bekannt vor? Wenn ja – hinter dieser Serie steht Arina Tanemura als Character Designerin bereit. Allerdings wurden die Zeichnungen doch noch etwas aufpoliert, wobei von den meisten Jungen eigentlich wenige richtig männlich aussehen. Die Outfits von Idolish 7 fand ich anfangs richtig furchtbar, weswegen mir Trigger wahrscheinlich optisch mehr gefallen hat. Ist aber doch realistisch – so eine neue Gruppe tut sich im Vergleich zu Profis eben immer schwerer. In meiner Vorstellung sah die Serie aber wesentlich schlechter aus, das muss ich an der Stelle schon mal sagen. Da waren teilweise Dinge animiert und zu sehen, die mich doch in dem Rahmen überrascht haben. Auch hier kann ich gar nicht so sehr meckern.

Musik & Synchronisation

Hier muss es doch eigentlich stimmen, oder nicht? Bei einem Musikanime sollte die Musik eigentlich immer stimmen und das war hier zum Glück auch so. Die meisten Songs waren aber entweder recht seicht und locker oder in Triggers Fall eben cool und lässig. Das hat sich da schon alles sehr angepasst. Ich vermute, das es zu dieser Serie auch wieder ein Musikgame gibt – aber da mach ich erst mal nicht mit. Bei dem Hintergrundgedudel hat man öfter ähnliches gehört, aber das fand ich nicht so extrem schlimm.

Und hach ja, die Synchronisation. Mich überrascht ja sehr, das Kensho Ono als Riku auch gesangstechnisch gute Arbeit geleistet hat. Seinen Gesang konnte ich mir vor gewisser Zeit nicht immer antun, aber mittlerweile ist er eigentlich ganz gut geworden. Unter den Sprechern findet man hier natürlich wieder extrem viele, bekannte japanische Sprecher. Ich werde an der Stelle nicht alle Namen nennen, aber man hat hier schon gute Sprecher gewählt. Man hat auch auf das Klischee verzichtet, Riku und seinen Zwillingsbruder vom selben Seiyuu zu synchronisieren und hat einfach nur zwei ähnliche Sprecher gecastet. Nur Nagi ging mir extrem auf die Nerven, weil man sehr krass hört, wie ein Japaner versucht wie ein Ausländer zu klingen. Ich war immer froh, wenn Nagi mal nicht geredet hat. Meine Ohren haben sich danach auch bei mir bedankt.


Für mein erstes Mal mit so einem Boygroup-Anime bin ich doch tatsächlich überrascht. Die Rivalengruppe ist gut und die erzählte Geschichte wurde erstmal ordentlich abgeschlossen. Mir stellt sich nur die Frage, worum es in der neuen Staffel gehen soll. Als Newcomer hat Idolish 7 eigentlich viel erreicht. Was soll da jetzt noch kommen? Manch dramatische Elemente waren hier und da etwas zu überspitzt und nicht alle Charaktere sind mit ihren kleinen Macken so liebenswürdig wie sie sein sollten. Ich bin aber doch froh, hier kein völliges Fanservicefest an irgendwelchen BL-Referenzen gesehen zu haben. Man hat sich inhaltlich doch bemüht, auch wenn Tanemura bestimmt mehr eingewirkt hat als nur ins Charakterdesign. Ist eine nette Serie, kann man sich anschauen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. (wieder so ein ungewollter Joke mit einer 7, ich fasse es nicht)

Sie hat mich regelmäßig fertig gemacht~

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Ein Gedanke zu „IDOLiSH7 – Review

  1. Klingt immerhin ansatzweise kreativ, auch wenn ich mir schon ausmale kann wie die Figuen sind: Halbkind der alle mit „chan“ anredet, der kühle coole, der heitere Sonnenschein, letztendlich ist das nicht direkt was für mich, aber interessante Konkurrenten klingen immerhin gut ^^

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