Maquia: Eine unsterbliche Liebesgeschichte – Review

Irgendwie war dieser Film nicht so, wie ich ihn erwartet habe~

Die kleine Vorschau-Überschrift ist dieses Mal nicht böse gemeint. Wirklich nicht. Gemeinsam mit Shima, Taraah und deren Bruder waren wir am Sonntag den 19.05 zur Vorstellung dieses Filmes. Bei so einem Titel erwartet man sicherlich eine sehr dramatische Liebesgeschichte. Das Liebe hier im Spiel ist, kann man nicht bestreiten. Aber es ist doch ein bisschen anders, als man es vielleicht vermuten mag. Achtung, Spoiler.

Maquia wurde in eine außergewöhnliche Familie hineingeboren, deren Mitglieder allesamt im Jugendalter aufhören zu altern. Ihr friedlicher Alltag wird eines Tages jedoch gewaltsam zerschlagen, als der Klan von einer Armee angegriffen wird, die auf das Geheimnis hinter jener Unsterblichkeit aus ist. Ein Mädchen namens Leilia wird entführt und auch Maquias heimlicher Schwarm verschwindet spurlos, doch ihr gelingt die Flucht. Während sie allein durch den Wald streift, stößt Maquia plötzlich auf einen kleinen Jungen, den sie Erial nennt und aufzieht. Je älter das Findelkind aber wird, umso bewusster wird sich Maquia ihrer Unsterblichkeit … (Quelle: aniSearch.de)

Das mit der Unsterblichkeit ist jetzt so ein Ding, eigentlich können diese Wesen aus York schon sterben. Sie werden nur eben extrem alt und das Versuchen sich über den Film auch eine Armee eines Königsreichs zu nutze zu machen. Man muss allerdings sagen, das Maquia noch gut weg gekommen ist. Klar, mit fünfzehn ein fremdes Kind aufziehen ist heftig. Aber ihre Freundin Leilia wird nicht nur gezwungen einen Prinzen zu heiraten, sondern auch noch ein Kind mit ihm zu machen welches sie später nicht mal sehen darf. Dementsprechend geht es in dieser Geschichte eher um die Liebe einer Mutter, auch wenn Maquia in dem Sinne nie die leibliche Mutter von Ariel war. Man darf außerdem nicht vergessen, dass in diesem Film auch hier und da Fantasy-Elemente mit Drachen und Krieg vorhanden ist. Die Geschichte ist auch eigentlich gut erzählt, die Damen und teilweise auch Herren aus York kann man wegen ihren blonden Haaren kaum auseinander halten, aber diese Tücher die sie machen sind interessant. Maquia ist jetzt nicht die allerstärkste Heldin die man sich vorstellen kann, aber sie hat das Herz am rechten Fleck und ist sich stets bewusst was sie tut. Im Film wird auch sehr oft gesagt, dass sie sich nicht verlieben soll oder allgemein lieben soll. Weil sie ja am Ende sowieso eher sterben wird. Dementsprechend fand ich es auch gut, das sie selbst nie so wirklich eine richtige Liebesbeziehung geführt hat, auch wenn es sich mit diesem einen Kindheitsfreund Lang eventuell angeboten hätte. Hier ging es wirklich mehr um Mutterliebe und was damit zusammenhängt, emotional wussten die Schreiber schon welche Knöpfe sie drücken müssen.

Es gibt aber eben doch ein paar Probleme, die dieser Film hat. Das Tempo war am Anfang eigentlich ganz angenehm, aber mit der Zeit werden hier und da sehr seltsame Zeitsprünge gemacht. Solche, bei denen man erst mal nachdenken muss, wie weit sie jetzt eigentlich schon wieder gesprungen sind. So ganz klar sind manche Zusammenhänge in der Geschichte manchmal auch nicht, aber es funktioniert beim Schauen trotzdem. Das Ariel irgendwann dann auf einmal selbst Vater geworden ist und vorher gerade noch Maquia für die Arme verlassen hat, musste man erst mal sacken lassen. Da waren teilweise so viele Sprünge drin, das man es als Zuschauer erst mal verarbeiten muss. Natürlich hätte eine solche Geschichte im Fernsehformat nicht so funktioniert. Aber ein paar Szenen mehr wären zwischendrin vielleicht auch ganz gut gewesen. Ich fand die Charaktere hier gar nicht mal so dümmlich, hier waren einige gute Dialogzeilen drin. Vielleicht war das eine oder andere auch mal kitschig, aber das konnte ich dem ganzen ziemlich gut verzeihen.

Vom Aussehen hat mich der Film aber ein wenig an Ghibli-Filme oder zumindest diese Art von Filme erinnert, die diese teilweise produzieren. P.A. Works kenne ich eigentlich mehr mit großen Augen und dergleichen, aber hier haben sie eben mal etwas anders gearbeitet. Ich würde sogar sagen, dass mir dieser Stil etwas mehr gefällt als der von Ghibli. Von den Effekten hier will ich nicht viel rummeckern, da hab ich wenig Ahnung. Aber dieser Film hatte einige, wirklich schöne Hintergründe. Ich habe beim Zuschauen nie wirkliche Langweile verspürt, das war eigentlich alles recht schön anzusehen. Musikalisch kriegt man hier typische Orchestermusik zu hören, fand ich auch recht in Ordnung. Ist aber jetzt nichts, was ich unbedingt hervorheben würde.

Was mir auch gefiel, war dann die Richtung in die das Ende ging. Während Maquia sich all die Jahre Mühe gab Ariel zu erziehen und später sogar seiner Frau half ihr Kind auf die Welt zu bringen, trifft sich ihr Weg noch ein weiteres Mal. Man sieht Maquia, wie sie Ariels Enkeltochter begegnet und kommt dann bei seinem Haus vorbei. Dort wartet auch schon seine Tochter auf Maquia, daraufhin besucht sie den mittlerweile alten Ariel und begleitet ihn ein letztes Mal – dieser stirbt, es werden noch super viele Szenen gezeigt wie sie zusammenlebten und es war echt traurig und schön zu gleich. Ich war über diese Richtung von Geschichte wirklich sehr überrascht und erstaunt. Natürlich war es nicht perfekt, aber emotional war wirklich sehr schön.


Wenn ich so drüber nachdenke, einen vergleichbaren Film habe ich eigentlich noch nicht gesehen. Wem einer einfällt, immer raus damit. Ich bin mit diesem Film aber wirklich überrascht worden und finde ihn überdurchschnittlich gut. Klar, hier und da ist es ein bisschen kitschig. Gerade Zuschauer von Clannad oder Violet Evergarden (was auch zur selben Zeit lief) werden hier wahrscheinlich wirklich von den Emotionen durchgerüttelt werden. Der eine oder andere wird diesen Film vielleicht super traurig finden, aber bei mir hat er sogar einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Wenn ihr also mal wieder genug von den superdüsteren Serien habt die ihr geschaut habt, wird Maquia doch eine kleine Art Licht von positiven Dingen sein. Auch für Maquias Freundin war ich froh, dass sie doch eine Art Happy End für sich gefunden hat – auch wenn das am Ende zum Nachteil ihrer Tochter war. In wie weit dieser Film das Potenzial zum Hype hat, ist mir selbst unklar. Aber ich kann unterm Strich sagen – ich musste nicht vor Wut schreien und das ist bei vielen Titeln heutzutage schwierig geworden.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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