Hina & Gen | Review

Verzeiht mir bitte, dass dieser Beitrag nicht so viele Bilder hat. Es gab wirklich sehr wenige im Netz zu finden und in den Bänden fotografieren ist mir etwas zu anstrengend.

Stiefgeschwister, hm … na, was kann da bloß schief gehen~

Hach ja, der Stiefgeschwister-Plot. Wie oft hatten wir das jetzt schon? Richtig, eigentlich oft genug. Aus welchem Grund auch immer habe ich mir gedacht – hey, diese Reihe hat doch eigentlich nur zwei Bände und es ist Moe Yukimaru. Ihre Manga waren eigentlich immer sehr frisch, für das Genre in dem sie sich bewegten. Hiyokoi war fluffig romantisch und Suisai sogar eher Slice of Life als Romance. Hina und Gen will eher in die Richtung Familie, aber … das ist eine schwierige Sache.

Hina und Iroha sind Scheidungskinder und wohnen bei ihrer Mutter. Diese stellt ihren Töchtern eines Tages Gen und seinen Vater als neue Familienmitglieder vor. Während die Mädchen aufgeschlossen mit der Situation umgehen, verschanzt Gen sich in seiner Wohnung, um in seiner Arbeit als aufstrebender Mangaka zu versinken. Wie soll Hina es bloß schaffen, zu ihrem Stiefbruder in spe durchzudringen …?

Ich muss sagen, prinzipiell hatte ich mit dieser Geschichte gar keine Probleme. Im Grunde ist das Konzept sehr simpel und man kann daraus eine nette, kurze Reihe machen. Die ersten Kapitel sind dabei auch nicht so problematisch, auch wenn mir die Mitschüler in der Schule der beiden echt auf die Nerven gegangen sind. Die konnten niemals die Klappe halten und Hina konnte nicht mal so wirklich was dafür. Charakterlich ist sie tatsächlich etwas flach, sie ist das liebe und schüchterne Mädchen, kann kochen und will für ihre Familie nur das Beste. Solche Mädchen existieren natürlich, aber so wirkte sie schon ein wenig langweilig. Der Junge im Vergleich hätte interessant sein können, wenn er einen richtigen Grund für eine pure Ablehnung gehabt hätte. Ja, da wurde irgendwas erwähnt. Aber die Story schafft es nicht mal wirklich seinen Job zu erklären. Natürlich ist es eigentlich gar nicht so relevant, was er in seinem Job macht. Immerhin geht es ja hier mehr um die Familie und die kleine Schwester Iroha wurde auch mal als kleines Problem während der Geschichte genutzt. Aber ehrlich? Ich habe nach wie vor keine Ahnung, was für einen Manga Gen gezeichnet hat. Als Jugendlicher eine laufende Manga-Serie mit Anime-Adaption zu zeichnen ist gar nicht mal so einfach. Er macht das alles alleine, hat keine Assistenten. Das ist schon sehr extrem unrealistisch, man hätte nicht alles von seiner Arbeit zeigen müssen, aber wenigstens ein bisschen.

Selbst wenn Hina ihm bei der Arbeit geholfen hätte, Freunde dazu angestiftet hätte mitzuhelfen und die kleine Schwester vielleicht mal alles versaut hätte. Es gab so viele Möglichkeiten hier und da etwas nettes zu bringen, aber es wurde einfach nicht genutzt. Natürlich ist es schön, dass es hier nicht auf einmal Friede Freude Eierkuchen läuft. Aber der Typ der da auch auf Hina stand hätte man sich genauso sparen können, ein Date mit ihm erst recht. Selbst er war intelligent genug zu bemerken, dass Hina was von ihrem Bruder will. Aber sie? Pff, nope. Und hier ist schon das Problem – eine Stiefschwester die sich in ihren neuen Bruder verliebt. Natürlich ist das ein Problem, aber musste das überhaupt sein? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass dieser Handlungsstrang das Problem war weshalb dieser Manga „nur“ zwei Bände hat. Ehrlich, sie hätte doch einfach nur Geschwister sein können. Natürlich ist es ein Shoujo-Manga, aber muss es wirklich immer darin enden? Ich bin aber froh, dass sie nur unschuldige Dinge gemacht haben und nicht im Bett gelandet sind. So war es schon in Ordnung.

Auch die Reaktion der Eltern empfand ich als extrem unrealistisch. „Ja, wir hätten uns ja denken können, dass was zwischen euch sein kann.“ Im Ernst jetzt? Normale Eltern könnten das irgendwann akzeptieren, aber nicht sofort und einfach so. Ein Kapitel mit den Freunden in der Schule, um Gens Arbeitsstress oder was weiß ich – alles wäre mir lieber gewesen als das worin es endete. Ein Happy End ist nichts schlimmes, aber das Tempo fühlt sich hier einfach nicht richtig an. Selbst Yukimarus One Shot Ai startet durch war in dem Sinne realistischer und hatte nur ein paar Kapitel, war sogar kürzer. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Reihe sehr schnell geaxt wurde. Die vermeidlichen Gefühle von Hina haben diese Serie vielleicht nicht direkt ruiniert, aber man hätte das schon wesentlich anders händeln können. Ich sage auch nicht, dass dieser Manga total dumm ist. Das wäre auch ein wenig unfair. Aber das was Yukimarus andere Werke hatten, kann ich hier nur leider teilweise bis gar nicht erkennen. In ihren Zeichnungen kann ich noch genauso viel Liebe und Spaß an der Arbeit erkennen, wie es bei den anderen Serien der Fall war. Aber inhaltlich überzeugt diese Serie einfach gar nicht und war sogar schon ziemlich enttäuschend. Nicht der schlechteste Shoujo-Manga den ich je gelesen habe, aber bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Es gibt ja diese typische – nur für Fans – Pauschale und die kann ich hier gut aussprechen. Völlige Neuanfänger mit Manga haben vielleicht noch Spaß damit, aber wenn man viele Manga hinter sich hat ist das hier etwas ermüdend.


So sehr ich Moe Yukimarus Manga mag, Hina und Gen war kein Glücksgriff für mich. Es ist wieder so ein Manga, der mehr Kapitel und Bände gebraucht hat – diese aber wahrscheinlich nicht bekommen konnte. Ich glaube nicht mal, dass die Zeichnerin zu wenig Lust auf die Reihe hatte. Aber irgendwann war wohl die Luft raus und andere Werke von ihr sind einfach viel besser. Trotzdem gefällt mir Hina und Gen noch wesentlich besser als ein gewisser anderer Manga um Stiefgeschwister (Mein Verlangen gehört dir, ein Review kommt bald), weil es nicht so ausgeartet ist und nicht völlig in die Sinnlosigkeit abgedriftet ist. Mittlerweile sollte von dieser Mangaka aber fast alles hierzulande erschienen sein, bis auf ein paar Ausnahmen. Diese Manga werde ich mir wahrscheinlich trotzdem noch besorgen, aber Hina und Gen war leider nicht das was ich mir erhofft habe. Wenn ihr etwas von Yukimura ausprobieren wollt, rate ich euch eher zu Hiyokoi oder Suisai. Außerdem ist sie auch noch unglaublich jung, mit gut über zwanzig Taschenbüchern hat sie ja schon einiges hinter sich und kann noch jederzeit eine richtig lange Serie machen oder sogar das Genre wechseln. Ihr stehen noch so viele Optionen offen, die nutzt sie bestimmt.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in zwei Bänden abgeschlossen

Ein Gedanke zu „Hina & Gen | Review

  1. Japan hat immer eine seltsame Beziehung zu Geschwister, man ist ja schon froh wenn die Figuren nicht wirklich Blutsverwandte sind und dann im Bett landen, DAS gab es ja leider Gottes auch schon, und das kommt wie du schon sagst viiiiiiiiiiiel zu oft vor, das mit den Stiefgeschwistern ist ja genauso. Oder „Oh du wurdest eigentlich als Baby adoptiert, also kannst du deine Schwester heiraten“ -Plottpoint, der auch in gefühlt jedem dritten Manga vorkommt. Muss wirklich nicht sein

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