Senki Zesshou Symphogear – Review

Nach sieben Jahren ist es vorbei, Mensch ist die Zeit vergangen~

Eigentlich wollte ja Shima etwas zu dieser Serie schreiben, aber er meinte: „Nein, ich will nicht wahr haben, dass es vorbei ist“, oder so ähnlich. Als wir Symphogear angefangen haben, war die Serie tatsächlich schon zwei Jahre draußen und keiner von uns beiden hätte je geahnt das mal fünf Staffeln dazu produziert werden würden. Ich habe vor gut fünf Jahren auch schon ein Review zur ersten Staffel geschrieben, aber hier werde ich die kompletten fünf Staffeln bewerten. Rechnet man alle dreizehn Folgen jeder Staffel zusammen, kommt man so auf 65 Folgen. Spoilerwarnung, an alle die es noch schauen wollen und total was gegen Spoiler haben. Aber ich halte mich dieses Mal zurück, sage ich so wie es ist.

Story

Während eines Konzertes des beliebten Gesangsduos „Zwei Wing“ greifen plötzlich Monster an, „Noise“ genannt, und beginnen die Zuschauer zu töten. Das Mädchen Hibiki sieht schon ihren sicheren Tod gekommen, als sich Tsubasa und Kanade, die Sängerinnen von Zwei Wing, plötzlich verwandeln und beginnen die Monster zu bekämpfen. Für Hibiki sollte dieser Tag zum schicksalshaften Wendepunkt werden, der ihr Leben und ihre Zukunft auf immer beeinflusst.

In der erste Folge geht man noch davon aus, ja, das ist ein Magical Girl-Anime mit etwas Mecha und sie singen halt beim kämpfen. Aber schon da gibt es ein paar Dinge, die einen doch überraschen. Als Kanade während der ersten Folge stirbt und ein Teil ihres Symphogears in Hibikis Herz landet, saß ich schon ein bisschen sprachlos da. Die erste Staffel behandelt hauptsächlich die Thematik wie Hibiki zu ihren Symphogear kommt, hier und da schon ordentlich overpowerte Kräfte zeigt (und zwischenzeitlich sogar eine böse Form davon hat). Gerade in diesem Teil der Serie gibt es noch Dinge, die dann später nie so wirklich wieder erwähnt werden – aber auch Sachen wo ich beim Rewatch dachte: „Fuck, das war eigentlich ganz schön weit vorgegriffen, beim ersten Mal schauen hab ich das nicht mitbekommen“. Das große Drama ist hier aber noch eines – Tsubasa, die ihre Partnerin Kanade verloren hat und der Plot reitet ordentlich drauf herum. Während im Verlauf der Serie dann noch ein Symphogear-Mädchen mit dem Namen Chris Yukine dazu kommt, wird schon irgendwie das Prinzip der Serie klar. Wir kämpfen gegen ein Mädel und die wird dann unsere Freundin, bekommt quasi ein neues Zuhause. Diese Noise-Dinger (Aliens oder so) bekämpfen die Mädels über die gesamte Serie immer wieder, weil die eigentlichen Bösewichte im Hintergrund solche quasi gefühlt ausscheißen können. Nach diesen ersten dreizehn Folgen wurde der Mond teilweise zerstört und ehrlich gesagt dachte ich damals: „Das … ist so abgefuckt, das können die nicht weiterführen, oder?“

Zu diesem Zeitpunkt existierte schon eine zweite Staffel, ich war erstaunt. In dieser Staffel kämpften sie hauptsächlich gegen die Mädchen Maria, Kirika und Shirabe.  Auch da existierte wieder irgendein Feind im Hintergrund und Hibikis beste Freundin Miku wurde selbst von diesen benutzt und eine Symphogear-Nutzerin. Wobei, das war tatsächlich zu diesem Zeitpunkt relativ schnell egal. Aber Staffel zwei war so in etwa die Staffel, wo alles erst richtig los ging mit dem ganzen durchgeknallten Kram. Jeder Fanfiktion-Autor oder Leute die Storys in Anime zu ernst nehmen, haben sicherlich schon lange weg geschalten. In Staffel drei kam dann langsam auch Alchemie in diese große Suppe dazu, die Noise wurden zu Alca Noise und Carol war die große Antagonistin, die auch irgendwie eine eigentlich ganz nette Schwester (Elfnein) hatte (der Part ist ziemlich kompliziert, ich glaub die teilen sich auch einen Körper). In dieser Staffel gab es auch ein bisschen Drama um Hibikis Vater, was tatsächlich recht interessant war, weil der damals einfach abgehauen ist. Und na ja … ab jetzt kommt der ganze Kram, der in Textform sicher total komisch klingt.

Staffel vier greifen die bayrischen Nazi-Alchemisten die sich später sogar als Transgender entpuppen, mit Hilfe des Stein der Weisen an und nur weil Hibiki es schafft den Stein der Deppen zu erschaffen, können sie diese besiegen. Gott, dieser Satz tat im Kopf weh. Und was war der Sinn dahinter? Sie brauchten eine neue Verwandlungsform in der fünften Staffel, was sonst. Besagte Staffel war … anfangs die große Zusammenfassung der komplett angefuckten Tatsachen aller Staffeln. Alle Charaktere kamen irgendwie noch mal vor, die Antagonisten waren ernsthaft echt lächerlich und sie haben echt Miku als Gefäß für eine Gottheit genutzt. Abschließend war das zwar alles ziemlich cool, aber wenn ich so an alles zurückdenke, frage ich mich schon: „Was habe ich da gesehen?“ Ja, die Action war immer ziemlich cool und die Cliffhänger lagen immer genau richtig. Aber sein Gehirn bei dieser Serie einzuschalten ist der größte Fehler den man machen kann, tut es nicht!

Charaktere

Um hier nicht zu spoilern, gehe ich erstmal nur auf die Charaktere ein, die in Staffel eins wirklich präsent waren. Hibiki wäre tatsächlich eine Mary Sue, mit all den Dingen die ihr an Kräften hinterher geschmissen werden. Aber sie ist nicht besonders helle und so ein klein wenig Genki Girl. Deswegen entkommt sie diesem Trope gerade noch so, würde ich sagen. Tsubasa ist dagegen diese super ernste, kalte Kriegerin und braucht über die Serie tatsächlich Charakterentwicklung, damit sie a) über Kanades Tod hinweg kommt und b) auch Hibiki und andere Charaktere als ihre Freunde und Partner akzeptieren kann. Später wird diese Entwicklung auch mal kurz weg geschmissen, aber sie kehrt dann doch wieder zu dieser Entwicklung zurück. Außerdem ist ihre gesamte Familiengeschichte so abgefuckt, dass ich ihre ganze Backstory gar nicht mehr so ernst nehmen konnte.

Unter den wirklich wichtigen Charakteren wäre sonst auch noch Chris, die am Anfang sehr aggressiv und stürmisch ist. Über die Zeit wird sie etwas ruhiger und fängt allmählich an anderen zu vertrauen. Das zieht sich bei ihr über die Staffeln im allgemeinen so nach und nach, sie war als Charakter wirklich mit am interessantesten. Von dem Mädels würde ich mir jetzt sonst nur noch Miku rauskratzen und die ist … eher so ein Extra. Ja, sie existiert und ist Hibikis beste Freundin. Aber ehrlich, wenn der Plot sie nicht nutzt, ist sie völlig nutzlos. Ich kann ihr nicht mal eine richtige Persönlichkeit zuschreiben, wenn ich ehrlich bin.

Dieser Anime hat tatsächlich übrigens nicht nur weibliche Figuren, aber die stehen gerade am Anfang noch sehr im Mittelpunkt. Ich mag Tsubasas Onkel der Hibiki hier und da was bei bringt, der ist echt cool. Die Antagonisten waren immer so ein wenig schwankend, manchmal waren sie cool und dann auch wieder völlig lächerlich. Aber die Mischung macht das eigentlich ganz gut.

Zeichnungen & Animationen

Ich würde Symphogear nicht als künstlerische Meisterleistung bezeichnen, aber es erfüllt seinen Zweck gut. Man sieht nicht immer wieder dasselbe Gesicht und es gibt hier und da auch mal ein paar andere Zeichenstile zu sehen. Die Verwandlungsszenen waren ganz am Anfang noch eher etwas langweilig oder eben Standard, aber genau da haben sie sich von Staffel zu Staffel extrem gesteigert. Die Animationen der letzten Verwandlungsszenen sind so extrem gut, davon hätte man in Staffel 1 sicher nicht träumen können.

Zum Thema Animationen war Symphogear eh von Anfang an genauso wackelig wie sein Inhalt. Folge 1 sah gut aus und danach sah die zweite Folge so mies aus, es war für mich ehrlich ein Wunder das diese Folge so überhaupt gezeigt wurde. Aber hier hat man tatsächlich bemüht und bestrebt geschaut, wie man sich mehr und mehr verbessern kann. So eine extreme Steigerung ist mir eigentlich noch bei keiner Serie aufgefallen, wie es hier der Fall war.

Musik & Synchronisation 

Ich kann euch kein einziges Stück aus dem BGM-Soundtrack nennen, aber die Musik ist auch ein Punkt der Symphogear ausmacht. Jedes Mädel hat so ihren eigenen Stil beim Singen und das ist ziemlich gut gemacht. Hibiki schreit dabei mehr und es klingt verdammt schief, aber das passt zu ihr. Tsubasa ist eher diese traditionelle, japanische Schiene und Chris geht schon ziemlich in Richtung Metall. Mit der Zeit haben sie es auch etwas realistischer gelöst und haben die Mädels in Kämpfen nicht einfach nur durchsingen lassen. Da waren tatsächlich auch mal Pause, wo Pause sein sollten. Man kann ja immerhin nicht gleichzeitig reden und singen, es sei denn das macht mir jetzt einer vor. Und ehrlich, ich liebe die Opening-Songs von Nana Mizuki (Tsubasas Sprecherin). Diese Songs sind so passend und auch echt cool zu hören. Bei den Endings erinnere ich mich nur kein Stück dran, keine Ahnung warum.

Eine deutsche Synchronisation kann ich mal wieder nicht beurteilen, weil es keine gibt. Bei den ganzen Gesangsparts halte ich es aber für sehr unwahrscheinlich, dass es hier überhaupt zu einer kommen kann. Man müsste sich schon Sprecher holen, die auch etwas singen können, damit das wirklich Sinn macht. Ansonsten sind hier einige Sprecher besetzt worden, die in Japan sehr bekannt sind. Aoi Yuuki als Hibiki, Nana Mizuki als Tsubasa und so viele weitere die ich nennen könnte sind hier vorhanden. Den Ohren hat es meistens gefallen, auch wenn der Gesang von Hibiki ziemlich na ja war. Aber der hatte mit der Zeit auch einen gewissen Charm.


Symphogear ist zusammengefasst extrem unterhaltend und macht tatsächlich Spaß. Ich war jedes Mal überrascht, wenn doch mal eine düstere Szene um die Ecke kam und doch mal wieder ein Plottwist kam. Dieser Anime weiß sehr wohl, das er nicht perfekt ist. Aber ehrlich? Das wäre so eine Serie, die ich Leute zeigen würde die normalerweise rein gar nichts mit Magical Girl-Anime anfangen können, weil das mit den Symphogears trotzdem ziemlich cool ist. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht mal, mit welcher Serie ich Symphogear vergleichen könnte. Es ist kein Madoka Magica und auch kein Sailor Moon, aber das macht es tatsächlich ziemlich aus. Höchstens mit AKB0048 könnte ich es vielleicht noch vergleichen, weil das auch Musik und Sci-Fi hatte. Aber selbst dagegen ist Symphogear noch extrem auffällig. Ich hab seit Yu-Gi-Oh! ARC-V immer sehr gegen den Director Katsumi Ono geschimpft, weil diese Serie völlig ruiniert war. Aber neben Yu-Gi-Oh! 5D’s ist Symphogear mal wieder eine Serie, die er sich ordentlich in die Biografie schreiben kann. Diese Serie war seine 65 Folgen wert, auch wenn es Anime bei weitem nicht neu erfindet.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Senki Zesshou Symphogear – Review

  1. „Staffel vier greifen die bayrischen Nazi-Alchemisten die sich später sogar als Transgender entpuppen an“ <— Dat sells jeden Anime XD Hätte aber mit einer 7/10 gerechnet bei deinen Lobeshymnen, schön wenn eine Serie mal konsequent durchgeplant ist, und nicht eine Staffel 1 produziert wird und bei Erfolg sich hastig etwas neues ausgedacht wird. Gute Review ^^

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