Dein Verlangen gehört mir – Review

Kennt ihr das? Ihr mögt eine Pizza und müsst sie ständig essen? So geht es mir mit dieser Reihe.

Erotische Manga sind etwas, womit ich noch nicht so bewandert bin. Wobei, das ist etwas falsch. Ich kenne viele Doujinshi, aber das sind eben immer nur Werke von Fans. Diese Reihe habe ich mir eher zufällig geholt, weil ich von einer nicht so langen Reihe ausgegangen bin. 10 Bände sind zwar nicht zu viel, aber bei so einem Manga … na ja.

Frauenheld Mahiro und Musterschülerin Rei leben durch die Heirat ihrer Eltern ab sofort unter einem Dach! Doch Rei findet Mahiros anzügliches Verhalten Mädchen gegenüber respektlos und kritisiert ihn offen dafür. Das lässt der natürlich nicht auf sich sitzen und will sich rächen. Doch die Sache geht nach hinten los und fortan kann sich Mahiro kaum mehr der Überfälle durch Rei erwehren …!

Am Anfang war diese Reihe eigentlich sehr unterhaltsam. Man sieht keine Geschlechtsteile, aber so ein bisschen drollig war Rei schon. Im Grunde dauert es auch gar nicht so lange, bis sich die Sache zwischen den beiden zu etwas ernstem entwickelt Doch mit der Zeit wurde dieser Mange einfach unglaublich langweilig. Ja, zwei Charaktere finden sich anziehend und machen es gerade miteinander. Aber so richtig mehr kommt da nicht dazu. Natürlich bin ich froh, von super traurigen Backstorys erspart geblieben zu sein. Nur ist bis auf den Sex und wie es dieses Mal passiert, mit der Zeit einfach nicht mehr interessant. Ab der Hälfte des Manga habe ich mich gefragt, warum ich die Reihe überhaupt weiter kaufe. Dann habe ich festgestellt, dass ich schon alle zehn Bände im Schrank habe. Verdammt, war mein Gedanke in diesem Moment. Ich finde gelegentliche Doujinshis, Smut-Fanfikions und Reader-Fanfiktions ja tatsächlich gar nicht so schlecht. Aber der Sex zwischen den beiden hier ist nicht mal sonderlich interessant.

Ich dachte irgendwann – Mensch, es sind immer nur die beiden und gelegentlich kommen Eltern oder Mitschüler vor. Aber sonst gibt es irgendwie keine anderen Charaktere in dieser Reihe, warum geht das noch so lang? Diese Reihe sollte wohl ursprünglich nur einen Band haben, weil im ersten Band wirklich letztes Kapitel am Ende steht Aber na ja, Erotik verkauft sich wohl doch nicht so schlecht und es konnte weiter gehen. Allerdings hätte ich mir das mit den anderen Charakteren wohl besser nicht wünschen sollen. In dem Moment kam tatsächlich ein weiterer männlicher Charakter vor und bringt alles erst mal schön durcheinander. Aber dieser erste Kerl, der genauso schnell kam wie er verschwand, wollte einfach nur an Reis Hösschen und die hat ihn nur teilweise ran gelassen. Ende gut, alles gut – dachte ich. Ich stelle euch den Nachbarschaftsjungen Ryo (ich weiß nicht mal mehr, ob das sein richtiger Name ist) vor – der Kerl war Reis ursprünglicher Schwarm in der Mittelschule, hat ihr beim Lernen geholfen und schon damals hat sie sich Sex mit ihm vorgestellt. Allerdings ist er mittlerweile in der Uni und die beiden treffen sich zufällig wieder, als Mahiro einen Unfall im Haus hatte. Als wäre das nicht genug, ist kurz vorher raus gekommen, das Mahiro und Rei was miteinander haben und nach dem die Mutter der beiden es dem Vater gesagt hat, kommt was verständliches – er ist damit nicht einverstanden.

Was kommt also? Rei soll bis zu den Aufnahmeprüfungen der Uni bei Ryo bleiben, der schon im Krankenhaus versucht und erfolgreich geschafft hat sich an sie ranzumachen. Sprich – wir ersetzen Mahiro kurzzeitig mit Ryo, aber Rei will das eigentlich gar nicht (ihr Körper aber anscheinend schon). Vor allem sehen die Kerle beide so gleich aus, bis auf die Haarfarbe sind die beiden kaum von einander zu unterscheiden. Selbst für einen Erotik-Manga ist das hier so unglaublich stumpf, wie zur Hölle ist die Mangaka damit davon gekommen? Vor allem sind die Sex-Szenen mit der Zeit so unglaublich gleich, dass ich darin kein Vergnügen mehr finden kann. Nahezu jedes Kapitel wird entweder irgendwas peinliches ausgepackt oder einfach rum gemacht. So eine wirkliche Story existiert gar nicht, bis es zu dem Zeitpunkt kommt – meh, ich will wieder zu Mahiro. So sehr ich sexuellen Inhalt in Geschichten interessant finde, braucht man auch eine ordentliche Story um das auch richtig bringen zu können. Einfach random irgendwelche Sex-Szenen platzieren ist einfach bescheuert.

Von den Zeichnungen her kann ich mich nicht so sehr beschweren, allerdings hat sich die Mangaka innerhalb der Serie kaum weiterentwickelt. Die Posen auf den Covern werden mit der Zeit etwas dynamischer und die Posen wirken allgemein nicht mehr so steif – aber ansonsten ist hier zeichnerisch nicht viel passiert. Selbst die andere Reihe von ihr, die Tokyopop raus bringt, sieht kaum anders aus. Ist zwar irgendwo eine konstante Qualität, was es aber trotzdem nicht besser macht. Ich weiß, das Erotik-Manga je nach Leserschaft anders sein können. Bei den Jungs wird ordentlich durch genommen und es kann mal etwas verrückter werden – bei den Frauen dagegen geht es mehr um die Gefühle und das genießen. Aber diese Reihe hat wirklich nichts davon, ich hatte mit der Zeit einfach keinen Spaß mehr daran. Natürlich hätte ich dieser Reihe wahrscheinlich nie eine hohe Wertung gegeben, aber selbst für eine nebensächliche Reihe ist das hier einfach viel zu schwach.


Ganz ehrlich, selbst Subaru hat mir als Erotik-Manga mehr gefallen und das hatte ein sprechendes Kissen. Ein SPRECHENDES KISSEN ist besser als das hier. In Zukunft werde ich einfach ein bisschen besser aufpassen, dass ich Manga wie diesen hier einfach nicht kaufe. Oder gar nicht Ende kaufe und eher anfange sie zu lesen. Selbst Scum’s Wish ist auf einmal richtig gut dagegen (was jetzt auch nicht heißt, dass es schlecht ist), was aber wenigstens eine Story hatte und tatsächlich auch etwas düster war. Auf der anderen Seite bin ich auch froh, dass es „nur“ zehn Bände sind. Sicherlich gibt es solche Reihen in Japan, die noch wesentlich länger gehen. Aber nochmal halte ich so etwas inhaltloses nicht durch. Wer auf stumpfe Erotik mit wenig Story steht – greift zu. Alle anderen kaufen sich bitte Subaru oder Scum’s Wish, ist sogar dieselbe Mangaka.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in zehn Bänden abgeschlossen

Ein Gedanke zu „Dein Verlangen gehört mir – Review

  1. Ich finde es zumindest immer richtig das eine Beziehung je länger sie geht auch körperlich wird, das ist lustigerweise bei Manga für Herren viel viel viel viel viel seltener:

    Bei Harem-Manga passiert ja eh nie was und Ecchi geht auch nie über mehr als Andeutungen raus, und dann geht es meistens in 90 Grad sofort in den Hentai, dazwischen wie hier gibt es eigentlich selten etwas, was ich verstörend finde: in BL Manga geht es sofort zu sache. Ich hoffe immer es gibt Werke die eine Beziehung zwischen „oh gott HÄNDCHENHALTEN“ und „Bondage-Extreme-Hardcore“ ausbalancieren und nicht in das eine oder andere Extrem landen

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