Kara no Kyoukai (Garden of Sinners) – Review

Was zur Hölle, habe ich hier sehr oft gedacht.

Kara no Kyoukai, dass ich hier gelegentlich mit KnK abkürzen werde, war ursprünglich eine Webnovel aus dem Jahre 1998 bis 1999, welche später von Kodansha auch offiziell herausgegeben wurde. Die Macher hinter diesem Werk sind übrigens lange nicht mehr unbekannt – Kinoko Nasu als Schreiber und Takashi Takeuchi als Schreiber gründeten 2000 den Doujinshi-Zirkel Type Moon, der wenige Jahre später eine offizielle Firma wurde und heute am meisten für die Fate-Serien bekannt ist. Vor einigen Jahren hab ich hier auch den Tsukihime-Anime auseinander genommen, welches die erste Visual Novel aus dem Nasuverse war. Im Falle von KnK hat man sich aber dazu entschieden, acht Filme und eine OVA zu produzieren. 2007 ging das ganze los, der letzte Film erschien 2009 und die OVA wesentlich später 2013. Nur den Mirai Fukuin Film habe ich nicht gesehen, weil ich erstmal nur das wesentliche sehen wollte und ich bis dahin auch echt genug hatte. Aber kommen wir doch mal auf den Inhalt zurück. (leichte Spoilergefahr)

Story

Im Jahr 1998 geht die Nachricht einer Reihe von Selbstmorden durch die Medien. Alles Schülerinnen aus normalen Verhältnissen, die sich vom Dach desselben Gebäudes stürzten. Kaum zu einer persönlichen Angelegenheit geworden, beschäftigt sich Shiki auch schon eingehender mit den Vorfällen. Somit nimmt Kara no Kyoukai seinen Anfang. Eine Filmreihe deren Teile nicht chronologisch gereiht sind und die den Zuschauer zu Beginn vor Tatsachen stellt, die jedoch erst im Nachhinein beleuchtet werden.

Offizielle Beschreibungen, meine Freunde. Der letzte Satz stimmt zwar, aber der Zuschauer muss sich viele Dinge allein zusammensetzen und warum das hier so überhaupt nicht chronologisch ist, keine Ahnung. Bei Reihen wie der Monogatari-Series, die auch nicht ganz chronologisch ist, gibt es das auch. Da kommt man aber trotzdem ziemlich gut rein und überfordert den Zuschauer nicht mit einer Flut von Dialogen. Was eh schon ein Problem an den Werken von Nasu ist, wiederholt sich hier also nochmal. Wobei ich gestehen muss, dass viele Dialoge nicht so künstlich wirken wie es in den anderen Ufotable-Werken zu Fate der Fall ist. Hätte ich alle Filme chronologisch und nicht in Release-Reihenfolge geschaut, wären sicherlich all meine Fragen beantwortet worden. So ist es halt ein Mystery-Titel mit viel übernatürlichen Elementen, Action-Szenen, reifen und düsteren Themen, sowie auch der ein oder andere romantische Unterton. Es wird sehr viel auf Symbolik gesetzt und alles erscheint hier sehr düster und erwachsen, trotz das Shiki und Mikiya noch Teenager sind. Wer sich bei langen und anstregenden Dialogen gelangweilt fühlt, sollte sich das hier also nicht unbedingt reinziehen. Die Actionszenen sind zwar ganz nett und es wird auch mal blutig und brutal – aber meistens reden die Charaktere sehr, sehr viel. Manchmal wirkten die Filme untereinander auch wie Kurzgeschichten, die tatsächlich keinen Zusammenhang hätten haben müssen. Die ersten zwei Filme beschäftigen hauptsächlich mit unseren beiden Protagonisten in deren gemeinsamen Schulzeit und danach kommen mehr Charaktere dazu. Die unterschiedlichen Laufzeiten der Filme waren auch etwas seltsam, manche waren 30 Minuten lang, der nächste eine Stunde und der letzte sogar zwei Stunden. Bis etwa zur Hälfte war das auch noch alles in Ordnung, aber der Film um diese religiöse Schule mit den Feen war schon sehr seltsam. Vom siebten Film will ich jetzt gar nicht so viel anfangen, aber bei dem Film hätte ich mir insgesamt schon Zensur gewünscht. Eine Rape-Szene in einem solchen Werk – kein Ding. Aber Shikis Stalker war so ekelhaft, die ganze Spucke auf ihr drauf war einfach unnötig. Insgesamt gab es zwar dennoch ein gutes Ende, das man aber doch schon etwas kitschig benennen kann. Ich mochte es zwar, aber trotzdem.

Das man hier nicht zu sehr auf Romance eingehen würde, war mir auch klar. Das was man am Ende sieht ist da schon zufriedenstellend und auch völlig in Ordnung. Die Beziehung der beiden war schon recht gut gemacht, auch wenn der Weg dahin reichlich seltsam war. Inhaltlich kann ich KnK nicht völlig loben, es ist nicht schlecht – aber es ist an vielen Punkten einfach zu uninteressant, trotz Fälle lösen, Mordfällen und was da nicht alles dazugehört. Und die OVA stellt noch den Epilog der Geschichte dar, die aber wirklich nur aus Dialog besteht.

Charaktere

Oh Junge, das ist hier auch so ein Problemchen. Der Protagonist Mikiya ist wohl der mit langweiligste Kerl, den ich seit langem sehen durfte. Neben ihm haben Shiki (Tsukihime) und Shirou (Fate/) noch richtig interessante Persönlichkeiten. Mikiya ist ganz nett, aber das ist wirklich alles was ihn beschreibt. Ein netter Kerl, aber das macht ihn nicht interessant. Shiki dagegen ist doch etwas komplexer, ihre Fähigkeit mit den Augen ist cool, sie kämpft eben recht viel und hat zwei Persönlichkeiten. Zum einen die weibliche Shiki und den männlichen Shiki, zweiterer starb bei dem Autounfall der passierte und ließ die andere Persönlichkeit zurück, während sie lange Zeit im Koma lag. Sie ist sehr ernst, relativ stur und eben absolut nicht einfach. Diese merkwürdige Kombination funktioniert aber, was doch überrascht.

Über die Filme lernt man dann weitere Charaktere kennen und die Erwachsenen davon sind eigentlich nicht schlecht. Die einzig konstant relevante davon ist aber Touko, eine Magierin die eine Detektei für übernatürliche Dinge betreibt in der Mikiya angestellt ist. Sie ist außerdem eine Magierin und Puppenmacherin, die sogar einzelne Körperteile haargenau ersetzen kann und diesen richtiges Leben einhauchen kann. Charakterlich ist sie ziemlich cool und hat immer einen guten Spruch parat. Sie hing auch in der Vergangenheit mit diversen Antagonisten zusammen, die mit ihr in die Schule (Uhrturm, London) gegangen sind. Sie ist hier und da auch in anderen Type Moon Werken zu sehen, deswegen wirkt sie schon etwas besonders.

Die meisten Charaktere in KnK sind nicht mal uninteressant, nur geht das eben mit der Story überein. Wenn der Inhalt nicht überzeugt, können die Charaktere oft noch so gut sein. Zwar gibt es hier auch die eine oder andere Überraschung, aber wirklich besonders kann ich hier nichts hervorheben.

Der Moment, in dem die letzte OVA einfach nur noch Fate schreit.

Zeichnungen & Animationen

Auch zu diesem Zeitpunkt hat sich Ufotable größte Mühe gegeben, beste Animationen und Inszinierungen abzuliefern wie nur möglich. Wirklich geholfen hat das aber nur bedingt, eher wirkte das hier für Testgelände, dass man irgendwann in Fate nutzen konnte. Die Action-Szenen sahen wirklich gut aus und die Zeichnungen waren auch sehr lang nah an denen der Novel. Alles war eben sehr dunkel und düster, aber das haben sie später in Fate/Zero auch zur Genüge genutzt. Man fragt sich nur ernsthaft, warum ein eher mittelmäßiger Inhalt wie dieser sich mit solchen Standards behaupten muss. Das es unbedingt Filme sein mussten, sehe ich dann eher als Experiment oder eher der Vermeidung von Zensur geschuldet. Nur, was währe so schlimm gewesen KnK als richtige Serie zu animieren? Inhaltlich wirkt es eh schon seltsam zusammengestellt, aber solche Animationen erwartet man nicht in solchen Filmen.

Aber eine Sache hat mich doch reichlich abgefuckt. Die OVA von 2013 sah dann wirklich zu sehr nach Fate aus. Natürlich war Fate/Zero nach dieser Zeit schon draußen, aber muss man das echt so anpassen? Klar spielen alle Serien im Nasuverse, aber die Zeichnungen von KnK waren gar nicht so schlecht. Warum musste man das so unbedingt anpassen? Von Hintergründen kann ich euch leider nicht viel erzählen, weil meist sehr dunkel und auch nur Stadt. Aber das Auge ist zumindest beeindruckt, wenn man so will.

Musik & Synchronisation

Hier können die Filme auch relativ gut punkten. Die Musik von Yuki Kajiura hat schon viele Anime bereichern können und hier ist es auch der Fall. Gut, sie macht aber auch zu vielen Type Moon-Werken Musik und Madokas Musik von ihr ist auch sehr bekannt. Gesungene Lieder gab es sehr wenig, aber hier wurde sehr viel auf die typischen Chorgesänge und auch die Atmosphäre geachtet. Besonders meckern kann man da also wirklich nicht.

Eine deutsche Synchronisation zu KnK existiert, die ich mir aber nicht angesehen habe. Die japanischen Sprecher leisten ihre Arbeit ziemlich gut, wenn auch manchmal zu gut. In der OVA wirkt es echt so, als sei erst Dialog entstanden und dann erst die Animationen. Wer den Dub also schauen mag, muss sich selbst ein Bild machen. Ich kann hier leider nicht dienen, tut mir leid.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Filme in chronologischer Reihenfolge wesentlich mehr Sinn ergeben und auch schlüssiger sind. Aber das alles deswegen nochmal schauen? Nein, so sehr juckt es mich dann doch nicht. In gewisser Weise würde ich diese Reihe sogar etwas optisch zu überproduziert bezeichnen, da sie dem inhaltlich nicht gerecht werden kann. Type Moon-Fans schauen das hier zwar sowieso, aber mir gefallen die Monogatari-Serien mit ähnlich mysteriösen Inhalt und viel Dialog etwas mehr. Ob ich den verbleibenden Film schaue, weiß ich selber auch nicht. Tsukihime wirkt dagegen auch etwas interessanter, aber ich lese aktuell auch noch ein wenig die Fate/Zero Novel. Wenn ich dann noch Lust hab, schaue ich mir vielleicht auch noch die KnK-Novel an. Die meist recht hohen Bewertungen hierzu verstehe ich also nur teilweise, aber vielleicht interessiert es mich auch nicht genug um mich dafür zu begeistern. Schade eigentlich, aber so ist das halt.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Kara no Kyoukai (Garden of Sinners) – Review

  1. Ja die Beziehung der beiden Hauptfiguren hatte mir gefallen, aber ja: Warum nicht chronologisch? Es hat wenig Sinn gemacht diese Filme nicht in der Richtigen Reihenfolge einzubringen. Optisch schöb, aber inhaltlich wie du schon sagst etwas zu behäbig und letztendlich bleibt wenig hängen, schade.

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