Code Geass: Lelouch of the Resurrection – Review

Ich war echt gespannt, dass muss ich schon sagen.

Code Geass war eine der ersten Anime-Serien im Netz, die ich damals verfolgt habe und praktisch aufgezogen habe – die erste wo ich lange später noch richtig begeistert war. Ich habe im Jahr 2011 einige Serien zuvor gesehen, aber erst ein Jahr später Code Geass für mich entdeckt. Über Jahre hinweg gab es so viele Theorien, die Fans aufstellten. Dieses perfekte Ende und die Frage – lebt Lelouch noch, ist er der Kutscher oder nicht? Mein letzter Re-Watch der Serie ist schon ein paar Jahre her, aber ich erinnere mich an das ein oder andere noch sehr genau. Im Falle von Resurrection haben wir aber keine gewöhnliche Fortsetzung vor uns, was viele vielleicht erwartet haben. Die Recap-Movies die zum zehnjährigen Jubiläum angekündigt wurden, bilden eine alternative Timeline zur Serie. Es wurden hier und da einige Dinge abgeändert und auch weg gelassen, um diesen Film anschließend produzieren zu können. Die dreiteilige-Filmreihe hat parallel Shima auseinander genommen, gelegentlich werde ich aber dennoch drauf eingehen. Hier wird gespoilert ohne Ende, also heult nicht wenn ich jetzt alles verrate.

Dieser Film spielt ein Jahr nach dem was Lelouch veranstaltet hat und somit auch nach seinem Tod. Das Ende des dritten Films ist tatsächlich sehr, sehr ähnlich zu dem von R2. Mittlerweile ist Frieden eingekehrt, aber der wird nun durch die Entführung von Prinzessin Nunnally gestört und Suzaku, der jetzt Zero ist, springt natürlich gleich auf und will sie zurückholen. Das Königreich von Zilkhstan ist an dieser Entführung Schuld und die blonde Prinzessin dieses Königreichs hat Nunnally irgendwo bei sich gefangen. Kallen, der Professor mit der Brille, seine Assistentin und diese eine Ninja-Maid werden also in dieses Land geschickt um Nunnally zu retten. Parallel dazu sehen wir aber auch C.C., die dort versucht die Wiederauferstehung von Lelouch hinzubekommen. Wie das funktioniert? Ja, das erkläre ich so gut es geht im kommenden Absatz.

An dieser Stelle sei gesagt, das Shirley im Universum der Recap-Movies nicht gestorben ist. Die Stelle wurde dort einfach rausgelassen und allgemein wurden viele Interaktionen zwischen ihr und Lelouch gekürzt. Am Anfang des Films sieht man C.C., wie sie mit dieser telefoniert. Was die beiden miteinander zutun haben? Shirley hat, wie auch immer das geht, Lelouchs toten Körper gefunden und zu C.C. gebracht. Diese schafft es ihn wieder zu erwecken, allerdings sind weder seine Seele, seine Erinnerungen noch seine Persönlichkeit wirklich da. Diese sind mehr oder minder völlig durcheinander und auch noch da, aber C.C. muss zu einem dieser super mystischen Tore und in C’s Welt um Lelouch wieder zu erwecken. Der Weg dahin führt durch ein Gefängnis, aber nach etwa einer halben Stunde sind sie dort und Lelouch ist wieder da. Auf der einen Seite fand ich diesen völlig leeren, komischen Lelouch interessant. Er konnte zwar anscheinend kein Wort sprechen und hat sehr schnell Angst bekommen – aber ehrlich? Das war überraschend, aber auch irgendwie ziemlich deprimierend. Er und C.C. scheinen so eine ganze Weile zusammengelebt zu haben, was für sie sicher auch nicht immer einfach war.

Der Rest des Films ist dann genau das, was man von Code Geass kennt. Viele Kämpfe, aber tatsächlich Entwicklung für Lelouch und auch C.C. Wer hätte erwartet, das ein Lelouch mal mit Cornelia zusammenarbeitet und sich bei ihr entschuldigt? Suzaku reagiert auf seine Wiedererweckung nur aggressiv und wirkt ihm den üblichen Scheiß vor: „BOAR, du hast mich angelogen“. Er verdrischt ihn erst mal ordentlich, aber C.C. geht dazwischen und sagt klar: „Ich habe ihn wiedererweckt, er wollte tot bleiben“. Damit hatte sich das eigentlich fast erledigt, aber Suzaku war da von einer Attacke der Antagonisten noch ordentlich angeschlagen. Wir wissen ja, der Kerl ist nicht so ganz dicht in der Birne. Dann folgt die eigentliche Operation und sie stehen dann auch vor besagter, blonden Prinzessin. Ich habe mir ihren Namen nicht gemerkt, mir sei verziehen. Nun ratet mal, was die Dame hat? Nicht nur ein Geass, nein! Die hat sogar noch einen Code und den über ihrem unteren Eingang. So ein wenig mit den Augen rollen musste man da schon. Ihr Geass war übrigens die Zeit für sechs Stunden zurückzudrehen, kein Witz. Natürlich gab es früher auch Rollo, der die Zeit anhalten konnte und damit sein Herz anhielt. Dieses Geass der Dame hatte aber lange keine erkenntliche Schwäche. Zwei oder dreimal hat sie die Zeit zurückgedreht, bis aufgefallen ist was los war. Gut, C.C. war die erste der es aufgefallen ist. Lelouch hätte es eigentlich auch merken sollen, da er nun den Code seines Vater hatte (der mal V.V. gehörte). Aber die Schwäche des Zeitreise-Geass war noch schlimmer – man musste die Dame wirklich ins Koma versetzen, ansonsten hat es nicht funktioniert. Lelouch hat das mit einem Bluff geklärt und sie war einfach … da, sie hatte keine wirkliche Berechtigung da zu sein. Ja, ihr Land kann nur durch Krieg leben und sie hatte auch einen behinderten, kleinen Bruder im Rollstuhl der im Knightmareframe kämpfte. Aber sonst? Nix, gar kein Hintergrund. Ihr Geass konnte sie auch nur durch ihren Tod auslösen, aber woher hätte Lelouch das auch wissen sollen. Genau diese Dame war so ziemlich das größte Problem des Films.

Ein paar andere Probleme haben wir aber auch noch. Von welchen ich rede? Kallen zum Beispiel. Sie ist in der Fanbase sehr beliebt, was ich nie verstanden habe. Ja, ihr Hintergrund war dramatisch und so. Aber als sie von Lelouch abgewiesen wurde, hat sie einfach die Seite gewechselt und sich so unglaubwürdig gemacht. Ihre Anwesenheit in diesem Film war mir so egal, aber insgesamt kann man sagen, dass auch ihre Entwicklung weg geschmissen wurde. Da hätte ich mir tatsächlich mehr Szenen mit Shirley gewünscht, die hier genauso wie in den Recaps zu kurz kam – weil sie einfach nahezu gestrichen wurde. Lelouchs Eltern wurden in C’s Welt noch mal gezeigt, da sie mit ihrem Groll eine Barriere dort geschaffen haben. Es gibt hier und da interessante Dinge, aber ja, da ist doch noch wer. Nunnally, die hab ich doch fast vergessen, hm? Sie kann selbst nicht glauben, das ihr Bruder wieder da ist, nach dem sie schließlich doch gerettet wurde. Es ist viel zu einfach, dieses Gör zu entführen. Ja, Rollstuhl und so. Aber Suzaku scheint seinen Beschützerjob nicht so gut gemacht zu haben, was? Doch es gibt eine gute Sache, die dieses Balg betrifft.

Das Ende dieses Films war nämlich tatsächlich ziemlich gut. Aber die Enden der beiden Code Geass Staffeln waren eigentlich beide ziemlich gut. Die Schreiber beenden ihre Enden hier tatsächlich ganz gut. Lelouch sieht ein, dass seine Schwester gut ohne ihn klar kommt und ist froh sie wieder getroffen zu haben. Er geht mit C.C. weiter in die weite Welt und reist mit ihr – nennt sich ab diesem Punkt L.L. Das ist praktisch eine Art Liebesgeständnis an sie und C.C. weint am Ende auch. Sie hat sich immerhin stets sehr allein gefühlt und weiß nun, dass sie nicht mehr allein ist. Als Abschluss ist das ganz nett, nach dem Abspann sieht man auch was sie in der Zukunft vorhaben. Aber das spoiler ich euch dann doch nicht, so ein Arsch bin ich dann doch nicht.

Technisch bewegt sich der Film vom Niveau wesentlich über der Serie, aber nicht zu krass weit oben. Keine zu merkwürdigen CGIs oder dergleichen – es ist alles so wie früher. Clamps Charakterdesigns sind wie immer nett, aber bei den neuen Charakteren haben sie nicht viel besonderes erreicht. Bei so vielen Charakteren ist das aber auch kein großes Wunder, wenn man mich fragt. Die japanische Synchronisation war wie immer spitze, da gibt es keine Klagen. Wie es mit einer deutschen Lizenz aussieht, kann ich aber nicht sagen. Theoretisch müsste man alle Filme nochmal synchronisieren und dann diesen Film bringen. Man könnte die Zeile mit Shirley zwar skippen, aber das wäre sehr seltsam. Vielleicht habe ich auch nicht alle Änderungen in den Recaps auf dem Schirm, aber das wäre die einzige Option wie man auf die Filme in Deutschland verzichten könnte. Man hat bei diesem Film auch ein neues Opening und Ending genutzt, was in den Recap-Movies ja nur bedingt der Fall war. Aber das ist schon alles was es zusammenfassend zu sagen gibt.


Ich bin ehrlich froh, dass dieser Film in einer alternativen Timeline spielt. Dieser Film ist schaubar, hat aber nur noch geringfügig das was Code Geass ursprünglich ausgemacht hat. Das Ende und auch die ersten 30 Minuten waren interessant, aber alles in der Mitte war wirklich nur Durchschnitt. Das Ende der ursprünglichen zweiten Staffel war für mich perfekt und wird es für mich auch immer bleiben. Für mich ist das hier zwar eine Option wie es hätte weitergehen können, aber zum Teil einfach unbefriedigend gestaltet. Normalerweise halte ich nicht viel von Aussagen wie, nur was für Fans. Aber hier ist es tatsächlich so und nicht mal ich als Fan finde diesen Film richtig gut. Das Ende nach dem Abspann ist ja doch eine Möglichkeit, das ganze fortzusetzen. Die Macher selber haben auch irgendwas von einem 10-Jahre Projekt gesagt – aber ich hoffe, die ziehen das nicht wirklich durch. Ansonsten bleibe ich erst mal dabei – Serien die so gut wie Code Geass abgeschlossen sind, brauchen keinen solchen Film. Er ist in Ordnung, mehr aber auch nicht. Ich hätte wirklich gern mehr Punkte vergeben, aber so wird das nichts.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Code Geass: Lelouch of the Resurrection – Review

  1. Pingback: Code Geass: Lelouch of the Rebellion I – III | Alles auf neu, aber irgendwie ja nicht | Shimapan Channel

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s