Slam Dunk VS Kuroko no Basket | Realistisches Basketball oder eher ein paar unrealitische Moves?

Der Titel dieses Posts ist zugegeben ein bisschen seltsam, nehmt ihn nicht allzu bitterernst.

Vergleichsposts sind immer schwierig. Einfach, weil man eben Dinge vergleichen muss und eine Sache eher besser bewerten muss als die andere. Wenn die Werke vom selben Mangaka sind, ist das tatsächlich etwas einfacher. Aber wenn es von zwei verschiedenen Zeichnern ist UND zwischen beiden Reihen auch noch mal fast zwanzig Jahre liegen, ist der Vergleich eigentlich etwas schwer. Da ich aber speziell hier immer lese: „BOAR, Slam Dunk ist besser“, oder „Kuroko no Basket ist besser“ möchte ich einmal einen Vergleichspost machen um „Aufklärung“ zu schaffen. Beide Titel sind Basketballmanga, aber trotzdem sehr unterschiedlich. Fujimaki hat sich von Inoue sehr stark inspirieren lassen, macht aber dennoch sein eigenes Ding. Deswegen ist dieser Post nicht als wertend zu sehen, sondern eher als Übersicht welche Serie eher etwas für euch sein könnte. Eine Wertung gibt es am Ende, aber nehmt die nicht zu ernst. Inoue ist der Mangaka von Slam Dunk, Fujimaki der von Kuroko no Basket. Ich werde sie mit der Zeit abkürzen und nicht mit vollem Namen benennen, damit ich besser vorankomme. Und ach ja – Spoilerwarnung.

Manga

Hier kann ich vor allem zwei Dinge bewerten – natürlich den Inhalt, aber auch die Zeichnungen. Da ich den Manga zu Slam Dunk (1990-1996, in 31 Bänden abgeschlossen) aber nicht gelesen habe, muss ich mich erst mal ein wenig auf die Zeichnungen versteifen. Inoue hat mit dem Anfang von Slam Dunk einfach wesentlich mehr Erfahrung als Mangaka, hat vorher als Assistent gearbeitet und auch schon eine kurze Reihe gezeichnet. Tatsächlich war er damit aber nicht viel älter (23) als Fujimaki gewesen, der erst noch in Ruhe studiert hat und dann mit 26 anfangen hat an Kuroko no Basket (2008-2014, in 30 Bänden abgeschlossen, aber später mit zwei Bonusbänden ergänzt) zu arbeiten. Aber das mit dem Lernen ist natürlich bei jedem anders und es ist nicht bekannt, ob Fujimaki vielleicht nicht doch irgendwo Assistent war. Bei ihm war es aber vielleicht auch ein wenig Glück, da er mit einem eingereichten One Shot an eine Serie gekommen ist.

Slam Dunks Zeichnungen sind am Anfang noch relativ unspektakulär. Man sieht Zeichnungen eines erfahrenen Zeichners, aber da kann man noch nicht so viel herausheben. Außerdem geht Slam Dunk auch nicht direkt mit Basketball los, was ja erst mehr und mehr ein Thema ist. Sakuragi muss das alles immerhin erst lernen und verstehen. Bei Kuroko no Basket ist das ganze etwas schwieriger. Fujimaki legt damit direkt los, seine Charaktere beherrschen auch schon einige Techniken und Grundlagen. Hier ist das Problem aber eher, dass die Zeichnungen am Anfang wirklich nicht besonders gut waren (was er auch weiß). Gesichter und Körper wirken im allgemeinen etwas ungenau, auch wenn ein gewisses Potenzial und Wiedererkennungswert von Anfang an da war. Die beiden sind eben anders an das Thema Basketball ran gegangen und Fujimaki hat es sich selbst nicht unbedingt einfach gemacht. Aber bei beiden sieht man über die fortlaufenden Kapitel eine sehr starke Entwicklung.

Inoue ging über die Jahre mehr und mehr in eine sehr realistische, fast fotorealistische Richtung mit seinen Zeichnungen. Man sieht solche Zeichenstile heutzutage mehr und mehr, aber er bringt diesen Stil mit am authentischsten rüber. Fujimaki wurde über die Jahre auch immer besser, kann aber logischerweise nicht ganz mithalten. Seine Haltungen wurden zwar auch realistischer und besser, aber seine Zeichnungen sind nicht so extrem realistisch wie die aus Slam Dunk es am Ende waren. Er hat sich über die Jahre extrem gut weiterentwickelt, für das was er am Anfang gemacht hat. Aber im Vergleich unterliegt er einfach, das ist einfach so. Meiner Meinung nach muss er Inoue aber nicht völlig nacheifern, auch wenn es sein Vorbild ist. Er hat seinen Stil mittlerweile gefunden und der ist auch in Ordnung so.

In diesem Fall erhält Slam Dunk also zwei Punkte und Kuroko no Basket einen Punkt.

Anime-Serie

Oh Junge, ich weiß jetzt schon was ich mir für Feinde machen werde. Slam Dunks Anime (1993-1995) hatte 101 Folgen und Kuroko no Basket 75 Folgen (2012-2015 – ohne, das wir jetzt irgendwelche OVAs mitzählen). Normalerweise würde man sagen – mehr Folgen, mehr Inhalt. Leider ist das hier aber nicht der Fall, auch wenn ich es selbst schade finde. Der Slam Dunk Anime wurde von Toei Animation an allen Ecken gezogen, wo es nur geht. Seien es Fillerfolgen die Slice of Life-Material haben, oder Spiele die nahezu 10-20 Folgen lang sind. Wäre der Humor nicht dagewesen, hätte ich mich extrem gelangweilt. Der ist nicht mal besonders anspruchsvoll, das sind alles sehr solide Jokes die auch mal wiederholt werden. Aber das waren auch ganz andere Zeiten, optisch kann man es sowieso nicht vergleichen. Der Anime kommt auch bei weitem nicht an Inoues späteren Stil ran und schließt die Story auch nicht ab, erreicht nur 60 % des Manga.

Mit Kuroko no Baskets-Anime sieht es im Vergleich etwas anders aus. Die optischen Schwächen des Mangas wurden hier gut weg gebügelt, der Anime wurde auch erst anfangen als KnB bei etwa zehn Bänden war. Außerdem waren hier schon ganz andere Möglichkeiten da, so mal die 75 Folgen in drei Staffeln ausgestrahlt wurden. Dreißig Bände in 75 Folgen zu bringen ist zwar nicht einfach und es fliegt auch einiges raus – aber es schließt die Geschichte sinnvoll ab. Slam Dunk hat durch seine Streckung zwar den Vorteil sehr viele Charaktere auch zeigen zu können, was KnB nicht hat, ist aber eben unvollständig adaptiert. Die Spiele in KnB sind nicht total gestreckt, die Witze sind auch ganz gut und es passt eben trotz Schwächen ganz gut. Ich habe bereits in meinem Slam Dunk-Anime Review geschrieben, das ich diesem gerne mehr Punkte gegeben hätte. Aber unvollständig zu sein ist eben nicht nur sein einziges Problem, es ist mit heutigen Standards auch sehr anstrengend zu schauen. Im Vergleich ist der KnB-Anime dann einfach etwas besser umgesetzt. Ich könnte mich jetzt noch über die Fujoshis im KnB-Fandom aufregen, aber das lasse ich heute mal.

Für die Anime erhält Kuroko no Basket also zwei Punkte und Slam Dunk einen. Macht für jeden im Moment drei Punkte.

Filme

Sowohl Slam Dunk als auch Kuroko no Basket haben jeweils vier Filme. Ob das ein Zufall ist? Ich weiß nicht genau, wobei es auch einen kleinen Unterschied gibt. Slam Dunk bekam seine Filme noch während der Ausstrahlung des Anime und Kuroko erst nach der Serie. Das Prinzip ist aber gleich – drei Recapmovies und ein Film mit neuem Material. Hier kann man aber eher schlecht die Qualität vergleichen – Filme in den 90ern sind qualitativ auch anders als die der neuen Zeit. Die drei Recapmovies von Slam Dunk sind im Durchschnitt etwa 40 Minuten lang, sind teilweise aber neu gezeichnet und sehen damit auch etwas besser aus als das Material der Anime-Serie. Die Kuroko-Recapmovies sind dagegen etwa eine 1,5 Stunde lang, sehen aber kaum anders aus und bieten auch wenig bis gar kein neues Material. Hier muss man abwiegen, ob man lieber einen längeren Film schauen will oder einfach einen optischen Unterschied sehen will. Deswegen werte ich bei den Recap-Movies besser nicht.

Stattdessen bewerte ich den jeweils neuen Film. Auch hier ist es dasselbe – der vierte KnB-Movie ist eine 1,5 Stunde lang und der zu Slam Dunk etwa 40 Minuten. Ich bin mir aber fast sicher, dass der Film zu Slam Dunk eine originale Story von Toei Animation hat. Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber er hat sich so angefühlt. In dem Film geht es um einen Jungen der mit seinem Bein eine Verletzung erlitten hat und sehr bald nicht mehr Basketball spielen kann und darf (trotz das er operiert wird). Auf seinen Wunsch und auch seiner Familie, darf er aber noch ein letztes Spiel mit Rukawa-senpai spielen, den er immer sehr bewundert hat. Es sind nur 40 Minuten, aber die sind tatsächlich sehr gut gemacht. Dieser Junge darf dann ab dem neuen Schuljahr an der Oberschule sogar der neue Manager des Shohoku-Teams werden, da die alte Managerin von der Schule geht. Der Film ist simpel, aber trotzdem ganz schön gemacht.

Dann haben wir den letzten KnB-Film. Kuroko’s Basketbal: Last Game ist eine Adaption des zweibändigen Manga Extra Game, der nach KnB in der Jump SQ erschienen ist. Und meine Fresse, ich hasse diesen Film. Der Manga dazu ist in Ordnung, die Wundergeneration, Kuroko und Kagami kommen nochmal zusammen und spielen gegen ein amerikanisches Arschlochteam. Unterschied zu sonst – es ist Streetbasketball, nicht Basketball in der Halle. Alles gut, alles fein. Ratet mal, was der Film alles ändert? Das Spiel findet in einer Halle statt, sämtliche Erklärungen des Gegnerteams fallen raus, Standbilder ohne Ende und das schlimmste kommt noch. Während der Manga damit endet, das Kiyoshi in Amerika (beim Krankenhaus) sitzt und sich das Spiel über Internet angesehen hat, geht Kagami am Ende nach Amerika zur NBA und lässt Kuroko mit dem Rest vom Team allein. Ich kann mir zwar vorstellen das Fujimaki das bewilligt hat, damit man den Anime so beendet, aber trotzdem. Kagami hätte auch noch nach der Oberschule nach Amerika gehen können, so hätte er seine Freunde nicht allein gelassen. So was hätte Rukawa aus Slam Dunk gemacht, aber nicht er.

Bei den Filmen bin ich strickt, weil ich so enttäuscht wurde – Slam Dunk bekommt zwei Punkte und Kuroko no Basket erhält einen Punkt. Damit hat Slam Dunk fünf Punkte und Kuroko no Basket vier Punkte.

Charaktere

Ich hab echt überlegt, wie ich die Charaktere bewerte. Am Ende habe ich mich aber dazu entschieden, zwei Wertungen zu machen – einmal für Hauptcharaktere und für Nebencharaktere. Hauptcharaktere in Slam Dunk sind die Starter 5 von Shohoku, in KnB sind es Kuroko und Kagami. Inoue hat sich auf fünf Charaktere konzentriert, wohingegen Fujimaki nur zwei Charaktere hat und es sich eigentlich sehr einfach gemacht hat. Was ist aber nun wirklich besser? Inoue hat sich sehr stark darauf konzentriert, Hanamichi als nervigen Kerl zu zeigen der nach und nach die Liebe zum Basketball erkennt. Diese Entwicklung war ziemlich stark und bei den anderen Charakteren ist es ähnlich, wobei ich Rukawa nicht bewerten kann, da seine Entwicklung im Manga einfach weitergeht. Akagi lernt etwas besser mit den jüngeren umzugehen und wird ein richtiger Kapitän, Mitsui kehrt seiner Schlägerzeit den Rücken und geht wieder zum Basketball, wohingegen Miyagi fast die selbe Leier macht – nur das er länger im Krankenhaus war und nicht so viele Leute verprügelt hat wie Mitsui. Das zu schlagen ist sehr schwer, da hat Fujimaki mit Kuroko und Kagami schlechte Karten. Bei Kuroko hat es lang gedauert, bis man ab der Flashback-Teikou-Arc versteht warum er so ist, wie er ist. Kagami lernt über die Serie das man nicht nur allein kämpfen kann und Teamplay wichtig ist, bzw. Freunde schon ganz nice sind. Aber das wars, die beiden mögen Basketball halt schon und das war es mit den beiden schon. Klar, will Kuroko seine alten Kameraden von damals wieder auf den Boden der Tatsache zurückbringen. Aber die sind eben keine Hauptcharaktere, obwohl sie interessant sind.

Da sind wir eben bei dem Punkt – Nebencharaktere. Ja, Slam Dunk hat den Besenkopf Sendou von Ryonan, aber sonst? Die Nebencharaktere haben hier zwar alle meist eine nachvollziehbare Hintergrundgeschichte, aber ansonsten sind sie eher blass und ich konnte mir außer Sendou und die restlichen Shohoku-Mitglieder keine Sau merken. Selbst Anzai-sensei als Coach war interessanter und das will was heißen. Bei weiblichen Charakteren verläuft es sich mit Slam Dunk und KnB aber gleich – entweder stehen sie am Rand, sind zum fangirlen da oder sie machen halt was fürs Team. Ich kann keine rauspicken, die besser ist als die andere. Es ist nur sehr unrealistisch, das ein einzelnes Mädchen wie Riko ein komplettes Jungenteam an die Spitze bringt und als ihr Coach (ohne zusätzlichen Manager) fungiert. Kein Mary Sue-Ding an der Stelle, aber funktioniert eigentlich nicht. Was Kuroko dann aber kann, sind interessante Nebencharaktere. Ob es nun die Wundergeneration ist, die ungekrönten Könige (die fast Wundergeneration, nur ein Jahr älter), Kagamis selbsternannter Bruder Himoru oder andere Nebencharaktere. Manche davon sind interessanter als Kagami und Kuroko, bekommen aber nie genug Rampenlicht um zu strahlen wie Hauptcharaktere – es sei denn, man ist Teil der Wundergeneration oder ein 2. Jahr-Schüler der Seirin Oberschule, die kriegen natürlich mindestens ein Band Flashbacks. Aber ehrlich – ich kenne mehr Nebencharaktere aus KnB, als es bei Slam Dunk der Fall ist. Aber das liegt wahrscheinlich nur daran, das Kuroko und Kagami nicht interessant genug sind um eine ganze Reihe zu füllen.

Im Blick auf die Hauptcharaktere bekommt Slam Dunk zwei Punkte und Kuroko no Basket einen Punkt. Bei den Nebencharakteren ist es dann genau umgekehrt, da gebe ich Kuroko no Basket zwei Punkte und Slam Dunk einen Punkt. Der Zwischenstand steht als bei acht Punkte für Slam Dunk und sieben Punkte für Kuroko no Basket.

Der sportliche Aspekt

Beim sportlichen Thema bewertet man, wie realistisch der Sport in der Serie dargestellt wird. Jeder der beide Serien gesehen hat, weiß jetzt schon was kommt. Kuroko no Basket ist bemüht realistisch zu bleiben, aber sobald es an die Wundergeneration ran geht wird es unrealistisch mit Moves. Die Bemühung diese zu erklären und auch das Spiel an sich sind da – aber so ist es eher ein Battle-Sport-Shounenmanga. Ich finde die meisten Moves die dort unrealistisch sind (nur ein Beispiel – Akashi, *hust*) finde ich persönlich nicht mal schlimm und sogar sehr unterhaltend. Aber man sieht eben meistens, das so was in echt nicht gehen würde. So etwas wie die Zone existiert laut Sportlern wirklich, aber ob das jeder könnte? Ich weiß nicht. Deswegen unterliegt KnB hier einfach Slam Dunk, es ist halt so. Slam Dunk erklärt seinen Sport, es hat keine unrealistischen Moves und ist eben einfach Basketball. Immerhin sehen wir ja sogar, wie Sakuragi dieses Spiel nach und nach lernt. Viele Kinder wurden von dieser Serie damals sogar angesteckt, selbst Basketball zu spielen. Ob man realistisches Baskeball dann im Vergleich besser findet, ist eben die eine Sache. der eine bevorzugt das, der andere jenes.

Auch wenn ich die kürzeren Spiele und die unrealistischen Moves bei KnB mag, Slam Dunk ist hier einfach besser. Zwei Punkte für Slam Dunk, ein Punkt für Kuroko. Macht einen Zwischenstand von zehn Punkte für Slam Dunk und acht Punkte für Kuroko no Basket.

Behandelte Themen

Slam Dunk hat auf den ersten Blick das Thema Liebe zum Basketball, ein bisschen Romance, sehr viel Schulleben und auch reife Themen dabei. Kuroko no Basket dagegen hat sehr viel Basketball, das Thema wie man Talent auslegt, leicht angeschnittene, ernste Themen, Freundschaft und nur wenig Schulleben. Wenn wir das aber etwas weiter auseinander nehmen, wird es dann aber wesentlich genauer. Beide Titel können sowohl lustig, als auch total ernst sein. Es ist unglaublich schwierig zu sagen, was hier wirklich besser ist. In Kuroko no Basket fehlte mir die Abwechslung mit alltäglichen Schuldingen sehr, weil es zu selten vorkam – aber der Humor war dennoch gut und die Spiele waren bis auf das letzte nie länger als drei bis vier Folgen. Slam Dunk dagegen hatte Abwechslung zwischen Sport und Schulalltag, aber viel zu lange Spiele und recycelte Witze. Bei KnB ging es mit der Zeit immer mehr um den Leistungsdruck wegen Basketball und wie Freundschaften darunter zu leiden hatten (oder verletzte Knie, es gab ein ganzes Spiel mit einem Team das nur gefoult hat und der Schiedsrichter hat NICHTS gemerkt). Im Vergleich gab es bei Slam Dunk aber Probleme, die eher mit persönlichen Problemen der Charaktere zu tun hatten, die sehr unterschiedlich sein konnten. Einzig und allein das Thema Tod war in KnB nie eine Sache, da hatte Slam Dunk tatsächlich ein paar Schnitzer drin – aber nicht genug um sie groß bewerten zu können.

Hier sind beide Titel einfach zu unterschiedlich, deswegen gebe ich gleiche Punktanzahl – zwei Punkte für jeden.


Auswertung

Am Ende haben wir einen Punktestand von 12 (Slam Dunk) zu 10 (Kuroko no Basket). Diese beiden Titel sind aber eigentlich nicht wirklich vergleichbar, weil sie eben aus unterschiedlichen Zeiten kommen. Zur Zeit von Slam Dunk konnte man noch sehr viele Kinder für Sport begeistern – heute sicher auch noch, aber nicht mehr so wie früher. Heute muss man bei Sporttiteln eher darauf achten, auch dem weiblichen Publikum zu gefallen. Kuroko no Basket ist aus meiner Sicht nicht wirklich ein Titel für weibliche Zuschauer, aber gewisse Dinge passt man heute halt trotzdem an um auch den weiblichen Zuschauern zu gefallen (zumindest was den Anime angeht, mit dem Hintergedanken sollte der Mangaka glaub nicht zeichnen müssen). Das Problem hatte Slam Dunk damals sicher nicht, auch wenn es da bestimmt auch viele weibliche Zuschauer gab. Slam Dunk ist einfach etwas realistischer, aber eben in den angeschnittenen Punkten nur ein wenig besser als KnB. Ich finde es nicht schlimm, eines besser zu finden als das andere. Ich kenne sowohl Leute die SD mehr mögen, als auch KnB. Nur sehe ich auch nicht ein, dass Slam Dunk-Fans daher kommen und alles aus Kuroko no Basket schlecht reden (oder es als halbe Yaoi-Show darstellen, weil die Fangirls immer so laut schreien müssen, obwohl man bei KnB wirklich nichts dergleichen hinein interpretieren muss). Jeder sollte die Serie genießen dürfen die er mag, ohne den anderen mit dummen Vorurteilen vollzumüllen. Slam Dunk schaut halt etwas alt aus, aber das macht es auch nicht schlechter.

Ich persönlich mag Kuroko no Basket immer noch lieber, aber ich respektiere Slam Dunk für das was es damals geschaffen hat. Klar, ich hab mich ordentlich durchgequält, wenn die Spiele zu lang waren. Aber Anime im Jahre 1993 waren halt anders als Anime im Jahre 2012. Wie ihr seht – da liegen fast 20 Jahre dazwischen. Auch Behauptungen wie „Kuroko ist eine dumme Kopie von Slam Dunk“ sind für mich absolut dümmlich. Man merkt die Inspiration deutlich, aber man kann hier nicht von einer Kopie sprechen. Das ist wie zu behaupten, Ahiru no Sora sei das neue Kuroko no Basket – aber zu dem Thema kommen wir ein anderes Mal. Im Grunde will ich euch nur sagen, das die Bewertung in diesem Fall nicht wirklich wichtig ist und ihr hier nur den Einblick bekommen habt, was euch eher zusagen könnte. Mir ist auch bewusst, das Basketballanime in Deutschland eh ein Nische ist. Aber na ja, Hauptsache wie haben Haikyuu, damit die Fangirls Ruhe geben. Ansonsten – probiert einfach Slam Dunk und Kuroko no Basket aus, dann wisst ihr was euch mehr zusagt.

4 Gedanken zu „Slam Dunk VS Kuroko no Basket | Realistisches Basketball oder eher ein paar unrealitische Moves?

  1. Hi Hotaru,

    habe deinen Blog vor ein paar Wochen entdeckt – eine angenehme Ecke des Internets, die du da über die Jahre eingerichtet hast. Besonders die Hypehellartikel las ich mit einigem Amüsement ^m^

    Zu diesem Artikel: Danke für die Übersicht. Ganz deiner Einschätzung entsprechend hatte ich vorher keine große Ahnung von beiden Serien (die Namen wohl mal gehört). Als jemand, dessen einziger bisheriger Sportanime bisher One Outs war (der mir sehr gefiel), wollte ich schon vor einiger Zeit mal Anderes aus dem Bereich ausprobieren. Die Beiden sehen da ja nach guten Ansatzpunkten aus.

    Fragte mich beim Lesen des Artikels, wie du das mit dem Tod bei Slam Dunk meintest? Empfindest du es als Schnitzer, dass er überhaupt thematisiert wurde, oder wird in irgendeiner Form unsensibel / geschmacklos damit umgegangen?

    Grüße,
    Cyprian

    • Erstmal vielen lieben Dank. Ich schreibe die Hype Hell sehr gern, auch wenn die ersten Artikel dazu nicht so besonders waren.
      Aber zu deiner Frage – ich empfand es nicht als Schnitzer, das Tod bei Slam Dunk angerissen wurde. Inoue geht damit schon sehr sensibel um und es war auch ein wichtiger Punkt um den Coach von Shohoku darzustellen. Es ging da um einen Studenten den er mal im Team gecoacht hat und der Typ hat sich sehr unterfordert gefühlt. Er ist einfach so nach Amerika abgehauen, obwohl ihm sehr davon abgeraten wurde und später ist er dort aufgrund von Drogen und einem Verkehrsunfall gestorben, was einfach etwas plötzlich war. Das war in dem Moment so heftig, das ich es in so einem Titel nicht erwarten würde. Gerade ab dem Punkt dachte ich mir – oof, ob das noch in ein Magazin für jugendliche Leser passt? Aber zumindest im Anime gab es danach nicht mehr so tragische Dinge, ich fand es sehr gut und überraschend, weil es eben ein Grund war Rukawa davon abzuhalten auch nach Amerika zu gehen. Dazu muss man auch wissen, das Inoue danach zu Magazinen für ältere Leser gewechselt ist und das passt auch am besten zu ihm. Aber bei Slam Dunk ist eben der Nachteil, das ich nur den Anime gesehen habe.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit deine Frage beantworten. Solltest du weitere haben, steht die Kommentarsektion immer für dich offen. ^^

  2. Vielen Dank auch für die erhellende Antwort!
    Die Bedenken die du da äußerst können schon zutreffen; vielleicht gibts (oder wahrscheinlich eher gabs – vermutlich lesen das nicht mehr so Viele?) Leute in der Leserschaft, denen sowas an die Substanz geht. Andererseits denke ich, dass jugendliche Leser überwiegend mit solchen Themen in fiktionalen Werken umgehen zu wissen dürften. Gerade als Teen fühlt man sich da ja vlt sogar verarscht, wenn man etwas ’seinem Alter entsprechendes‘ lesen will, und einem dann nur eine heile Welt präsentiert wird. Aber kA, als ziemlicher Solitaire in meinem Anime- und mangakonsum, weiß ich vielleicht einfach nicht, was die breite Zielgruppe von den Geschichten in so einem Magazin erwartet.

    Und auch danke für die Einladung :3

  3. Uff, war einen Rick lang, ich selber hätte es wohl etwas kompakter bevorzugt aber okay, es ist zumindest gründlich und Fans der Reihen können da sicher mehr mit anfangen. Schön das du dich damit gründlich Auseinenandergesetzt hast ^^

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