Fate/Kaleid Liner Prisma Illya – Review

Illya mit ihrer eigenen Magical Girl-Show. Hm, ich bin unsicher~

Das Fate-Universum ist groß, das wissen wir. Es gibt Anime für die drei Fate/stay night Routen, Fate-Zero, Fate/Apocrypha, Fate/extra: Last Encore … ja, selbst Waver hat erst neulich sein eigenes Spin-Off bekommen. Um einen Anime habe ich mich aber bisher immer ein wenig gedrückt und das ist Kaleid Liner. Warum? Vier Staffeln und ein Film für einen simplen Magical Girl-Joke erschienen mir ein bisschen viel. Basierend auf einem Manga ist das hier auch sicher in Ordnung – aber dreimal zehn Folgen und dann nochmal zwölf? Die Specials hab ich nicht geschaut, skeptisch war ich trotzdem. Was dabei raus kam? Wie soll ich sagen. Ehrlich, Illya ist ja süß. Sie hat es als Homukulus in der Hauptstory nicht einfach – in der Fate-Route überlebt sie, lebt aber nur noch ein Jahr, in Unlimited Blade Works stirbt sie auf brutale Weise und in Heavens Feel opfert sie sich um die Katastrophe vorzubeugen und Shirou zu retten. Wie logisch es also war ihr Rampenlicht zu geben? Ich weiß nicht, aber Spoilerwarnung.

Miyu, Chloe und Illya.

Story

In dieser alternativen Version von Fate/Stay Night spielt diesmal die zehnjährige Illya die Hauptrolle, die eigentlich ein ganz normales Mädchen ist, das mit ihrem Bruder Shirou zusammenlebt und zur Schule geht. Doch eines Tages taucht bei ihr der Zauberstab Ruby auf, der kurz zuvor seine Meisterin „gefeuert“ hat, und macht Illya kurzerhand zu seiner neuen Herrin. Es dauert nicht lange bis ihre Vorgängerin, Rin Tousaka, auf den Plan tritt und Illya dazu überredet, ihr bei einer wichtigen Aufgabe zu helfen. Rin sollte eigentlich mit Hilfe von Ruby magische Karten einsammeln, die die Gestalt der Servants aus Fate/Stay Night angenommen haben. Aber das ist noch nicht alles; kurze Zeit später trifft Illya auf ein anderes Mädchen (Miyu), das so wie sie unverhofft zu einem Magical Girl geworden ist.

Ich habe sehr stark mit den Augen gerollt, als ich das mit den Karten sah. Die Inspiration an Card Captor Sakura ist ja eigentlich nicht zu übersehen, oder? Mit diesen Karten kann Illya die Fähigkeiten der Servant-Karten nutzen und hat dann jeweilige Outfits dieser an – das kann eins von Rider Medusa sein oder meinetwegen auch Caster Medea. Die Möglichkeiten sind nicht unendlich, aber die sieben Servants aus stay night bekommt man auf jeden Fall zu sehen. Am Anfang spielen Illya und Miyu noch gegeneinander, danach werden sie Freunde und am Ende der Staffel kämpft Illya gegen Berserker. Irgendwie ein bisschen ironisch, aber der Kampf war schon ein cooler Abschluss. Ab Staffel zwei geht die Serie dann einen etwas anderen Weg und setzt hier und da schon auf etwas Ecchi und Fanservice. So tritt das erste mal Chloe auf, die keine großen Anstalten macht und Miyu einfach abknutscht um Mana zu bekommen. Es stellt sich heraus, das sie Illyas zweite Persönlichkeit in einem eigenen Körper ist und das hat auch einen Grund. In dieser Welt endete der vierte Gralskrieg (der aus Zero) etwas anders und Irisviel sorgte dafür das ihre Tochter kein potenzielles Gralgefäß mehr werden konnte. Das Wissen über den Gral versiegelte man in Chloe und darum geht es auch so ein bisschen in der Staffel. Man merkt zumindest, das ab da an diese Serie kein völliger Witz ist und auch mal ernste Themen anreisen kann. Aber Staffel drei vernichtet das zum Teil schon wieder.

Es gab einige Klischee-Folgen in dieser Serie. Eine Strandfolge, eine Geburtstagsfolge, die Badefolge … aber die schlimmste Sache kam in Staffel drei mittig. Es war eine Hobbyfolge, in der ein Hobby von Illyas Mitschülerin thematisiert wird und da geht es ums shippen. Die stellt sich nämlich gern Leute in ihrer Umgebung sexuell aufeinander vor und hat viele Yuri/Yaoi-Fantasien. Diese Folge sollte uns dummen, voreingenommenen Zuschauer doch daran erinnern, das Fujoshis zwar komisch aber doch einfach normal sind und ein Hobby haben. Äh, wofür war das nötig? Dieses Verständnis sollte eigentlich jeder haben? Gegen Ende wurde es mit dem ersten Auftritt des kleinen Gilgameshs aber ernst – Miyu wurde dort entführt, da sie aus einer anderen Welt kommt und dort auch ein Gral ist. In Staffel vier landet Illya also allein in dieser anderen Welt und will Miyu retten, was tatsächlich ernst wird. Die Ainsworth, die Miyu entführt haben, sind die Erschaffer der Karten und haben ein Ziel mit Miyu vor – sie wollen ihre eigenen, recht zerstörte Welt retten. Da wird es tatsächlich etwas ernst und alles davor fühlt sie wie ein Prolog an. Allerdings sehen wir auch das erste Mal wohl unseren eigentlichen Protagonisten – Shirou, nur aus der anderen Welt und in einem miserablen Zustand. Der war mehr oder weniger Miyus Bruder und wollte diese auch retten – hat es sogar geschafft, in dem er den Gral nutzte und sie in die Welt von Illya schickte. Diese Geschichte behandelt der Film, in dem Illya fast nicht vorkommt. Eine Staffel fünf ist damit eigentlich garantiert zu dem Zeitpunkt, aber in der Welt aus der Miyu kommt wurde der Gralskrieg immer mit diesen Karten durchgeführt. Es war reichlich seltsam zu sehen, wie ein Shinji in den Klamotten von Assassin Hassan rumlief und das ist nur ein Beispiel. Der Film und Staffel vier werten das ganze doch noch etwas auf, aber sonst wäre das hier echt nur ein Ecchi-Fanservice Fest für Illya- und Loli-Fan.


Charaktere

Die meisten Charaktere aus dieser Serie kennt man ja, bis auf ein paar Ausnahmen. Wirklich neu sind anfangs nur die sehr gefühlsleere Miyu und dann Cloe, aus Hollow Ataraxia sieht man noch Karen (Kotomines Tochter) und Bazett (Lancer Cu Culains eigentlicher Master). Luvia Edenfeld hat auch eine größere Rolle, die im Canon nur in UBW zu sehen war, Hollow Ataraxia bestimmt auch. Illya ist hier wie immer, Shirou ist nun auf einmal ein richtiger Teil von Illyas Familie und auch Rin sowie Luvia sind nahezu gleich. Letztere sind aber ultranervig zusammen und ergänzen auch nur Miyu und Illya um es gut aussehen zu lassen. Kiritsugu kommt eigentlich nur in der anderen Welt vor und Irisviel würde ihren Sohn Shirou am liebsten für sonst was verkaufen. Selbst die Hausdienerinnen von Illya sind noch da – aber diese tragen keine Kopfbedeckung und Dienstkleidung mehr. Illyas Mitschüler sind recht normal und Taiga nervt immer noch. Also alles wie immer. Andere Auftritte von bekannten Charakteren gab es auch, aber … hier gibt es nichts besonderes zu wissen. Wer Fate kennt, weiß wie diese Charaktere ticken und hier wird es eben überspitzt und veralbert.

Zeichnungen & Animationen

Man zieht die Augen etwas größer, macht alles etwas simpler, bunter, süßer und bekommt den Zeichenstil von Kaleid Liner. Selbst in einem Special wurde sich darüber lustig gemacht, das Shirous Gesicht am Anfang anders aussah und später einfach wieder normal war. So richtig gefallen hat mir dieser Stil nie, aber da diese Serie eben nicht besonders wichtig im Fate-Universum ist, hat sich das für mich nicht zu einem besonderen Problem entwickelt. Die Outfits sind ganz nett designt, aber jetzt nichts was ich besonders hervorheben will.

Zu den Animationen kann ich jetzt auch nicht besonders viel sagen, da ist alles in Ordnung für eine solche Art von Serie gewesen. Ein paar düstere Szenen in dem Stil kann ich zwar nicht besonders ernst nehmen, aber es gab keine Einbrüche und war auch rech konstant.

Musik & Synchronisation

Meine Ohren haben sich eigentlich nie beleidigt gefühlt, auch wenn ich mich nicht besonders gut an die Musik dieser Serie erinnere. Die Openings und Endings waren okay, aber sonst? Nö, nichts besonderes. Bei den Sprechern ist es exakt dasselbe, da überrascht mich einfach niemand. Aber man muss eben auch bedenken, dass diese Serie allgemein nicht so ernst gehalten ist. Deswegen braucht man hier auch keinen Wert auf den Ton legen. Die erste Staffel von Kaleid Liner gibt es hierzulande übrigens auf DVD, allerdings nur mit O-Ton. Da gerade ab Staffel zwei sehr detailreiche Kusszenen und Ecchi-Szenen mit eben sehr jungen Mädchen gezeigt werden, hat man an dieser Stelle wohl darauf verzichtet noch mehr Staffeln zu bringen. Aber so ganz ohne Dub ist schon etwas lau, würde ich die Serie mögen hätte ich sie sicherlich trotzdem gekauft, aber für das große Synchronland Deutschland ist das schon etwas schwach.


Muss man Kaleid Liner schauen? Nein. Aber es ist noch lang nicht die Absonderung oder der Abfall, als den manche Fate-Fans ihn abstempeln. Die andere Seite sieht das hier als Meisterwerk, aber als das würde ich es ehrlich auch nicht bezeichnen. Diese Serie fing als netter Witz an und wurde eben auf aktueller Strecke ernster. Illya-Fans werden es lieben, da bin ich mir auch ganz sicher. Aber nach der Serie hier brauche ich erst mal Pause von Fate-Titeln. Heavens Feel (der letzte Film) schaue ich noch (und reviewe es auch), aber nach dem Titel hier werde ich etwas zurückfahren. Trotzdem gefällt dieser Titel immer noch mehr als der aktuelle Grand Order Anime zu Babylonia, der wirklich nur langweilig ist. Kaleid Liner hat sich selbst noch ziemlich gut retten können und die Hinweise auf Plot waren ja auch da. Die neue Staffel werde ich nicht extra reviewen, aber ich schäme mich nicht dafür es gesehen zu haben. So etwas zu behaupten, wäre hier einfach unfair.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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