Meine Top 10 Kyoto Animation-Anime

Ja, ich schaue ein bisschen zu viel KyoAni, das weiß ich auch.

So ein Ranking war irgendwie fällig, auch wenn es sicher Studios gibt die mehr Titel produziert haben. Kyoto Animation und Ich sind wie Magneten – bei einem Anime steht das KyoAni drauf, das zieht mich meistens auch an. Wer hier aber Titel wie Clannad oder Free erwartet, kann die gern wo anders suchen gehen. Free mag ich seit Staffel drei nicht mehr und Clannad (sowie Kanon und Air) sind mehr Key-Titel für mich, auch wenn KyoAni sie animiert hat. Dragon Maid hab ich bis jetzt nicht gesehen, deswegen konnte es den Weg auf die Liste nicht schaffen. Aber ich will euch nicht mit zu langem Geschwafel aufhalten, ich bin hier vielleicht etwas fangirlisch, aber Begründungen hab ich … bestimmt. Wie gesagt – meine Liste, meine Meinung.

10. Lucky☆Star

Fällt euch ein Titel ein, in dem zehn Minuten darüber diskutiert wird, wie man ein Schokohörnchen richtig isst? Mir nicht, da ist nur Lucky Star auf der Stelle. Eine Slice of Life Serie mit dieser Optik würde mich eigentlich gar nicht so überraschen, aber so viele Anspielungen verkraftet das gewöhnliche Anime-Schauer-Hirn nicht. Ob das nun Aya Hirano (Konatas japanische Sprecherin) ist, die sehr schief das Dragon Ball Z Opening singt oder sonst was. Der Humor dieser Serie ist so witzig und bescheuert zu gleich, wie ich es später nicht mehr so derartig gesehen habe. Gelegentlich wird es zum Teil auch mal ernst, aber nie zu ernst – auch wenn das mit Konatas Mutter schon sehr traurig war. Einer der früheren KyoAni-Titel, die wahrscheinlich aufgrund des Alters nicht mehr nach Deutschland kommen wird. Für diesen Anime muss man Anime aber wirklich zumindest ein bisschen mögen (ein paar alte Anime gesehen zu haben ist also ganz gut) und ein paar Titel gesehen haben – sonst sitzt man da und versteht nicht ganz so viel. Slice of Life Klassiker, aber man sollte lieber eine Folge am Tag schauen. Am Stück hält man das nicht aus – oder nur mit guten Nerven.

9. Tamako Market

Kyoto Animation hat nicht besonders viele, völlig eigene Original-Anime im Programm. Man kann aber denk genau sehen, von welchen Leuten Tamako Market kommt. K-On! lässt hier sehr schwer grüßen und besonders viel Inhalt bietet Tamako Market eigentlich gar nicht. Aber warum ist es dann in dieser Top 10? Diese Serie hat etwas leichtes, wirklich unbeschwertes und das macht sie irgendwie entspannend. Die Charaktere sind nicht besonders tiefgründig, Tamako ist das typische Mädel von nebenan, die nicht wirklich checkt das der Nachbarsjunge auf sie steht und die anderen Charaktere sind kaum anders. Der komische, dicke Vogel welcher sprechen kann ist ziemlich unterhaltsam und auf dieser Einkaufsstraße ist eigentlich immer irgendwas los. Tamako Love Story schließt diese Geschichte als Film ordentlich ab, auch wenn da mit Liebe nicht so krass viel passiert. Ich mochte diesen Anime damals gern und fand es immer etwas schade, dass er nie besonders beliebt geworden ist (was wahrscheinlich auch an einer mangelnden deutschen Lizenz liegt, gibt es so eine in Deutschland nicht, gilt der jeweilige Titel ja immer als zu unbekannt). Kein Titel mit besonders viel Inhalt, aber zum Wohlfühlen reicht er völlig.

8. Chuunibyou demo Koi ga Shitai!

Heute wäre ich wahrscheinlich bei weitem nicht mehr so begeistert von Chuunibyou, aber damals war diese Serie so herrlich seltsam. Das Mädel (Rikka) mit der Augenklappe, die kleine mit den langen blonden Haaren und sehr viele weitere. Die übertriebenen Kämpfe in Rikkas Kopf waren jedes Mal ein kleines Highlight und generell hab ich die erste Staffel extrem geliebt damals. Die zweite war dann etwas drauf geschustert, weil das neue Mädel da irgendwie gar nicht reingepasst hat. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sich die Beziehung unserer beiden Protagonisten besonders weiterentwickelt hat. Aber auch hier waren ein paar Dinge so witzig, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe. Die deutsche Synchronisation fand ich sogar ziemlich gut, hab die Serie nicht nochmal komplett so gesehen, aber die Witze waren ziemlich gut rüber gebracht. Den Film hab ich noch nicht gesehen, aber das werde ich irgendwann demnächst mal nachholen. Hier mischt ein wenig die Nostalgie mit, aber das liegt eben schon an den vergangenen Jahren würde ich sagen.

7. Amagi Brilliant Park

Die Prämise mit dem Park der geschlossen werden sollte, war zu der Zeit doch was frisches. Ja, der Fanservice war seltsam und irgendwie wirkte es etwas glatt gestrichen. Aber ehrlich? So ein paar nette Witze waren da schon drin, die man nicht erwartet hätte. An alles erinnere ich mich hier tatsächlich nicht mehr, aber mein Review ist damals schon ziemlich gut ausgefallen. Ich mochte das Mädel mit der Knarre und die Prinzessin war voll hübsch, nur das Video mit der Pferdegeburt geht mir bis heute nicht mehr aus dem Kopf. Fragt mich jetzt nur bitte nicht, ob das eine OVA war oder eine Folge in der Serie. Teile dieses Anime waren so herrlich seltsam, den muss ich irgendwann wirklich noch mal schauen – genug Zeit vergangen ist auf jeden Fall.

6. Kyoukai no Kanata

KyoAni und Mystery sind zwei Dinge die gar nicht so gut zusammenpassen – aber die Gefühle haben hier sehr oft getroffen. Wie oft ich geweint hab, keine Ahnung. Aber gerade in der letzten Folge saß ich dann ordentlich heulend da. Mit dem abschließenden Film (ja, das ist so ein Ding mit KyoAni, Filme gibts da sehr oft) haben sie nochmal ordentlich rein gehauen und einen plausiblen Amnesie-Plot gebracht. Optisch mochte ich das hier damals sehr und ich hab eigentlich nur gute Erinnerungen an Beyond the Boundary. Die Idol-Szene fand ich bis heute etwas irritierend, aber das war die einzige Sache die mich wirklich „gestört“ hat. Vor allem aber die Musik mochte ich in dieser Serie sehr gern. Bei KyoAni sind die Openings eigentlich immer ziemlich gut, aber hier hat auch das Ending sehr gefallen. Wenn ich mich nach Jahren an beides noch erinnere, hat das nach einigen hundert Titeln schon was zu bedeuten. Mystery/Horror-Titel hat KyoAni seit dem zwar eher sein lassen, aber das ist glaub nicht so sehr ihr Ding. Hier kann ich aber gut damit leben, auch wenn es nicht alles ganz glatt gelaufen ist.

5. A Silent Voice

Geschichten in denen es um Mobbing geht, gibt es in Anime immer mal wieder. Aber welche die Behinderungen thematisieren, sind doch etwas seltener. Der Manga zu Silent Voice war im Netz schon recht bekannt und ich kenne sogar ein paar negative Stimmen gegen diesen Film. Aber ehrlich? Für eine Adaption eines sieben Bände Manga, hat man hier eigentlich eine Menge rausgeholt. Klar ist nicht alles drin, aber unter den Anime-Filmen die ich gesehen habe zählt A Silent Voice zu meinen absoluten Favoriten und war damals sicher auch beliebt unter den Zuschauern. Das betrifft die Zeit in der dieser Film im Japan erschien, später auf Sub verfügbar war und dann auch mit Dub (meines Wissens lief der auch im dt. Kino, wenn ich mich nicht täusche). Leider gab es zur Zeit von A Silent Voice noch einen Film, der diesen hier sehr überschattet hat. Natürlich nicht völlig, dieser Film hatte auch seinen Hype. Aber Your Name war damals schon so penetrant, das ist später auch nicht besser gewordene. Der Hype um Your Name war so groß, wie der von A Silent Vouce hätte sein können und ich fand diesen Film einfach so viel besser. Klar, sind die Thematiken anders. Aber Geschichten um Behinderungen sind so selten, dass es schade ist wenn sie überschattet werden. Deshalb der einzige Film in dieser Liste, wer ihn noch nicht gesehen hat – los, nachholen.

4. K-On!

Ihr habt diesen Titel doch bestimmt auf Platz 1 erwartet, oder? Ich auch, in meiner persönlichen Top 10 ist K-On! sogar auf Platz 5. Allerdings müssen wir hier fair sein und sagen, dass es noch ein paar bessere Titel gibt – selbst für mich. K-On! ist mindestens genauso inhaltlos wie Tamako Market in vielen Teilen, ist sogar teilweise wesentlich weniger lustiger, aber ich kann hier irgendwie nicht anders. Die Mädels hätten so viel üben müssen und haben trotzdem ständig nur Kuchen gegessen – aber ich kann ihnen nicht mal böse dafür sein. Außerdem ist das ganze hier teilweise schon zu genau animiert und die Musik ist für solche Faulenzer überraschend gut. Der Film ist eigentlich bei weitem nicht so gut wie manch andere KyoAni-Movies, hat aber mit dieser seltsamen England-Reise einen kleinen Trope für Musikanime gestartet. Die Love Live-Mädels sind nämlich auch in ihren jeweiligen Filmen ins Ausland gefahren und ihr könnt mir nicht erzählen, das sich Sunrise da NICHT bei K-On! zumindest ein wenig inspirieren lassen hat. Auch hier steckt wieder ein ganzes Stück Nostalgie dahinter, ähnlich wie bei Chuunibyou. Nicht der beste Anime der Welt, aber ein ziemlich guter Slice of Life-Anime. (bei dem KyoAni auch sehr viel originalen Inhalt geschrieben hat, siehe der Film und die OVAs)

3. Hyouka

Absolut unterschätzt und von vielen Leuten zu Unrecht für langweilig verkauft. Ich kenne aber auch viele Leute die glauben, Hyouka wäre eine langweilige Schulromanze. Hier geht es aber viel mehr um Alltagsmysterien und alles was damit zusammenhängt. Eine total neugierige Protagonistin (Eru) und der energiesparende Protagonist sind eine gute Kombi, bei diesen Fällen habe ich oft mehr verstanden als in einer kompliziert gemachten Folge Detektiv Conan. Das diese Serie auch noch gut aussieht, muss ich sicherlich nicht sagen. Am Anfang ist diese Serie auch etwas zäh, aber meines Wissens ist dieser Anime auch die letzte längere KyoAni-Serie. Die 24 Folgen wurden aus meiner Sicht sehr sinnvoll genutzt und die einzige Kritik die ich habe ist nur, dass sich dieser Anime teilweise etwas zu ernst nimmt. Ich könnte einen ganze Post darüber schreiben, warum sich Leute diesen Anime anschauen sollten (und nicht den Manga, der ist gut, aber der Anime ist besser). Aber wollt ihr das wirklich hören? Leider viel zu unbekannt, das muss endlich mal geändert werden.

2. Die Melancholie der Haruhi Suzumiya

Hat jetzt etwas gedauert bis es kam, oder? Haruhi war seinerzeit auch etwas überbewertet, aber ich mochte es trotzdem sehr gern. Haruhis völlig bekloppte Ideen, Kyons Gedankengänge und die stille Yuki sind mir heute noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Viele Leute die jünger sind als ich, kennen diesen Anime gar nicht mehr. Das Chaos in Staffel 2 (Endless Eight) war auch für mich eher schwer ertragbar, aber der Film um das Verschwinden der Haruhi Suzumiya war unglaublich schön. Ehrlich gesagt habe ich mir jahrelang gewünscht, das Haruhi endlich eine dritte Staffel bekommt. Aber Kadokawa wollte einfach nicht, so war leider Free die erste Serie von KyoAni mit einer dritten Staffel (und ich könnte heute noch schreien deswegen). Der Hare Hare Yukai (das Ending zu Season 1) ist heute noch dieser eine seltsame Tanz, den ich nie gelernt habe und eigentlich irgendwann mal mit irgendwem machen wollte. Das Haruhi damals mal beliebt war, kann ich mir heute kaum mehr vorstellen. Der deutsche Release ist ja damals so sehr gefloppt, das danach nur noch der Film synchronisiert wurde und der Rest nur OmU raus kam. Haruhi ist eine schöne, nette Erinnerung an die Zeit in der ich mit Anime anfing. Aber heute kräht danach doch keine Sau mehr, ganz ehrlich.

Serien, die wir nicht vergessen sollten (Trostpreis)

Ich möchte hier noch drei Serien erwähnen, die ich toll fand – aber es nicht in die Top 10 geschafft haben. Diese wären Hibike! Euphonium, Musaigen no Phantom World und Nichijou.

Bei Hibike Euphonium liegt es nur daran, dass ich die Musikrichtung nicht so gefühlt habe. Ist eine nette Serie mit Musik und leichten Yuri-Vibes, aber da fand ich K-On! einfach besser. Musaigen no Phantom World mochte ich auch gern, es war eine nette Serie mit Slice of Life, Fantasy und Schule – aber irgendwie erinnere ich mich trotz der farbenfrohen Serie und netten Story an nicht besonders viel. Nichijou war anfangs super abgedreht, aber auf Dauer wird es einfach immer seltsamer. Das die drei nicht dabei sind, liegt nur an meinem Geschmack. Toll sind sie trotzdem.

Kommen wir also endlich zum Sieger, über den ich sehr gegrübelt habe. Allerdings finde ich doch, dass es dieser Titel mehr als verdient hat, auch wenn er hier vielleicht der aktuellste ist.

1. Violet Evergarden

Ich weine selten bei Anime, wirklich. Wenn das ein Anime aber zwei bis dreimal schafft, dann macht der Anime emotional was gut – oder er ist super schlecht und ich weine deswegen. Violet Evergarden war aber eine sehr große, positive Überraschung und ist nun mittlerweile auch schon wieder zwei Jahre her. Ich kann bis heute nicht glauben, das Violet nur 14 Jahre alt ist, aber … nach den langsamen, ersten drei Folgen ging die Achterbahn an Gefühlen ordentlich los. Ehrlich, ich war so froh das es nur 13 Folgen waren, noch mehr hätte ich bei weitem nicht durchgehalten, so traurig war diese Serie an manchen Stellen. Von einer Serie mit Nachkriegsthema habe ich ja schon etwas erwartet, aber hier sind sämtliche Vorstellungen nochmal ordentlich übertroffen worden. Die Nebencharaktere haben mich nie wirklich interessiert, aber die sind Teil des ganzen und gehen ja auch ein Stück mit – also mit Violets Geschichte. Einen gewissen Hype hatte dieser Anime damals sicher auch – aber in diesem Fall auch mal zu Recht, auch wenn manche Stimmen gesagt haben – zu langweilig oder zu kitschig. Hier wurden tatsächlich auch gut vorhandene Zeichenstile von KyoAni gemischt, es sieht irgendwie nicht alles zu gleich aus. Nur sieht diese Schrift immer noch ein wenig nach seltsamen Zeichen aus – so eine richtige Sprache habe ich darin nie sehen können. Wer Violet Evergarden nicht gesehen hat, sollte es irgendwann doch nachholen. Ich verstehe die ein oder andere Meinung dazu, aber hier hat eigentlich nahezu alles für mich gestimmt. Nicht zu wenig Inhalt und nicht zu viel. Gut geschriebener Inhalt und Emotionen, die einen noch treffen. Dagegen ist Clannad Kindergarten, würde ich sogar fast sagen.


Na, hat euch die Liste überrascht? Wer hat gedacht, K-On! oder Haruhi wäre auf Platz 1? Ich, ganz ehrlich. Aber als ich die Liste durchging, musste Violet auf Platz 1. Das hatte dieser Anime doch verdient. Was waren eure Lieblingstitel von KyoAni und vielleicht auch warum? Gern in die Kommentare damit, ich bemüh mich auch schnell zu antworten.

Ein Gedanke zu „Meine Top 10 Kyoto Animation-Anime

  1. Ich denke „A Silent Voice“ würde für mich Platz 1 machen, das war eine schöne und sehr interessante Geschichte, zumal der „Look“ auch etwas anders war. leider hat Kyoto Animation diesen „polierten“ Anime Look der mich persönlich immer etwas langweilt: Als würde ich eine schöne Perle sehen: Perfekt rund und schön… aber auch dadurch schlicht etwas langweilig und ohne eigenen Charakter. Ich bin natürlich wieder mal überstreng: Chunbiyou und Amagi Briliant Park konnten trotz Mängel gut unterhalten und Nichijou hätte es sicher locker in meine Top 10 geschafft ^^ Beyound the Boundaries wohl eher nicht, aber ich gebe zu: Hyouka, Tamako Market und auch Violet Evergarden sind sicher noch auf meiner „To watch“ Liste vermerkt und dank diesem Beitrag etwas aufgerückt, schöne Liste, ich mochte die Trostpreis-erwähnungen ^^

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