JoJo’s Bizarre Adventure – Review

Der Titel dieses Anime lügt wirklich nicht, einen viel besseren Titel hätte man fast nicht wählen können.

Um zum Ursprung von JoJo Bizarre Adventure geht eigentlich etwas weiter zurück, als nicht nur ins Jahr 2012 wo mal eben diese Adaption erschien. Der Manga von JoJo erschien im Jahre 1986, die Reihe ist mit dem achten Part immer noch am Laufen. Ich hatte aber nie wirklich Berührungspunkte mit JoJo, außer das ich wusste das Kazuki Takahashi (Yu-Gi-Oh!) ein großer Fan von Mangaka Hirohiko Araki ist. Irgendwann kommt man aber nicht mehr an der Vielzahl von JoJo Memes vorbei, deswegen hab ich mich irgendwann entschieden doch mal reinzuschauen. Mit JoJo-Animes hat es aber tatsächlich lang gedauert – 2004 gab es eine erste zwei Minuten OVA und dann 2007 einen Film – der aber nicht mal auf Video oder DVD veröffentlicht wurde. Shueisha hatte wohl Stress mit dem zuständigen Studio, aber 2012 war es endlich soweit – JoJo bekam eine lange Anime-Serie, auf die noch mehr folgen sollte. Deswegen, heute ein Review zu JoJo Part 1 und Part 2, nach dem ich über ein Jahr gebraucht habe um es fertig zu schauen. Milde Spoilerwarnung an der Stelle.

Story

Jonathan »JoJo« Joestar ist der einzige Erbe der einflussreichen Joestar-Familie. Seit einem Kutschenunfall kurz nach seiner Geburt, bei dem seine Mutter starb, lebt er alleine mit seinem Vater, bis eines Tages Dio Brando in ihrer beider Leben tritt. Dio ist der Sohn des vermeintlichen Retters des Vaters beim genannten, inzwischen schon zwölf Jahre zurückliegenden Kutschenunfall. Aus Dankbarkeit für die damalige Tat wird Dio nun, nach dem Tod seines Vaters, in die Joestar-Familie aufgenommen, wo er schnell versucht JoJos Position zu schwächen und ihm das Leben zur Hölle zu machen. Erzählt wird die Geschichte des Konfliktes zwischen Jojo und Dio und wie dieser aufgrund einer mysteriösen Steinmaske in den späteren Jahren ein ungeahntes Ausmaß annimmt.

Diese Geschichte spielt etwa 1868, aber man merkt auch das der Inhalt dieser Serie aus den 80ern kommt. So manch ein Dialog oder auch abgedroschene Dinge kommen hier drin vor, die man einfach nicht abgeändert hat. Aber ganz ehrlich? Das ist so over the top umgesetzt, das es einen unglaublichen Unterhaltungswert hat. Sei es die Action, das ganze Blut oder eben alles was es so bizarr macht. Gerade der erste Part der Geschichte ist storytechnisch nicht mal was so besonderes, aber es bildet die Grundlage auf die später Part 2 aufbaut. Ich habe mich als Zuschauer aber nicht von langweiligen oder zu einfachen Dingen gelangweilt, die mir hier gezeigt wurden. Ehrlich, der arme Hund den Dio da umgebracht hat und dann ist er eiskalt noch auf dem Cover von Band 1. In dieser Geschichte gibt es kein super komplexes Worldbuilding, aber das Potenzial für mehr sieht man schon an Part 2. Die Steinmaske ist dabei gar nicht mal so interessant, aber das Ende von Part 1 hat mich doch etwas überrascht. Den Kampf zwischen JoJo und Dio so enden zu lassen war mutig, aber der Anschluss zu Part 2 ist im Anime gut gesetzt. Einige Jahre sind vergangen und nun geht es um Joseph Joestar, der Enkel von Jonathan. Ab hier wird dann die Logik so zerstört und verzehrt, wie es nur geht. Zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielt dieser Teil der Geschichte so, das man auch ein paar Nazis sieht und na ja … es wird allmählich immer abgefuckter. Für die wenigen Abänderungen funktioniert diese Geschichte aber erstaunlich gut, muss man sagen.

Charaktere

Die wichtigsten Charaktere in Part 1 sind Jonathan, Dio, Erina und maximal noch Zepelli sowie Speedwagon. Jonathan ist so ein typisch naiv wirkender Protagonist der ziemlich stark wird, Dio das pure Böse, Erina die hier nur eine simple Waifu ist und die restlichen beiden erklären sich noch simpler. Zepelli wird später Jonathans Lehrmeister und Speedwagon der erst mehr oder weniger auf Dios Seite stand und dann später zu Jonathan wechselte. Die Charaktere sind so simpel, hier bedarf es keiner großer Erklärung. Ähnlich läuft das auch mit Part 2.

Joseph Joestar ist als Jonathans Enkel reichlich anders als sein Opa, hat stets die große Klappe und sein Mundwerk ist wirklich seine große Stärke. Seiner Oma bereitet er einige Probleme und seine Hintergrundgeschichte ist tatsächlich sehr interessant. Lisa Lisa die später seine Lehrmeisterin wird, ist nämlich eigentlich seine Mutter die damals von Erina als Baby im sinkenden Schiff gerettet wurde. Außerdem hat Joseph auch einen Mitstreiter, den italienischen Jungen Ceasar. Die beiden streiten sich echt ständig, bilden aber bis zu einem gewissen Punkt in der Story ein ziemlich gutes Team. Die Antagonisten von Part 2 sind ganz nett, aber die wiederkehrenden Charaktere wie Speedwagon und Co. sind aber interessanter – übrigens sind nicht nur die Antagonisten (Cars, Wham und ACDC) nach westlichen Bands benannt. Da gibt es keine ganze Liste voll, der Mangaka liebt westliche Musik wohl eindeutig oder mag es einfach nur seine Charaktere danach zu benennen.

Zeichnungen & Animationen

David Production hatte hier Material zu adaptieren, dass in Mangaform sogar noch übertriebener aussieht als der Anime letztlich wurde. Den starken Einfluss von westlichen Comics sieht man aus meiner Sicht auch, aber das ist hier trotzdem nicht zu extrem da. Eher irritierend waren im Anime sehr die wechselnden Farbschemas, an die man sich erstmal gewöhnen muss. Alles ist sehr stark überzeichnet und übertrieben, da braucht man auch einen Animationsstil der dazu passt. Ansonsten? Ich fand es sehr überraschend, das die Openings nahezu nur in CGI animiert waren – was sich aber erklärt wenn man weiß, das diese von Studio Kamikaze Douga animiert wurden. Ob man hier drauf steht, ist die eine Sache. Aber es passt alles ziemlich gut zusammen, das macht es doch optisch ganz gut.

Musik & Synchronisation

Oh ja, die Musik. Die Openings sind ziemlich gut, aber das Ending macht sich penetrant über einen lustig. Ein englisch gesungenes Ending zu hören war ungewohnt, aber hier kommt wohl wieder die Liebe zu westlichen Musik raus. Als Insert Songs wurden teilweise auch sehr passende Stücke gewählt – einmal auf Italienisch und später auch mal auf Deutsch. War cool, muss man so sagen. Die japanische Synchronisation ist natürlich wie meist immer ziemlich gut, aber ob es eine deutsche Synchro geben wird kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Kazé hat diesen Anime schon länger lizenziert, bleibt nur abzuwarten ob der Netflix-Release mit Dub ist. Lasst euch überraschen, ich schaue derweil O-Ton weiter.


Ziemlich übertrieben und überzeichnet sind noch die simpelsten Dinge, die man über diesen Anime sagen kann. Man hat mir auch gesagt, das hier sei noch der normalste Teil der JoJo-Geschichte – deswegen bin ich sehr gespannt auf das was folgt. Leute die überkomplexe Geschichte mögen und richtigen Tiefgang brauchen, sollten hier nicht reinschauen. Dieser Anime macht so ein bisschen was er will und das macht ihn tatsächlich sehr schaubar. Die Cliffhänger sind immer ziemlich übel und im allgemeinen wird man sich hier oft fragen – was schaue ich hier eigentlich? Aber es lohnt sich reinzuschauen und ich wurde tatsächlich mehr überrascht, als enttäuscht. Endlich mal ein Battle-Shounen, mit dem ich auch mal wieder was anfangen kann – würde ich jetzt auch mal wieder fast behaupten. Empfehlung für Leute, die einfach unterhaltsame Anime schauen wollen und vielleicht mehr als nur 12 Folgen dafür schauen wollen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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