Cutey Honey F – Review

Sailor Moon Fans verteufeln diese Serie – dabei gibt es Cutey Honey schon mehr als vierzig Jahre.

Die deutsche Anime-Szene bekleckert sich nicht oft mit Ruhm, wenn es um Meinungen geht. Cutey Honey F erschien im Jahre 1997, direkt nach Sailor Moon; Sailor Stars und mit dem exakt selben Künstlerteam das auch Sailor Moon hatte. So entstand der Ruf, dass Cutie Honey einfach nur ein Sailor Moon-Klon sei – was faktisch einfach absolut falsch ist. Es ist eher so, das Naoko Takeuchi durch Cutie Honey inspiriert wurde. Der Verwandlungsfüller von Bunny ist nämlich sehr stark an dem Transformer von Honey angelehnt und na ja – keine Serie wurde so oft wie Cutie Honey geremaked. Der erste Anime in den 70ern, eine OVA in den 90ern, diese Fassung, eine noch fanservicelastigere Fassung von Gainax und die letzte Fassung aus dem Jahre 2018. Zu dieser Fassung könnt ihr übrigens in diesem Review nachlesen, aber ansonsten widme ich mich hier ganz Cutie Honey F. Als diese Serie damals im Frühprogramm auf Sat. 1 lief, war ich etwa fünf Jahre alt und kannte eben auch nur Sailor Moon. Deswegen hab ich diese Serie nun das erste Mal gesehen und bin nicht mal überrascht, das sie nach Deutschland gekommen ist. Die Fernsehmenschen von Sat. 1 waren offensichtlich ziemlich oberflächlich, was das Aussehen dieser Serie anging und haben Cutie Honey wahrscheinlich nur deswegen gekauft. Bei den ganzen geänderten Fernsehzeiten war es als Fan aber fast nicht möglich, immer auch regelmäßig einzuschalten. Zwar gab es nie einen deutschen Release von Cutie Honey auf DVD, aber Pay TV-Sender haben später lang genug Wiederholungen zur Serie laufen lassen. Deswegen ist es auch noch halbwegs einfach, diese Serie im Netz zu finden. Ich mein, was kann ich denn dafür das kein Publisher an den 39 Folgen interessiert war?

Story

Honey Kisaragi ist eine ganz normale Schülerin. Das glaubt sie zumindest. Im Internat wird sie von allen bewundert und geliebt, denn sie ist eine gute Schülerin, sehr hilfsbereit und super sportlich. Honey ist der absolute Star im Internat und bei den Jungs das Mädchen, mit dem jeder gehen möchte! Dann taucht plötzlich ihr Vater wieder auf, der angeblich verschollen war. Er erzählt ihr, dass er von einer finsteren Geheimorganisation namens Panther-Claw entführt wurde. Aber das Wiedersehen ist leider nur von kurzer Dauer. Er kann Honey nur noch erklären, dass die Phanter-Claw seinen Transformer wollen, den er entwickelt hat. Ein Halsband, mit dem man sich verwandeln kann. So gibt Dr. Kisaragi den Transformer an Honey, um gegen die Panther-Claw, mit der Anführerin Sister Jill, für Liebe und Gerechtigkeit zu kämpfen. Cutey Honey ist geboren! Kurz darauf wird ihr Vater wieder von der Panther-Claw gefangen genommen. Honey schwört ihren Vater zu retten und gegen die finstere Panther-Claw zu kämpfen. Hilfe bekommt sie vor allem von einem jungen Privatdetektiv namens Seiji Hayami, der seinen ganz eigenen Kampf gegen die Panther-Claw hat. Der wiederum weiß aber nicht, dass Cutey Honey Honey Kisaragi ist, so kommt es manchmal zu ungewollten Komplikationen. Später taucht immer wieder ein Mann auf, der sich selbst Prince Twilight nennt und Honey immer wieder rettet, wenn sie in Gefahr gerät! Aber wer ist er wirklich und was sind seine Absichten? Und um allem noch die Krone aufzusetzen, erscheint noch ein Mädchen namens Seira Hazuki und behauptet, sie wäre Honeys Schwester. Und das schlimmste ist, dass Seira auch noch Honey töten will! Aber warum? Was hat Honey ihr getan? Aber die große Frage ist, wird Honey ihren Vater retten können? (diese Beschreibung enthält schon allein einige Spoiler, also spätestens hier eine Warnung)

Bilder zu dieser Serie im Netz finden ist echt Aids.

Ehrlich, ich war sehr erstaunt das man diese Serie völlig unzensiert im Fernsehen gezeigt hat. Nicht, weil sie unglaublich brutal wäre, da gibt es schlimmeres. Aber es gibt weit andere Anime-Serien, die man allein schon von Amerika aus gekürzt hat und Sailor Moon kam auch nie ganz unverändert nach Deutschland – auch wenn die Änderungen da minimal waren. Ich kann den Plot dieser Serie auch im Falle von F nicht besonders loben, hier ist alles sehr in die Shoujo-Richtung gedrückt und das heißt – Romance, Romance, Romance. Natürlich sind die Kämpfe ein wichtiger Teil dieser Serie, aber die Monologe über Liebe sind hier schon echt extrem viel. Manchmal klingen sie schon etwas sehr falsch, was dann wahrscheinlich eher unbewusst ist. Von Ecchi gab es lang in dieser Serie nichts zu sehen – so richtig gab es das erst ab der Hälfte der Serie. Theoretisch geht die Serie inhaltlich auch schneller voran als ein Sailor Moon, wenn man viele Dinge nicht so rausgezögert hätte. Da hat sie ab Folge 13 ihren Vater gefunden, aber dann kommt auf einmal Honeys Schwester Seira und mischt alles auf. So ist Sister Jill mal zehn Folgen weg, aber der Plot um Seira und auch Prinz Twillight war so unglaublich nervig, das ich froh war als es vorbei war. Ständig nur das Gejammer – ja, Papa is besser mit dir umgegangen – nur um dann rauszukriegen das weder Honey noch Seira Menschen sind – oder Dr. Kisaragis Töchter. Das Ende dieser Arc war etwas überraschend, aber ab Folge 24 kehrt Sister Jill zurück und es gibt ein paar Fillerfolgen – eigentlich auch ein paar zu viele. Vergleicht man die Filler von Cutie Honey und Sailor Moon, bleibt bei Honey dennoch mehr Inhalt übrig – auch wenn einige Filler in Sailor Moon gar nicht so schlecht waren. Diese Serie ist inhaltlich schwer zu beurteilen, aber Toei hat hier gefühlt schon viel eigenes reingepackt – was aber nicht nur unbedingt schlecht ist.

Charaktere

Honey redet die ganze Zeit nur von Liebe und ihrem Vater. So viel, das es irgendwie schon nervig wird. Charakterlich ist sie aber kaum anders als in den anderen Serien, sie bleibt meist immer die selbe. Seiji, der olle Detektiv, ist erst nur ein recht lächerliches Comic Relief – aber mit der Zeit kann man ihn tatsächlich ernst nehmen. Die ganzen Mitschüler von Honey sind ähnlich doof bis freundlich, aber Seira und Prinz Twillight sind tatsächlich neue Charaktere für diesen Anime. Seira ist unglaublich nervig, eigentlich ist ihre Form als Misty Honey normalerweise auch Teil von Honey – aber unsere Protagonistin braucht doch eine sexy Rivalin. Das ganze Geheule mit ihr war aber so nervig, das Prinz Twilight das nur noch getoppt hat und beide Mädchen ausgenutzt hat, ohne Ende natürlich. Die beiden waren ja auch irgendwo interessant, aber da keiner von beiden wirklich überlebt – egal. Ich hab hier aber keine tiefgründigen Charaktere erwartet, ganz ehrlich. Die Bösewichte sind einfach nur von Bosheit zufressen, was sie einfach langweilig macht. Sister Jill hat mir da selbst in Universe mehr gefallen, sie zur Inspektorin zu machen war eine interessante Idee. Aber hier sind die Panther Claw einfach nur die Bösen, aber besondere Bösewichte braucht ein Shoujo-Anime halt nicht. Von Honey Vater will ich gar nicht erst anfangen, der Kerl war auch nur ein Grund für sie weiterzukämpfen. Aber Toei hat tatsächlich sein Bestes gegeben, auch wenn die Vorlage da sicherlich nicht so viel hergibt.

Zeichnungen & Animationen

Ganz ehrlich – Cutey Honey steht der Sailor Moon-Look durchaus. Allerdings sieht man hier schon sehr viele Angewohnheiten und Dinge, die man eben auch von diesem Künstlerteam gewohnt ist. Würde ich Sailor Moon nicht kennen, fände ich die Zeichnungen vielleicht sogar schöner. Die Designs von Seira und Prinz Twillight sehen tatsächlich gar nicht mal so unkreativ aus, auch wenn Seira nur eine umgekehrte Honey ist – normal kurze Haare, verwandelt lange Haare. Ansonsten sollten aber nahezu alle Designs einfach nur für die Serie angepasst worden sein, auch die ganzen Honey-Formen. Von einer über 20 Jahre alten Serie verlange ich aber nicht, dass sie super toll animiert ist. was in der Zeit möglich gewesen wäre weiß ich nicht, aber es gibt hier keine Folge die total mistig aussehen. Am Opening der Serie hätte man in den drei Versionen trotzdem etwas mehr ändern können, als ein paar Zwischensequenzen. Aber das ist schon meckern auf hohem Niveau.

Musik & Synchronisation

Ich schaue mittlerweile nicht mehr viele Anime mit Dub, weil ich an dem Thema deutsche Synchros bei Anime nur noch sehr wenig Interesse habe – einfach weil mittlerweile zu viele Serien lizenziert werden und da auch einige Dubs entstehen, die nicht besonders gut sind. Cutey Honey hat aber tatsächlich einen überraschend guten Dub – es wurde zum Beispiel sehr darauf geachtet, alle Honeyformen anders klingen zu lassen. Man hat sich auch beim Dub stark an Sailor Moon orientiert – aber ohne die selben Sprecher zu benutzen, nur die Dialoge klingen extrem wie Dinge die auch Takeuchi schreiben würde. Viele Nebenrollen und auch wichtige Charaktere sind ziemlich gut besetzt – aber keine Ahnung warum David Nathan hier auf Prinz Twilight besetzt wurde. Ernsthaft, der Kerl wirkt hier so überbesetzt, das ist eine Serie weit unter seinem Niveau – auch wenn er trotzdem gute Arbeit geleistet hat. Insert Songs sind auf Deutsch eingesungen worden und sogar Opening und Ending sind es auch. Das ist mehr Arbeit, als man sich heutzutage bei Dubs macht. Es ist schon fast tragisch, wie sehr diese Serie in Deutschland gefloppt ist – das Potenzial für CDs und Merchandise war hier eigentlich absolut gegeben. Würde man sich heute noch so viel Arbeit an Dubs machen, würde ich wahrscheinlich auch mal eine falsch besetzte Sprecherin akzeptieren. Wir zählen übrigens zu den wenigen Ländern, die diese Serie überhaupt gedubt haben. Bis es eine vollgesubbte Version zu dieser Serie gab, sind auch ein paar Jahre vergangen. Aber na ja, ist halt wie es ist.


Na ja, Cutey Honey F hat einiges an Potenzial durch sehr matschige und kitschige Dialoge verloren, ansonsten hätte ich vielleicht eine richtig hohe Wertung gegeben. Ein paar Charaktere hatten halt eine nicht unbedingt gut ausgearbetete Backstory, Charaktere werden einfach wiederbelebt und von den 39 Folgen hätte man sicher neun Stück weg lassen können. Aber für das Konzept und die Idee hinter Cutey Honey ist das eigentlich eine Länge, die ziemlich gut ausgelegt ist. Natürlich ist hier auch das Problem, das die Zielgruppe leider Shoujo ist. Eine richtig reife und erwachsene Serie hätte bestimmt auch mit diesem Aussehen funktioniert, aber ich kann diesen Ableger auch nicht wirklich hassen. Einen gewissen Charm hat diese Serie schon, weswegen ich ja auch so lang durchgehalten habe. Der Ruf als billige Sailor Moon-Kopie ist dennoch bösartig, auch wenn der selbe Cast an Hintergrundmenschen eben auch sehr dazu beiträgt das sich diese Serie ein bisschen nach der Kämpferin der Liebe anfühlt. Cutie Honey verliert nämlich gelegentlich auch und hat es eben nicht immer einfach – aber Seira hätte vielleicht nicht sein müssen, da hätte es eine andere Lösung gegeben. Trotzdem war ich zufrieden und drücke durch gewisse Nostalgie und Charm ein Auge bei der Bewertung zu.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Cutey Honey F – Review

  1. Ich kenne sogar den Cutie Honey Realfilm(!) der tatsächlich ganz lustig ist (Einer der Bösewichte stellt sich dort mit einer Song-Nummer vor XD) Interessant das Magical Girls Huetzutage eher in Gruppen auftreten: Sailor Kriegerinnen, Do-Re-Mi Hexen, früher mit Cutie Honey galten MG Serien eigentlich nur als „Einzel-Kämpferinnen“-Reihen, irgendwann galt das aber dann wohl als obsolet ^^ Ich fand BAZOOKA-Honey genial, aber ja: Nach Sailor Moon wirkte die Serie ein wenig zu kitschig (Vor allem für mich als Kerl) so war das eher eine Rand-Serie. Go Nagai selber aber war schon ein seltsamer Kauz XD

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