22/7 – Review

Sieht aus wie K-On!, ist aber bei weitem nicht so herzwärmend. Warte, wo kommt die Wand her?

Idol-Anime gibt es mittlerweile zu Hauf, Sunrise hat mit Love Live ein riesiges Franchise erschaffen, A1-Pictures hat Idolmaster gemacht, Satelight erschuf AKB0048 sowie Symphogear mit Mecha-Elementen und Troyca hat mittlerweile auch mit seinen Boys Idolish7 am stecken. Das sind Konzepte, die ziemlich schnell funktionieren, auch wenn es immer Original-Anime ist. Mit 22/7 hat A1 aber noch eine neue Serie gestartet, Musik von dieser Gruppe gibt es bereits schon und viele Dinge dieser Serie basieren wohl auf wahren Begebenheiten, die den Seiyuus selbst passiert sein sollen.

Story

Aus dem Nichts bekommt Miu Takigawa irgendwann einen Brief, an einem völlig neuen Idol-Projekt teilzunehmen. Sie will das was sie bekommen hat kaum glauben und fährt dann zu dem Ort an dem sie eingeladen wurde. Dort trifft sie sieben weitere Mädchen, denen genau die selbe Sache zugeschickt wurde. Eine Wand die Befehle ausspuckt, entscheidet über die Dinge die mit der Gruppe passieren. Somit beginnt die Karriere von 22/7, die durch diese entscheidende Wand kontrolliert und beobachtet wird.

Klingt jetzt erstmal sehr komisch, oder? Als wir die erste Folge gesehen haben, zog sich sicherlich bei uns allen eine misstrauische Augenbraue hoch. So eine entscheidende Wand ist aber auch nicht neu, so etwas gab es bereits schon in AKB0048. Allerdings wird hier nicht gekämpft, sondern eine normale Karriere angefangen und das Leben der Mädchen beleuchtet. Wie soll man das genau beschreiben, gewisse Dinge sind hier bis zum Ende sehr mysteriös und geheimnisvoll gehalten. Alles was die Idolgruppe selbst angeht, läuft auch relativ normal für eine solche Serie ab. Ich hatte damit auch keine großen Probleme, selbst als die Wand gegen Ende eine doch eigenartige Entscheidung getroffen hat. Was mich aber tatsächlich gestört hat, waren die teilweise doch sehr vorhersehbaren Hintergrundgeschichten der Mädchen. Alle acht bekamen eine Folge Platz, Nicole als letzte und der Rest eben noch weit davor. Da hat die eine eben eine große Familie, die andere hat ihre Mutter zur Geburt verloren und ich könnte euch bei den Charakteren noch so viel erzählen, aber diese Serie wird auch sehr von seinen Charakteren getragen. Für meinen Geschmack war die Serie auch ein wenig zu durchgeplant und die Erwachsenen in dieser Serie treffen schon einige, sehr seltsame Entscheidungen aus meiner Sicht. Wirklich schwer zu verstehen ist diese Serie nicht, aber ein paar Fragen lässt sie zum Ende doch offen.

Charaktere

Acht Mädchen, die aber eigentlich nicht so kompliziert sind. Miu als Protagonistin ist sehr ruhig, traut sich oft nicht laut zu reden und weiß auch gar nicht ob sie als Idol überhaupt geeignet ist. Sie spielt aber gut Klavier und das wird auch in mindestens einer Folge mal richtig genutzt. Nicole wirkt erst wie eine Tsundere, ist aber sehr ehrgeizig und talentiert, hat auch Gründe die Protagonistin anzuzicken – auch wenn das von Anfang an nicht ganz klar ist. Sakura ist als die süße Blonde dann eigentlich eher das Mädel aus dem Ausland, die nur dazu kam weil sie nach Japan mag und ihre Oma von da kam. Akane ist ein bisschen wie ein Roboter (ein bisschen wie Yuki Nagato), Ayaka wirkt eher kalt, Reika als Leaderin hat früh ihre Mama verloren und Miyako ist die quirlige aus der Großfamilie. Als einzige fehlt da nur noch Jun, die wie alle anderen auch eine eigene Folge bekam. Mein großer Kritikpunkt bei ihr ist aber, wie vorhersehbar ihre Hintergrundgeschichte war. Jahrelang krank, oft im Krankenhaus und lernt da eine Freundin kennen. Ich saß beim Schauen da und hab nur gesagt – wetten, das Mädel stirbt? Na, ratet mal wer am Ende Recht hatte. An der Stelle war ich schon enttäuscht, da hatten die anderen Mädels doch etwas bessere Geschichten zu bieten. Jun wurde dann zwar wieder gesund, aber zufrieden war ich damit nicht.

Der Wand werde ich jetzt keinen ganzen Absatz widmen. Stattdessen möchte ich auf den einzigen, wichtigen Nebencharakter dieser Serie eingehen. Manager Gouda war tatsächlich sehr unterhaltsam zu sehen, als Manager der Mädchen und der Kontrast zwischen Aussehen und Persönlichkeit. Man muss sich einen riesigen Mann, der ordentlich Muskeln hat vorstellen, der zwar sehr streng wirkt – aber dennoch ein ganz lieber im Herzen ist. Einen halbwegs interessanten Manager in solchen Anime gibt es selten und darüber war ich hier schon froh.

Zeichnungen & Animationen

Die Charakter-Designs der einzelnen Mädchen wurden von sehr vielen verschiedenen Zeichnern entworfen, Yukiko Horiguchis Stil erkennt man aber allein an Miu und auch im gesamten wieder. Sie hat an einigen KyoAni-Serien mitgearbeitet, sowie unter anderem auch an K-On! Ein Herr von Type Moon war dabei, irgendjemand der was mit Bakemonogatari zutun hatte und eben noch eine ganze handvoll Leute. Normalerweise sagt man, viele Köche verderben den Brei, aber an und für sich ist das hier von den Zeichnungen her in Ordnung. Die Designs der blauen Uniformen sind eigentlich ein Stückchen zu simpel, aber damit kann ich hier fast leben.

Von den Animationen her hat man hier das selbe Problem, wie in manch anderen Idol-Anime. Die CG bei den Songs sieht ehrlich sogar noch schlimmer aus als in Love Live, alles wirkt sehr roboterhaft und auf einmal sind alle Figuren dabei auch richtig dünn. Zwar sahen die Teile die gezeichnet waren gut aus, aber nun ja. Zumindest fand ich die Hintergründe in der Regel sehr schön.

Musik & Synchronisation

Bei so einer Serie ist Musik doch sehr ausschlaggebend, machen wir uns nichts vor. Meistens sind die Melodien und Harmonien sehr einfach gehalten, aber schlicht ist ja eigentlich auch nicht schlecht. Man muss auch dazu sagen, dass ich die Gruppe vorher nicht gekannt haben und nicht wusste was auf mich zu kommt. Aber meine Ohren wollten nicht schreiend davon laufen, das ist schon mal was gutes. Auch die immer wieder wechselnden Endings, die von einzelnen Charakteren gesungen wurden, waren interessant zu hören. Aber ich bin jetzt auch noch kein großer Fan dieser Gruppe.

Bei der Synchronisation war ich sehr erstaunt. Viele der Mädchen reden ziemlich normal und Miu hat eine unerwartet tiefe Stimme. Es ist mal eine deutliche Abwechslung zu den Idol-Titeln, die man so in der Regel mit den Sprecherinnen kennt. Ganz normal redet da sicher keine, aber es wirkt wesentlich natürlicher als ich es sonst gewohnt bin.


Ich spreche bei dieser Serie schon von einigem, versenkten Potenzial. Einige interessante Ansätze waren auf jeden Fall da, aber leider waren viele Dinge leider etwas zu vorhersehbar. Eine Fortsetzung würde ich zwar schon schauen, aber ich würde jetzt keine große Empfehlung aussprechen. Wer Titel wie AKB0048, Love Live oder andere Idol-Anime mag, wird das hier bestimmt ganz gut finden. Hier und da fand ich manche Dinge aber doch zu berechnend, was vor allem die Charakter-Episoden anging. Zwar hatten die Charaktere untereinander fast alle nie wirklich vor der Gruppe miteinander zutun, aber das hätte man vielleicht noch ein klein wenig anders lösen können. Ist von den Serien aus der aktuellen Season aber noch der Titel, den ich mit am liebsten verfolgt habe und das ist zumindest durchaus was positives.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „22/7 – Review

  1. Klingt sehr nach Idol-Slice of Life, nicht verwerflich aber es würde mich definitiv kein Stück reizen diese Serie zu schauen. K-On ja, warum werden denn nichtmal interessantere Figuren da reingebaut? Man sollte das ganze vielleicht mal zynischer darstellen, so von wegen erfolgsdruck, abnehmen und anstrengen und so weiter. Deine Wertung spiegelt die review perfekt wieder ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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