JoJo’s Bizarre Adventure: Diamond Is Unbreakable (Part 4) – Review

Es hat mir weitaus mehr gefallen, als erwartet.

Seit Anfang des Jahres sprinten Shima und ich durch das JoJo-Universum, haben viel skurriles gesehen. Part 1 war noch irgendwie Standard-80er-Kram mit unerwarteten Ende, Part 2 war sehr viel mit Kämpfen, Part 3 war eine lange Reise und Kämpfe – aber alles im selben Universum. Part 4 dagegen ist doch ein bisschen anders, wenn auch trotzdem vertraut. Ursprünglich wollten wir sogar mal mit dieser Serie anfangen, aber wenn man das Verständnis der anderen Serien mitbringt, macht es doch noch etwas mehr Spaß. (Spoilerwarnung, an dieser Stelle)

Story

Wir schreiben das Jahr 1999: 11 Jahre sind nach dem verzweifelten Kampf gegen Dio in Ägypten vergangen. Jotaro trifft sich mit Josuke Higashikata, dem unehelichen Sohn seines Großvaters Joseph Joestar. Er findet heraus, dass sich eine neue Bedrohung in Morioh City aufhält: Der Bow und Arrow.

Diese Beschreibung ist ganz schön kurz gefasst, aber tatsächlich richtig. Der Pfeil und Bogen sind dazu in der Lage, Menschen ohne Stands einen eigenen Stand zu geben. Das sorgt halt mit diversen Kriminellen in der Stadt für Probleme, aber ich war am Anfang teils aus anderen Gründen skeptisch. Der nun Ende 20er-Jotaro trifft auf seinen wesentlich jüngeren Onkel und erzählt ihm sehr direkt wer sein Vater ist. So halt wie: „Joar, du bist der uneheliche Sohn meines Opas, die drehen bei uns schon alle durch, musste mir das mal angucken“ und Josuke entschuldigt sich erstmal dafür, dass er existiert. Das hat mich schon mal Stirn runzeln lassen, aber Araki macht sich hier schnell mit seiner Vergesslichkeit bemerkbar. Denn Josukes Opa stirbt relativ früh bei einem Zwischenfall mit einem Stand und Josukes Stand ist in der Lage andere zu heilen. Allerdings war er nicht in der Lage, seinen toten Opa zu heilen. Jotaro sagt dort halt, mit einem Stand kann man niemanden ins Leben zurückholen – aber das stimmt nicht. Jotaro hat seinen eigenen Opa am Ende der letzten Serie wieder zurückgeholt. Das widerspricht sich einfach total, wie konnte das damals keinem Redakteur aufgefallen sein?

Gerade die erste Arc beinhaltet einzelne Folgen, in denen Josuke erstmal seine Freunde kennengelernt, andere Stand-Nutzer und alles ist schon fast alltäglich. Ich mag das, das Zusammenspiel funktioniert doch ganz gut. Manche Folgen waren zwar wirklich etwas seltsam (die Restaurant-Folge nur als Beispiel), aber gerade wenn Kira ins Spiel kommt, geht es so richtig los. Teilweise gibt es sogar Gefühle von Hoffnungslosigkeit, diesen Serienmörder irgendwie aufzuhalten. Manchmal war er sogar richtig sympathisch, aber gegen Ende der Serie gibt es eben doch ein paar Fillerfolgen die doch etwas langatmig waren. Man kann tatsächlich ein bisschen miträtseln und die letzte Fähigkeit von Kiras Stand Killer Queen macht es mit dem Zeit zurückdrehen nochmal richtig interessant. Gelegentlich hätte ich auf ein paar Folgen verzichten können, aber die waren gerade für bestimmte Charaktere auch nicht unwichtig. Bei Part 4 gab es auch immer wieder mehrteilige Folgen, was die Vorgänger nicht so steil betrieben haben. Ich war teilweise extrem skeptisch, ob das alles so funktionieren würde wie es halt am Ende war. Aber ich wurde inhaltlich teilweise sogar richtig überrascht, wenn auch ein paar kleine Logiklücken immer da sind.

Charaktere

Part 3 hatte ja schon einige Charaktere, aber das hier übertrift es noch bei weitem. Ich mag Josuke, sein Komplex mit den Haaren finde ich leicht übertrieben, aber er ist eine gute Mischung aus hau drauf und netter Mensch. Sein später bester Kumpel Okuyasu ist nicht unbedingt der hellste, aber die beiden sind schon ganz nett drauf und es gibt ja sogar noch einen weiteren „Jo-Bro“. Koichi ist so dieser typische, sehr kleine und schüchterne Mitschüler, den ich aus Joke schon immer gern Yugi genannt habe. Ich bin mir sicher, Takahashi hat sich bei der Erstellung von Yugi an ihm inspirieren lassen. Koichi ist zwar mit seinem Stand nicht so krass cool wie ein Yami Yugi, aber er hat eine wichtige unterstützende Rolle und ist tatsächlich für was zu gebrauchen. Ich werde hier jetzt nicht alle Charaktere nennen können, aber ich nenne hier jetzt zumindest noch Rohan, ein Mangaka der schon manchmal leichte Psycho-Tendenzen hat und viel mit Koichi zutun hatte. Er war … interessant, aber sein Tod wird nach dem dritten Timeloop nicht emotionaler. Er ist schon stark bescheuert, aber auf eine positive Art und Weise. Ach ja, Kira wollte ich hier noch nennen. Er stellt sich später als der große Antagonist raus und will eigentlich nur ein normales Leben führen. Werden seine Fingernägel aber länger als 30 cm, muss er einfach irgendjemanden umbringen. Kira hatte sehr strange Ticks, aber ich war tatsächlich froh als er Shigekiyo umgebracht hat. Zur Erklärung – Shigekiyo war an sich nur ein Nebencharakter der mal mit Josuke und Okuyasu zutun hatte, mit seinem Stand Geld machen konnte und ansonsten unglaublich nervig war. Im Grunde war er nur ein kleiner, hässlicher Mittelschüler der Freunde wollte und halt dummerweise zum falschen Zeitpunkt in Kira reingelatscht ist. Tragisch, aber irgendwie gewann Kira da an Sympathie. Der JoJo-Mangaka Araki liebt diesen kleinen Jungen, warum auch immer.

Zu weiblichen Charakteren kann man nicht viel verlieren, diese sind hier meist nur dafür da sich in Männer zu verlieben. Yukako mit den Medusa-Haaren und den Yandere-Tendenzen für Koichi war noch interessant – aber das kann man halt nicht auf Dauer über sie sagen. Josukes Mum ist ganz cool, das Geistermädel Reimi das hilft ist einfach langweilig und sonst erinnere ich mich eh grad nicht an weitere Namen von weiblichen Figuren. Die hier sind aber schon ein Fortschritt, im Vergleich zu Jotaros Mum oder Suzie Q. Aber an Lisa Lisa kam noch keine von denen ran. Deswegen kümmern wir uns mal um wiederkehrende Charaktere – Jotaro und sein Opa Joseph. Jotaro wirkt jetzt optisch nicht mehr so schrankig, erklärt und redet viel mehr als früher und ist ebenfalls ein wichtiger Nebencharakter. Die Kombi mit ihm und Josuke war sehr cool, auch wenn die Folge wo sie eine Ratte mit Stand jagen schon sehr sinnlos war. Joseph konnte da tatsächlich mehr überzeugen, der nun 79 Jahre alt ist und echt nicht mehr fit ist. Er läuft am Stock, ist vergesslich – hatte aber ein paar sehr gute Folgen, gemeinsam mit Josuke und dem unsichtbaren Baby Shizuka, das beide gefunden haben. Von ihm hätte ich mir so gern mehr gewünscht, schade das wir ihn hier wahrscheinlich das letzte Mal gesehen haben. Aber trotz allem, ein sehr gelungener und bunter Cast, von den Persönlichkeiten her.

Zeichnungen & Animationen

Wir haben eine Blu-Ray Fassung der Serie gesehen und die war schon reichlich aufgebessert, im Vergleich zur TV-Fassung. Liegt hier wahrscheinlich dran, das man am Stück 39 Folgen animiert hat – bei Part 3 hatte man 48 Folgen in zwei Staffeln ausgestrahlt. Optisch finde ich Part 4 aber dennoch sehr gut, es hat was eigenes und die Farbpalette wird hier allein beim Himmel schon sehr durcheinander gebracht. Na ja, Farben sind bei JoJo ja nicht Canon, soweit ich weiß. Aber der Stil hier hat was eigenes und ich mag das. Klar ist der Sprung von Part 3 zu 4 eventuell etwas drastisch im Stil, aber ich finde es gut nicht immer das Gleiche zu machen. So ikonisch Part 3 auch ist, Part 4 muss sich auch hier nicht hinter seinem Vorgänger verstecken.

Musik & Synchronisation

Musikalisch haben sie sich ja schon fast übertroffen. An Stand Proud aus Part 3 kommt für mich als Opening nichts ran, aber diese Openings sind sehr spannend und interessant gewählt. Crazy Noisy Bizarre Town ist funky bis catchy, Chasing hat was sehr raues und rockiges und Great Days hat schon fast was harmonisches. Das Ending durfte Araki wieder selber auswählen und ist natürlich ein westlicher Song – I Want You von Savage Garden. Kannte den Song auch von irgendwoher, aber ich fand ihn sehr passend und auch gut das er bis Ende lief. Ansonsten gibts hier wieder einige nette BGM Sachen, vor allem Kiras Theme ist sehr, sehr episch mit den Klavier- und Orchestertönen.

Von JoJo gibt es keine deutsche Synchro, nur eine englische wenn ihr die schauen wollt. Im Vergleich zu diversen JoJo-Games hat man noch ein paar Specher ausgetauscht – so wird Koichi hier von keiner Frau gesprochen, Rohan nicht von Legende Kamiya Hiroshi (sondern wer anders) und Josuke hat wohl den intelligentesten Wechsel bekommen. Wataru Harano war ein guter Sprecher für ihn, hat aber aus meiner Sicht nicht so gut das raue und kratzige von Josuke hinbekommen. Deswegen war diese Rolle für Yuki Ono wie geschaffen – ist übrigens mein männlicher Lieblings-Seiyuu.  Sehr netter Cast an Stimmen, fand ich zumindest.


Part 4 ist im Vergleich zu allen Vorgängern wirklich etwas anders, aber das finde ich nicht schlimm. Nachfolgerserien mit neuen Charakteren haben ja leider immer das Problem, dass sie nicht an die Qualität der Vorgänger anschließen können. DIB kann sich aber sehr gut auf eigenen Füßen halten und hat seine Schwächen halt meist in seinen Fillerfolgen und Vergesslichkeiten von Araki-sensei. Aber ehrlich, ich finde das macht diesen Part noch etwas sympathischer. Deswegen würde ich sogar schon sagen, dass mir dieser Part bisher am besten gefallen hat. Hier gefällt mir einfach die Mischung ganz gut, hat sich auf jeden Fall gelohnt durchzuhalten und auch die vorherigen Serien noch nachzuschauen. Bin ja ehrlich gespannt, ob ich das über den nächsten Part sagen kann – aber das wird denk dauern, da rutschen wir wahrscheinlich nicht so einfach durch.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

2 Gedanken zu „JoJo’s Bizarre Adventure: Diamond Is Unbreakable (Part 4) – Review

  1. Schade finde ich das du erwähnst das weibliche Figuren so gut wie nicht vorkommen, außer eben als Geisel/Love Interest etc, das problem haben viele Action werke (My Hero Academia als bestes Beispiel) das finde ich immer bedauerlich. Da war Magi oder seven Deadly Sins etwas besser, ansonsten: Stand bedeutet Gabe schätze ich? Das war das einzige das ich nicht Kontext verstand ^^ Muss ein seltsamer Anime sein, irgendwann hole ich den sicher nach xD

    • Stand ist so eine Manifestation der Seele, also so ein Ding das hinter einem steht und eine bestimmte Fähigkeit hat. Jotaro hat zum Beispiel so einen großen Typen hinter sich, der ordentlich reinhaut und die Zeit anhalten kann. Josuke hat so einen, der andere heilen kann und immer so weiter. Ist etwas schwer zu erklären, aber so ungefähr funktioniert das.

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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