Mein nostalgischer Rückblick auf die The Call-Reihe

Nein, das wird kein dauerhaftes Format. Ich zieh mir gerade echt nur was aus dem Hintern.

Ja, dieser Blog ist ein Anime-Blog. Aber wie jeder sehr verschiedene Hobbys hat (und ich hab echt viele), hat der ein oder andere sicher auch Lieblingsfilme die keine Anime sind. Ich bin da auch keine Ausnahme, aber wie langweilig wäre es einen Beitrag über den König der Löwen zu schreiben, mal im Ernst. Deswegen gibt es heute einen Beitrag über meine erste, japanische Horrorfilm Triologie – The Call, auch gern One Missed Call genannt. Gemeint ist hier aber nicht das amerikanische Remake von 2008, wir sprechen wirklich von den Filmen von 2003 bis 2006. (es gibt einige Spoiler, also Achtung)

Inhalt

Der erste Film beginnt damit, das sich Yoko nach der Beerdigung ihrer Freundin Rina mit ihren Freunden beim Essen trifft. Als sie mit Yumi aufs Klo geht, klingelt Yokos Telefon auf einmal mit einem anderen Klingelton als üblich. Diesen Anruf verpasst sie, sieht dann aber das der Anruf von ihrer eigenen Nummer kommt und das auch noch zwei Tage in der Zukunft. Auf der Mailbox hört sie auch ihre eigene Stimme, ein paar einzelne Worte und danach ihren eigenen Schrei. Zwei Tage später wird sie dann von einer Brücke gestoßen und stirbt dort, während sie gerade noch mit Yumi am Telefon gesprochen hat. So kommt das ganze ins Rollen, Yumi muss bei der Polizei aussagen und danach stirbt auch schon der nächste Freund von der Uni. Über den Nummernspeicher wählt sich das ganze also weiter, Yumis Freundin Yoko bekommt statt der Mailboxnachricht sogar ein Bild und stirbt dann im Fernsehen, bei einem Exorzisten der ihr tatsächlich helfen wollte. Auch sie hat wie alle Opfer das rote Bonbon im Mund und das wird auch in den anderen Teilen immer wieder auftauchen.

Ab da an und natürlich auch schon während der Sache mit Yoko, fängt Yumi sich an zu fragen was das alles soll und trifft Hiroshi – einen Bestatter/Detektiv der auch in diese Richtung ermittelt und den Tod seiner Schwester aufklären will. Yumi leidet außerdem an einigen Phobien durch den Missbrauch ihrer Mutter und das ist hier auch noch ein Thema für die Aufklärung des Falls. Nach dem Yumi dann selbst den Anruf erhält, finden sie heraus das ein Mädchen namens Mimiko einst an einem Asthma-Anfall gestorben ist und ihre Mutter im Verdacht auf das Münchhausen-Stellvertretersyndroms (bewusstes verletzen eines Kindes, um sich dann rührend zu kümmern und die Aufmerksamkeit einer guten Mutter zu bekommen) stand. Das geht soweit, dass sie Mimikos kleine, noch lebende Schwester im Heim besuchen und dann sogar ein verlassenes Krankenhaus besuchen. Dort wird das ganze Etwas gruseliger, es gibt einige Schreckmomente und am Ende wird die Mutter der Kinder tot gefunden. So viel zumindest zum ersten Film, im nächsten Unterpunkt erkläre ich dann wie das alles zusammenhängt.

Der Film basiert übrigens auf einem Roman von Yasushi Akimoto, der in der Regel eigentlich für Lyrics von Idolbands wie AKB0048 bekannt ist, diese auch mit produziert und gegründet hat. Er schrieb die Romane zu One Missed Call 1 & 2, beim dritten Film erstellte er wohl nur die Charaktere. Bei 22/7 hat er sogar an einem Anime mitproduziert und allgemein ist der Sprung von Horror zu Idols eher seltsam. Aber warum nich, ne? So völlig fern vom Thema Anime sind wir wohl eigentlich nicht, aber wir sollten erstmal erklären wie die Filme zusammenhängen.

Wie das alles zusammenhängt und wie wirr es auch ist

Ich komme nicht drum rum, das Ende des ersten Films zu spoilern – Yumi entkommt aus dem Krankenhaus, aber nur auf einer merkwürdigen Ebene und Mimiko übernimmt ihren Körper, der Bestatter geht später nach Yumi nach schauen und bei einer Umarmung hat er dann ein Messer im Bauch. In der letzten Szene liegt er in einem Krankenhausbett, alles ist weiß und Yumi übergibt ihn das Bonbon – mit dem Messer hinter dem Rücken. Im Netz gibt es ein paar Erklärungen zu diesem Ende, aber es ist doch sehr wirr und unverständlich. Im zweiten Film erfahren wir dann aber durch die Ermittlungen einer Journalistin, das Yumi doch gestorben ist und der miesgelaunte Polizist, sowie der Bestatter/Detektiv auch. Der zweite Teil ist dann inhaltlich mit den Anrufen ähnlich, nur das man jetzt auch Anrufe für den anderen annehmen kann und scheinbar auch ein neues Geistermädchen namens Lily existiert. Diese kommt aus Taiwan, wo die Detektiv, die neue Protagonistin Kyoko und ihr Freund dann auch hinreisen. Dort erfährt man dann auch das Mimikos Opa in Tawain gelebt hat, sie durch eine Vergewaltigung entstanden ist und laut ihrer Oma eh schon immer total unheimlich war. Lily dagegen ist schon sehr lange tot, wurde in einer Miene eingemauert, ihr Mund wurde zugenäht und starb dort. Ja, so hellsehende Kinder sind halt total böse, wenn sie den Tod anderer vorrausehen können. Mir war aber auch nicht ganz klar, ob nun die Journalistin oder Kyoko hier im Mittelpunkt steht, das Ende war dramatisch – kommt aber bei weitem nicht an den ersten Film ran. Eigentlich sehe ich den zweiten Teil auch eher als trashig an, man braucht ihn nicht mal um den zweiten Film zu sehen. Aber das ist schon in Ordnung, irgendwie.

Der dritte Film ist nämlich tatsächlich gut. Er hat halt nur nicht mehr so viele Horrormomente die wirklich schreckhaft sind, hier geht es sogar eher in die Thriller Richtung. Eine Schulklasse macht ihre Abschlussfahrt nach Korea mit einem Boot, während eines der Mädels einen Anruf bekommt. Hier läuft alles noch relativ ähnlich, das Mädel verläuft sich auf einem Markt in Korea und stirbt dann. Wir als Zuschauer sehen aber ein anderes Mädchen, das mit Freuden daheim am Computer sitzt, dabei zusehen kann und genießt wie dieses Mädchen stirbt. Der nächste Tod passiert dann mit einer Nachricht – schick das weiter, oder stirb. Quasi die Neuheit dieses Films, die der erste Junge aber völlig missachtet und dann tatsächlich stirbt. Diese Nachricht kann nämlich nur an richtige Adressen weitergeschickt werden (E-Mails sind in Japan eher Ding, als Anrufe), womit jeder der Schüler bei der Nachricht entscheiden muss – wem schicke ich das oder sterbe ich selbst. Protagonistin Emily und ihr taubstummer Freund aus Korea können am Anfang gar nicht so viel machen – bis sie erfahren das Asuka hinter der Sache steckt. Hinter der Geschichte dieser Klasse steht nämlich der Schatten einer sehr extremen Mobbinggeschichte, die erst Emily und dann später (S)Pam/Asuka gemobbt haben, nach dem Asuka Emily beschützt hat. Das ganze geht soweit, das Asuka sich aufhängen wollte, es aber überlebt hat und eigentlich im Koma liegt. Wie sie also diese Nachrichten verschickt? Mimiko sitzt daheim vor ihrem Rechner und nutzt das Internet. Dort kommt die Reihe dann zum Abschluss, nicht so gruselig und bizarr wie die anderen Filme, aber doch sehr schlüssig. Dieser Teil hat mir wirklich sehr gefallen.

Deutsche Synchro und wie ich dazu kam

Ich habe diese Filme damals im Fernsehen gesehen, was ungefähr 2009 gewesen sein muss. Sprich, ich habe heimlich nachts mit 13 FSK16-Filme gesehen. Sehr rebellisch – nein, nicht wirklich. In diesem Fall habe ich aber mal keine Version mit Untertiteln, sondern eine synchronisierte Fassung aller Filme gesehen. Der erste Film klingt für mich wie eine typische Kino-Synchronisation, auch wenn hier schon sehr viele deutsche Sprecher eingesetzt wurden, die man auch in Anime hört. Ghadah Al-Akel als Yumi kannte ich vorher noch nicht, aber ihre Stimme hab ich trotzdem wahrscheinlich schon öfter irgendwo gehört. Giuliana Jakobeit (Mimi aus Digimon) spricht hier zum Beispiel Yoko und man hört auch eine Rubina Nath und andere bekannte Sprecherinnen öfter als Nebenrollen (ja, auch Antje von der Ahe als Krankenschwester). Die Synchronisationen sind hier nur leider sehr unvollständig eingetragen, was mich bei solchen Filmen aber vielleicht auch nicht wundert. Selbst die Studios sind meistens nicht eingetragen, wobei ich vermute das alle Filme in Berlin oder München synchroniert wurden. Ich bin auch froh, hier nach Jahren eine anständige Synchronisation zu hören. Eine lieblos runtergeratterte Vertonung hätte so einem Film, der viel mit Bild und Tönen spielt, nicht gut getan.

Der zweite Film ist übrigens noch schlechter archiviert, was seine Sprecher angeht. Nur zwei Sprecher sind eingetragen und das sind Tanya Kahana als Madoka (vergesst den Charakter ruhig, die ist eh kaum relevant) und interessanterweise Tommy Morgenstern als Naoto. Nicht das ich was gegen Herrn Morgenstern hätte, abseits von Dragon Ball Z hör ich seine Stimme echt gern. Aber irgendwie kommt er mir hier schon fast verschwendet vor, um ehrlich zu sein. Ich hätte ihn dann doch lieber in Film 1 oder 3 gehört, aber nicht im zweiten der echt nicht so gut ist. Die meisten anderen Sprecher sind hier sonst gut, aber ohne Namen kann ich hier niemanden besonders anmerken. Und selbst ich erkenne nicht jeden Sprecher, auch wenn ich ein gutes Gehör dafür habe. Während Teil 1 und Teil 2 jeweils 2006 und 2007 rauskamen, ist The Call 3 erst relativ spät 2009 hierzulande erschienen. Drei Jahre Differenz ist hier zwar Standard, aber heutzutage sollte das vielleicht nicht mehr so lang dauern. Soweit ich die Termine überblicke, hab ich diesen Film auch in deutscher Erstausstrahlung gesehen und hier ist die Liste der deutschen Sprecher auch endlich mal weitestgehend vollständig, auch wenn ich eher das Gefühle habe auf die Liste einer deutschen Anime-Synchro zu schauen.

Emily, Protagonistin des dritten Films, wird von einer relativ tief sprechenden Rubina Nath gesprochen – im Kontrast dazu hört man bei Asuka eine Marie-Luise Schramm die ich eigentlich sonst nie gern höre, aber hier gefällt sie mir sogar sehr gut. Ich werd hier jetzt nicht auf alle Rollen eingehen, weil es eine ganze Schulklasse ist – aber Namen wie David Turba, Konrad Bösherz (die beiden verwechsel ich auch gern mal, so stimmlich), Julia Stöpel, Anita Hopt, Yvonne Greitzke und Luisa Wietzorek sollten dem einen oder anderen denke ich was sagen. Diese Synchronisation funktioniert einfach und das sollte sie bei einem solchen Film auch.

Merkwürdige Adaptionen

Neben den Filmen gibt es noch andere Adaptionen der Chakushin Ari-Novel, auf die ich hier mal kurz eingehe. Als erstes gäbe es hier eine Serie mit zehn Folgen, die 2005 in Japan erschienen ist. Dazu weiß ich nicht viel, da es nur wenige Informationen gibt und ich auch keine Ahnung habe ob es eine Version mit Untertiteln dafür gibt, In chronologischer Reihenfolge gibt es dann noch einen Manga, der 2007 erschienen ist. Diesen habe ich vor Jahren gemeinsam mit meiner Gruppe übersetzt, fragt mich aber bitte nicht wie gut diese Übersetzung gealtert ist (die Sortierung der Seiten war auch leicht falsch, soweit ich mich erinnere). Zeichnerisch war der Manga in Ordnung, aber es gab sehr wenig Hintergründe und die Stimmung wird auch nur sehr schwer eingefangen. Von einer Adaption möchte ich euch aber abhalten, sie anzusehen – Tödlicher Anruf ist ein amerikanisches Remake aus 2008 und ist wirklich übel. Dann doch lieber den zweiten Film der Triologie öfter schauen, als diesen Film.

Muss man diese Filme gesehen haben?

Nicht wirklich, wenn man bessere Horrorfilme kennt und es gibt sicher auch bessere japanische Filme sowie Serien. Trotzdem finde ich den Aufbau dieser Filme ganz nett und mit den relativ heftigen Themen die teilweise vorkommen, wird auch ordentlich umgegangen. Wirklich aktuell sind diese Filme mit den alten Handys ja auch nicht mehr, aber wer weiß was ich in zehn oder zwanzig Jahren über diese Filme sage. Ich finde zum Beispiel auch sehr interessant, das es heute noch Leute gibt die Angst vor diesen Filmen haben. Vor ein oder zwei Jahren haben Shima und meine Freundin Mizu nämlich was gemacht, das man eigentlich nicht machen sollte. Mitten im Mc Donalds, gegenüber einer japanischen Familie, hat sich Mizu den Klingelton dieses Films eingestellt und Shima hat sie angerufen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie leise es am Tisch gegenüber wurde, als Mizu an das Telefon ging und angstverzerrt (gespielt) der anderen Seite geantwortet hat. Die japanische Familie ist sofort aus dem Restaurant gegangen und ich will die beiden heute noch für diesen Streich schlagen, aber anscheinend kennen mehr Leute diese Filme als ich geglaubt habe.

Ich mag halt auch die schauspielerische Leistung der meisten Darsteller, Untermalung der Musik, meist doch sehr anspruchsvolle Themen und die meistens gut gesetzten Schockmomente. Würde ich einem Kind nie zeigen, aber ich habe mit dieser Reihe auch heute noch Spaß. Vielleicht würde ich auch gern einen Anime dazu sehen, aber man müsste sicherlich einiges umschreiben und verändern, damit es heutzutage funktionieren würde. Schaut also ruhig mal rein, schaltet aber vorher euren Kopf ab.


Heute kein fettes Zitat – sondern Links wo ihr die Filme herbekommt. Ich habe damals die Triologie im Schuber gekauft, die Filme könnt ihr aber auch einzeln kaufen. Meistens eher gebraucht, aber bestimmt auch hier und da neu. Von einem Streamingdienst mit den Filmen weiß ich nix, deswegen verzichte ich hier darauf. Viel Spaß, wenn ihr reinschauen wollt.

Einzel-DVDs – 1 | 2 | Final

Komplette-Triologie – 1-3 im Schuber

2 Gedanken zu „Mein nostalgischer Rückblick auf die The Call-Reihe

  1. Klingt für mich nicht wirklich interessant, ich glaube immer Technik ist einfach nicht so gruselig. handys, oder auch Internetseiten („Unfriended“ oder „Unknown user“) haben einfach keinen Vibe bei Horror für mich. Je simpler der schrecken (Open Water oder CRAWL) desto effektiver bei mir, aber schön das du mal von der üblichen Formal abweichst. Es gab doch auch mal auf der Wii ein Spiel namens „Calling“ ob das angelehnt ist?

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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