Daily Butterfly – Review

Schon ziemlich banal, aber doch ganz knuffig.

Shoujo-Manga gibt es am deutschen Manga-Markt so viel wie Sand am Meer. Ist traurig, aber leider Realität. Daily Butterfly hat sich aber von der Optik leicht abgehoben und sah zumindest etwas anders aus. Das ich aber eher mäßig begeistert bin, sollte wohl schon jetzt klar sein.

Daily Butterfly handelt von der hübschen Suiren Shibazeki, die bereits in ihrer Grundschulzeit alle Aufmerksamkeit der Jungs auf sich zog. So beschloss sie, sich nach Abschluss dieser, eine Mittelschule nur für Mädchen zu suchen. Doch auch dort stand sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Schließlich entschied sich Suiren, wieder eine gemischte Schule zu besuchen. Eines Tages wurde die jetzt schüchterne und ruhige junge Dame erneut von einigen Jungen angebaggert. Plötzlich schritt der ebenfalls ruhige Karate-Schüler Kouha Kawasumi ein und „beschützt“ sie vor diesen. Doch wie wird die Geschichte der beiden von nun an weitergehen …?

Romanzen leben meistens entweder von ungewohnten Pärchenkombinationen, einer gute Würze Comedy oder das Drama ist gut. Manchmal kommen da noch andere Elemente hinzu, hier gibt es aber keine Fantasy-Elemente, also fällt das weg. In der Regel mag ich so Geschichten, die auch mal etwas seichter und alltäglich sind. Das kann eine willkommene Abwechslung sein, gerade weil viele Shoujo-Titel immer etwas schneller voran gehen und das Pärchen öfter extrem schnell zusammen sind. Daily Butterfly geht das aber ein bisschen anders an und bremst mit dem Tempo runter. Soweit runter, das man das Gefühl hat, man ließt einen Manga in Zeitlupe. Die Dialoge und gelegentlichen Gefühlsbeschreibungen sind zwar relativ nett geschrieben, lösen nach ein paar Bänden aber eher ein Gähnen bei mir aus. Suiren ist schüchtern, Kawasumi ist schüchtern. Die beiden sind nicht exakt gleich, aber teilweise extrem ähnlich in der Art wie sie sich verhalten, was aber auch für Mistverständnisse sorgen kann. Aber eher so kleine Probleme, bei der ein Erwachsener etwas mit den Augen rollt. Ich kann euch hier nicht mal ein großes Beispiel nennen, aber meistens liegt es nur an der fehlenden Kommunikation – die beide halt mit ihren Persönlichkeiten nicht haben.

Generell hätten zwei schüchterne Charaktere funktionieren können. Es gab am Anfang auch eine Rivalin die auf Kawasumi scharf war und am Ende auch jemanden, der auf Suiren stand. Aber mal ehrlich, keiner von denen war so einschüchtern oder „bedrohlich“, das er hier etwas an der Beziehung oder der entstehenden Beziehung der beiden hätte ändern können. Gleich und gleich gesellt sich gern, ist hier wirklich ganz groß geschrieben. Nur ist es hier halt auch ein Problem – zwei Charaktere die sich zu ähnlich sind, können einen sehr schnell langweilen. Klar ist Suiren mit ihrer Verpeiltheit schon süß und Kawasumi ist immer sehr ehrgeizig mit Karate. Aber ich könnte euch keine anderen Charakterzüge der beiden nennen, es ist einfach nicht viel hängen geblieben. Diese Serie plätschert einfach vor sich hin, die beiden kommen sich nach und nach näher und das wäre ja auch ok – aber es ist einfach viel zu langsam. Aus diesen zwölf Bänden hätte man genauso gut auch acht Bände oder sechs machen können. Es hätte keinen großen Unterschied gemacht, man hätte einfach nur ein paar Sachen streichen müssen und es wäre trotzdem soweit in Ordnung gewesen. Von Nebencharakteren kann ich euch an der Stelle auch nicht besonders viel erzählen. Andere Schüler existieren, sie sind ganz nett, aber das war es halt auch schon. Auch hier bleibt kein Name hängen, auch nicht der von der Rivalin oder dem Jungen der am Ende auf Suiren stand.

Was für diese Reihe aber spricht, ist die Optik. Am Anfang dachte ich – nee, die Zeichnungen wirken doch sehr simpel. Aber wenn man hier genauer hinschaut, sind da doch einige Details die man auf dem ersten Blick vielleicht übersehen hat. Im Manga hat man auch nicht besonders viele Hintergründe, es stehen halt immer sehr die Figuren im Vordergrund. Von den Covern ohne Hintergrund brauche ich denk nicht reden, ist nicht sehr kreativ. Schön ist aber, dass man immer andere Figuren auf den Covern hat. Bei vielen Romance-Manga kenne ich es so, das immer nur die beiden Hauptfiguren auf dem Cover sind. Hier sieht man aber alle mal, die irgendwo mal relevant waren. Zu der Übersetzung kann ich nicht viele Worte verlieren, mich hat nur etwas geärgert was sicherlich ein Einzelfall war. In den zwölf Bänden waren immer Kalenderblätter mit den Covern drin, ohne Jahresangabe in dem Fall. Ich hatte mir Band 4 in einem Thalia gekauft, aber zu spät gesehen das mir ein Kalenderblatt fehlt. Also habe ich Altraverse angeschrieben, das Impressum des Bandes mitgeschickt und hätte theoretisch Ersatz bekommen. Da ich das ganze aber einen Monat später gemacht habe als Band 5 rauskam, haben sie mir das Kalenderblatt von Band 5 einfach nochmal geschickt, obwohl auf dem Bild eindeutig das Impressum von Band 4 zu sehen war. Also – ich habe keinen vollständigen Kalender und habe das am Ende auch aufgegeben. Wegen einem Extra werde ich nicht aus dem Fenster springen, aber ganz kurz geärgert habe ich mich schon.

Ich würde gerne noch ein paar positive Worte über diesen Manga verlieren – das Problem ist, er ist sonst weder besonders positiv noch negativ aufgefallen. Rein aus meiner Perspektive kann ich verstehen, warum man diesen Manga kauft. Optisch ist er doch ganz in Ordnung, macht aber auch keine besondere Entwicklung über die Bände durch. Am Anfang wirkten die Zeichnungen etwas runder, aber am Ende war das etwas weggefegt und es gab mehr Details. Ich kann hier aber auch verstehen, wenn man nach der Hälfte keine Lust mehr hat. Aber ich denke, wir schließen das ganze hier mal im Fazit ab.


Daily Butterfly ist für mich die pure Definition eines Mangas, der süß, alltäglich und seicht sein will. Wer auf so was steht, ist hier ganz genau richtig. Besondere Überraschungen wird man aber nicht erleben, dafür sind die Texte auch teilweise zu simpel geschrieben. Wem Zeichnungen wichtiger als der Inhalt sind, hat ihr auch noch recht gute Karten. Aber Leser die einfach schon einige Manga kennen, werden sich hier maßlos gelangweilt fühlen. Sicher gibts ein paar Sammler, die das hier auch schön finden. Wenn ich sinnvollere Alternativen nennen sollte, würde ich aber Manga wie Haus der Sonne nennen. Da hat man zumindest noch Themen wie Familie oder Freundschaft drin, die einem bei dramatischen Szenen nicht total langweilen. Andere Manga von diesem Zeichner werde ich sehr wahrscheinlich nicht lesen, vielleicht verkaufe ich die Reihe sogar. Oder ich werde einfach zu alt für solche Manga, wer weiß das schon.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Altraverse – in zwölf Bänden abgeschlossen

Ein Gedanke zu „Daily Butterfly – Review

  1. Klingt nach „mein erster Shojo Manga“ bzw. einen Manga für jüngeres Publikum die solche Szenarien nicht schon duzendfach und kreativer kennen. So wirkt alles leider etwas generisch, schade, aber für Freunde seichter manga sicher „ok“, gutes Fazit allemal

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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