Anime-Obsessionen

Allgemeiner Post mal wieder, weil ich mit Serien kaum voran komme.

Heute spreche ich mal über Anime-Obsessionen, aber keine Sorge – ich kopiere jetzt keine Definition, schreibe zweihundert Wörter und nenne es dann einen Beitrag. Die Definition sollte euch klar sein, wenn ihr hier drauf geklickt habt, ansonsten googlet gern nochmal. Der Grund warum ich diesen Artikel schreibe ist, weil ich öfter so Sachen wie: „Was hast du aufeinmal so mit Fate?“ lese und da tatsächlich mal Dinge ein bisschen näher erklären. Vielleicht weiß der ein oder andere wovon ich hier rede, aber vielleicht ist das euch auch ganz fremd. Schauen wie mal, ne?

Ein Hype ist nicht gleich eine Obsession

Tatsächlich sagt die Überschrift hier schon einiges – Hype ist nicht gleich Obsession. Nur weil ich eine Serie gerade mag und hype, stecke ich da noch nicht tief drin. Ich schaue da in meinem Fall zu JoJo, ich mag die Anime sehr. Aber ich hab deswegen noch nicht die Manga gelesen und bin momentan allerhöchstens an Part 6 interessiert, das noch keinen Anime hat. Was heißt das? Ich kann was feiern, aber das ist noch lang keine Obsession. Eine Obsession fängt für mich an, wenn ich mich intensiver und auch länger mit einer Serie beschäftige. Das mache ich ehrlich gesagt nicht bei jeder Serie, die ich mal gehyped habe. Ein anderes Beispiel war bei mir lange Haruhi Suzumiya. Ich hab den Anime sehr gemocht und hab auch zwei Figuren gekauft – aber nie die Light Novel oder den Manga gelesen. Sprich, das war vielleicht ein Hype, aber noch lang keine Obsession. Hypen kann man ganz viele Dinge, aber obsessiv verfolgt man primär oft nur ein paar Serien, die einem viel bedeuten. Ich glaub, eigentlich ist hier relativ klar was ich meine.

Womit es anfängt

Wenn man nicht gerade einen Originalanime ohne Manga und dergleichen mag, hat man immer die Option noch den Manga oder vielleicht auch vorhandene Spiele/Visual Novels zu spielen/lesen. Natürlich ist das jetzt nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, nicht jeder Anime basiert lose immer nur auf einem Manga, einem Game oder was auch immer – aber das ist meistens der Fall. Dementsprechend hat man oft die Möglichkeit tiefer einzutauchen, eine Geschichte vielleicht nochmal anders zu erleben und Unterschiede zu entdecken, Charaktere lieb zu gewinnen. Die Obsession fängt an, wenn man anfängt sich intensiver mit etwas zu beschäftigen und vielleicht das eine oder andere schon sehr mag. Das heißt aber halt auch nicht, das man blind bestimmte Dinge lieben „muss“. Man darf auch als Fan Dinge kritisieren, aber leider gibt es in bestimmten Fankulturen immer den Irrglauben, man darf etwas das man mag nicht kritisiieren. Wenn es danach geht, darf ich glaub keins meiner Fandoms mögen – Yu-Gi-Oh! 5D’s liebe ich seit meiner Jugend, hasse aber das was 4Kids dem Dub gemacht hat (was durch die Weltrechte dann auch auf uns zurückfällt), mag den Kuroko no Basket Anime eigentlich nur wegen den Sprechern, der Musik und kleinen Details – finde den Manga aber hundertmal besser und von Fate will ich gar nicht erst anfangen. Umso tiefer man drin ist, umso spaßiger kann es werden das auch mit anderen Leuten zu teilen, aber kommen wir direkt zum nächsten Punkt.

Wie das so aussarten kann

Fanfiktions, Fanarts, Fantheorien, Fanübersetzungen, Cosplay … es gibt als Fan so viele Möglichkeiten sich auszuleben, ich hab ja schon alles irgendwo gemacht. Ich habe meine „Arbeiten“ dann immer mit anderen geteilt und gewartet, ob andere das auch so sehen oder mögen. Wenn nicht, war das halt auch okay. Aber leider gibt es einige Arten von Fans, die eben nicht friedlich und in Ruhe eine Serie mögen können ohne das anderen kaputt zu machen. Ich hab sogar eine Liste für euch.

  • Der Über-Fan, der rumheult wenn seine Serie kritisiert wird

So eine Person kennt ja eigentlich jeder. Zu mir kommen solche Leute nicht mehr so oft (weil ich auch gut argumentieren kann), aber vor Jahren hatte ich das sehr oft. Selbst bei Serien, die ich nur ein wenig kritisiert habe. Ihr wollt nicht wissen was bei mir auf ask.fm los war, als ich die Fate-Anime durchgenommen habe. Irgendwo kann ich verstehen, das man seine Lieblingsserien auch verteidigen will – aber man sollte dabei nicht unnötig beleidigend werden. Ich mache auch gerne Scherze über bestimmte Fans, aber das geht nie gegen was spezielles und ist auch immer sarkastisch oder lustig gemeint. Ich hasse die meisten Fate-Fans die nur Zero kenenn auch, für die dummen Sprüche die sie manchmal klopfen. Aber manche merken bei ihrer Verteidigung einer speziellen Serie manchmal nicht, wie lächerlich sie sich machen. Bei englischen Usern habe ich da noch manchmal gute Argumente gelesen, aber ich brauche nur in die Kommentarsektion von Anime 2 You gehen um so richtig dämliche Leute zu sehen. Von solchen Leuten werde ich aber auch elitär genannt, weil ich Yu-Gi-Oh! mit Dub aufgrund der Zensur verweigere. Nostalgie blendet hier auch noch, aber mal ganz ehrlich – man darf Anime kritisieren wie man möchte, es sollte halt nur nicht gegen bestimmte Leute persönlich gehen oder dergleichen. Solche Fans verstehen aber auch nicht, wie eine Kritik auszusehen hat – denn da gehört auch positives rein, sonst ist es halt wirklich purer Hate im meisten Falle. Manche Über-Fans kann ich verstehen, aber man muss über manchen Blödsinn im Netz halt einfach lachen. Anders geht es oft nicht.

  • Fantheoretiker, die so tief in ihren Theorien sind, das sie den Canon verteufeln

Kann schon reichlich anstrengend sein, mit solchen Leuten zu diskutieren. Wenn man in einer Serie tief drin steckt und viel Wissen hat, sind Fantheorien eigentlich sogar sehr normal. Man sollte sich darin aber nicht völlig verstricken – oftmals muss ein Mangaka was laut Redaktion ändern oder die Animatoren im Studio mussten einfach was ändern. Ich habe die verrücktesten Theorien gelesen, die sich manchmal sogar bestätigt haben – aber der Canon ist nun mal fest. Ich mag bestimmte Charaktere auch nicht und würde sie gern irgendwie anders sehen, aber deswegen verteufle ich nicht das was ein Autor da geschrieben hat. Alles hat einen Grund, auch wenn man diese als Leser vielleicht gerade nicht nachvollziehen kann oder unfair empfindet. Oder wenn das Ship das man mag halt nicht zusammen kommt, irgendwie sowas. Manche Fantheorien sind auch sehr unterhaltsam, aber man merkt schnell wenn der Schreiber solcher Theorien sich zu sehr reinsteigert. Kein Anime-Beispiel, aber es gab da mal eine brazilianische Avril Lavigne-Blogseite die eine verrückte These aufstellte. Avril Lavigne sei 2003 gestorben, mit Begründungen und seit dem wurde sie mit einer Doppelgängerin ersetzt. Diese Theorie ging so viral, das es Leute gibt die dafür Beweise gesammelt haben und ignorieren, das Avril am Anfang ihrer Karriere 17 war und man da … vielleicht noch nicht voll entwickelt ist? Man sollte solche Sachen einfach nicht zu ernst nehmen, ist einfach so.

  • Obsessive Cosplayer, die angeblich festlegen wie ein Charakter dargestellt wird und wie nicht

Ist so das aktuellste was ich an Fandummheit teilweise lesen und sehen muss, weil Leute mit vielen Followern „glauben“, sie könnten wildfremden Leuten irgendwas erzählen. Das ist aber alles Quatsch, weil diese Cosplayer nicht die Schöpfer der Charaktere sind, die sie da cosplayen. Auch ich bin mal mit einer Darstellung nicht zufrieden und hab da auch meine Meinung – aber jeder macht an einem Cosplay was eigenes, individuell anders. Wenn man nur Selfies postet kann man das nur schwer bei einem Cosplayer beurteilen, aber ihr wisst denke ich ungefähr was ich meine. Meistens sind es sogar die kleinen, sehr unbekannten Cosplayer die etwas einzelnes richtig gut darstellen, aber trotzdem nicht beachtet werden, weil sie eben „nicht gut aussehen“ oder „nicht genug Make Up nutzen“. Jeder hat seine eigene Meinung, aber rumgiften bringt gar nichts. Ich werde ja immer als die böse Haterin dargestellt, aber in Wirklichkeit kann man sogar auf mich zugehen und mich fragen ob ich helfen kann. Nur so weit wie ich eine Serie kenne, aber ihr wisst was ich meine. Nur weil ein Cosplayer auf einem Foto gut aussieht, heißt das noch lang nicht das er etwas besser kennt als andere. Eine hohe Likezahl macht einen nicht automatisch besser und eine niedrige nicht schlechter. Frei nach dem Thema – wenn dich keine Sau nach deiner Meinung fragt, sei einfach ruhig und machs besser oder halt gar nicht. Aber jeder steckt die gleiche Liebe in etwas das er darstellt rein, wie andere. Allein weil ich selten lächle, wird mir unterstellt ich stecke da keine Arbeit rein – ja sorry, das ich auch noch irgendwo ich selbst im Cosplay bin? Aber solche Leute sind auch die, welche auf jedem Selfie gleich arrogant drein schauen. Hauptsache Fresse aufmachen, ne?

  • Fanartisten, die penetrant Drama anfangen müssen

Ähnlicher Fall wie hier bei Cosplayern – Zeichner X hat Charakter Y nicht in der richtigen Hautfarbe oder mit dem richtigen Körperbau dargstellt. Oder sein Zeichenstil ist einfach scheiße, je nach dem. Bei Zeichnern gibt es auch jede Menge Drama, Vorwürfe das man andere kopiert. Das ist alles einfach sehr lächerlich und hier können wir sämtliche Punkte des oberen Punktes anbringen. Jeder macht was anders als der andere, da gibt es nicht automatisch immer falsch oder richtig. Wenn es dann aber in Richtung Kinderpornografie, Selbstmordverherrlichung oder eben sensible Themen geht, hört bei mir auch oft der Spaß auf. Man darf Dinge darstellen wie man möchte, aber Drama deswegen starten finde ich persönlich sehr bescheuert. Kritik ist in Ordnung – aber ungefragt eben unhöfflich und Kritik ist nicht nur eine Ausrede negative Dinge auszukotzen. Immer wenn ich so was lese, sehe ich auch wie unzufrieden ein Mensch sein muss der so was schreibt. Manchmal habe ich sogar Mitleid mit solchen Leuten, aber meistens hat man da immer dieselben Idioten. Wer sich nicht helfen lässt, bekommt bei mir auch keine, egal wie „gut“ er ist. Gerade Zeichnungen beurteilen ist noch mal schwerer, weil da die Ansprüche nochmal anders sind. Aber na ja, ich rede hier im Grunde über das selbe Thema wie bei den Cosplayern, machen wir mal weiter.

  • Fujoshis – sie sind überall, sehr laut und schreiben Yaoi-Fanfiktions die niemals Sinn ergeben würden

Fujoshis sind meistens eine Mischung aus all den genannten Dingen, aber am meisten Fanfiktion-Schreiber. Wie laut sie in den sozialen Medien schreien können ist auch noch ein Thema, aber wenn interessiert schon ob Charakter X jetzt schwul, asexuell oder einfach komisch ist? Wenn die sexuelle Ausrichtung eines Charakters wichtiger ist als die Geschichte der Serie selber, fragt man sich sowieso warum diese Weiber überhaupt da sind. Meistens nervt es einfach nur und trägt nichts sinnvolles bei. Ja, fangirlen tu ich auch. Aber ich drücke niemanden meine Ships ins Gesicht, weil das einfach unglaublich nervig ist. Es tut mir (nicht) leid, aber diese Mädels sind oftmals die giftigsten Schlangen die ich so kenne. Es gibt Yaoi-Fans die friedlich und in Ordnung sind, aber durch solche „Damen“ wird der Ruf dieser Leute immer wieder in den Dreck gezogen. Wie kann man Dinge so übersexualisieren und falsch darstellen? Ich geh mit vielen Dingen mit, aber warum muss es immer nur ums ficken gehen? Dann lernt zeichnen und macht Doujinshis, aber nervt andere Leute in der Öffentlichkeit nicht mit eurem cringy shit. Mittlerweile bin ich da auch konsequent und blocke sowas einfach nur noch. Großer Garten in Dresden, BNHA Cosplay-Hochzeit sag ich nur. Aber keine einzige Yaoi-Fanfiktion in einem Shounen-Werk hat für mich bisher Sinn ergeben, nein, auch nicht die Sachen die ich selbst mit 16 geschrieben habe. Fujoshis sollen einfach mal nicht so laut schreien und Müll fabrizieren, dann hätte ich kein Problem mit denen. Aber na ja, hier werde ich auch etwas kratzig. Macht ja jeder eigene Erfahrungen in seinem Leben.

Wie lang das dauern kann

Ein normaler Hype dauert meistens ein paar Monate, aber eine Obsession? Die kann tatsächlich ewig gehen, wenn man eine Serie sehr mag. Da gibt es eigentlich keinen richtigen Stellenwert, aber ich kenne bei mir tatsächlich eine ungefähre Zeit. Meine Obsession mit YGO! 5D’s werde ich nicht los, das ist mein Maintitel. Meine Kuroko no Basket Obsession in ihrer großen Zeit ging aber etwas mehr als zwei Jahre, vielleicht sogar drei Jahre. Generell wechsle ich das ungern wirklich selten, deswegen zähle ich das in meinem Fall halt nicht wirklich als Hype. Andere haben in der Zwischenzeit schon wieder 15 andere Titel gehabt, aber ich widme mich halt lieber länger einem anderen Thema. Ist ja auch nicht schlimm, solang man das für sich gut befindet. Bei manchen geht das eben ganz lange und bei anderen eher nur ein paar Jahre. Ist alles vertretbar, aber nur ein paar Monate ist dann eher ein Hype und keine Obsession.

Wenn es dann nachlässt

Ich kenne Leute die sich schlecht fühlen, wenn sie sich nicht mehr so für ein Thema begeistern, wie sie es früher getan haben. Aber ich finde das überhaupt nicht schlimm. Niemand bindet euch daran, eine Serie mehrere Jahre zu mögen. Wenn es auch nur ein Jahr oder zwei Jahre ist, auch kein Ding. Man kann immer wieder zurückgehen, in alten gespeicherten Seiten blättern und sich darüber freuen was man mochte und bestimmt immer noch mag. Ich habe bisher keinen Titel den ich mal mochte auf einmal gehasst. Wäre auch schlimm, wenn es so wäre. Dafür müsste es eben aber auch einen Grund geben. Es gibt auch Leute die von ihrem Fandom weg gehen, wenn es zu beliebt wird – ist eigentlich Schwachsinn, aber passiert. Ich mag ein Death Note, ein Code Geass oder Angel Beats! auch noch, wenn es auf einmal mehr mögen. Das ist in meinen Augen alles völlig in Ordnung. Klar, mag ich kreischende Kiddies auch nicht. Aber nur weil das Interesse nachlässt, heißt das nicht das es nicht zurückkommt. Also nicht den Kopf hängen lassen, an der Stelle.


Keine Ahnung, ob das jetzt alles zu seltsam klang. Aber ich hoffe, ihr wisst was ich ungefähr meine. Natürlich sind nicht alle Menschen gleich, aber ich finde das es einen Unterschied zwischen Hype und Obsession gibt. Deswegen ist das hier auch kein Teil der Hype Hell Reihe. Aber das ist auch nicht schlimm, oder?

Ein Gedanke zu „Anime-Obsessionen

  1. Schlimm finde ich das weniger bei Animes als bei größeren Reihen wie Star Wars, Star Trek und co. Die Dr. Who Fans im Internet sind die giftigsten, empfindlichsten und bittersten Menschengruppe die ich in dieser Menge gesehen habe, diese Fangruppen wälzen alles was ihnen nicht gefällt auf Politik, Genderkultur und das böse Universum im allgemeinen ab, was ich unangenehm unsympatisch finde. dagegen sind anime fans ja noch ansatzweise Tollerant ^^;

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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