Canaan – Review

Hm, irgendwie war diese Serie interessant, aber auch teils sehr strange.

Ich kenne Canaan als diese eine Serie die zwar grob auf einem Szenario einer Visual Novel basiert (jetzt fragt mich bitte nicht, wie die gleich noch hieß), in meinen Augen damit aber trotzdem mehr ein Originalanime ist. Ich will diesen Anime eigentlich nicht unbedingt als Type Moon-Werk ansehen, aber dafür ist das Charakterdesign von Takashi Takeuchi einfach zu präsent und Type Moon wird allgemein als Original Creater gelistet. Die Vergleiche oder kleine Erwähnungen zu den anderen Werken von Type Moon sind also nicht völlig unvermeidbar. Aber storytechnisch fühlt es sich gar nicht so krass wie ein Tsukihime, Garden of Sinners oder Fate an – aber es will zumindest manchmal ähnlich deep sein. Es gibt ein paar Spoiler, außerdem wäre es vielleicht besser wenn ihr die Serie schon kennt.


Story


Vor zwei Jahren wurde Shibuya durch einen Terroranschlag mit dem tödlichen Ua Virus verwüstet. Maria Osawa überlebte damals, als ihr Vater sie noch rechtzeitig gegen den Virus impfte, doch erlitt sie durch den Schock eine Amnesie. Jetzt, als Fotografin tätig, trifft sie in Shanghai auf ihre Freundin Canaan. Canaan ist eine Attentäterin, die über die Begabung der Synästhesie verfügt, die Fähigkeit die Wahrnehmung unterschiedlicher Sinnesorgane zu koppeln, und die von der Terroristengruppe Schlange verfolgt wird. Shanghai wird nun Schauplatz des Aufeinandertreffens verschiedener Gruppierungen, die alle mit dem Virus in Verbindung stehen und auch an Canaan oder Maria interessiert sind.

Die Idee ansich fand ich eigentlich ganz cool, auch wenn ich erst das Gefühl hatte das dieser Plot nicht ausgereift wirkt. Aber nach zwei oder drei Folgen war dieses Gefühl auch fix weg und einiges wurde klarer. Wirklich logisch erklärt waren manche Fähigkeiten nicht, aber Canaan will halt eher eine coole Action-Serie mit Mystery-Elementen sein. Ansonsten wirken hier sehr viele Serien recht edgy, man hätte der Serie auch einen Untertitel geben können. Sowas wie – Liebe heißt Schmerz oder sowas. Die Freundschaft von Canaan und Marie fand ich sehr nett, aber das übersteigt das simple Freunde sein vielleicht doch schon sehr. Manchmal musste ich bei gewissen Thematiken ein bisschen die Augen verdrehen, aber wenigstens ist dieser Anime ein Werk von Type Moon mit eigenständigen Ideen (die Kriegs- und Virussache) und spielt nicht im Nasuverse. Mir kam eigentlich nie das Gefühl, das hier bestimmte Sachen zu schnell voran gehen – aber dreizehn Folgen sind bekanntlich wenig um einen Charakter richtig auszuarbeiten. Hier geht es zwar auch um Ideale und solche Sachen, aber um richtig tiefgründig zu werden hätte diese Serie andere Ideen oder mehr Folgen gebraucht. Das Ende fand ich auch etwas sehr eigen und auch sehr offen – Canaan kämpft halt weiter und Marie ist trotzdem nicht bei ihr. Aber sonst? Man kann hier inhaltlich gar nicht so extrem viel spoilern, an sich ist die Serie mit dreizehn Folgen schnell vorbei. Aber die Umsetzung der Geschichte ist zumindest nicht schlecht.


Charaktere


Ich mag ja nicht beleidigend klingen, aber irgendwie ist Marie ein absolut nutzloser Charakter. Klar, Canaan ist ihr wichtig und sie denkt viel nach, Maria kann auch gut fotografieren. Aber ihr ganzer Sinn ist eigentlich nur ständig entführt zu werden, damit Canaan sie wieder retten kann. Das hat hier schon teilweise das Level einer Prinzessin Peach, das war teilweise schon nicht mehr lustig. Canaan selbst jetzt auch kein so krasser Charakter, sie hat halt auch Dinge die sie beschäftigen und mit denen sie fertig werden muss. Aber im Vergleich zu Alphard ist sie wenigstens noch irgendwo cool, Alphard als Gegnerin war ein absolut langweiliger Charakter die einfach nur tötet und sonst nicht viel hat. Canaan und Alphards Verbindung durch diesen Ziehvater ist zwar noch halbwegs interessant, aber wie Alphard sich quasi aus der Sache holt ist sehr … na ja. Es kam unerwartet, aber es ist vielleicht kein Meilenstein der Animegeschichte.

Andere Charaktere sind vorhanden, aber unser männlicher Protagonist Minoru ist extrem langweilig und hat keine interessanten Charakterzüge. Sein kompletter Handlungsstrang mit Hakkoh wirkte wie ein zusammengewürfelter B-Plot, während Hakkoh tatsächlich interessant war. Mit der bloßen Stimme zu töten ist schon irgendwie cool, auch wenn dann das Ende ihrer Geschichte nicht sehr happy war. Ihre Bezugsperson oder der Kerl den sie liebte, war so unscheinbar, das ich ihn teils sogar mit dem Protagonisten verwechselt habe. Charaktere wie YunYun oder der Taxifahrer sind nett, aber auch schnell vergessen. Nur diese „Psycho-Schwester“ von Alphart war noch einprägsam, aber eher negativ. Man kann solche Charaktere ja schreiben, aber sie war halt null sympathisch (und soll es vielleicht auch nicht sein).


Zeichnungen & Animationen


Das Type Moon-Hauptdesigner Takashi Takeuchi hier dran saß, sieht man doch sehr eindeutig. Canaan sieht technisch aus wie Saber Alter mit etwas Bräunung und Shikis Frisur, Maria hat auch das typische Takeuchi-Gesicht das man kennt und viele Designs hat man hier und da in anderen Werken von ihm schon gesehen – also nicht nur Fate, auch Tsukihime und Garden of Sinners. Erstaunlicherweise sind die meisten Designs aber noch sehr originell, auch wenn die meisten männlichen Charaktere hier sehr ähnlich aussehen, aber das ist ein bekanntes Problem dieses Charakterdesigners. Da dieser Anime 2009 erschien, war das auch grad die Phase wo sich Takeuchis Stil auch noch etwas interessanter entwickelt hat – sprich, es hat noch was eigenes und P.A. Works konnte damit auch gut arbeiten. Viele Serien dieses Studios sehen mir heutzutage einfach zu ähnlich aus, aber Canaan hatte in seinem Aussehen noch ein paar eigene Sachen.

Ja, ich bin jetzt auch kein großer Animations-Experte, aber hier sah eigentlich alles sehr sauber aus. Alles hat ganz gut zusammen gepasst und ich hab keine besonders krassen Markel gesehen. Ich würd an der Stelle sicher gern noch mehr sagen, aber mehr gibts hier einfach nicht zu erzählen.


Musik & Synchronisation


Für so eine kurze Serie ist die Musik wirklich gut. Ich hab keinen Track an den ich mich genau erinnere, aber das Opening und Ending waren eigentlich sehr gut (gegen ein Opening von Black Lagoon stinkt es aber nicht so richtig an). Bei Canaan möchte ich hier aber mehr über die deutsche Synchronisation sprechen, die ich mir hier tatsächlich mal angehört und geschaut habe. Bei der Besetzung die im japanischen vorhanden ist, wäre ich eigentlich selbst davon ausgegangen diese Version zu hören. Am Ende hab ich den Dub aber doch gesehen und bin sehr gemischter Meinung. Canaan und Maria fand ich gut, bei den anderen schwankt es wieder sehr stark. Das war zu der Zeit aber allgemein so, Dubs der Anfang 2010er waren oft sehr schwankend in Besetzung und Qualität. Was mir hier aber sehr negativ aufgefallen ist, wie stark man zwischen Synchronisation und O-Ton gewechselt hat. Mir ist klar, das man Gesang normal nicht synchronisiert und das finde ich auch ok. Aber teils wurden hier auch Kleinigkeiten wie das Atmen, Lachen oder sogar manche Sätze nicht synchronisert. Ich hatte sogar mal eine Line, wo der Protagonist nach Marie rief und da ganz eindeutig NICHT der deutsche Sprecher gerufen hat. Solche Beispiele kenne ich zum Teil auch aus Code Geass, der soweit ich weiß zu einer ähnlichen Zeit raus kam. Aber hier hat man teils sehr stark auf verschiedene Takes verzichtet, das zieht es schon etwas runter.


Wenn ich eine Serie finden müsste die ich mit Canaan vergleichen kann, würde ich vielleicht noch Burst Angel nennen. Diese Serie war aber echt mies, deswegen kann ich ziemlich gut behaupten, das Canaan da noch etwas besser wäre. Vom Actiongehalt ist es aber noch am ähnlichsten, deswegen würde ich es noch als halbwegs netten Vergleich zählen und Canaan hatte wesentlich weniger Folgen als Burst Angel. Black Lagoon könnte man hier auch noch erwähnen, aber dort sind die Charaktere noch etwas stärker, aber ich denke wer das mag kann auch was mit Canaan anfangen. Worauf will ich aber heraus? Ich fand Canaan ehrlich sogar relativ gut, aber es gibt halt keine Fortsetzung und hier und da hab ich halt so paar Kleinigkeiten, die ich etwas meh finde. Wenn ich eventuell Freunde habe die diese Serie nochmal sehen wollen, schau ich eventuell noch mal rein. Einen Rewatch ist es mir jetzt nicht direkt wert, aber eine nette Serie ist es trotzdem.


Bewertung

7 von 10 Punkten


Ein Gedanke zu „Canaan – Review

  1. Ja Black Lagoon und Burst Angel sind da glaube ich passende vergleiche. Ich mochte die Schurken der Serie, allgemein sind weibliche Oberschurken selten, und Alphard war halt cool und imposant, ohne gleich Sexbombe zu spielen wie es so gerne Klischee ist. Ihre Schwester fand ich auch ganz ulkig,und der Kerl der in sie verliebt war. Wo Alphard ihn droht zu töten und er „Liebeeee!“ kreischt, das war sehr drollig. Ansonsten ja, stimme dir hier zu ein 7-10 oder 3/5 Anime, nicht mehr, nicht weniger

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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