Warum ich die Shounen Jump eigentlich hasse

Ich erkläre euch heute, warum ich die Shounen Jump eigentlich gar nicht mag. Oder eher, wie sie mit ihren Titeln zum Teil umgeht. Versteht mich nicht falsch, ich habe auch einige Lieblingsmanga aus der Shounen Jump, aber bisschen kritisieren muss ich jetzt mal schon. In den ersten drei Punkten erkläre ich euch was wichtig ist für das Bestehen und Abbrechen der Manga-Titel im Magazin. Danach kommen dann Gründe, warum ich die Jump hasse. Logisch, oder? Wer Bakuman. kennt, weiß schon einiges was ich hier schreiben werde.


Was ist ausschlagebend, um in der Shounen Jump zu bestehen?


Magazin-Ranking

Die Shounen Jump ist nach einem Ranking aufgebaut, also ist der beliebteste Titel am Anfang der Zeitschrift. Dieses Ranking wird danach bestimmt, welche Serie den Lesern am besten gefallen hat. Ob das heutzutage online passiert weiß ich nicht, aber normal stecken bei der Jump immer so kleine Kärtchen drin, wo man seinen Lieblingstitel ankreuzen oder draufschreiben kann. Sprich – ist One Piece halt gerade beliebt, ist es als erstes im Magazin und hat eine hohe Wahrscheinlichkeit auf dem Cover zu landen. So sind meines Wissens fast alle Magazine aufgebaut, also ist das hier nichts neues. In der Regel laufen bis zu 20 Reihen in der Jump, wobei das mittlerweile stark variiert – mittlerweile könnten es auch weniger sein, aber meistens sind es noch zwischen 15-18 Serien. Bei durchschnittlich zwanzig Seiten reicht das ja auch aus, nur sind diese Rankings in der Jump sehr entscheidend. Schwimmt man in der Top 10 mit, läuft man eigentlich nicht besonders Gefahr rauszufliegen. Lungert man aber immer nur auf den hinteren Plätzen rum, weiß man das es schnell vorbei sein kann. Ich sag nicht, das diese Praktiken unfair sind. Für Newcomer ist damit aber immer die Gefahr da, ganz schnell rauszufliegen. Da finde ich, könnte man etwas sanfter mit Neustartreihen sein – aber im nächsten Schritt schauen wir uns mal an, was danach passiert.

Redaktions-Besprechung

Ich kann mich jetzt nicht mehr genau an den Zeitraum erinnern – aber meist gibt es alle drei Monate eine Redaktionsbesprechung bei Shueisha, welche Titel rausfliegen und was neu dazukommt. Da wird also ausgewertet, welche Titel eh schon länger wackeln und dementsprechend rauskönnen. Wenn ein Titel dann beim ersten Mal wackelt, gibt es eine erste Notiz an den zuständigen Redakteur einer Reihe, das der Mangaka was anders machen soll. Es gibt hier einige Kandidaten die sich schon retten konnten, man könnte hier einige aufzählen. Auch Reihen, die öfter als einmal auf dem Redaktionstisch lagen und kurz vor der Axt waren. Ich picke mir aber meine Lieblinge raus, andere nennen ja auch ständig Dragon Ball und One Piece, also nenne ich hier Medaka Box und Kuroko no Basket. Beide liefen auch in einer ähnlichen Zeit, waren auch beide relativ gleich stark gefährdet. So war es bei Medaka der Fall, das einfach das komplette Genre auf typisches Kampfshounen umgelegt wurde und dann tatsächlich besser lief. Hier muss man aber auch sagen, dass die Dialoge einfach smart geschrieben waren, ebenso die Charaktere. Bei Kuroko war das halt nicht ganz so einfach, weil Sport entweder läuft oder nicht. Letztlich hat sich da aber der Zeichenstil sehr steil verbessert und dann kam der Anime – aber zu dem Anime-Thema kommen wir noch später zu sprechen. Bei dieser Redaktionsbesprechung fliegen aus meiner Sicht halt schnell Sachen raus, die sicher interessant gewesen wäre, hätte man sie länger laufen lassen. Man merkt als Leser halt doch, wenn etwas abgebrochen wird – ob nun plötzlich oder halt innerhalb paar Monate ist da relativ offensichtlich. Sicherlich spielt hier auch noch rein, wie gut ein Redakteur seinen Mangaka animieren und weiterhelfen kann, aber das ist halt auch nicht immer so einfach. Es ist schwer hier alles zu pauschalisieren, aber es gibt neben dem Ranking ja noch was anderes das einen Titel am Leben halten kann.

Verkaufszahlen der Taschenbände

Nach drei bis vier Monaten sind genug Kapitel in der Jump gesammelt, damit man schließlich einen ganzen Band zusammenfassen kann. Es wird ein Cover erstellt, diverse Seiten werden ausgebessert, ein paar Bonusseiten – über den Verlauf müssen wir hier sicher nicht reden. Die Taschenbände sind aber eben genauso wichtig, auch wenn sich nicht jeder Titel auf Anhieb gut verkauft. Was viele hier aber safe nicht wissen – nicht alle Mangaleser in Japan kaufen die Jump auch jede Woche. Viele kaufen halt später einfach nur die Taschenbände ihrer Lieblingsreihen, was hierzulande ohne Jump ja auch nicht anders ist. Was ist also nach dem Ranking der Jump auch noch wichtig? Gute Verkaufszahlen, in Japan werden ja auch noch genug Printbände gekauft. Es gibt zum Beispiel einen speziellen Fall in der Jump, der sich die meiste Zeit nur über Verkaufszahlen am Leben gehalten hat. Welchen Titel ich meine? To Love Ru, was jetzt aber vielleicht niemanden überrascht. Es gibt immer mal wieder Titel, die sich so über Wasser halten – aber Love Trouble war halt noch mal eine Schippe drauf. Diese Reihe war regelmäßig im hintersten Bereich der Jump, hat extrem schlecht abgeschnitten – aber die Leute im Buchladen haben es einfach weitergekauft. Man kann es ihnen bei den Zeichnungen aber nicht verübeln, die sind echt gut. Ich finde es einfach schade, das es einen solchen Titel nur noch so selten gibt. Wahrscheinlich wird es mit den Verkaufszahlen aber eh immer schwieriger, allein weil die Jump auch nicht mehr so gut verkauft wird (vergleichsweise zu Zeiten ohne das Internet). Aber genug davon, ich will mich auskotzen.


Was ich daran eigentlich so blöd finde


Schnelle Abbrüche der Jump-Titel

Sollte an der Stelle eigentlich logisch sein, oder? Viele Titel werden erst über die Zeit interessant, nicht jeder Manga ist gleich ab dem ersten Band extrem interessant. Um in der Jump zu überleben, muss man jedoch irgendwas haben was reinhaut. Ansonsten ist man entweder nach drei Monaten, einem halben Jahr oder halt einem Jahr weg vom Fenster. Mir blutet heute noch das Herz, wenn ich an Robot x Laserbeam denke – die Verkaufszahlen waren so gut, aber nach mehr als einem Jahr war leider auch Schluss. Aber wie ich schon sagte – Sport ist schwer, entweder funktioniert es oder halt nicht. Mir tun hier halt die jungen Zeichner leid, die sich über einen Platz in der Jump freuen und dann schnell rausfliegen. Bei einem wöchentlichen Magazin hat man halt das Risiko weitaus schneller, als in einem Magazin das „nur“ monatlich erscheint. So viele interessante Sachen sind in der Jump schon geaxt worden, nur weil es halt grad nicht „interessant“ genug war oder halt was anderes grad nicht gepasst hat. Ich find das einfach schade, aber die großen Titel schneiden aus diversen Gründen immer besser ab. Mir wäre es alternativ lieber, unsichere Titel in die Untermagazine (Ultra Jump, V-Jump …) zu schieben, auch wenn die nur monatlich laufen. So bleibt halt doch was erhalten, finde ich.

Ein Titel der eine Anime-Adaption bekommt ist automatisch sicherer im Magazin, als einer ohne weil Werbung

Anime werden heutzutage produziert, um die Verkaufszahlen stabil zu halten. Ist kein Geheimnis mehr, aber bei einem großen Magazin wie der Jump noch größer zelebriert als eh schon. One Piece, Naruto, Bleach und sonstige liefen auch durch ihre Anime Jahre lang weiter oder tun es halt immer noch. Das extreme ist halt auch, wie tief die Jump-Auflagen sinken wenn ein großer Titel rausfliegt. Als Dragon Ball in den 80ern noch lief, war die Jump mal bei so hohen Auflagen, davon können die heute nur träumen. Wie sich das noch weiterentwickelt ist die eine Sache, aber Titel ohne Anime haben ja noch weniger Möglichkeit für Werbung. Klar gibt es mittlerweile noch andere Möglichkeiten, aber wer wirbt schon für einen unbekannten Jump-Titel, der nicht mal einen Anime hat? Ich weiß nicht wie andere wöchentliche Magazine das machen, aber da sehe ich weitaus weniger so eine Abbruchsrate oder ich bekomme hier im Westen einfach zu wenig davon mit. Anime-Adaption von Jump-Titel X heißt für mich halt oft nur – oh, entweder retten sie gerade Verkaufszahlen oder das ist der nächste Hype für ein halbes Jahr. Da ich eben auch nicht mehr so viel aus dem Magazin verfolge, gibts auch wenige Ankündigungen aus der Richtung die für mich besonders positiv wären. Klingt blöd, aber ist halt so. Jump heißt halt auch nicht immer Qualität, muss man halt mal so sagen.

Der Manga darf möglichst nicht vor dem Anime enden

Läuft der Anime erstmal an, darf der Manga in der Jump möglichst nicht aufhören. Selbst wenn er gestreckt wird, der Aufwand vom Anime soll sich schließlich lohnen und die Verkaufszahlen sollen hoch gehen. Medaka Box hat das von den Verkaufszahlen in der Jump sehr geholfen, ging ja auch eine Weile weiter. Aber der Anime hat sich leider trotzdem nicht gut verkauft und wurde nie weitergeführt, na ja … Gainax. Normalerweise wird der Manga aber stets darauf getrimmt, bloß nicht vor dem Anime zu enden. Ausnahmen bestätigen aber die Regel – so endeten sicher auch schon Manga vor dem Anime, wenn der Mangaka wirklich hinter der Beendigung einer Reihe stand. Seltener ist dann noch, wenn der Manga endet und dann ein halbes Jahr später doch noch ein Anime kommt – siehe Death Note. Aber das Thema Jump Manga und Anime ist aus meiner Sicht sehr vielfältig. Da gibt es oftmals keinen Optimalweg, aber einen Manga zu strecken weil der Anime noch läuft ist auch nicht so berauschend. Natürlich kommt es hier aber auch noch drauf an, wie viele Folgen der Anime hat. Ein Anime der über 100 Folgen läuft ist was anderes, als einer der „nur“ mal ein halbes Jahr mit 25 Folgen läuft. Schwieriges Thema, find ich aber auch eher doof.


Ich würde wahrscheinlich wieder viel mehr Jump-Manga lesen, wenn die Titel die ich mag nicht wegen jeder Sache abgesägt werden würden. Das Jump-Magazin hat oft gute Zeichner und auch tolle Serien – aber viele Serien werden einfach zu schnell eingestellt um ihre Ideen groß zu entfalten. Andere werden wegen ihrer Beliebtheit in die Länge gestreckt, um den Hype weiter aufrecht zu halten. Natürlich ist es normal etwas einzustellen, was nicht läuft. Aber es macht mich immer etwas säuerlich zu wissen, das ein Titel immer auf wackeliger Kante steht, sobald er weiter hinten im Magazin steht. Vielleicht könnte man neuen Reihen ja eine Art Schutz für ein Jahr geben, damit sie erstmal richtig laufen können. Aber die meisten negativen Punkte hier sind Gründe, warum ich die Jump als Magazin nicht mehr mag. Leider~

Ein Gedanke zu „Warum ich die Shounen Jump eigentlich hasse

  1. Super interessanter Beitrag, man könnte sicher mal Seitenweise Schreiben welche Titel wie und warum erfolgreich oder eben unerfolgreich waren, das mit To Love Ru wusste ich z.B. nicht. Ich glaube ich finde eine Reihe die vorzeitig endet nicht ganz so schlimm als das Gegenteil: Eine Serie die gut war, aber endlos und sinnfrei nur noch gezogen wird. Bestes Beispiel One Piece das mir privat nur noch sehr wenig spaß macht zu lesen , schlicht weil die Geschichte zu „überladen“ ist. Dragon Ball GT und co war für mich ebenfalls unsinn. Schade das Deutschland nicht solche Magazine aufbieten kann, aber der Trend geht halt leider immer weiter weg von den Printmedien 😦

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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