Wo die Liebe anfängt… – Review

Man sieht hier den englischen Titel, in diversen Ländern wird der Manga aber auch – ich bin verliebt und das ist das Ende der Welt, genannt. Meistens Amerika/UK, aber Tokyopop meint es natürlich mal wieder „besser“.

Der Titel des Mangas klingt mal so unglaublich Banane, aber mit dieser Mangaka konnte ich einfach nicht wiederstehen.

Ich bin auch so ein Mensch, der Namen ließt und zugreift – es sei denn, ich verbinde mit dem Namen etwas negatives. Taamo hat mich vor ein paar Jahren mit Haus der Sonne begeistert, was ursprünglich von Taarah in unserer Scanlation-Gruppe übersetzt wurde. Warum es aber solang gedauert hat einen neuen Titel dieser Mangaka zu lizenzieren, ist mir schon ein Rätsel. Haus der Sonne begeisterte mich damals vor allem, weil es nicht nur eine pure Romanze war, sondern eben auch viel mit Familie und Freunden zutun hatte. Eben das Wo-gehöre-ich-hin-Thema, das ich sehr oft in Manga dieser Zielgruppe vermisse. Das ist ein Thema welches viele Jugendliche beschäftigt, aber einfach nicht oft angerissen wird. Wo die Liebe anfängt handelt dann auch von Problemen mit einem bestimmten Familienmitglied, aber dazu kommen wir gleich – ich habe damals in der Programmvorschau nichts von diesem Titel mitbekommen. Dieser Titel klang einfach scheiße, deswegen hab ich gar nicht drauf geachtet. Erst als das Cover da war und ich die Mangaka las, wusste ich – das lese ich, her damit. (Spoilerwarnung, heult nicht am Ende wenn ich hier schon was verrate)


Mahiru ist ein ziemlich pessimistisches Mädchen, das immer denkt, dass für jeden Glücksfall auch ein entsprechendes Unglück geschehen wird. Mit dieser Einstellung möchte sie eigentlich in Frieden ihre Oberschulzeit durchleben, doch stattdessen wirft der hübsche „Prinz“ an ihrer Schule ein Auge auf sie und stellt damit ihre bisher ruhige Welt auf den Kopf.

Aoi und Mahiru.

Aoi würde ich jetzt zwar nicht als Prinz bezeichnen, das Wort kam im Kontext glaub nie so vor, aber er kommt eben auf Mahiru zu und wirkt damit schon mal wesentlich sympathischer als diese Kerle die unnahbar wirken wollen und in Wirklichkeit total uncool sind … wenn ihr wisst von welchem Klischee ich hier rede. Zwar liegt hier der Wert der Geschichte zwar tatsächlich etwas mehr auf der Romanze, diese stiefelt aber nicht durch den ersten Band und wäre damit praktisch vorbei. Aoi ist nämlich tatsächlich ein etwas dramatischer Charakter mit seiner Vergangenheit und Aoi noch einen ganz, ganz großen Komplex – einen Geschwisterkomplex. Ist nicht krass was neues, aber zumindest gut umgesetzt und Mahirus Schwester ist eben nicht die Mary Sue, die exakt wie ihre Schwester aussieht. Ja, sie hat es verhältnismäßig leicht mit Jungs, aber sie ist keine blöde Kuh und das mag ich an ihr. So oft hat man dieses dämliche Schwesternklischee, in dem die Schwester einfach die größte Bitch auf der Erde ist (ja, ich habe sowas auch schon in meine Storys reingepflanzt), aber Taamo macht grundsätzlich keine wirklich „bösartigen“ Charaktere. Liegt wahrscheinlich daran, dass weder diese Geschichte noch Haus der Sonne sonderliche Fantasie-Elemente hatten und auch ein eher „feindlich“ gesinnter Charakter immer einen bestimmten Grund für seine Taten hatte. Ist ja auch realistisch, irgendwo. Außerdem gab es noch einen B-Plot, in dem die beste Freundin von Mahiru auf ihren Lehrer stand, das seit Kindertagen und bald heiraten würde. Ich könnte jetzt gemeiner Weise fragen, was der Plot von Scums Wish hier macht, aber das war da auch nicht von Anfang an und ich verkneif mir das jetzt auch besser, gehe nicht mehr weiter drauf ein.

Ja, mein Namensgedächtnis ist beschissen. Die beste Freundin von Mahiru, der beste Freund von Aoi und Mahiru selbst.

Ich glaube, keiner der Charaktere hier wirkt wirklich extrem kreativ, aber Mahiru ist nicht die Bilderbuch-Protagonistin und hat ein paar begründete Komplexe. Durch die relativ gestärkte Erzählweise, in der diese Mangaka Rückblenden wieder gibt, kommt das auch im Kontext gut rüber und Mahiru wirkt tatsächlich wie ein realistischer Teenager. Aoi wirkte mir am Anfang viel zu glattgelegt und wie ein perfekter großer Bruder, aber er hat halt auch seine Gründe und wenn die Mutter dann vor Jahren auch noch gestorben ist – realistisch das er allen immer vorgauckelt, alles ist gut (aber er ist nicht krass überfordert). Seinen Vater hab ich im Plot sehr vermisst, dieser schrieb Mahiru am Ende einen Brief, aber das wars schon.

Mahiru und ihre Zwillingsschwester. Ich habe den Namen der Zwillingsschwester wirklich vergessen, aber ich dachte auch das diese längere Haare hat. Es könnte sich also auch nur um eine zweite Mahiru handeln. xD


Mahirus Schwester habe ich ja schon ein wenig beschrieben (sie verliebt sich noch in Aoi, sie bucht/prügelt sich mal zehn Seiten mit ihrer Schwester und das wars dann auch schon) und Aoi hatte auch einen besten Kumpel, der halt … wirklich das Klischee eines besten Kumpels ist. Immer da, ewig treu und am Ende stand er auf Mahiru. Fragt mich nicht wie es dazu gekommen ist, das erschien mir auch selbst etwas unrealistisch. Kann aber auch an den fünf Bänden liegen, in denen nie wirklich Fokus auf ihn gelegt wurde. Bei Mahirus bester Freundin kenne ich nichtmal mehr den Namen, sie war ok, aber auch nicht super besonders. Sie … existierte halt einfach.

Rein von den Zeichnungen hat sich Taamo nicht sonderlich weiterentwickelt, auch wenn ihre Zeichnungen nicht mehr so schwanken wie es in Haus der Sonne der Fall war. Alles wirkt jetzt etwas regelmäßiger, aber nicht drastisch anders – aber diese Reihe lief halt direkt nach genannter Reihe. Mao und Mahiru wirken optisch auch etwas ähnlich, was nicht schlimm ist, aber hier gibt es halt auch deutlich weniger Charaktere und dadurch kann diese Ähnlichkeit schon mal auftreten. Da ich diesen Zeichenstil aber mag und einfach etwas anders finde als manch andere Zeichenstile, finde ich das hier aber gar nicht so tragisch. Kann ja passieren, nicht jeder entwickelt sich ständig und stetig weiter.


Ich fand das Bild einfach schön und es gibt kaum Farbseiten zu diesem Manga, die im Querformat sind.

Sich mit einem so starken Vorgänger zu messen, ist vielleicht etwas schwer für diese Reihe. Deswegen ist sie aber noch lang nicht schlecht. Es gab halt eine unrealistische Sache und einen blöden Charakter, aber für einen Shoujo-Manga finde ich das aber noch ziemlich gut. Natürlich hab ich in den letzten Jahren auch viel generischen Kram gelesen, aber diese Reihe war tatsächlich noch ziemlich gut. Nicht zu lang, nicht zu kurz und nahezu genauso wie ich erwartet habe. Ich vermute aber sehr stark, das diese Mangaka gern familäre Verhältnisse nutzt um eine eher langsame Romanze auszugleichen. Ob das noch ein weiteres Mal funktioniert, ist dann noch die andere Frage. Es wird also noch eine andere Sache, ob ich mir den nächsten, lizenzierten Manga dieser Mangaka direkt hole. Was ich aber sagen kann: ich werde diesen Manga nicht direkt verkaufen. Das hatte ich bei der einen oder anderen Serie jetzt schon öfter, aber dieses Mal bleibt dieser Manga in meiner Sammlung. Wenn ihr also nicht unbedingt alle Bände von Haus der Sonne lesen wollt, ist ein Blick hier rein vielleicht gar nicht verkehrt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in fünf Bänden abgeschlossen

Ein Gedanke zu „Wo die Liebe anfängt… – Review

  1. Ich lese da immer nur von Tropes die ich eigentlich inzwischen zu oft gesehen habe: „Charakter S wurde in seiner Kindheit in eine Ehe versprochen Mit Figur D, liebt aber Mädchen T“ dicht gefolgt von „Verliebt in das Geschwisterchen oder in Konkurrenz der Geschwister“ und natürlich Zwillinge. Ist alles irgendwo nicht meine Welt, aber schöne Zeichnung und realistischer Ansatz für Figuren ist nie falsch ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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