Love Live! Nijigasaki High School Idol Club – Review

Neues Jahr, mal wieder ein Love Live! Anime zu reviewen.

Ich verbinde mit Love Live viele Stunden netter Musik, aber auch jede Menge salziges Gacha. Der erste Anime zu Love Live! erschien vor etwa acht Jahren, das erste Musikvideo bald schon vor elf Jahren. Ich werde alt, das ist auf jeden Fall schon mal sicher. Reviews zu den vorherigen Serien habe ich geschrieben – hier findet ihr die Review zum ersten Anime, die zum Film der ersten Serie und die Review zur zweiten Serie Sunshine. Viel Vorwissen braucht man aber nicht, Nijigasaki baut völlig eigenständig auf dem School Idol-Thema auf.


Story


Ayumu und Yuu.

An der Nijigasaki-Oberschule gibt es einige Clubs, aber einer der dort nicht mehr so viel Beachtung bekommt ist der School Idol-Club. Zum Jahresanfang bekommen neue Schüler auch eine tolle Performance von diesem Club zu sehen, was die Mädchen Yuu und Ayumu sehr begeistert. Als sich die beiden den Club ansehen wollen, ist dieser aber schon aufgelöst worden. Deswegen machen sie es sich zum Ziel, den Club wiederauferstehen zu lassen und Idols zu werden.

Es gibt keine offizielle Beschreibung zu der Serie, die habe ich mir hier aus dem Hintern gezogen. Außerdem wird nur Ayumu ein Idol, Yuu tritt dem Club nur als Manager oder Unterstützung bei. Ich denke, der größte Unterschied zu den alten Love Live! Animes ist, wie er aufgebaut ist. Bei Muse wurde der Idolclub neugegründet, bei Sunshine waren es andere Umstände den Club aufzulösen – aber Nijigasaki hat noch kein so richtiges Ziel. Muse wollten ihre Schule retten, dann zum Love Live – konnten aber in der ersten Staffel nur ein Ziel erreichen. In Sunshine ging es erstmal nur darum in Muse Fußstapfen zu treten und allgemein fühlte sich Sunshine wie eine Kopie derselben Prämisse an, auch wenn Staffel zwei besser war. Doch auch wenn Nijigasaki noch kein richtiges Ziel hat, lassen sie sich Zeit und jeder Charakter bekommt erstmal seine Folge und quasi Vorstellung. Am Ende gibt es dann meist ein Lied, aber das ist eben der Unterschied – hier treten die Idols einzeln auf, in den anderen Serien ging es immer um ganze Gruppen. Dennoch interagieren die Charaktere miteinander, auch wenn sie später vielleicht einzeln auf der Bühne stehen. Vielleicht stört es den einen oder anderen, das man in diesem Anime kein richtiges Ziel verfolgt, außer Idol zu sein. Dennoch ist das eigentlich auch gar nicht so extrem wichtig, wie ich finde. Ein School Idol zu sein, sollte doch nicht immer mit der Rettung der Schule oder dem Nacheifern seiner Vorbilder zusammenhängen. Das hier fühlt sich irgendwie natürlicher an, ja die Probleme der Mädels sind meistens sehr banal, aber bei einem Slice of Life-Titel muss das auch nicht immer vorhanden sein. Am Ende des Animes geht es nochmal ein bisschen um Drama und ein Festival wird durchgeführt – aber das sind schon die einzigen, größeren Sachen die hier passieren. Bei Sunshine und der ersten Serie kamen die Charakter bezogenen Folgen halt einfach in Staffel zwei, das sind sie hier einfach anders angegangen.


Charaktere


Ich fühle mich erfrischt, nicht nur weil die Mädels normalerweise einzeln auftreten. Es gibt auch den „Manager-Charakter“ Yuu, der das ganze nicht so durchgezählt wirken lässt. Ja, das ist nur ein Charakter. Es gibt auch noch keine wirklichen Rivalen, auch wenn die Mädels untereinander eigentlich welche sind. Aber sie sind halt gleichzeitig auch Freunde, das ist eigentlich ganz nett. Wer Love Live lang gespielt hat, wird hier sowohl im Hauptcast, als auch bei Nebencharakteren Charaktere sehen, die normalerweise mit Freundespunkten als N-Karten ziehbar sind. Für Nijigasaki wurden zwar einige Original-Charaktere entworfen, aber ich hab hier viele Gesichter gesehen, die ich schon vorher kannte. Yuu stellt zum Beispiel eigentlich den Spielercharakter dar, der wir in den Spielen sind. Da „wir“ aber normalerweise keine Möglichkeit haben ein Aussehen festzulegen, ist Yuu ein schwarzhaariges Mädchen mit Zöpfen und einer normalen Uniform. Eigentlich macht sie auch gar nicht so viel außer helfen und fangirlen, aber im Laufe der Geschichte spielt sie hin und wieder Klavier, also wird sie in der Folgestaffel (sollte es eine geben) sehr wahrscheinlich auch mal mehr Lieder komponieren.

Bei den restlichen Charakteren mischen sich die Persönlichkeiten mit altbekanntem oder neuen Elementen. Ayumu wirkt auf mich zum Beispiel wie eine etwas schwächere Kotori, verträumt und lieb, aber sie kann auch eifersüchtig werden. Gegen Ende der vorletzten Episode wird das auch mal etwas „extremer“, weil man ihre nicht wirklich vorhandene Persönlichkeit etwas ausarbeiten wollte. Das wirkte für einen Moment etwas Yandere gegenüber Yuu, aber ich fand es nicht unpassend oder unangenehm. War halt etwas Yuri, aber das hat mich gar nicht so gestört. Es ist mal mehr als eine Anspielung in der Richtung, man hat gemerkt das sie Yuu wirklich mag und eigentlich nur für sie School Idol geworden ist. Als nächstes wäre da Setsuna, die eigentlich für die Auflösung des Clubs verantwortlich war – aber eben ein Doppelleben führt. Ein bisschen wie Hannah Montana, aber sie strahlt eben viel Energie aus und hat immer ein Lächeln auf den Lippen, während ihre Schülerratspräsidentin-„Form“ eher ernst ist und sie viel lernt. Ihr eigentlicher Name ist Nana Nakagawa, aber den vergisst man sehr schnell. Rina find ich auch sehr cute, weil sie aber sehr schnell aufgefallen ist – ein Charakter mit einem Display, das Gesichter macht, sieht man nicht ständig. Das hängt damit zusammen, das ihre Mimik sehr wenig vorhanden ist und sie sehr zurückhaltend ist. Mehrere Jahre wusste man vor dem Anime nicht mal, wie ihr Gesicht aussieht – aber wenn man es durch die ersten Bilder und den Anime dann weiß, ist es eher unspektakulär. Ich mag die kleine trotzdem.

Die restlichen Charaktere sind eher, sagen wir es mal ganz einfach simpel. Shizuku (btw, neben Emma und Kanata eine der ältesten N-Karten, die hier verwendet wurden, die Charaktere existieren damit länger als die Sunshine-Mädels) wirkt mit ihrem Schauspiel-Plot und dem Finden ihres eigentlichen Ichs noch am komplexesten, aber die anderen sind da wieder schwächer. Emma wirkt ein bisschen wie die große Schwester die Kinder mag, Kanata schläft eigentlich fast nur, Ai ist offen und sportlich, Karin selbstbewusst und kann aber trotzdem verunsichert sein und dann ist da nur noch Kasumi. Kasumi ist ähnlich wie Nico von Muse sehr selbstverliebt, nennt sich in der dritten Person und ist seeeehr selbstverliebt. Bei Nico war das extrem nervig, hier anfangs auch – aber man gewöhnt sich dran. Man kann hier nichts weltbewegendes erwarten, aber ich fand die Charaktere dennoch sehr nett. Sie sind meist etwas eigenes und versuchen nicht ihre Vorgänger zu kopieren, was sich einfach so viel natürlicher anfühlt als die Mädels aus Sunshine.


Zeichnungen & Animationen


Der Zeichenstil dieser Serie ist erfrischend anders. Bei den Vorgängern hat man bekannterweise immer die selbe Person für das Charakterdesign verwendet und hier durfte halt sehr offensichtlich jemand anders ran. Konstant ist die Qualität zwar leider nicht, aber die Tanzanimationen und das verwendete CGI sind wirklich besser geworden. Es war zugegeben auch ein weiter Weg bis hier her, aber na ja. Irgendwie wirkt dieser Anime halt etwas normaler als seine beiden Vorgänger, aber das finde ich gar nicht so schlecht. Es gab diverse Charaktere (Setsuna zum Beispiel), die jede Folge anders aussahen, aber das waren die größten, optischen Schnitzer die ich hier erkennen konnte. Das Opening und Ending sind optisch sehr schön umgesetzt, Yuu ist ins Opening sehr aktiv integriert und das Ending besteht zwar eigentlich nur aus Aquarell-Zeichnungen, ist aber dennoch sehr schön anzusehen. Von dem Künstler aus dem Ending würde ich persönlich auch gern mehr sehen, das war eine nette Stilart, die mir sehr gefallen hat.

Über besonderes Charakterdesign kann ich an der Stelle nicht reden, das sind halt meistens keine besonderen Frisuren. Dennoch hat dieser Anime nicht mehr so stark das Same-Face Problem, wie es früher der Fall war. Dabei sehen die Charaktere kaum anders aus, aber vielleicht hat man irgendeinen Trick angewendet, den ich jetzt hier gerade nicht durchblicke. Wenn, dann ist es sehr smart gemacht. Gerade die älteren Designs der oben erwähnten Charaktere sind dem alten Stil sehr treu geblieben, ohne dabei zu alt zu wirken. Die anderen Charakteren sind dagegen alle neu, aber ich bin hier nicht so böse alles zu kritisieren – optisch war ich bei anderen Serien schon deutlich unzufriedener.


Musik & Synchronisation


Wenn man nicht viel erwartet, kann man auch nicht enttäuscht werden. Musikalisch hat sich bei Love Live eigentlich nicht so viel getan. Ob hier immer noch dieselben Komponisten dranhängen weiß ich nicht, aber ich mag das jede der Mädels so ihren eigenen Stil hat. Das kommt eben mit dem Vorteil, weil es mehrere Mädchen sind, die solo auftreten. Zuvor hatten wir immer zwei Gruppen – eine die den Standard-Idol-Pop-Kram macht und die erwachsene, selbstbewusste Gruppe die eher Elektro-Pop macht. Besonders hervorheben kann ich die Arbeit der Sprecherinnen aber nicht, das wirkte alles recht normal und Standard. Ein Highlight bei der Musik war aber Setsuna, ihr Song war ziemlich gut gemacht. Allgemein ist sie bisher mein Lieblingscharakter, neben Yuu.


Nijigasaki ist auch im Vergleich zu den meisten anderen Idolserien nichts besonderes, aber das muss es auch gar nicht sein. Auch wenn ich hier die anderen Serien oft erwähne, habe ich mich beim Schauen nicht so oft beim allgemeinen Vergleichen erwischt, wie es bei Sunshine der Fall war. Ich würde eine zweite Staffel aber auf jeden Fall schauen, nur würde ich die zweite Hälfte nicht mehr so hinter binchen. Ob eine zweite Staffel kommt, steht aber noch in den Sternen. Bald soll ja noch Love Live! Superstar folgen, das wieder mit dem alten Team der ersten Serie an den Start geht und sogar weniger Mitglieder dabei hat als alle vorherigen Serien. Ich würde Nijigasaki aber vor allem Leuten empfehlen, die sehr das alltägliche und nebensächliche an Love Live! mochten. Besonders große Dramen gab es hier noch nicht, aber ich hatte eine nette Zeit das hier zu schauen.


Bewertung

6 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Love Live! Nijigasaki High School Idol Club – Review

  1. Ich wünschte solche Gruppenserien würden ohne so viele Stereotypen auskommen: Wir haben so oft „einen verschlafenene Charakter“ (Chunbiyuu) den Genki-Charakter (Free!) und so weiter. Ich meine der Anime will das sein was er sein möchte und das kann man ihm nicht vorwerfen, müsste ich mir vielleicht mal geben ^^ Nett das man hier aber mal einzelne Sängerinnen auf die Bühne ließ, das ist sicher mal etwas abwechslung

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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