Hotaru labert über ihre Lieblingsseiyus | Pilot

Wird das hier ein neues Format? Ich weiß nicht, aber ich werd sicher etwas fangirlen.

Synchronisationen sind wohl neben der optischen Sache das, was Anime an meisten ausmacht. Natürlich spielt Musik und dergleichen auch noch eine Rolle, aber ich möchte heute tatsächlich mal über meinen Lieblingseiyu (Seiyu ist einfach nur der japanische Begriff für Synchronsprecher) sprechen. Da ich mittlerweile ungefähr 70 % meiner Anime mit Sub schaue, hab ich den einen oder anderen Sprecher gehört und hab auch ein paar Favoriten. Theoretisch könnte man das auch über deutsche Sprecher machen, aber hier ist das Problem – in Deutschland ist der Synchronsprecherjob anders, als in Japan. Synchronsprecher in Japan sind richtige Idols, singen meistens, moderieren Radio- und Webshows – sie sind richtige Entertainer und haben eine spezifische Ausbildung hinter sich. In Deutschland dagegen ist Synchronsprecher sein anders – es gibt zwar viele Sprecher die eine Schauspielerausbildung haben, aber da rutschen aufgrund des Mangels an Sprechern auch gern Quereinsteiger rein. Heißt nicht, das deutsche Sprecher weniger wert sind – sie machen vom Sprechen her genau die selbe Arbeit, aber nur wenige Sprecher sind wirklich prominent, noch weiß man viel über sie. Viele alte Hasen werden zwar oft interviewt, aber über die meisten könnte ich hier keinen ganzen Beitrag schreiben. Deshalb stelle ich euch heute meinen Lieblingssprecher aus Japan vor.

Yuuki Ono


Vorweg – der Name Ono ist in Japan extrem häufig, ich allein kenne drei Sprecher (Yuki eingeschlossen) die mit Familiennamen Ono heißen. Wenn Yuki in Kuroko no Basket dann auch noch neben Kensho Ono und Daisuke Ono besetzt wird, kann man die Namen sehr schnell durcheinander bringen. Allerdings hat Yuuki natürlich nicht nur in KnB mitgesprochen, aber aus meiner Sicht ist Kagami eine seiner bekanntesten Rollen – aber auch für Jojo Part 4 Protagonist Josuke sollte Yuuki ganz gut bekannt sein.

Yuuki Ono wurde am 22. Juni 1984 in der Shizuoka Präfektur geboren. Man weiß von seiner Familie nur, das sein Vater ein Sprecher beim japanischen NHK ist und er auch mal in diese Ankündigungsrichtung will. Während seiner Oberschulzeit wollte er eigentlich professioneller Fußballspieler werden, musste aber im dritten Jahr wegen einer Verletzung aufhören. An der Universität wurde er dann Fan des Sprechers Kisho Taniyama (auch bekannt als Frontmann der Rockband Granrodeo, aber Kisho taucht hier noch öfter auf), den er auf einem Anime-Event auch in echt treffen wollte – was ihn schließlich dazu inspirierte Synchronsprecher zu werden. Hier gibt es keine genauen Jahre, aber das muss wohl Ende der 90er und Anfang der 2000er gewesen sein. In den darauffolgenden Jahren hatte Yuuki dementsprechend einige Jobs – teilweise sogar in Callcentern, Mensch, ich und Yuuki sind uns ähnlicher als man glaubt (das war ein Scherz). Wie schnell Ono bei Atomic Monkey (eine Talentagentur für Sprecher) landete, weiß ich jetzt nicht – richtig aktiv als Sprecher wurde er aber 2006. Seine erste erwähnte Rolle war in Haruhi Suzumiya, aber nur in einer am Rand erwähnten Rolle. Statist 12 quasi. Seine erste, dauerhafte Nebenrolle war Tokugawa Shigeshige – bis 2008 war er aber immer nur ein Nebenrollensprecher. Wie hab ich ihn also noch vor Kuroko no Basket entdeckt? Ganz einfach – er ergatterte eine doch sehr präsente Rolle als Kiryu Kyosuke/Kalin Kessler in Yu-Gi-Oh! 5D’s. Schaut mal hoch auf meinen Namen, euch wird was auffallen. Na, begriffen? Er selbst hat glaub irgendwo erwähnt, das Kiryu für ihn eine sehr wichtige Sprecherolle war – was man bei Kiryus Werdegang sogar gut verstehen kann. Man erlebt ihn dort als irren bösen, in den Flashbacks als netten Kerl der langsam bekloppt wird – dann stirbt Kiryu während der Dark Signer Arc (weil, Dark Signer müssen vorher sterben) nochmal und kommt als depressiver Landstreicher im wilden Westen wieder. Ja, das ist doch mal das halbe Spektrum mancher Sprecher, oder?

Er macht halt gefühlt jeden Scheiß mit, aber das macht ihn irgendwie sympathisch~

Aber was kam nach dieser Rolle? Noch einige andere Nebenrollen, aber mit der Karriere ging es langsam steil auf. Neben dem Sprechen sang er auch einige Charactersongs, formte mit Sprecher Takuya Eguchi 2011 eine Sprecher-Einheit (You-Talk), in der Events und Drama-CDs produziert wurden. Und na ja, mit Kuroko no Basket wurde ein Traum für Ono war. Erst schnappte er Kisho Taniyama die Rolle des Kagami weg, was aber noch keinen negativen Einfluss auf die Arbeit der beiden hatte. Bekanntlich sangen Granrodeo fast alle Openings zu KnB und Kisho synchronisierte Kagamis selbsternannten Bruder Tatsuya Himoru, wodurch die beiden auch im Studio zusammenarbeiteten und auf Fan-Events miteinander zutun hatten. Das Problem war eher, das Yuuki so ein krasser Fanboy von ihm ist, das … er jedes Mal extrem aufgeregt in seiner Gegend war. Kisho war das ziemlich unangenehm, deswegen zog er ihn auch gern als den ulkigen Gnom auf und Ono schenkte seinem Vorbild nicht nur einmal ein teures Geschenk. Es gibt einige ulkige Geschichten mit den beiden, die KnB-Zeit war denk eine aufregende Zeit für Ono. Danach veröffentlichte Yuuki 2015 ein Mini-Album, mit einem sehr bekloppt-lustigen Musikvideo, es folgten in den darauffolgenden Jahren zwei Nachfolger-Alben und alles lief ganz gut. Na ja, fast.

Auch wenn es mit Rollen gut lief, verließ er 2017 Atomic Monkey und ist seit dem ein Freelance-Sprecher. Nach dem Austritt gab er auch bekannt, das er eigentlich schon seit sieben Jahren verheiratet war – was man als Sprecher in Japan leider immer etwas geheim halten muss. Ja, Japan ist eigenartig, aber seine Frau ist auch selbst nicht in der Industrie und zu sehr hat es Ono scheinbar auch nicht geschadet. Ich schätze seine durchgeknallte Art, aber auch das er sehr auf dem Boden geblieben ist. Während er letztes Jahr noch überraschenderweise der VTuberin Korone 500 Dollar spendete, wurde er im August auch noch Vater eines Sohnes. Hach, ist das schnulzig, aber ich gönne ihm echt alles gute. Bei den Ono-Bois ist der stimmlich der „große Bruder“ mit der kratzigen Stimme – aber er hat einfach ein warmes Herz. Kensho Ono ist dagegen eher der stimmliche Milchbubi und Daisuke Ono eher der Gentleman, oder mal einer der hart draufhaut.

Yuuki Ono und Kisho Taniyama 

Ihr fragt euch jetzt aber sicher, warum gerade Yuuki Ono mein Lieblingssprecher ist, oder? Er hat für mich irgendwie schon jeden Scheiß mitgemacht, hat ganz offensichtlich viel Spaß an seiner Arbeit und ist einfach ein sympathischer Kerl. Nein, ich war kein durchgedrehtes Fangirl von ihm, aber ich habe jedes Mal eine schöne Zeit ihn zu hören. Ich habe tatsächlich einen kleinen Wunsch, wisst ihr was? Da soll bald ein Slam Dunk-Movie rauskommen und Toei besetzt bei Fortsetzungen oder Remakes/Reboots gern komplett neue Sprecher. Ich mag ihn entweder auf Sakuragi hören, oder auf Mitsui. Da es sehr unwahrscheinlich ist, das Medaka Box eine Fortsetzung bekommt, wünsche ich mir da mal nichts. Da hatte er ja als Zenkichi die männliche Hauptrolle, aber na ja … danke Gainax.

Bevor ich euch jetzt also Videos zu Beispielen seiner Stimme hier reinposte, können wir noch gern darüber reden wer meistens in der deutschen Sprache auf ihn besetzt wird. Logischerweise sind Anime bei uns nicht so krass fixiert besetzt, wie Hollywoodfilme. Meistens werden deutsche Sprecher immer auf einen Schauspieler besetzt – aber bei Anime funktioniert das eben nicht. Yuki Ono hatte dementsprechend schon einige deutsche Vertreter seiner Rollen, zu viele um sie hier zu nennen. Sein erste deutscher Vertretung war aber erstaunlich nah an seiner Stimme dran. Dabei wurde Yu-gi-Oh! 5D’s immer auf Grundlage der englischen Version sychronisiert – trotzdem ist Tommy Morgenstern sehr krass nah an ihm dran. Deshalb hatte ich damals bei Animoon auch den Wunsch eingereicht, Kagami von Morgenstern synchronisieren zu lassen – leider hat das nicht geklappt. Ich bin nicht mal großer Kagami-Fan, aber Yuuki verkörpert ihn stimmlich sehr gut und Morgensterns normale Art zu reden ist da gefährlich nah dran. Na ja, am Ende wurde es Adam Nümm, der bei uns dem Kuroko-Sprecher viel zu ähnlich klingt und auch teils zu alt – aber Animoon machen ihr Ding halt wie sie wollen, nochmal schicke ich denen nichts zu. Ich seh ja ein, das man nicht auf alle Fanwünsche eingehen kann – aber meine Liste komplett auf den Kopf zu stellen, teilweise Sprecher daraus sogar zu nutzen (und umzubesetzen) muss ich halt akzeptieren. Am Ende zwingt mich keiner es zu schauen, ich hör einfach in Staffel 2 noch mal rein, gebe dem ganzen mit Kiyoshi und Hanamiya nochmal eine Chance und das wars dann. Und na ja – ich verstehe auch, das der Herr Morgenstern gut gebucht ist und kein Bock hat zu schreien.

Am Ende ruiniert mir ja keiner Yuuki Ono, der bleibt immer irgendwie der gleiche. Ich hoffe, das er den Job noch paar Jahre macht – ohne ihn würde mich das Seiyu-Thema sicher nicht so interessieren, obwohl er nach wie vor kein krass gebuchter Protagonist-Sprecher ist.

Ein Gedanke zu „Hotaru labert über ihre Lieblingsseiyus | Pilot

  1. Das Video half schön die Varianz zu zeigen, hier wird niemand zum STEREOTYP degradiert freundliche, ernste, junge, alte Figuren, der Sprecher hat ja doch einiges zu bieten in der Palette ^^ Ono scheint echt ein bekannter Nachname zu sein, frag nur mal die Beatles 😉

    Verrückt das man nicht erwähnen darf das man verheiratet ist, ist ja fast wie bei Rockstars die öffentlich keine Freundin haben dürfen O_O Interessantes Format allemal ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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