Cardfight!! Vanguard: overDress – Review

Es stand halt Clamp als Charakterdesigner drauf … leider haben sie nur scheinbar wenig zum Inhalt beigetragen. 😛
Cardfight!! Vanguard ist ein Kartenspiel-Franchise, das mittlerweile seit über zehn Jahren existiert. Angefangen als Manga, gibt es ähnlich wie bei Yu-Gi-Oh! schon etliche Anime-Serien, die vom Publisher Bushiroad vertrieben werden. Hinter dem Manga von 2010 saß eigentlich mal Akira Itou, ein ehemaliger Manga-Assistent von Kazuki Takahashi, dem eigentlichen Schöpfer von Yu-Gi-Oh! Itoh zeichnete 2004-2007 an Yu-Gi-Oh! R, aber das tut hier erstmal nichts wirklich zur Sache. An OverDress scheint er selbst nicht gearbeitet zu haben, weswegen ich ihm das hier nicht in die Schuhe schieben kann. Das zuständige Studio war Kinema Citrus, die unter anderem Made in Abyss, Black Bullet und Barakamon animiert haben. Ich habe übrigens keinen einzigen dieser Titel gesehen, deshalb habe ich keine Ahnung und wusste auch nicht was ich erwarten sollte. Was ich dann allerdings zu sehen bekam … na ja~

Yuyu in Frauenklamotten ist gar nicht mal so … unsüß~


Story


Die Geschichte dieser Serie lässt sich im Grunde sehr unkompliziert erklären – Yuyu ist fünfzehn, noch Mittelschüler und sehr empathisch, versteht sehr gut die Gefühle anderer. Dummerweise kann er aber nicht nein sagen, weshalb er sehr oft von seiner Schwester gewungen wird Frauenklamotten zu tragen und zu crossplayen. DAs wird ihm irgendwann zu viel, weshalb er abhaut und dann irgendwie bei Megumi landet, die ihn zur Nachtzeit zum „Wonderhill“ ein, welcher ein alter Vergnügungspark ist bei dem einige Jugendliche wie Megumi gemeinsam Cardfight spielen. Sie sind das Team Blackout, aber neben den Kartenspielen hängen sie dort auch ein wenig rum. Wie das … Jugendliche halt machen, ne? Doch in der Nacht, in der Yuyu dort ist, kämpft Blackouts-Anführer Danji gegen den Blonden Touya und Yuyu wird somit ein wenig in diese Welt des Vanguard gezogen …

Klingt doch an sich wie ein cooler Kartenspielanime, oder? Mit der richtigen Umsetzung und mehr als zwölf Folgen, hätte es dieser bestimmt auch werden können. Während in Yu-Gi-Oh! das Kartenspiel einen sehr wesentlichen Teil des Animes ausmacht, fühlt sich das in OverDress eher nebensächlich an. Auch wenn später noch ein etwas ernster Plot angerissen wird, sind die meisten Folgen nur Slice of Life-Situationen, in denen die Charaktere landen. Wenn Megumi mal nicht neben Yuyu und Danji steht, jeden ihrer Dialoge als ziemlich gay interpretiert, gibt es mal eine sehr fragwürdige Wrestling-Kartenspiel-Folge mit Danji, Backstory zu Megumi, Touya, Yuyu der lernt wie man das Spiel spielt … aber es gibt keine so genaue Story, bis auf die „Bösewichte“ die mal auftauchen. Es gibt eigentlich kein so richtiges ZIel was hier erreicht wird – alles wirkt extrem random und manchmal etwas seltsam. Manchmal gibt es halt auch ein paar nette Jokes, aber warum macht man dafür so einen Anime? Das Kartenspiel an sich sieht ja auch interessant aus und die Designs sehen cool aus – aber es hilft halt nicht wirklich viel, wenn die Regeln und das eigentliche Spiel so überhaupt nicht erklärt werden. Selbst die Erklärungen für Yuyu haben meist eher mit den einzelnen Karten zutun, aber auch dort versteht man als Zuschauer nicht wirklich, wie dieses Spiel eigentlich funktionieren soll. Das ist nicht etwa so, wie bei Yu-Gi-Oh! wo die Regeln am Anfang echt nicht existiert haben. Hier wird einfach nichts erklärt, die Charaktere machen einfach und mehr „Erklärungen“ sieht man hier einfach nicht. Noch dazu kommt, das am Ende der Folgen Karten vorgestellt werden, aber man auch da nicht wirklich den Zusammenhang mit dem Spiel versteht.

Vermutlich verstehen langjährige Zuschauer mehr vom Kartenspiel selbst, aber gar keine Erklärungen sind halt echt kacke. Das macht es als Zuschauer wirklich extrem schwer reinzukommen, auch wenn manche der Slice of Life-Szenen nicht vollkommen schlecht sind.


Charaktere


Grundsätzlich würde ich nicht mal sagen, dass die Charaktere in dieser Serie schlecht sind – sie funktionieren nur schlichtweg nicht so, wie sie es vielleicht sollten oder könnten. Yuyu ist halt dieser typische, etwas ängstliche Junge, der aber trotzdem sehr offen und sympathisch sein kann. Ich kann ihn irgendwie nicht hassen, auch wenn ich ihn nicht mal besonders mag. Megumi nimmt hier mehr oder weniger die weibliche Hauptrolle ein, man zeigt auch ein wenig zu ihr und sie ist bei weitem nicht so flach wie manche YGO! Damen – aber auch sie scheitert eben an diesem viel zu kurzen Anime. Danji will als Anführer irgendwie unnahbar oder cool wirken, aber eigentlich ist er eher chaotisch und etwas durchgeknallt. Aber ganz ehrlich, das macht ihn sympathisch. Nur das er nicht da war, als sein verdammtes Team am Ende ordentlich gestruggelt hat, war irgendwie sehr bescheiden. Es gab nicht mal einen so richtig klaren Grund dafür, das wirkte alles nicht so ausgeklügelt.

Zu den anderen Charakteren kann man nicht so viel verlieren, um ehrlich zu sein. Touya will irgendwie der ernst zunehmende Rivale mit der tragischen Backstory sein, aber irgendwie funktioniert das auch nicht so richtig. Tomari ist bei dieser ganzen Truppe so ein wenig die Hobby-Moderatorin und normalerweise eine Polizistin, aber im Grunde ist sie auch eher so ein … große Schwester-Stereotype. Hier und da gibt es noch ein paar Charaktere, in der Gruppe und auch Gegenspieler – aber die sind bei weitem nicht so einprägsam, als das ich hier irgendwas besonderes über diese verlieren könnte. Hätte, hätte, Fahrradkette – wo keine gute Grundstory da ist, können auch halbwegs nette oder unterhaltsame Charaktere nicht helfen.


Zeichnungen & Animationen


Wie am Anfang schon gesagt, stammen die Charakterdesigns von Clamp. Das sieht man auch tatsächlich, aber sie wirken gar nicht mal so besonders. Natürlich hat man als langjähriger Anime-Fan sicher den einen oder anderen Clamp-Anime gesehen, aber die reinen Designs helfen dem Anime nicht wirklich um zumindest besonders auszusehen. Dafür sind die Zeichnungen innerhalb der Serie einfach etwas zu durchschnittlich. Ich würde nicht mal sagen, dass die Serie unglaublich schlecht aussieht. Auf besonders hohem Level ist das hier aber auch nicht, es schwimmt halt irgendwo optisch im Mittelfeld. Man muss aber sagen, das Opening und Ending zumindest recht cool gemacht sind. Das liegt aber auch eher an der Musik, wo ich gleich unten nochmal drauf eingehe. Manche Yu-Gi-Oh! Folgen sehen in meinen Augen dennoch besser als das hier aus, ja, auch die alten Folgen die gar nicht mal so gut gealtert sind.


Musik & Synchronisation


Wenn Bushiroad etwas hat, dann ist es gute Musik. Diese Firma vertreibt nämlich nicht nur Love Live und diverse andere Apps – sondern auch das Bang Dream! Franchise mit einigen Bands die sie ja auch selbst hochgezogen haben. Dementsprechend haben sie das hier auch genutzt und Roselia hat hier genau das geliefert, was sie auch sonst in den Spielen und Anime liefern. Wer dazu mal etwas hören und sehen will, klickt hier drauf. Das Ending ist eine sanfte Ballade, gesungen von einem Mann und na ja – ich war anfangs gar nicht so informiert wer das ist. Hierbei handelt es sich um die Band Argonavis, das ebenfalls aus dem Bang Dream Franchise kommt, was … ich kaum mitbekommen habe. Mir war gar nicht bewusst, das dieses Franchise auch eine männliche Band hat, aber sie klingen tatsächlich gar nicht so schlecht. Vielleicht schaue ich da auch noch in den Anime rein, mal sehen.

Zum Thema Synchronisation will ich aber noch etwas verlieren, bevor ich zum Fazit komme. Leute, die den Cast schon gesehen haben, werden mich jetzt schon judgen. Ja, ich gebe es auch zu – das Yuki Ono Danji spricht, war ein kleiner Punkt für mich, hier reinzuschauen. Aber sorry, der Type macht einfach nen guten Job, sorry? xD Die meisten anderen Sprecher sagen mir leider nicht so viel, Touya wird zum Beispiel noch von Yuuma Uchida gesprochen, der kleine Bruder von Maaya Uchida (Rika in Chunibyou). Amane Shindou will ich aber tatsächlich noch nennen, die hier Megumi gesprochen hat. Ich weiß, sehr junge Sprecher sind ja eigentlich nichts besonderes. In Deutschland gibt es ja auch sehr viele Kinder, die früh anfangen zu sprechen. Aber wisst ihr wie selten ich einen MAL-Eintrag eines Sprechers sehe, der wirklich jünger ist als ich? Amane Shindou ist erst siebzehn Jahre alt und singt schon als Sängerin einer neuen Bang Dream Band, klar ist nicht alles super grade, aber für ihr junges Alter ist sie eine ziemlich gute Sprecherin. Ich hoffe, sie hat noch einen weiten Weg vor sich, Geburtsjahr 2004 … was hab ich bis jetzt eigentlich gemacht, das es so junge Mädels gibt die … na, egal. Gar nicht drüber nachdenken, Hotaru.

Sorry, das Meme ist schon geil~


Es gibt mittlerweile ein paar Kartenspiel-Anime, der eine ist gut, der andere ist schlechter – aber die meisten davon haben eben viele Folgen. Etwas, das OverDress nicht hat, da gerade diese Anime große Turniere aufbauen und dann auch ein bisschen Geschichte erzählen. Ein Yu-Gi-Oh! mit 12 Folgen hätte damals nicht funktioniert und würde es heute auch nicht, somal es da eben auch immer primär um das Kartenspiel ging. OverDress hätte gut sein können, die Slice of Life-Folgen hätten sogar auf Dauer funktionieren können. Aber hier hat alles nicht wirklich funktioniert, Spannung hat sich nur spärlich aufgebaut und die teils tragischen Hintergrundgeschichten haben auch nicht gewirkt. Das traurige ist, diese Serie bekommt sogar noch eine zweite Staffel im Herbst. Was soll ich dazu noch sagen? Vermutlich würde ich mir selbst eher die anderen Cardfight Sachen anschauen, als eine zweite Staffel von dieser Serie anzuschauen. Vielleicht verstehe ich da auch ein wenig vom Spiel oder habe zumindest so viel Interesse, mich damit zu befassen. Definitiv eine der schwächsten Serien der Season, mir ist selbst unklar warum ich das hier nicht ab der Hälfte abgebrochen habe. Aber na ja, vielleicht haben andere damit mehr Spaß als ich.


Bewertung

4 von 10 Punkten


Ein Gedanke zu „Cardfight!! Vanguard: overDress – Review

  1. Habe ich noch nie von gehört, und das Clamp involviert war sieht man zumindest nicht auf den ersten Blick. Black Bullet habe ich nebenbei geschaut und kann außer dem Intro aber nichts groß dazu sagen: Fight-Anime mit Kriegern und ihren Loli-Begleitern, definitiv kein Anime für Damen XD

    Schöner, fairer Bericht ansonsten ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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