Higurashi no Naku Koro ni Sotsu – Review

Wahrscheinlich werden sich die Donnerstage ohne Higurashi ein wenig leer anfühlen. :’D

Higurashi Gou endete vor etwas mehr als einem halben Jahr und legte dann bis Juli eine Pause ein. Ursprünglich schien sogar geplant gewesen sein, die Serie fortzusetzen, da es sogar Sendeplätze gab die für die restlichen fünfzehn Folgen angelegt waren. Warum dann allerdings noch mal geschoben war ist unklar, dass bei Sotsu aber genauso „Copyright 2020“ steht hat sich zumindest nicht geändert. Wer weiß, ob hier am Ende nicht doch noch was gemacht wurde. Heftige Spoilerwarnung an der Stelle.


Story


Rika Furude und Satoko Houjou, die im vermeintlich beschaulichen Dorf Hinamizawa aufgewachsen sind, sind die besten Freunde und unzertrennbar. Satoko wäre es am liebsten, wenn alles beim Alten bliebe und sie bis an ihr Lebensende mit Rika zusammen sein könnte. Doch Rika hat andere Pläne: Sie sieht ihre Zukunft nicht in Hinamizawa, sondern außerhalb ihres kleinen Heimatdorfes an der St. Lucia’s Academy. Satoko möchte das nicht einfach so hinnehmen. In Anbetracht des baldigen Verlustes des wichtigsten Menschen in ihrem Leben wandelt sich ihre freundschaftliche Liebe zu einem krankhaften und ungesunden Geisteszustand. Sie kann und will Rika nicht loslassen und versucht alles, um sie zu überzeugen, in Hinamizawa zu bleiben. Diesen Wunsch könnte ihr Eua (eine Göttin, ähnlich wie Hanyuu) erfüllen, die ihr die Fähigkeit verleiht, alle Geschehnisse innerhalb einer Zeitschleife bewusst wahrzunehmen und dadurch so lange den Lauf der Dinge zu verändern versucht, bis ihr Vorhaben den gewünschten Erfolg erzielt und eine Zeitlinie entsteht, in der Rika für immer bei ihr in Hinamizawa bleibt. Bei jedem neuen Versuch von Satoko versinkt Rika immer mehr in Verzweiflung, denn auch sie nimmt die Ereignisse innerhalb der Zeitschleife bewusst wahr und ein Neustart ist immer mit dem Tod der beiden Mädchen verbunden …

Wie dramatisch diese Inhaltsangabe klingt, meine Güte. Im Grunde entspricht diese Staffel genau dem, was Higurashi Kai war – Antwortkapitel zu den Fragenkapiteln die Higurashi stellte. Wir erfahren also, wie es in den einzelnen Arcs zu den Veränderungen kam und wie die Mädchen jeweils durchgedreht sind oder was wirklich passiert ist. Wenig überraschend, rennt Satoko mit einer Spritze voll mit konzentriertem Hinamizawa-Syndrom durch das Dorf und kann damit sehr schnell hinbekommen, dass die jeweilige Person durchdreht. Angefangen mit Rena, sehen wir nun wie sie die Lady trifft, welche es auf das Geld ihres Vaters abgesehen hat. Ähnlich wie Satokos Onkel in der letzten Staffel hat aber auch diese eine „Redemption-Arc“ und will eigentlich aufhören sich mit Renas-Vater zu treffen. Das sagt sie sogar genauso Rena und allgemein wirkt sie nicht mehr so fies wie wir sie ursprünglich aus der eigentlichen Serie kannten. Aber na ja, Rena bringt sie halt trotzdem um und der Rest der Arc ist genauso wie wir es schon in Gou gesehen haben – na ja, fast. Am Ende sehen wir noch, wie Rika von dem Kampf zwischen Keichi und Rena erfährt und sich dann gewaltsam das Messer in den Hals steckt. Satoko kommt Heim, sieht das und bringt sich dann auch um. Die Arc der Zwillinge hat tatsächlich ähnlich wenig, wirklich neues. Wir sehen, das Mion trotz dem Hinamizawa-Syndrom immer wieder Momente hat, in denen sie „klar“ handelt. Ihre Willensstärke ist ziemlich krass, sie bringt dann mit ihren eigenen Händen ihre Schwester Shion um und wird am Ende von Satoko erschossen. Jetzt fragt ihr euch sicher, woher dieses Balg eine Knarre hat, ne? Das erkläre ich euch natürlich gleich noch, Rika landet hier in einem Tank voller Scheiße und damit hat sich auch diese Arc erledigt. Die Satoko-Arc ist dann noch ein oder zwei Folgen länger als das was wir aus Gou kannten, aber eigentlich geht es in dieser Arc nur darum, das Satoko ihrem Onkel vorspielt im Dorf gemobbt und verarchtet zu werden. Dieser Hojo Teppei hat sein Alkoholproblem nämlich im Griff und kümmert sich einigermaßen gut um seine Nichte, auch wenn diese den Haushalt schmeißt. Wir lernen hier auch, das Satoko durch die ehemaligen Kontakte ihres Onkels sehr leicht an Waffen oder Schlafmittel rankommt, was ihr hilft den Polizisten zu infizieren, der dann auch ordentlich durchdreht und dann vor den Augen Renas beide Zwillinge und Rika tötet. Satoko erschießt dann daraufhin den Polizisten, sie bringt sich ebenfalls um und auch diese Arc endet. Darauf folgt die „Gott unterhaltende“-Arc. Eua sieht sich nach wie vor amüsiert an, was Rika und Satoko da für Unsinn treiben und wir sehen auch nochmal die anderen Arcs, die teils in den Folgen angeteast worden. Nahezu jeder im Dorf, außer Takano und der Fotografen-Boi, hatten zwischenzeitlich Hinamizawa und töten irgendwie Rika. Leider mussten sie auch die echt ekelhafte Szene zeigen, wo Satoko Rika den Darm rauszieht und dann noch mit diesem Priester-Teil auf sie einschlägt. Der ganze „alte“ Inhalt den wir aus Gou kannten, endet dann auch schließlich mit dem was wir dort gesehen haben – Satoko die mit einer Pistole mitten in der Schule auf Rika zielt. Die Fortsetzung davon ist einfach nur, das sie abschließt und sich dann auch umbringt, auf die Folgen an der Mädchenschule wurde in Sotsu dann aber komplett verzichtet, da darauf schon mehr als genug eingegangen wurde.

Im Grunde sind also eigentlich nur die letzten drei Folgen neu, klar gibt es vieles das wir hier noch in den Antwortkapiteln erfahren – aber wirklich viele Szenen wurden einfach wiederverwendet und nicht mal sonderlich verändert. Ich kann es Leuten nicht mal verübeln, wenn sie sagen, das sich viele Folgen hier einfach nur wie ein Recap angefühlt haben. Irgendwann reicht es Rika nun also in den letzten Folgen und sie wehrt sich tatsächlich. Hanyu hat Eua dann auch gefunden und will sie davon abhalten diese kranke Scheiße weiter zu dulden, was aber auch nicht so einfach ist. Man sieht in diesen letzten drei Folgen sehr viele Arten und Weisen, wie Satoko Rika umbringt und irgendwann wird dann nur noch gezeigt wie sie sich gegenseitig die Fressen einschlagen. Kein Scheiß, es hat dann sogar die Ausmaße eines DBZ-Kampfes was … wirklich extrem absurd war! Selbst für die Verhältnisse dieses Universums, sind solche Art von Kämpfen wirklich absolut lächerlich und man kann es irgendwie kaum ernst nehmen. Auch wenn beide Looper sind und Satoko echt nur noch krank ist, das war einfach zu viel des Guten. Die letzte Folge bringt dann aber doch ein Happy End, das man gar nicht erwartet hatte. Natürlich wirkte diese Serie nicht trostlos, aber eigentlich hatte ich erwartet das Rika und Satoko sich so hart die Fressen einschlagen, dass sie wirklich beide für immer verschwinden. Die Theorien besagen ja, das beide hier danach die Hexen Frederika und Lambtadelta aus Umineko werden, aber der Schreiber streitet nach wie vor ab das Umineko hier irgendwie relevant ist. Das Ende läuft darauf hin, das Hanyuu es doch schafft ein Wunder geschehen zu lassen und die Lösung für das Problem einfach ist – Rika geht ihren Weg allein zur Mädchenschule und Satoko bleibt in Hinamizawa. Immerhin werden die beiden sich nach diesen drei Jahren Schule wiedersehen und so gibt es erstmal keinen Grund sich weiter durch all diese Welten zu töten. Ob das wirklich das Ende ist, ich weiß nicht. Aber der Gedanke, das Satoko in einer normalen Welt mit ihrem Onkel lebt und Rena, die Zwillinge und Keichi zum Essen einläd ist eigentlich ziemlich süß. Wenn auch absurd, weil Satokos Onkel nach wie vor … normal ist. Wirklich alle Figuren werden hier am Ende nochmal gezeigt, sogar Satoshi der im Krankenhaus aufwacht. Ein Happy End finde ich auch gut, gar keine Frage. Aber irgendwie ist das nicht so richtig befriedigend, finde ich. Eigentlich will ich auch keine weitere Fortsetzung, aber … dieses Ende ist einfach seltsam, auch wenn das normale Higurashi auch ein Happy End hatte.


Charaktere


Zu Rika kann man eigentlich nichts mehr sagen, da sie sich wirklich nicht sonderlich verändert hat. Außer das sie in dieser Serie eine Wunschschule hat und dort zum verwöhnten, vornehmen Gör wird, gibt es da nicht sonderlich viel zu sagen. Sie hatte einfach Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, aber diese Hoffnung soll sie einfach nicht haben dürfen – wenn man auf Satoko hört. Rika hat sich einiges gefallen lassen und wehrt sich letztlich doch, was sehr an Higurashi Rei erinnert. Die Welt, in der Satoko Rika feindlich gesinnt war, hatte Rika auch provoziert und am Ende hat sich Rika doch gewehrt. Alles was in der Serie zu Rika gezeigt wurde, ist aus meiner Sicht wirklich nicht ihre Schuld. Aber Satoko … oh Junge, der Schreiber hat sich wirklich viel Mühe gegeben dieses blonde Gör immer weiter unsympathisch zu machen und hat diesen Charakter letztlich wirklich kaputt gemacht. Hätte Satoko nur so viel Mühe in das Lernen gesteckt, wie Rika so oft durch alle Welten zu töten und an Hinamizawa zu binden, hätte dieses Problem nie bestanden. Satoko sagt immer wieder, dass sie es hasst zu lernen und das sie nicht an diese Akademie will – aber sie ist wirklich nicht zu dumm. Sie will halt nur einfach keine Mühe da rein stecken, den Grips hätte sie durchaus gehabt. Ihr Wahnsinn, Rika für sich zu haben und sie trotzdem zu quälen hat einfach ein Level erreicht, auf dem sie einfach nicht mehr sympathisch wirken kann. Als der Higurashi-Schreiber gefragt wurde, warum er die Geschichte fortführen will, hat er geantwortet: „Das er viele Leser hatte die Higurashi nochmal wieder erleben wollten und das alte von damals vergessen wollten“ und das er „Satoko nie so richtig nutzen konnte“. Jetzt im Nachhinein wünsche ich mir, dass er einen anderen Charakter genutzt hätte. Ich mochte Satoko nie, aber so hat er mir dieses Mädel wirklich mehr als ruiniert.

Alle anderen Charaktere gehen bedingt der Situation zwischen Satoko und Rika einfach unter, das kann man nicht ändern. Rena und die Zwillinge hatten gute Momente, aber Keichi ist hier wirklich nahe zu irrelevant geworden. Die Krankenschwester, der Doktor aus dem Krankenhaus und so viele andere Charaktere sehen wir wirklich erst in der letzten Folge wieder und das ist echt schade. Satoshi wurde bis zum Ende völlig vergessen, nicht mal wirklich erwähnt. Das Satokos-Onkel auf einmal … sympathisch ist, ekelt mich extrem und Eua saß meist auch nur in dieser Zwischenwelt und böse dahergelacht. Hanyu wurde verwendet wenn man sie brauchte und na ja, viel von den Charakteren die ich mochte habe ich in Sotsu genauso wenig gesehen, als in Gou. Sprich – wer das hier wegen den Charakteren geschaut hat, wird wohl auch sehr enttäuscht sein.


Zeichnungen & Animationen


Rein optisch kann man hier kaum Unterschiede zu dem machen, was wir ursprünglich gesehen haben. Immerhin sind viele Szenen ja auch wiederverwendet worden und da wurde sichtlich kaum bis gar nichts geändert. Neue Charakterdesigns, die man hier wirklich erwähnen müsste, gibt es auch nicht so wirklich. Wo keine neuen Charaktere sind, kann man auch keine erwähnen, nicht wahr? Die erste Folge mit seinen neuen Szenen war zwar ziemlich gut, aber für mich gibt es rein optisch nichts was ich wirklich erwähnen kann. Wie das Opening aufgebaut war ist sehr cool gewesen und auch der Stil des Endings war schön – aber das war ja auch schon in Gou eine Sache. Hier kann ich denke ich schon mal auf das Review von Gou verweisen, das sollte reichen.


Musik & Synchronisation


Ich glaube, das Opening von Sotsu war das, was mich wohl am gehyptesten gemacht hat. Natürlich waren die anderen Openings der alten Serie nie schlecht, das von Kai ist bis heute eines meiner Favoriten. Auch das von Gou war super, aber Analogy ist wirklich das fast beste Higurashi-Opening für mich, aber vermutlich weil ich hier auch die Vollversion kenne. Das Ending ist auch ganz nett, aber es ist eben eine Ballade. Irgendwie war es auch schon fast seltsam, das in der letzten Folge der Insert Song „You“ in einer weiteren Version lief. Wer dieses Lied jetzt nicht kennt, es ist das Lied was eigentlich in jedem Spiel mal lief und mindestens in einer Instrumental Version auch in der Serie lief. Es ist ein Lied, das wirklich schöne Lyrics hat und unglaublich schön klingt, aber in der letzten Folge dieser Serie wirkte es wirklich etwas … seltsam. Nicht schlecht oder schlimm, aber einfach seltsam.

Auch an der Synchronisation hat sich nichts geändert, einige Sprecher sind halt älter geworden, aber das hört man aus meiner Sicht nicht so sehr. Wenn der Anime hierzulande erscheint, wird sich ja nicht viel ändern, aber auch im Originalton ist alles wie noch in der Originalserie gehalten.


Hach, wenn man zwölf Folgen auf wirklich neuen Inhalt wartet, ist es klar das man nicht alle Zuschauer hält und diese auch gewisse Erwartungen haben. Es ist schwierig zu sagen, was ich erwartet habe. Vielleicht das sich Satoko und Rika mehr mit Magie die Köpfe einschlagen würden und nicht über mehrere Welten, so wie es letztlich gezeigt wurde. Ich persönlich habe einfach kein Happy End erwartet, ich ging wirklich davon aus das Rika und Satoko „richtig“ sterben würden, aber das hier ist einfach … etwas meh. Ich verstehe ja, das es besser ist, wenn Rika und Satoko ihre eigenen Ziele erreichen und erstmal getrennte Wege gehen. Es ist ja nicht so, dass ich es überhaupt nicht verstehe. Aber haben wir alle wirklich auf so ein Ende gewartet? Am Ende fand ich Sotsu dennoch ein wenig besser, was den neuen Inhalt angeht und auch das Opening war richtig geil, aber ich würde Leute vielleicht nicht raten diese neue Serie zu sehen, wenn sie die alte Serie wirklich geliebt haben. Natürlich gehen auch hier die Meinungen sehr weit auseinander, aber gerade Sotsu hat Higurashi als Ganzen mehr wehgetan als gut getan. Ältere Anime fortzusetzen oder teils auch zu remaken ist nicht immer eine schlechte Idee, aber Higurashi wäre als das was es war wirklich in Ordnung gewesen. Ja, die ganzen OVAs waren auch schon unnötig und teils Fanservice, aber meistens waren Serien wie Kira eben nur unschuldiger Slice of Life. Gou und Sotsu zusammen haben halt doch mehr mit Higurashi angerichtet und ob man Higurashi nach diesen Serien noch mag …. schwierig. Aber vielleicht ist das gerade hier eine große Frage des Geschmacks, bei dieser neuen Serie gab es genauso viele positive Stimmen, wie auch negative Stimmen. Für mich reicht es aber erstmal soweit mit Higurashi, soll der Autor sein ok für eine neue Umineko-Serie geben, aber Higurashi kann er jetzt wirklich ruhen lassen. Nochmal würde ich das hier dann wirklich nicht schauen, auch wenn ich hier noch mehr als den Durchschnitt gebe.


Bewertung

6 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Higurashi no Naku Koro ni Sotsu – Review

  1. Es SIEHT immerhin besser als als das eher eigenwillige Original oder? Klingt eigentlich wie ein „fast Remake“ und ein „fast reimagination“ will heißen: Sehr ähnlich, aber mit 2-3 kleinen Abwandlungen. Die Idee das Satokos Onkel auch mal eine Welt hat wo er kein Schurke ist klingt ganz nett, aber moment… wer ertrinkt da bitte in einem Tank voll ScheißeÒ_o; Manchmal macht diese Serie einen wirklich Kopfzerbrechen XD

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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