Love Live! Superstar!! – Review

Von links nach rechts —–> Chisato, Sumire, Kanon, Keke und Ren

Ein neuer Love Live-Anime, was? Na dann legen wir mal los.

Wir sind im Jahr 2021 angekommen, das allererste Love Live-Musikvideo erschien vor mehr als 11 Jahren (NA, FÜHLST DU DICH ALT, ALEX_ROSTON?!) und die erste, richtige Love Live Serie erschien vor mehr als acht Jahren. Love Live Sunshine erschien 2016, ich weigere mich noch immer es als vernünftigen Love Live Ableger zu akzeptieren (auch wenn Staffel 2 gut war, aber Staffel 1 und der Film waren kacke) und Nijigasaki lief als Anime erst letztes Jahr. Für mich erschien es daher etwas früh, das Sunshine noch dieses Jahr an den Start geht, während Nijigasakis erste Staffel für nächstes Jahr April angekündigt ist. Hotaru weiß aber natürlich auch, das beide Serien in Produktion waren – Love Live! Superstar wurde laut meinem letzten Stand eigentlich von Sunrise Side Studio Sunrise Beyond animiert, aber das wurde jetzt auf Myanimelist auch angepasst. Na ja, Sunrise bleibt am Ende Sunrise, würde ich sagen. Schauen wir uns an, was die mittlerweile vierte Love Live-Serie zu bieten hat.


Story


Kanon Shibuya ist musikalisch schon sehr begabt, singt sehr schön und spielt Gitarre. Trotzdem hat sie es nicht in das Musik-Programm der Yuigaoka-Mädchen-Oberschule geschafft und ist dort eine ganz normale Schülerin, was auch sehr mit ihrem Lampenfieber zusammenhängt. Eigentlich will sie das ganze Musikthema auch endlich hinschmeißen, aber die chinesische Austauschschülerin Tang Keke (die heißt wirklich so, wird aber eher Kuku ausgesprochen) bringt sie dazu weiter zu machen und das mit ihrem eigenen Interesse zu verbinden. Was das ist sollte klar sein, es sind School Idols.

Der Anfang von Superstar wirkte eigentlich sehr frisch. Kanon die sich überzeugen lassen muss, Keke die irgendwie anfangs etwas nervig ist und Chisato vom Essenstand das bei den Tanzsachen hilft. Rein inhaltlich sollte man bei einer Love Live! Serie keine besonderen Wunder erwarten. Wenn wir Nijigasaki ausnehmen, geht es immer um die Schulschließung – ob nun früher oder später. Da dieser Punkt der Strichliste aber erst später abgehackt wird, gibt es ein weiteres Trope das mal wieder erfüllt werden muss. Schulsprecherin Ren will den School Idol Club nicht akzeptieren, was ein Thema in wirklich ALLEN Serien vorher war. Wenn man diese Serie hier wirklich ohne die anderen Serien schaut ist das vielleicht nicht so schlimm, aber irgendwann lutscht sich auch dieses Trope so langsam aus. Trotzdem hatten die Charaktere endlich mal ein bisschen Entwicklung, die ich mir in den anderen Serien manchmal eher gewünscht hätte. Wie gut das Pacing hier dafür ist, na ja, aber diese Serie hat auch nur 12 Folgen Zeit. Für mich hatte die erste Serie eigentlich ein ordentliches Tempo, dafür dass sie nur 13 Folgen hatte. Jeder Charakter hatte so ein bisschen seine eigene Folge, hier ist es ähnlich, aber man merkt schon dass sie teils etwas in Eile sind. Es wäre auch zu überraschend gewesen, wenn diese Serie mehr Folgen gehabt hätte, also kann ich darauf nicht mal so sehr rumhacken. Drama kann Love Live auch ein wenig, aber es überwiegt immer der eher witzige Part und der ganze Slice of Life-Teil. Vom Prinzip würde ich nicht mal sagen, dass Superstar inhaltlich wirklich besser war als Sunshine. Mir erschienen die angeschnittenen Themen aber irgendwie sympathischer, bis auf die beiden großen Tropes wirkte Superstar nicht exakt von Idol Project kopiert. Nun gut, wenn wir uns das Ende dieser Serie anschauen, endet es eigentlich relativ ähnlich wie Idol Project, aber … sein wir doch mal ehrlich. Wir wissen doch ALLE, dass auch diese Serie wieder eine zweite Staffel bekommen wird. Sunrise wäre schön blöd, wenn sie es nicht wieder so machen, wie sie es immer machen. In den weiteren Punkten wird denke ich aber eher klar, was die Stärken dieser Serie sind. Man merkt halt an Ecken und Kanten immer wieder, das diese Serie vom Director der ersten Serie ist, ich werde gerade Idol Project immer wieder erwähnen.


Charaktere


Liella, wie die Gruppe später heißt, hat tatsächlich nur fünf Charaktere. Die Protagonistin Kanon ist durch ihre Komplexe wesentlich glaubhafter und sympathischer als eine Honoka oder Chika, sie singt gerne – aber sie ist nicht so überdreht wie die beiden. Eine normalere Protagonistin ist das beste, was dieser Serie aus meiner Sicht passieren konnte. Kanon hat am Ende zwar immer noch rot-orangene Haare, aber man soll Leute ja nicht nur auf ihr Aussehen reduzieren, ne? Das eigentlich aus China stammende Mädchen Keke ist dann wieder etwas durchgedrehter, am Anfang wirkte das auch etwas zu viel des Guten, aber sie fügt sich ziemlich gut in die spätere Gruppe ein und war gerade am Anfang die treibende Kraft der Sache. Ich mag sie nicht total, aber sie ist halt … sie selbst. Keine wirkliche Kopie eines anderen Charakters vorher, auch nicht sonderlich inspiriert. Chisato sieht mit ihren Knödelchen und ihrer zu runden Kopfform anfangs sehr seltsam aus, eine derartige Frisur gab es vorher glaub nicht so extrem, aber sie ist eine ganz liebe und verfolgt auch klar ihre Ziele ohne sich dabei allzu sehr kaputt zu machen. Ein bisschen wie eine Mischung wie aus Kotori und Umi (Idol Project-Mädels), aber nicht auf negative Weise. Sumire hingegen wirkt wie eine Mischung aus allen durchgeknallten Charakteren – Nico, Yohane und ihre Familie hat einen Schrein, weshalb sie ähnlich wie Nozomi auch an einem arbeitet. Würde sie nicht penetrant Galaxy schreien, würde ich sie vielleicht mehr mögen – aber ihre Komplexe und Probleme sind nicht übel dargestellt. Sie hat Erfahrungen im Showbiz, hat aber immer nur Nebenrollen bekommen und hat nun ein wenig mehr die Gelegenheit zu strahlen. Damit hat sie sich zumindest gerettet, was man nicht so richtig über Ren sagen kann. Die Schülerratspräsidentin kommt eigentlich aus mehr oder weniger reichen Hause, ihre Mutter hat die Schule gegründet und Ren hat eine eigene Maid, weil besagte Mutter mittlerweile gestorben ist und ihr Vater im Ausland lebt. Prinzipiell wäre sie eigentlich gar nicht so nervig, wenn sie nicht wie im Trope vorgegeben was gegen School Idols hätte und allgemein mal etwas zu sehr überdramatisiert. Ich hasse sie nicht, aber für mich ist sie der schwächste Charakter der Mädels, wenn man mich fragt. Die Mädels sind zwar nur zu fünft, aber es wirkt trotzdem als wären sie zu neunt – man hat die restlichen vier Charaktere einfach anders reingequetscht, wenn man es so sagen will.

Nebencharaktere gibt es natürlich kaum relevante, Kanon hat eine vorhandene Familie die hin und wieder gezeigt wird (der Vater natürlich nur bis zur Nase, alte Tradition, hat Honokas Vater vorgemacht), ein paar Mitschüler werden hin und wieder gezeigt, die Direktorin ist hin und wieder relevant und der Rest passt halt, irgendwie. Die „Rivalen“-Band Sunny Passion ist aber wirklich sehr langweilig und hat auch keinen Song, der wirklich voll gezeigt wird. Da war sogar A-RISE besser beleuchtet, kein Witz. Sunny Passion sind sehr freundlich zu Liella, manchmal sogar zu freundlich, so dass es echt langweilig wirkt die Mädels zu sehen, wenn sie mal da sind.


Zeichnungen & Animationen


Man kann sagen was man will, aber die Entwicklung zwischen den gesamten Serien bis zu Superstar zu beobachten ist beachtlich. Idol Project hatte teilweise noch sehr hässliche Tanzszenen, Sunshine war etwas besser, sah aber fast genauso aus und Nijigasaki hatte einen völlig anderen Zeichenstil. Superstar dagegen hat nicht nur einen detailreichen Zeichenstil, sondern auch noch wesentlich flüssiger laufendende Animationen. Hätte man mir vor Jahren gezeigt, was mal in der Zukunft sein würde, hätte ich das ernsthaft nicht geglaubt. Ob man die Charakter-Designs jetzt mag, ist mal dahingestellt. Kanon hat halt eine relativ normale Frisur, Keke hat diese komischen rosa Strähnen in den brauen Haaren und eigentlich nur eine Kurzhaarfrisur, Chisato ist ein genau runder Kopf (und die Frisur ist gewöhnungsbedürftig) und über Sumire sowie Ren muss man nicht reden. Ein blondes Mädel, ein schwarzhaariges Mädel – eigentlich haben wir in dieser Serie sogar die mit normalsten Haarfarben, rückblickend betrachtet. Die ersten Serie mit diesen Animationen zu sehen wäre etwas, für das ich vermutlich auch etwas zu viel Geld zahlen würde, aber ich würde es sehen wollen. Aber gut, es wäre schlimm wenn die Serien zu Love Live sich nie optisch weiterentwickelt hätten, wenn der Inhalt doch hin und wieder Dinge wiederverwendet wird. Für ein Studio, das normalerweise Mecha-Anime animiert, hat sich Sunrise da schon wesentlich weiterentwickelt. Natürlich kann man hier immer noch nicht von einem künstlerischen Meisterwerk reden, auch nicht von den besten Animationen. ABER – sie haben das beste rausgeholt, das muss man an der Stelle schon sagen.


Musik & Synchronisation


Musikalisch kann man jetzt auch nicht mehr so viel neues erwarten, Love Live wackelt meist zwischen dem typisch modernen Idolkram und netten Melodien, aber keine Band verfolgt ein bestimmtes Genre. Die früheren Rivalenband waren im Vergleich zur eigentlichen Gruppe immer sehr cool, aber Sunny Passion können wir halt null beurteilen. Während Serien wie Bang Dream jeder Band einen eigenen Sound und Genre geben, sind die Love Live Mädels halt eigentlich immer sehr ähnlich unterwegs, was das musikalische angeht. Natürlich wird es nie langweilig, sie lassen sich schon was einfallen um die Zuhörer dranzuhalten. Aber gut, wir reden auch über ein Franchise, das sämtliche Entscheidungen von Fan-Votings machen lässt. Wie die Charaktedesigns hier zustande kamen weiß ich zwar nicht dadurch, aber die einzige musikalische Überraschung war Nofiction, dass tatsächlich einen Rap-Part hat.

Zur Synchronisation, die bis jetzt nur auf Japanisch existiert, kann man auch nicht so viel sagen. Die Mädels werden halt alle von gecasteten Neulingen gesprochen, die ihr Ding aber gut machen. Es gibt ein paar sehr bekannte Sprecherinnen in Nebenrollen, wie Romi Park, Mamiko Noto oder Kana Hanazawa – aber das hat man schon vergessen, wenn man sich nicht so sehr dafür interessiert.


Love Live! Superstar sieht nicht schlecht aus, die Charaktere sind in keiner Weise schlecht – aber mit ein paar mehr neuen Ideen wäre es sogar noch etwas besser gewesen. Wenn man als vierte Serie eines großen Franchises um die Ecke kommt, hat man es schwer. Das will ich gar nicht bestreiten, aber die strenge Schülersprecherin und die Schulschließung sind mittlerweile Themen, die ich nicht mehr so wirklich in den Love Live-Serien sehen will. Man kann an diese Serie als völliger Neuling gehen, es wird einem wirklich an nichts fehlen – aber als langjähriger Fan mit den selben Tropes abgespeist zu werden ist irgendwann nicht mehr lustig, auch wenn die Memes dazu gut sind. Das angeblich „so langweilige“ Nijigasaki hatte da insgesamt doch mehr neue Ideen, aber es ist eben auch Love Live. Eine zweite Staffel zu Superstar wird entweder ziemlich gut oder sehr durchschnittlich, aber für ein paar gute Charaktere, nette Zeichnungen und im allgemeinen, gebe ich mal etwas mehr als eine durchschnittliche Bewertung.


Bewertung

7 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Love Live! Superstar!! – Review

  1. Ich muss zugeben wenn ich so manche Tropes hier lese „Ihre Familie hat einen Schrein“ urrrhhh -.-, Wieviele Animes haben eigentlich irgendwen dessen Familie einen Schrein hat? Gefühlt jeder zweite. „Ihre Mutter ist tot und ihr Vater arbeitete im Ausland“ Urrrhhhhh, keine Erwachsenen leben scheinbar in Japan. Es wäre wirklich mal nett würde man mal 1-2 Formeln aufbrechen und versuchen kreativere, frischere Ideen einzubringen. Wieso ist eine der Mädels nicht mal vor einem Jahr ein Rowdy gewesen der andere Gemobbt hat? Sowas wäre doch mal irgendwas neues. Vielleicht sehe ich es zu eng, aber „retten wir unsere Schule“ oder „Wir wollen bitte den Club Gründen Frau Direktorin“ sind wie du schon richtig sagst 1000 mal ausgelutschte Tropes. Wenn sie die Love Live Werke mal mehr dubben komme ich ja auch mal sicher dazu einen zu schauen xD

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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