X – Review (Serie & Film)

Es gibt vermutlich nicht viele Screenshots zum Anime im Review, da muss ein bisschen offizielles Artwork aushelfen.

Clamp hat sehr viele unvollständige Reihen, die seit Jahren pausiert sind. X ist aber wahrscheinlich die längste, wie bekannt sie ist – darüber kann man anders diskutieren. Ich habe mir sowohl die Anime-Serie als auch den Film angesehen und na ja … das war eine wirklich eigenartige Reise.

Um mal ein paar einleitende Worte zu verfassen, sollte ich etwas über meine eigene Verbindung zu Clamp erzählen. Ich selbst besitze gar nicht so extrem viele Reihen von den Damen, Card Captor Sakura hab ich mal günstig bekommen und lese jetzt auch das Sequel, Chobits, Kobato, Angelic Layer hab ich als Anime gesehen und Blood-C. Zugegeben, bei Blood-C hingen sie nur in der Story drin, aber man spürt da schon das sie beteiligt waren. Ansonsten kenne ich sie auch als Character-Designerinnen für eine meiner Lieblingsserien – Code Geass. Mehr Verbindungen hab ich zu ihnen tatsächlich als Leser nicht, was mich selbst überrascht. Ich war immer interessiert in ihre Werke, bin da aber nie so komplett reingestiegen das ich richtig tief drin steckte. Dementsprechend hab ich irgendwann mit Shima geredet und gesagt, ich mag X sehen. Er hat das aber die ganze Zeit mit xxxHOLiC verwechselt, was er wegen dem seltsamen Zeichenstil nicht sehen wollte. Letztlich hab ich ihn dann doch überzeugt und X ist ja auch auf Amazon Prime erhältlich. Sowohl der komplette Anime als auch der Film ist dort vorhanden, ich habe aber erst die Serie und danach den … sehr fragwürdigen Film gesehen. Achtung, Spoilerwarnung zu einem zwanzig Jahre alten Anime.


Story


Im Jahr 1999 kämpfen die sechs Himmelsdrachen, die die Erde beschützen wollen, gegen die sechs Erddrachen, welche für eine Neuerung der Erde und die Vernichtung der Menschen kämpfen. Kamui kehrt nach Tokio zurück, um das heilige Schwert an sich zu nehmen, wird aber noch nicht als würdig gehalten. Er verhält sich zurückhaltend gegenüber seinen Kindheitsfreunden Fuuma sowie Kotori und ist sehr aggressiv. Kamui ist der Auserwählte und es ist ihm gewährt, seine Zukunft selbst zu entscheiden, ob er als Erd- oder Himmelsdrache am Tag der Prophezeiung kämpfen will. Doch egal, welche Entscheidung er trifft, die Zukunft ändert sich nicht. Wird Kamui es gelingen, das Schicksal doch noch zu besiegen?

Allein an der Inhaltsangabe hätte ich wahrscheinlich gar nicht erst in diese Serie reingeschaut, um ehrlich zu sein. Heutzutage ist das „Außerwählten“-Trope so ausgelutscht, wie der Protagonist mit den verstorbenen Eltern … oh, warte. Kamuis Mutter ist ja tatsächlich tot, das war jetzt vielleicht etwas taktlos. Trotzdem sind die ersten Folgen etwas schwierig, wenn auch tatsächlich nicht so schlecht wenn man die Entwicklung des Anime selbst anschaut. Man merkt einfach in vielerlei Hinsicht, wie unausgereift diese Geschichte war und wahrscheinlich bis zur Pausierung immer noch ist. Es fallen viele Begriffe, die nicht sonderlich gut erklärt werden, wenn sie zum ersten Mal auftauchen. Sei es das ganze Traumseher-Thema, das heilige Schwert, sehr viele magische Begriffe und was ich hier nicht alles so aufzählen könnte. Ich persönlich glaube, das man hier teils wirklich nur vertuschen wollte, was man eigentlich wirklich vor hat. Manchmal saßen wir beim Schauen da und haben nicht wirklich verstanden was die da gerade reden, gerade beim Zwillingsstern haben wir jedes Mal schon fast zu laut gerufen: „WAS SOLL DAS SEIN“, aber eigentlich ist die ganze Prämisse hinter X ja gar nicht mal so dumm. Wir alle wissen, dass die Menschen der Erde eher schaden und vom Prinzip ist das nicht mal ein so unberechtigter Grund für die Erddrachen zu kämpfen. Warum die Krieger gerade Drachen genannt werden ist mir bis heute nicht ganz schlüssig, aber das hängt wahrscheinlich wieder mit Mythen zusammen mit denen ich jetzt nicht vertraut bin. Es ist ja nicht mal so, dass ich hinter X eine völlig inhaltlose Story sehe, diese Geschichte hatte und hat noch unglaublich viel Potenzial. Was über den Anime aber zumindest damit gemacht wurde ist eben eher … ernüchternd. Man müsste eigentlich mal zählen, wie oft sie Kamui im Anime sagen und ein Trinkspiel drauß machen – wahrscheinlich stirbt man schnell an einer Alkoholvergiftung.

Mir ist sehr positiv aufgefallen, dass man auf jeden Charakter zumindest ein bisschen eingehen wollte – was mit 24 Folgen aber auch schon heikel sein kann, wenn man 14 Charaktere hat und dann auch noch eine Geschichte selbst erzählen soll. Eigentlich hat mir dieses Prinzip, eine Geschichte zu erzählen, auch recht gut gefallen. Aber man kommt eben sehr schnell durcheinander, wenn man mal nicht so richtig aufpasst. Gerade diese Folgen mit Subaru und Seishirou waren eher wirr als klar, aber vielleicht verstehen das eher Leute die Tokyo Babylon gesehen haben. Selbst wenn ich Tsubasa Chronicle komplett gesehen hätte, wo alle Charaktere mal drin vorkommen, wäre das vermutlich noch nicht alles einleuchtend für mich gewesen. Das Clamp-Universum ist schon echt groß, wenn man da wirklich nur gelegentlich reinschaut und ein paar wenige Reihen kennt wie ich, ist das vielleicht teils eher verwirrend als gut zu durchschauen. Auch wenn am Ende im wesentlichen alle Charaktere ihre Screentime hatten, wirkt das Ende halt doch irgendwie … aus dem Ärmel gegriffen. Ich sehe ja selbst ein, das Anime zu Manga meist eh nur Promo für das Originalwerk sind. Es gibt so viele Fragen die trotzdem offen sind und ich kann mir vorstellen, wie schwierig diese Serie für den Director wohl zu händeln gewesen sein muss. Wie ich das hier aber besser gemacht hätte, ist eh schwierig – der Manga war bis dahin noch nicht fertig, man hätte vielleicht noch 12 Folgen drauf tun müssen und das ganze als eigene Story abschließen müssen, als in den letzten Folgen eine Lösung oder ein Ende zu finden. Ich kann mit dem was der Anime hier mit einem unvollständigen Manga gemacht hat gut leben, auch mit der etwas reduzierten Gewaltdarstellung bin ich vollkommen im Reinen. Wahrscheinlich wäre es interessant zu wissen, wie ein Remake das heutzutage Händeln würde, aber man müsste den kompletten Inhalt wahrscheinlich eh auf heute anpassen, komplett umschreiben und naja. Gerade aus japanischer Sicht behandelt X ja nicht gerade unproblematische Themen, aber wie das hier überhaupt über zehn Jahre als Vorlage schon in einem Shoujo-Magazin laufen konnte ist mir doch etwas unbegreiflich. Aber schließen wir den inhaltlichen Part hier erstmal, das artet sonst zu sehr aus.


Charaktere


X hat extrem viele Charaktere. So viele, ich werde wahrscheinlich eh nicht alle beleuchten können. Es sind ja nicht nur die 14 Charaktere die zu den Drachen gehören, da sind ja auch noch einige Nebencharaktere. Zu aller erst haben wir hier Kamui, dessen Namen wir uns so schnell merken können wie in keinem anderen Anime, weil dieser Name wahrscheinlich so oft gesagt wird wie in keinem anderen Anime den ich in letzter Zeit in Erinnerung habe. Er ist sehr abweisend, doch etwas aggressiv und allgemein ist er aus meiner Sicht eigentlich nicht sonderlich sympathisch. Auch ab dem Zeitpunkt, als dann näher auf seine Vergangenheit mit Kotori und Fuma eingegangen wird, wird er nicht wirklich sympathischer. Er öffnet sich dann später zwar etwas, entscheidet sich für eine Seite und entwickelt sich auch – aber das ist schon ein ziemlich weiter Weg über die 24 Folgen. Fuma hingegen war tatsächlich zumindest etwas freundlicher, aber ab dem Zeitpunkt als das Wort Zwillingsstern fällt, wird alles um ihn sehr, sehr seltsam. Ich verstehe ja selbst auch, dass es für ihn bestimmt auch nicht einfach war. Aber so schnell wie er zum Antagonisten wurde ist doch sehr unrealistisch und sehr plötzlich. Er weiß später gefühlt alles, kann gefühlt alles und spielt Kamui gefühlt wie eine Fiedel. Es hilft dann auch nicht, wie er teils sehr nah an Kamui rangeht und ihn anfasst. Mir ist klar, dass diese kleinen Shonen Ai-Themchen bei Clamp immer ein Ding waren. In Card Captor Sakura sind sie so professionell damit umgegangen, dass es wirklich wie das normalste der Welt war. Aber hier ist es doch sehr, sehr unangenehm. Mit Fumas Schwester Kotori könnte ich das Trio jetzt erstmal abrunden, aber sie hat wirklich sehr wenig Charakter um sie überhaupt zu beschreiben. Gut, auf jeden Fall mehr als im Film, aber dieses Traumseherding mit ihr wurde kaum bis wenig angekratzt um es am Anfang wirklich verstehen zu können und generell … sie wirkt halt wie eine typische Protagonistin eines Shoujo-Mangas, viel Arbeit wurde in sie eigentlich nicht reingesteckt. Berechtigt zwar auch den Hate mancher Zuschauer, aber gut. Ich bin tatsächlich froh, dass man ihren Tod hier gewalttechnisch ziemlich entschärft hat, aber wirklich gefühlt hab ich in der Szene nichts. Drama kann X zwar schon, aber ich interessiere mich vermutlich nicht genug für die Charaktere um da richtig mitzufühlen.

Zu den Himmelsdrachen gehören eigentlich noch recht normale Charaktere – der Priesterjunge Sorata ging mit seinem „ich sterbe für eine hübsche Frau“-Ding ein bisschen auf die Nerven und man Arashi tatsächlich auch verstehen das sie genervt ist, aber diese Beziehung wirkte auch leicht zusammen gekleistert. Vor allem als sich Sorata erst verletzt, angeblich nicht mehr seine Hand bewegen kann und es dann doch tut, schließlich von Arashi hintergangen wird und dann stirbt … puh, viel Drama auf jeden Fall, aber gefühlt hab ich das eher weniger. Yuzuriha und der Hund waren eher nervig, die ganze Thematik mit dem eigentlichen Erddrachen Herren Kusanagi hätte ich tatsächlich fühlen können, aber auch das wurde ja nicht richtig abgeschlossen. Clamp hat sich ja noch nie um große Altersdifferenzen zwischen seinen Charakteren interessiert, also stört oder schockt mich nach dem Lehrer und der Schülerin in Card Captor Sakura vermutlich gar nichts mehr. Der Herr Kadokawa-Redakteur war in Ordnung, die Feuermagierin war ok, ich verstehe bis heute nicht warum sie Kamuis Tante da irgendwie als Schwert-Ausscheiderin reinpflanzen mussten und Subaru ergibt halt wirklich wenig Sinn. Er hat einmal geholfen Kamui aus so einer Traumwelt zu holen, aber sein „Wunsch“ hat mich doch sehr verwirrt gemacht. Vielleicht muss ich Tokyo Babylon dazu kennen um das zu verstehen, aber im Ernst – wieso will man halbblind sein? Das ergibt ja mal sowas von keinen Sinn, aber ich selbst was schwerwiegendes mit einem Auge, aus realistischer Sicht und dem normalen Leben versteht man diesen Anime-Charakter vielleicht nicht ganz so gut. Prinzessin Hinoto hat mich wirklich sehr aufgeregt – sie ist blind, taub, stumm, kann vermutlich nicht laufen und spricht nur per Telepathie – kann aber die Zukunft in ihren Träumen sehen. Is klar, da hat es Clamp schon sehr stark übertrieben, sie bewegt ja sogar den verdammten Mund! Klar ist das sicher auch einfacher für die Sprecherin in dem Falle zu verstehen, aber im Film hat man da tatsächlich drauf geachtet ihren Mund nicht bewegen zu lassen. Generell war sie so ein Frustcharakter für mich, ihre Schwester Kanoe wirkte ja tatsächlich noch interessant eifersüchtig, aber als Hinoto sich dann wegen ihrer bösen Seite umbrachte hat sie ja trotzdem geheult. Natürlich, beide sind Schwestern. Aber wenn Kanoe ihre Schwester so sehr hasst und leiden sehen will, scheint sie sich ja doch mehr für Hinoto interessiert zu haben, wenn sie wegen ihr sogar weint. Aber gut, das hinterfragen wir hier nicht, Hinoto ist warum auch immer über 800 Jahre alt und es gibt keine Begründung dafür.

Die restlichen Erddrachen find ich selbst eher uninteressant. Der eine Stadtverwaltungsangestellte, Nataku, der Typ mit dem Subaru zutun hat, Kakyo … alle sind halt da, aber wirklich interessant fand ich davon niemanden. Ja, das Mädel mit dem eifersüchtigen Computer könnte auch interessant sein, aber sie wirkt allgemein sehr overpowert und mindestens genauso unsympathisch wie Kamui. Schade, aber kann ich verschmerzen. Ich kann ja nicht mal sagen, dass ich alle Charaktere total blöd finde. Tatsächlich hat jeder hier irgendeine Sache die interessant ist, aber keiner hat genug um mein Favorit zu sein und wie schon gesagt – gefühlt hab ich nicht bei Drama oder wenn wirklich jemand gestorben ist. Nicht mal, als Kamui sich im Grunde geopfert hat. Es war halt vorbei, damit hatte sich die Serie erledigt. Mehr kann man wirklich nicht sagen.


Zeichnungen & Animationen


Man muss dieser Serie schon zugestehen, dass sie gut für ihre Zeit aussieht. Man kann bei einem Anime von 2001 nicht mit den selben Standards rangehen wie heutzutage und ich hab auch unfairerweise viele Vergleiche beim Schauen zu Code Geass gemacht, das ja nicht mal von Clamp inhaltich geschrieben wurde. Aber guckt euch Kamui mal an, färbt seine Augen mal schnell lila und ihr habt Lelouch, ich kann doch nicht die einzige sein der das aufgefallen ist? Madhouse-Fan bin ich deswegen jetzt nicht automatisch, aber ich verstehe schon warum sehr viele Clamp-Sachen immer dort gelandet sind. Männliche Charaktere sind relativ schwer auseinander zu halten, wenn man nicht gerade Fuma und Kamui vor sich hat, der Kadokawa-Redakteur sieht aus wie Sakuras Vater und man muss sich schon hier und da was merken, gar keine Frage. Die Damen hingegen kann ich schon besser auseinander halten, aber tatsächlich hat mir keine optisch mehr gefallen als die andere. Würde sich Clamp mit ihren weiblichen Designs für einen Anime zusammentun und der Zeichner des Death Note-Duos die männlichen Designs oben drauf tun, hätte man wahrscheinlich die beste Kombo aus Charakterdesigns. Denn die männlichen Charaktere sind sich hier alle sehr ähnlich und bei Death Note/Bakuman/Platinum End waren die Damen immer sehr ähnlich. Wer findet meine Idee gut, Hände hoch. (nee, Spaß)

Der Charm eines 90er-Jahre Titels, der aber in den 2000ern erschienen ist, kommt auf jeden Fall gut rüber. Wäre ich einer der Leute, die Anime nur nach ihrem Aussehen beurteilen, wäre das hier wahrscheinlich ganz schnell einer meiner Lieblingstitel, aber so einfach bin ich natürlich nicht gestrickt. Rein optisch kann ich zumindest keine großen Beschwerden einreichen, selbst die Hintergründe fand ich hier immer sehr gut dargestellt.


Musik & Synchronisation


Warum man hierzulande unbedingt einen Within Temptation-Song nutzen musste und über das Opening pappen musste, ist für mich nicht verständlich. Das ist irgendwie so, als würde ich When You’re Gone von Avril Lavigne als für ein Code Geass-Ending nutzen würde, aber selbst das finde ich passender als Mother Earth für X als Opening zu nutzen. Klar, ich kann mir vorstellen warum das hier so entschieden wurde. Das Opening klingt zu japanisch für das deutsche Fernsehen, irgendein anderer Song muss her. Aber was wäre denn so schlimm gewesen, den japanischen Song einfach nach München zu Arts of toyco zu bringen und ihn dort einfach einzudeutschen? Na, das war Viva wahrscheinlich zu viel Aufwand, lieber irgendeinen anderen Song drauf tun, der nicht zu den Animationen passt. Man unterschätzt so sehr, das Song und Animation einfach zusammen passen müssen, selbst wenn der Text des Songs passt oder nicht. Wahrscheinlich sind durch den Anime damals einige auch Within Temptation Fans geworden, aber ob das genau das Ziel war … na ja. Ein Anime sollte eigentlich keine Plattform oder Werbung für eine Band sein, aber so viele Jahre später kann man es eben nicht ändern. Keine Ahnung wie das Ending so ist, ich kenne nur das japanische Opening das eigentlich ganz nett klingt. Wenn man den Anime halt Dub schaut, ist der Song auch wie bei Viva, ich mach mir nicht jedes Mal die Mühe beim Opening auf Japanisch zu stellen.

Wenn wir jetzt schon den Dub erwähnt haben, der ist tatsächlich gar nicht schlecht. Klar, es stört mich auch das Kotori ihren Bruder mal mit Bruder und dann mal wieder mit Onii-chan anspricht, aber das ist halt nicht konstant. Man hätte sich schon für eins entscheiden sollen, aber mir wurde ja in einem Forum schon mal gesagt, Onii-chan wird in deutschen Übersetzungen GAR nicht genutzt – was für einen Bullshit das Internet doch manchmal schreibt, wenn man nur 10 Anime in seinem Leben gesehen hat und alle sind synchronisiert. Wenn man bei X also mal aufs Handy schaut oder es nebenbei laufen lässt, hört man genau aus welcher Zeit dieser Dub stammt. Sebastian Schulz (Yami Yugi) als Kamui, Gerrit Schmidt-Foß (Kaiba) als Fuma, Robin Kahnmeyer als (Jonouchi/Joey) als Sorata oder Rubina Nath (Anzu/Tea) als Yuzuriha. Dieser komplette Dub ist so voll besetzt mit Sprechern die auch in Yu-Gi-Oh! genutzt wurden, es fehlten eigentlich wirklich nur Konrad Bösherz (normaler Yugi) und Kim Hasper (Honda/Tristan). Wenn man dann natürlich noch andere Anime aus der Zeit gesehen hat, erkennt man noch sehr viele andere Sprecher wieder und das ist irgendwie schon ganz nett gemacht. Gerade für die Zeit ist das eigentlich keine schlechte Synchronisation, ich hatte zumindest nicht das Gefühl mit dem Dub irgendwas vom Original (sei es Übersetzung oder dergleichen) verpasst zu haben.


Ein paar Worte zum Film (1996)


Der 1996er Film ist ja auch auf Amazon verfügbar und meine Fresse, das Ding sieht dort wirklich so aus als käme es direkt von einer VHS-Kassette und wurde noch mal richtig ekelhaft auf 16:9 gestreckt. Die Bilder sind extrem verwaschen und dunkel, aber das hätte mir diesen Abfuck wahrscheinlich auch nicht lindern können. Diese Handlung auf einen 90 Minuten Film zu quetschen konnte einfach nicht funktionieren. Er sieht ja nicht mal schlecht aus, aber dieser Film ist so stark auf die Action der Serie reduziert, dass ist ja schon nicht mehr normal. Ob der Film damals wirklich erfolgreich war, selbst als Promo für den Manga, will ich sehr stark bezweifeln. Viele Inhalte sind etwas abgeändert, es wirkt nicht so drastisch das Fuma auf einmal böse wird – es wirkt eher so als hätte man ihn mit Argumenten überredet, aber die Gewalt ist hier schon teils sehr extrem. Kotori stirbt hier natürlich wieder anders, war zwischenzeitlich am Träumen, Fuma zieht das Schwert aus ihr raus (was in Anime nicht so war) und generell wird das hier mit der Zeit nur noch ein blutiges Massaker. Es klingt sehr drastisch, aber Fuma scheißt halt wirklich auf alles und bringt jeden um – auch die Erdrachen, Kanoe, ein paar Himmelsdrachen bestimmt auch (irgendwann hab ich aufgehört zu zählen, um ehrlich zu sein) und so kommt es dann zur Entscheidung. Kamui muss halt wirklich gegen seinen besten Freund kämpfen, ob er will oder nicht und so sitzt er am Ende des Films heulend da – mit dem abhackten Kopf seines besten Freundes, in einer ziemlich kaputten Stadt. Man kann die Serie wirklich extrem kritisieren, aber der Film ist wirklich ziemlich schlecht. Ein paar Synchronsprecher sind hier auch noch anders, wie zum Beispiel die von Kotori und einige Rollen sind vertauscht, aber der grundsätzliche Cast ist im Grunde der gleiche. Wie zur Hölle konnte das hier bei den deutschen Zuschauern damals wirklich gut ankommen? Er lief zwar erstmal nur auf Vox und dann später auf Viva, aber wenn ich damals nicht unbedingt 12 gewesen wäre, hätte mich das schon echt abgefuckt. Eine andere Adaption von X zu sehen war zwar interessant, aber da dieser Film auch von Mad House ist, ändert sich wahrscheinlich nicht mal viel an den Leuten die daran gearbeitet haben. Empfehlen kann ich das Ding hier wirklich nicht, weder das man es vor der Serie schaut, noch nach der Serie. Wahrscheinlich ist es weniger wirr wenn man die Serie vorher kennt, aber ganz ehrlich – macht euch nicht die Mühe. Nur Leute die auf „andere Szenarien“ stehen sollte das hier vielleicht interessieren.


Ein Fazit zu dieser Serie zu schreiben ist wirklich nicht einfach. Ganz ehrlich, ich würde X wirklich gern mögen – selbst als eine Reihe, die niemals fertig gestellt wird, weil Clamp kein neues Magazin findet oder generell weil es zu schwierig wird so ein Thema weiterzuführen. Aber es ist schwer einen solchen Protagonisten zu mögen, der ewig zum Auftauen braucht, einen Gegenspieler der eigentlich völlig aus dem nichts „böse“ wird, relativ durchschnittliche weibliche Figuren zu verfolgen und allgemein auch die anderen Nebenfiguren die einfach entweder nicht interessant genug oder eher langweilig wirken. Ganz ehrlich, die Thematik hier ist eigentlich sehr interessant, aber alles wirkt so unfertig, nicht ordentlich ausgearbeitet und geschrieben. Clamp muss die Serie aus meiner Sicht nicht mal fertig zeichnen, wenn es nach mir geht können sie einfach alle Antworten in irgendeinen Post verfassen und damit gebe ich mich zufrieden. Meinetwegen auch eine Novel oder Madhouse macht eine völlig neu geschriebene Serie mit dem Ende, das Clamp zumindest wollte. Ich hab ja sogar Interesse, aber das hier ist halt nicht besonders zufriedenstellend. Vermutlich wird es hier nie Antworten geben, auch wenn es sicher genug Leute gibt die das interessieren würde. Da ich keine sonderlich nostalgische Sichtweise auf diese Serie habe, da ich 2003/2004 erst 8 oder 9 war und das hier nie gesehen habe, kann ich sowieso nicht mit den Zuschauern von damals fühlen. Vermutlich gibt es hinter diesen Anime eine riesige Fanbase die ich jetzt safe sauer gemacht habe, aber das ist mir eigentlich egal. Ein Lehrer würde sagen – man kann aus einer 5 keine 1 machen und das trifft auf X genauso zu. Ein unfertiger Manga kann keinen absolut perfekten Anime bekommen, schon gar nicht mit so einer Story die in sich auch sehr unfertig ist. Wirklich schade, kann man aber nicht viel dran rütteln. Nur Clamp kann das vielleicht noch irgendwann biegen, aber nach bald zwanzig Jahren Pause wird es wirklich unwahrscheinlich das da noch was passiert.


Bewertung

5 von 10 Punkten

2 Gedanken zu „X – Review (Serie & Film)

  1. „Da ich keine sonderlich nostalgische Sichtweise auf diese Serie habe…“

    Das macht einen Unterschied. Ich habe Trailer zur Serie in der Schule mitbekommen, konnte es aber nicht (von Anfang an) gucken. Später kam ich an „Tokyo Babylon“, was sich schnell liest, falls du es nachholen möchtest. Natürlich gibt es weitere Überschneidungen mit anderen Werken, die ich nicht kannte, aber mir reichten die Erinnerungen aus „Tokyo Babylon“, um nostalgisch zu werden.

    Die Serien und Filme waren damals anders, mit Romantik ohne jeglicher Logik. Ich würde aber nicht behaupten, dass die Geschichten von heute sich stark verbessert hätten. Die Geschichte basiert nicht nur auf Figuren von CLAMP, sondern angeblich auch auf Werken anderer Künstler. Es macht vielleicht mehr Sinn, wenn man in Japan aufgewachsen ist. Das mit dem blinden Auge ist übrigens eher auf ein Mitglied von CLAMP zurückzuführen.

    • Vielen Dank für den Hinweis. So ergibt das natürlich doch etwas mehr Sinn. Mensch, da steckt mehr vom echten Leben drin als gedacht. Wäre ich in der Zeit etwas älter gewesen, wär das sicher auch etwas anders.

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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