Pretty Guardian Sailor Moon (Live-Action-Serie) – Review

Niemand hat auf dieses Review gewartet, aber ihr bekommt es trotzdem.

Als ich drei Jahre alt war, gab es diesen riesigen Sailor Moon-Hype, von dem ich als Kind nicht genug bekommen konnte. Ihr kennt wahrscheinlich das ein oder andere Sailor Moon Crystal-Review von mir, die alle irgendwann in der Zeit geschrieben worden, als die jeweiligen Serien in Japan liefen. Da ich dieses Jahr aber gar keinen Bock hatte ein Review zu den Eternal-Movies zu schreiben, habe ich dann lieber Shima durch die Live Action-Serie von 2003-2004 gequält. Diese Serie ist eine Tokusatsu-Serie (Serien mit sehr vielen Spezieleffekten, um dieses Genre zusammenzufassen), die von Toei produziert wurde und 49 Folgen, zwei Specials und ein Konzertfilm hat. Damals wurden einige 1.000 Mädchen für diese Serie gecastet und Naoko selbst durfte hier mehr beitragen als in jeder anderen Adaption zuvor. Sie schrieb sogar die Lyrics für das Opening, das ich euch direkt mit eingebunden habe. Dieses Review wird wahrscheinlich keine klare Einteilung haben, aber ich versuche es übersichtlich zu halten. Es wird einige Spoiler geben, Warnung ist also da.

Ihr werdet euch nun sicher fragen, welche Arcs aus der Original-Serie hier vorkommen. Es ist eine abgeänderte Dark Kingdom-Arc, in die Naoko Takeuchi wohl einige ihrer ursprünglichen Ideen eingebracht hat. Die Serie beginnt auch mit einer Szene in der gerade Sailor V am kämpfen ist, aber die ersten Folgen sind doch etwas schwierig, wenn man so will. Klar, man braucht einen Einstieg, in dem man sieht wie Usagi zu Sailor Moon wird. Aber die Dämonen sehen teils doch sehr Sentai-mäßig aus und man muss sich an so vieles gewöhnen. Luna und Artemis sind Plüshtiere, über die meist jemand drüber synchronisiert oder sie werden halt mit Stricken durch die Gegend gezogen. Ist ein bisschen seltsam, aber man gewöhnt sich dran – aber bei Luna ist die Sprecherin aus dem Anime wenigstens noch dabei. Für die Kämpfe werden manchmal auch Stunt Doubles genutzt, was dann aber meistens von hinten ist oder so das man es allgemein nicht sieht. Die Alltagskleidung der Mädels wirkt tatsächlich nicht zu unmodern oder schon veraltet, aber die Designs der Senshi-Uniformen sind halt sehr originaltreu an dem Manga gehalten. Es ist auch ein nettes Detail, dass die Mädels als Schulmädels alle normale Haarfarben haben und sich das dann erst mit der Verwandlung ändert. So erkennt man sie dann wirklich nicht wieder, auch wenn ich es etwas seltsam finde, dass Usagi als Mondprinzessin dann wieder braune Haare hat. Aber gut, das sind halt Details auf denen ich herumreite. Gerade die Perücken aus der damaligen Zeit kann man bei weitem nicht mit den Möglichkeiten von heutzutage vergleichen. Mir ist nicht klar ob hier immer Plastikhaar oder Echthaar verwendet wurde, aber sonderlich dicht sind die meisten Perücken nicht. Natürlich sind Cosplayperücken und Perücken für Theater/Schauspiel eh noch mal anders, müssen halt sitzen, werden geklebt und dergleichen. Bei Minako sieht man doch oft sehr stark, dass die Perücke etwas undicht geklebt ist und bei Merkur ist es von hinten auch etwas schwierig. Bei Mars weiß ich nicht, ob sie einfach Extensions genutzt haben oder das einfach die beste Perücke ist, aber die von Königin Beryl ist eh so die hässlichste von allen. DIe Designs von den Generälen (bis auf Jedyte) sind eh alle etwas anders gehalten, wahrscheinlich eher an den Kristallen, aber da kenne ich mich nicht so gut aus. Die Mäntel sind zumindest alle ganz cool gemacht.

Minako und Artemis.

Bevor ich auf den Inhalt so richtig eingehe, möchte ich einmal alle Mädels ansprechen und ein paar der Nebencharaktere. Mit Usagi haben wir hier den logischen Anfang, Miyuu Sawai gibt Usagi doch noch etwas lebhafteres mit und wirkt für mich auch sehr sympathisch. Sie spielt die quirligen Szenen gut, die dramatischen Sachen auch und wirkt wie ein sehr normales Mädchen. Zur zweiten Persönlichkeit, der Prinzessin, komme ich später nochmal. Miyuu die Hauptrolle zu geben war aus meiner Sicht keine Fehlentscheidung, sie ist ja auch abseits der Serie Sailor Moon-Fan gewesen und es ist wohl bis heute auch ihre bekannteste Rolle. Rika Izumi als Ami spielt ihre Rolle noch schüchterner als das Original und sie hat auch irgendwie einen Crush auf Usagi …. aber diese Ami ist allgemein ein bisschen anders, auch wenn sie nach wie vor so intelligent ist wie immer. Soweit ich weiß war sie die jüngste der Mädels und hat dann sogar noch die Herausforderung bekommen, dass genau ihr Charakter noch „böse“ gemacht wurde. Diese Ami ist halt irgendwie anders, aber diese Freiheit sollte man dieser Serie schon geben. Rei ist ihrer Manga-Vorlage wohl am nächsten, ist hier sehr eine Kuudere und ihre Schauspielerin macht insgesamt den besten Job, allein von der Leistung, den Mimiken und ist vom Fandom auch hochgelobt. Kann ich ziemlich gut verstehen, ich stimme da auch sehr zu. Makoto ist da sehr ähnlich unterwegs, aber ich finde sie hier etwas lustiger als im Manga oder Anime. Macht sie auch etwas sympathischer, also nicht sonderlich negativ. Den größten Unterschied bei den Senshis macht aber wahrscheinlich MInako, die nun kein Idol-Fan mehr ist. Jetzt ist sie tatsächlich selbst ein Idol, ihre Schauspielerin hat keine einzige Seite oder Folge von Sailor Moon gesehen oder gelesen, um ihr eigenes Ding zu machen und das finde ich nicht schlecht. Sie ist sehr ernst, agiert am Anfang als die „Prinzessin“, ähnlich wie im Manga – bis rauskommt das die Prinzesssin Usagi ist. Mit ihr wird am Ende auch das meiste Drama betrieben, zu sehr spoilere ich auch nicht, aber sie war allgemein deutlich anders als in allen anderen Versionen. Mamoru … ja, der ist ähnlich nutzlos wie sonst auch, spielt sich zwar hin und wieder als Held auf und nimmt am Ende Metalia in sich auf, aber er ist wirklich noch langweiliger als sonst. Er hat ihr auch eine Verlobte namens Hina, aber auch das ist irgendwann egal. War mal ein kurzer Moment Drama zu machen, aber dann später ist es egal.

Bunny, Rei und Ami.

Die Spielhalle ist in dieser Serie eine Karaoke-Bar, Motoki ist mit Umino verschmolzen worden, benimmt sich generell komisch doof, hat eine Schildkröte und steht sehr eindeutig auf Makoto als sie später dabei ist. Naru kommt auch nur am Rand vor, die mal eifersüchtig auf Ami ist und gegen Ende wegen Prinzessin Sailor Moon verletzt wird, aber auch das ist nur relevant für ein paar Folgen. Man dachte sich aber, zumindest zwei neue Charaktere einzuführen, die nerviger nicht sein könnten – Sailor Luna, die einfach nur Luna als Mensch ist (sie ist einfach sehr klein, Grundschulalter vermutlich) und Mio Kuroki, ein rivalisierendes Idol gegen Minako und ein Teenage Klone von Königin Beryl. Sailor Luna ist einfach sinnfrei, soll wohl süß sein, aber ist einfach nur fast so nervig wie Chibiusa. Mio dagegen … ist so krank manipulativ und bescheuert im Kopf, sie akzeptiert ja nicht mal das Mamoru nichts von ihr will. Gott sei Dank gab es so einen Charakter nicht im Manga, ich hätte geschrien wenn sie dagewesen wäre. Erst tut sie so als würde sie Usagis Freundin sein wollen, führt sie aber penetrant nur vor und nur Minako scheint am Anfang zu verstehen das sie echt bösartig ist. Die Generäle fand ich persönlich eher so meh bis langweilig, klar leben sie länger, haben aber keinerlei Backstory oder sind sonderlich deep. Halt Endymions Diener, was wil man schon groß sagen.

Die ersten Unterschiede der Serie merkt man, als Kunzite Sailor Merkur böse macht, aber viele Familengeschichten werden hier hin und wieder relevant. Sei es Reis verstorbene Mutter und ihr Vater den sie nicht mag, Amis Mama die immer beschäftigt ist aber trotzdem ein gutes Verhältnis zu ihr hat oder eben auch Makotos verstorbene Eltern. Bei Minako weiß man gar nichts zu den Eltern, während Bunnys Famile sehr normal ist. Ihre Mutter ist sehr durchgeknallt fröhlich, der Vater nie daheim und der Bruder hat keinen Bock auf Usagi – also nichts neues, so wirklich. Als die

Böse Merkur und Kunzite.

Prinzessin dann gefunden ist und alle so langsam ihre richtigen Kräfte erwecken, merkt man den größten Unterschied. Immer wieder wird darüber geredet, das es die Prinzessin war die den Planeten zerstört hat. Deswegen darf sie nicht mit Endymion zusammen sein, Usagi verliebt sich aber trotzdem in Mamoru und ihre zweite Persönlichkeit, die Prinzessin selbst, erweckt irgendwann und interessiert sich nur dafür wie es Endymion geht. Sie ist sehr kalt. sitzt oft mit einer Harfe da und spielt darauf (die hat aber keine Seiten, was sehr strange ist). Während Metalia also genauso gefährlich für die Menschen ist, hat die Prinzessin auch die Macht den Planeten zu zerstören und ist auch gewillt dies im Falle des Falles zutun. Der Silberkistall ist also nicht mehr nur das heilende DIng, das super stark ist. Im Grunde ist es wie so eine Bombe, die Prinzessin Sailor Moon auf die Welt loslassen könnte, was sogar passiert – aber dann wieder rückgängig gemacht wurde. Man kennt es, die Mädels werden halt trotzdem irgendwie wiedergeboren.

Die vier Generäle, in der Mitte Endymion.

Auch mit Serien von heutzutage kann man das hier nicht vergleichen, allein Minakos Musik klingt so extrem aus den 2000ern, dass so etwas heute wohl nur schwer Erfolg haben würde. Das Internet kriecht irgendwo in der Ecke rum, die Mädels nutzen alle Klapptelefone und auch die Sets sehen der Zeit schon sehr gerecht aus. In den Neuauflagen der Manga wurde aber auch nicht immer alles angepasst, außer die Technik – das kann man verschmerzen, aber es ist schon eine ganz andere Zeit als heutzutage. Mit Drama bekleckert sich diese Serie auch ganz und gar nicht, allein das Usagi & Mamoru-Thema ist ein ganz großes Ding hier – erst wegen Hina, dann weil im vergangenen Leben alles schief ging und das bitte doch nicht nochmal passieren soll. Auch bei Makoto und Motoki sieht das ähnlich aus, da er schon sehr auf sie steht, sie sich aber wegen der Sailor-Krieger-Sache nicht traut und ihn da nicht reinziehen will. Die Familien-Dramen von Ami und Rei waren in kurzer Zeit abgefrühstückt, aber Minako hat sich den Preis für das größte Drama wirklich geschnappt. Man hat versucht sie immer etwas gesondert zu nehmen – erst agiert sie als die Prinzessin, dann die Anführerin der Kriegerinnen, zusätzlich noch als Idol und sie war auch diejenige die Mio als erstes durchschaut. Aber als dann das Drama mit ihrer Krankheit kam, war es irgendwie immer schwerer für mich mit ihr zu fühlen, irgendwie wirkte sie etwas überladen. Klar, war ihr Tod dann auch tragisch und die Reaktionen der anderen wirkte sehr niedergeschlagen, aber ihr wisst es doch eh alle. Sie wird am Ende eh wiedergeboren, deshalb gibt es keinen Grund zum Heulen. Tatsächlich hätte man die Serie, trotz des gerushten Endes (es wurden zwei oder drei Folgen gestrichen) gut beenden können – aber es gibt da noch diesen Special Act, der eine Stunde geht. Vier Jahre später wollen Usagi und Mamoru heiraten, aber Mio hat es irgendwie geschafft zurückzukommen und beschwört jede Menge, nervige Clown-Dämonen. Diese komplette Bonus-Folge hätte auch genauso gut die normalen 24 Minuten haben können, irgendwie war das die wirklich schlechteste Folge von allen. Das Konzert und Folge 0 habe ich nicht gesehen, aber ich denke allein für die Einschätzung hier reicht das schon.

Prinzessin Sailor Moon, die sich nur für Endymion interessiert, prinzipiell die Welt zerstören könnte und Usagis zweite Persönlichkeit ist.


Irgendwie ist diese Serie sehr schwierig zu bewerten. Ich mag sehr viele Ideen die sie hier hatten, es ist nicht einfach nur der alte Anime als Live Action. Unterhalten hab ich mich auch gefühlt, aber man darf hier wahrscheinlich nicht zu viel erwarten. Man merkt, dass die Mädels alle ihr Bestes gegeben haben, aber es ist eben keine hochqualitative Serie wie manch andere Live Actions. Besser als der Manga oder der Anime ist diese Serie natürlich auch nicht, aber aus meiner Sicht nicht mal wesentlich schlechter. Ob man die 49 Folgen wirklich investieren will ist jedem selbst überlassen, aber für mich war es ein netter Zeitvertreib zu sehen, was vor 17 Jahren mal mit Sailor Moon versucht wurde. Würde ich diese Serie nochmal schauen? Nein, aber ohne Sailor Moon zu kennen wäre es sicher noch witziger gewesen. Man muss das hier ein bisschen mit Humor nehmen und nicht zu ernst, dann kann man wirklich Spaß haben. Mal schauen ob ich mir jemals die Musicals geben werde, aber fürs erste ist das genug Sailor Moon.


Bewertung

5 von 10 Punkten


Schauen könnt ihr die Serie mit deutschen Untertiteln bei Sailor Moon German.

2 Gedanken zu „Pretty Guardian Sailor Moon (Live-Action-Serie) – Review

  1. Das Interesse war damals sicher gigantisch wenn über 1000 Mädchen gecastet wurden. Ich hab selber nie Sailer Moin gesehen aber hab von machen Leuten die Kritik mitbekommen, dass die Mädchen vor und nach der Verwandlung ziemlich gleich aussehen. Cool das dass hier in der Serie geändert wurde.

  2. Klingt immerhin interessanter als eine 1 zu 1 Kopie, aber wenn da wenig Geld im Spiel ist stört es natürlich sehr, wie du erwähntest wenn manche Kostüme eher nach Fasching aussehen und Perrücken nicht passen zerstört es etwas die atmosphäre. Die neuen Ideen: Haarfarbenwechsel, böse Sailor Merkur, Rivalen-Idol klingt nett, aber kommt auch nicht aus der Ecke der Fanfictions hinaus. Wäre sicher mal lustig eine Live-Action mit einem richtigen Kino Budget zu sehen, aber das ist wohl Tagträumerei ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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