Komi Can’t Communicate – Review

Wenn man eine Serie wirklich mögen will, aber sie ziemlich viele Schwächen hat. :’D
Es gibt viele Komi-Fans im Netz, die lang auf diesen Anime gewartet haben. Als der erste Band bei Tokyopop rauskam war ich tatsächlich interessiert, aber ich hab diese Reihe entweder total vergessen oder es hatte noch irgendeinen anderen Grund warum ich die Vorlage nicht gekauft hab. Dementsprechend hab ich am Ende nur noch auf den Anime gewartet, damit ich zumindest irgendwie einen Zugang dazu bekomme und es mal versuchen kann. Nun sind die drei Monate vorbei, ich habe mit Shima alle 12 Folgen gesehen und plücke diese Serie jetzt mal langsam auseinander.

Komi und Tadano.


Story


Der Titel des Animes »Komi Can’t Communicate« nimmt es bereits vorweg: Shouko Komi kann nicht kommunizieren! Komi ist neu an der Itan-Privatschule, die dafür bekannt ist, ein Ort voller Sonderlinge und Exzentriker zu sein. Inmitten all dieser sonderbaren Schüler befindet sich Hitohito Tadano, der so durchschnittlich wie nur möglich sein möchte. Sich anzupassen und keine großen Wellen zu schlagen, ist sein Ziel für die nächsten paar Jahre an seiner neuen Schule. Doch sein Vorhaben ist zum Scheitern verurteilt, als er erfährt, dass Komi seine Sitznachbarin ist. Diese ist das hübscheste Mädchen an der ganzen Schule, weshalb nicht nur ein Teil der Aufmerksamkeit auf ihn fällt, sondern auch sehr viel Eifersucht seitens seiner Klassenkameraden. Jedes Mal, wenn Tadano versucht, mit Komi zu sprechen, läuft sie davon. Als die beiden alleine sind und Tadano abermals das Gespräch sucht, ergreift Komi neuerdings die Flucht. Doch Tadano kann sie stoppen, indem er sie auf eine offensichtliche Tatsache anspricht, die alle anderen – inklusive der Lehrer – gar nicht wahrnehmen, weil sie von Komis Charme geblendet sind. Tadano ist sich selbst nicht ganz sicher, doch er nimmt all seinen Mut zusammen und stellt ihr jene Frage, die ihre Beziehung ab da an auf eine neue Ebene bringen soll: »Kannst du nicht gut mit Leuten reden?« Seitdem kommunizieren die beiden mittels der Schultafel. Komi erzählt Tadano von ihrem Wunsch, 100 Freunde zu finden. Tadano sagt ihr nicht nur, dass sie mit ihm bereits ihren ersten Freund gefunden hat, sondern er verspricht ihr zudem, ihr dabei zu helfen, auch die restlichen 99 Freunde zu finden. Werden die beiden es schaffen? Und wie wird sich ihre Beziehung entwickeln? (Quelle: anisearch)

Die Idee eines Mädchens, das absolut nicht in der Lage ist zu reden ist ja nicht schlecht. Man bekommt ja auch jede Folge geschissen, … eh, erklärt, dass Leute die nicht reden können nicht automatisch auch nicht reden wollen. Nein, wirklich. Sie erklären das jede Folge, manchmal sogar mehrfach. Die erste Folge, in der Tadano und Komi an der Tafel standen und miteinander „geschrieben“ haben war ziemlich gut gemacht. Danach wird es aber doch ziemlich … schwierig. Ab Folge zwei sind die Folgen meistens in zweier bis dreier Parts zugeschnitten, also im Grunde hat man immer kurze Situationen in denen Komi steckt, die sogar durchnummeriert sind. Die Situationen sind tatsächlich sehr unterschiedlich, es werden hier und da immer wieder neue Schulkameraden eingeführt, aber ob man diesen Humor mag ist eher Geschmackssache. Normalerweise fallen Leute die nicht reden sehr schnell auf, werden als komisch betrachtet oder haben in sehr vielen Situationen Probleme. Komi hat das zwar auch, wenn sie vor sich hinstottert oder ihr Blick als finster missinterpretiert wird – allerdings entwickelt sich das sehr schnell in eine andere Richtung. Die komplette Klasse verehrt sie nur aufgrund ihres Aussehens und ihrer Ausstrahlung so schnell als Göttin, dass man doch sehr oft mit der Stirn runzelt. Ich sehe ja ein, dass hübsche Menschen generell schneller beliebt werden, aber … es ist teilweise schon etwas seltsam und auch belastend. Meine Lieblingsfolgen könnte ich jetzt tatsächlich nicht bestimmen, aber mich stört eher das sich Komi eigentlich nicht wirklich weiterentwickelt. Die Vorlage hat natürlich schon über 20 Bände, aber es hat sich gerade sprachlich bei ihr fast gar nichts getan. Klar, sie findet auch echte Freunde, kommt immer besser mit Tadano klar, aber selbst für einen Slice of Life-Titel ist hier vieles schon unglaublich repetitiv. Ich sag schon nicht das man alles auf unglaubliche Dramatik biegen soll, aber wirkliche Probleme hat Komi eigentlich nie.

Komi und Najimi. Vermutlich sagt er ihr grade die endlos lange Subway-Bestellung oder die von Starbucks.


Charaktere


Kennt ihr die Serien, in denen alle Nebencharaktere besser sind als die Hauptcharaktere? Das hier ist keine dieser Serien, das kann ich euch schon mal sagen. Tadano wäre vielleicht ganz in Ordnung, wenn er eine wirkliche Persönlichkeit hätte. Der typisch, normal und etwas naive Mitschüler von nebenan, der wirklich ziemlich langweilig ist kann man nicht wirklich als jemanden mit viel Persönlichkeit bezeichnen. Wenn ich mir aber die anderen Charaktere so anschaue, ist er aber wahrscheinlich noch der angenehmste. Komi dagegen kann ich nicht mal wirklich böse sein, sie kann sich ja auch einfach nicht ausdrücken. Klar, wenn sie dann mal auf ihren Notiz-Zettelchen schreiben darf schon, aber sonst ist jede Szene in der sie übermäßig verehrt wird einfach nur unangenehm oder ziemlich nervig. Wenn sie mit einzelnen Charakteren allein ist, kann man das schon ertragbarer nennen, aber das kommt eben auch auf die Charaktere an. Mitschüler Najimi, der in Frauenklamotten rumrennt und eigentlich ein Junge ist, kann man eigentlich nur als ziemlich nervig bezeichnen. Er ist der Kindheitsfreund von allen, was sein Name übrigens einfach nur bedeutet, aber er ist nicht die angenehme Art von Trap. Ein Astolfo aus Fate/apocrypha ist süß, quirlig und gibt einen Fick auf alles. Najimi labert eigentlich zu viel, bringt Komi später mit seinen Starbucks-Bestellungen in unangenehme Situationen und bringt meistens immer die ganzen nervigen Charaktere mit. Ren Yamai zum Beispiel ist eine Yandere-typische Göre, die vorn herum nett tut und hinten rum extrem hinterhältig ist. Sie schafft es sogar Tadano zu entführen und bei sich Zuhause einzusperren, was Komi dann aber wirklich nicht gefällt. Leider sieht man Yamai dennoch oft genug, sie nervt und kann Komi einfach nicht in Ruhe lassen. Agari ist dagegen die andere Richtung nervig – sie denkt es nicht wert zu sein mit der tollen Komi zu reden und benimmt sich penetrant in ihrer Gegend wie ein Hündchen, will von ihr gequält werden oder sonst was, obwohl sie eigentlich ziemlich schüchtern ist. Andere Charaktere wie Yadano sehen Komi dann eher als ewige Rivalen, obwohl Komi das scheinbar nicht mal realisiert. Es gibt an dieser Schule so viele komische Leute, dass diese Liste endlos lang wird, aber tatsächlich sind sonst so Charaktere wie Tadanos Schwester oder Komis Familie noch halbwegs in Ordnung.

Ich sehe ja ein, das man mit neuen Charakteren eine Serie dauerhaft am Leben erhalten kann und sie so oft wie man will wieder zurückholen kann, gerade wenn man von einem Slice of Life-Titel wie diesen ausgeht. Selbst die Erwachsenen aus der Stadt sind in Ordnung, aber sie tragen eigentlich gar nichts zu Komis-Entwicklung bei. Es kann schon sein, dass ihre Entwicklung nach aktuellem Stand des Manga weiter ist, am Telefon kann sie ja sogar ein paar Worte sagen. Ich finde hier ja nicht mal grundsätzlich alle Charaktere scheiße, das ist es nicht. Aber wie sie genutzt werden ist halt grundsätzlich öde, selbst wenn man bedenkt das einige Szenen hier lustig sein sollen. Natürlich gibt es auch lustige Szenen, einige Charaktere tragen sogar hin und wieder dazu bei. Bis auf Komi mochte ich aber wirklich niemanden hier, die konstant ihren seltsamen Mitschülern ausgesetzt ist. Vielleicht entwickeln sich diese ja auch noch im Laufe der Zeit, aber wirklich viel mit den Charakteren in den zwölf Folgen nicht passiert.


Musik & Synchronisation



Wo der Anime bei mir diese Season aber gepunktet hat, ist das Opening, Wie sehr das ganze textlich passt, keine Ahnung, aber Cinderella ist ein ziemlich schönes Lied und die Umsetzung mit den Animationen war wirklich schön. Das Ending dagegen ist ein eher langsames Stück, aber mir persönlich war es dann schon fast zu ruhig. Es lässt die Folge schön ausklingen, aber es bleibt nicht wirklich im Köpfchen hängen. Die Hintergrundstücke düdeln ein bisschen im Hintergrund herum, aber nur das Opening bleibt am Ende im Kopf.

Synchronisationsmäßig passten die Stimmen alle zu ihren Charakteren, ich kann mich nicht beschweren, außer das mir der Gedanke nicht gefällt … das die Komi-Sprecherin wahrscheinlich am besten bezahlt wird, während sie vielleicht zehn Lines im Anime hatte, meistens atmet sie nur oder stammelt irgendwas vor sich hin. Synchron funktioniert in Japan eben anders als bei uns, das muss man einfach akzeptieren, aber vielleicht ist es hier auch ganz anders. Wer weiß das schon.


Zeichnungen & Animationen


Komi und Yamai.

Am Anfang fand ich diese Serie doch etwas eigenwillig mit ihrem Zeichenstil, aber zumindest hier kann man sich wirklich gar nicht beschweren. Gerade Folge 1 war schon fast ein wenig überanimiert, wenn man sich es im Nachhinein anschaut. Die restlichen Folgen sehen absolut in Ordnung aus, keine besonderen Dinge die ich hervorheben kann, noch welche die irgendwie sehr beknackt aussahen. Es gibt immer mal wieder ein paar Anspielungen auf andere Serien, die ganz nett aussehen, aber die versteht man meistens auch nur dann, wenn man besagte Serie schon gesehen hat. Mir fällt bei diesem Zeichenstil wirklich nichts ein, was man wirklich hätte noch anders machen können. Einen eh schon simplen Stil kann man fasst nicht simpler machen, möchte ich dann schon mal so geschrieben haben.


Für mich ist es schwierig zu sagen, ob es vielleicht an der Adaption liegt das Komi-san diese Schwächen hat oder das sie eventuell Sachen weg gelassen haben die interessant sind. Fakt ist, das hier zwölf Folgen kaum Entwicklung passiert, alles sich ein wenig im Kreis dreht und selbst das Schulfest am Ende nicht mehr sonderlich unterhaltsam ist. Ich mochte die ersten Folgen sehr gern, gerade wie Komi-san sich mit ihrem Vater im Restaurant anschweigt war irgendwie seltsam lustig, ihre Interaktionen mit Tadano können angenehm sein und ich war nie total genervt von der Serie. Ich habe sie einfach mitgeschleppt und Shima war neben mir genervt, weil alles so wiederholend war. Wahrscheinlich muss ich die angekündigte Staffel 2 für den April nächstes Jahr allein schauen, aber ich hoffe das sich da endlich zumindest ein wenig tut. Mir ist klar, das Slice of Life-Serien eher lustig sein sollen und das war die Serie am Anfang auch. Nur wäre es vielleicht mal schön, andere Dinge zu sehen – angenehme Charaktere, vielleicht doch noch ein bisschen Romanze oder irgendwas das sich nicht wiederholend anfühlt. Wiederholende Inhalte hat man sonst immer in Serien, die über 20 bis 50 Folgen gehen, weil einfach Filler enthalten sind. Hier fühlt man die Wiederholungen aber so schnell, das ich einfach hoffe, hier einfach nur die langweiligen ersten Folgen gesehen zu haben. Es wäre eine Verschwendung für diese ganze Prämisse, das immer wieder so zu führen und nichts daraus zu machen. Ich mag Komi als Charakter schon, sie ist wirklich nicht perfekt (auch wenn sie so gehändelt wird von ihren Mitschülern), aber zumindest irgendwas das sich ändert wäre schon schön. :’D


Bewertung

6 von 10 Punkten

2 Gedanken zu „Komi Can’t Communicate – Review

  1. Ich habe damals als der Manga angekündigt wurde gedacht: „Was für eine lustige Idee! Für 4-5 Bände wäre das…moment, 20 Bände?“ Das du es repetitiv nennst bestätigt meine Sorge, ich finde das ist eine Art „Ranma-Effekt“: Es ist eine nette Ausgangslage, aber die Figuren bleiben der Comedy Wegen immer dieselben und die einzige Neuerung ist der nächste Obskure Charakter. Da reicht mir wohl Staffel 1, schade um die schöne Grundidee. Schweigende Damen stören mich auch inzwischen mehr, das war schon in High Score Girl etwas eintönig

  2. Ich kam nun dazu mal die Serie zu sehen und bin doch etwas mehr angetan als ich vermutet habe: 100 Freunde Finden ist kein Schwerpunkt, nach den ersten 4-5 Freunden rückt das zum Glück in de Hintergrund, von der Inhaltsangabe klang es immer so als wäre es: Ein arc – Ein Freund. Ansonsten sind es halt die typischen Slice of Life Schulgeschichten: Sportfest, Baden gehen, Shoppen gehen etc. Aber ich fand Komi selbst eigentlich immer ganz drollig, bei einigen Gags um ihre Mimik (auch der Vater haha) musste ich ehrlich auflachen, das ist immer ein Plus. Würde es wohl so bei 7 von 10 Werten

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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