Platinum End – Review

„Von den Machern von Death Note“ – es gibt extrem viel Hate, viele kritische Meinungen zu dieser Serie im Netz. Aber ich bin und möchte fair bleiben.

Schon als die ersten Folgen liefen, gab es so einige Vergleiche zu vorhandenen Serien, die ich schon nicht nachvollziehen konnte. Death Note ist einfach eine komplett andere Serie, Mirai Nikki hat generell nicht viel mit dieser Show gemeinsam (außer vielleicht das Battle Royal, aber soweit ich weiß ging es in Mirai Nikki nicht um Leute die Selbstmord begehen wollen und Platinum End hat auch keine dumme Yandere?) und mir fällt generell keine Show eine die jetzt direkt so ist wie Platinum End. Wenn man nach Battle Royal geht eventuell noch Fate/zero oder Fate/stay night, aber auch das finde ich nicht vergleichbar. Macht also nicht den Fehler und seht das hier als etwas das wie „Death Note ist“. Auch wenn es das selbe Mangaka-Team war, allerhöchstens die zweite Hälfte hat die Death Note typischen Dialoge, aber die Charaktere sind einfach völlig anders. Hier werden Themen wie Selbstmord immer mal thematisiert, wenn euch das also eher unangenehm ist, sollte das keine Serie für euch sein. Ich werde ohne Ende spoilern, erwartet also nicht das ich mich zurückhalte.


Story


Man wird mit dem Ziel geboren, sein eigenes Glück zu finden, und lebt, um noch glücklicher zu werden. Allerdings ist Mirai Kakehashi alles andere als glücklich: Er ist einsam, hat keine Freunde und hat seine Familie vor Jahren bei einem Autounfall verloren. Nun lebt er bei seiner Tante und seinem Onkel, in deren Haushalt Gewalt an der Tagesordnung steht; tagtäglich wird er missbraucht. Er hasst sein Leben und will es schließlich beenden, indem er von einem Hochhaus springt. Doch bevor er auf den Boden prallt, erscheint der Engel Nasse und rettet ihn; denn sie ist gekommen um ihn glücklich zu machen! Glückliche Menschen haben zwei Dinge: Freiheit und Liebe. Und um diese beiden Dinge zu erlangen, stellt sie ihn vor eine Auswahl: Entweder er entscheidet sich für Flügel, die ihm Freiheit schenken, oder für einen Pfeil, der bewirkt, dass sich jeder augenblicklich in ihn verliebt. Es ist eine schwere Wahl, doch Mirai entscheidet sich für … beides! Nun weiß er auch, was er damit zu tun hat: Er muss sein eigenes Glück finden! Jedoch sind all jene Menschen, die keinen Sinn im Leben finden, dazu befähigt, ein Kandidat für die Position einer neuen Gottheit zu werden. Neben Mirai gibt es zwölf weitere Kandidaten, die alle einen Engel an ihrer Seite haben und ähnliche Fähigkeiten wie er besitzen. Aber um der neue Gott zu werden, muss Mirai diese zwölf Konkurrenten innerhalb von 999 Tagen ausschalten …

Vor gut fünf Jahren habe ich den Platinum End-Manga mal in meinem nie sonderlich erwähnten Format „angelesen“ thematisiert. Zum damaligen Zeitpunkt waren meines Wissens fünf Bände in Deutschland erschienen, der Manga erschien monatlich in Japan und damit auch noch etwas langsamer als ein Death Note oder Bakuman. In dem oberen Beitrag habe ich mehr oder weniger schon „gepredigt“, das man vielleicht nicht alles nach dem Namen beurteilen sollte, der auf dem Band drauf steht. Diese Meinung teile ich heute noch, sehe in Platinum End nichts das wie Death Note ist oder noch so gut sein soll. Die Genres die hier angegeben werden sind Mystery, Supernatural und Drama. Das alles passt auch ziemlich gut aufeinander, wobei in den ersten acht Bänden tatsächlich noch sehr viel Action dabei ist. Das liegt vor allem an Metropoliman, den gerade wegen ihm hat es sehr viel Action gegeben. Viel Kritik kommt eben gegen Mirai, der niemanden töten kann und will, weil er angeblich so eine Memme ist und wie auch immer. Ich werde die Charaktere noch gut genug im nächsten Punkt thematisieren, allerdings sollte man eines nicht vergessen – auch wenn er Pfeile und Flügel hat, wird er nicht auf einmal der krasse Anti-Held, wie es bei Light der Fall war. Natürlich wird Mirai aktiver, aber scheinbar vergessen viele das er immer noch extrem depressiv ist und das trifft auch auf Saki zu. Beide wollen nicht Gott werden, selbst eigentlich nur glücklich werden und genau das finde ich bei den beiden viel wichtiger als mich daran aufzugeilen, was Mirai doch angeblich für ein Lappen ist. Für mich kippte die Qualität nach dem Tod von Metropoliman aber auch etwas und das in allen Punkten (siehe später Animationen unten), auch mit der Story. Ich schätze, das Ohba auf einmal doch der Meinung war mehr Dialoge einfügen zu müssen, als irgendwo interessante Szenen zu zeigen oder er hatte generell zu viele Ideen. Es hätte ja nicht mal immer total actionreich sein müssen, aber ab Folge 15 werden wieder mehr Dialoge geführt, als das wirklich etwas passiert. Der Anime hat zumindest versucht weitestgehend alles wichtige zu zeigen, was bei 24 Folgen aber doch etwas schwierig war und bei dem Stil dieser beiden Herren auch noch eine Nummer für sich ist.

Platinum Ends Geschichte ist wirklich nicht schlecht, aber es wurde irgendwann einfach die falsche Richtung eingeschlagen. Das nicht alle Gottesanwärter so drauf sein können wie Metropoliman ist schon klar, aber gerade die jüngeren Charaktere wie Susumu und Shuuji sind so extrem austauschbar, da hätte man die gleichen Thematiken aufstellen können und einen anderen Charakter hinstellen können – so absurd hätte man es anders machen können. Auch der spätere Hauptantagonist namens Dr. Yoneda ist nicht uninteressant, hält aber eigentlich nur endlos lange Dialoge über irgenwelche Kreaturen, das Gott nicht existieren kann, das er absolut nicht sozial ist und sonst sind da nur Zahlen – der Typ ist einfach völlig durch und das merkt man ziemlich schnell. Was das Ende angeht, war ich tatsächlich schon vorgespoilert aber … wer hätte das erwarten können? Das ein Gott ausgewählt werden musste war absolut klar, aber das es wirklich so enden würde ist doch sehr überraschend gewesen. Das komplette Internet ist wirklich abgegangen, von den meisten wird es nur als extrem schlecht bezeichnet. Meine persönliche Meinung zum Ende ist, wie soll man sagen – ich fand es tatsächlich interessant und auch irgendwie anders. Sehr unerwartet, aber bei weitem nicht so schlecht wie die Leute darüber rumheulen. Es ist am Ende halt genau das, was es im Manga auch war. Klar, sie hätten es auch ändern können, so wie den Death Note-Manga … aber mit der Person die letztlich Gott geworden ist, wäre gar nicht mal so viel möglich gewesen außer das.


Charaktere


Mirai ist vielleicht nicht der Protagonist, den sich viele für so eine Serie wünschen wurden. Von seinem Onkel und Tante misshandelt, in der Schule extrem gemobbt und absolut depressiv, kann man verstehen das er einfach am Ende gewesen sein muss. Auch hier gibt es natürlich Leute, die wieder rumheulen, das diese Themen angeblich nur oberflächlich behandelt wurden. Aber mal im Ernst? Ohba hat zu Zeiten von Death Note noch fast völlig auf Flashbacks in irgendeiner weise verzichtet, außer bei Teru Mikami hat er eine Ausnahme gemacht. Nahezu alle Charaktere hier haben Flashbacks bekommen, manche sind halt gut gehändelt, andere eher weniger. Aber ich empfand die achso-kritisierten Themen nicht oberflächlich oder schlecht. Für mich war es wichtig, das Mirai nicht auf einmal ein super aktiver und aggressiver Protagonist wird, der alle Gottesanwärter wegräumt und das ist er auch nie geworden. Er wurde aktiv, wenn er wirklich musste und dann auch so, wie es zu ihm passt. Natürlich sind Dinge wie „glücklich werden“ für ihn immer wichtiger geworden. Er konnte auch nie wirklich jemanden töten, auch wenn er das am Ende über den Doktor gesagt hat. Für mich ist er, trotz das er eben nicht sonderlich aktiv ist, ein sehr gut geschriebener Protagonist. Sein Engel Nasse ist von Zeit zu Zeit schon erschreckend zu naiv und bringt manchmal so Kommentare, wo man schon mal die Augenbraue hebt. Im Vergleich zu den anderen Engeln kann sie Menschen tatsächlich berühren, was tatsächlich so mein einziger Kritikpunkt an sie ist: es war absolut bescheuert, wie sie in der vorletzten Folge vom Special Rank runtergesetzt wird, weil sie Mirai aktiv rettet. Ansich wäre das interessant gewesen, wenn sie nicht 13 Minuten später den Doktor gerettet hätte und dann ihren Special Rank wieder bekommen hätte. Auf alle Engel kann ich hier leider nicht eingehen, aber das Rangsystem kann ich kurz erklären – nicht alle Engel können gleiche Dinge an ihre Gottesanwärter geben. Special Ranks können Flügel, weiße Pfeile (können töten) und rote Pfeile (bringen jemanden dazu, sich 33 Tage in den Gottesanwärter zu verlieben) verteilen. 1. Ranks können Flügel und rote Pfeile vergeben, 2. Ranks können nur Flügel oder Pfeile vergeben und ungerankte werden nicht wirklich thematisiert (es gibt sie aber).

Saki ist dagegen leider der sehr schwierig, ja, sie rettet Mirai mal aktiv. Aber sie ist sonst kaum wirklich in der Lage richtig zu kämpfen, ihr Engel Revel hat sich sogar noch auf den 1. Rank hochgearbeitet um ihr Flügel zu geben und selbst das hat sie nur bedingt mehr eingebracht. Auch das sie noch ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie Mirai ein bisschen mitgemobbt hat (sie hat eigentlich nur mal die Nase zugehalten, als sie ihn wegen seines „Gestanks“ gemobbt haben) war … na ja, aber die Romanze zwischen den beiden hat sehr lang gebraucht um nicht gestellt oder reingeschustert zu wirken. Sie hatten zumindest auf eine bestimmte Zeit gesehen ein glückliches Ende, will ich meinen. Sie wirkt halt nicht gut geschrieben an Ecken und Kanten, weil Ohbas Stärke eben keine Romanzen sind. Er ist in der Lage gute weibliche Charaktere zu schreiben, solang sie kein Love Interest sind: tja Saki, Pech gehabt, ne?

Bevor ich aber zu den Antagonisten ein paar Worte verliere, muss ich hier noch einen Charakter erwähnen, der erwähnt werden MUSS. Man kann mir sagen, das unser Protagonisten Duo vielleicht etwas blass sein kann, aber jemand der negative Worte über Nanato Mukaido verliert, kriegt es mit mir zu tun. Mukaido war ein Angestellter einer Bekleidungsfirma, weshalb es von ihm auch die sehr speziellen Anzüge für Mirai und Saki gab. Er hat eine hochschwangere Frau, ein noch recht junges Kind und ein riesiges Problem – Krebs im Endstadium. Er war kurz davor aufzugeben, als ihm sein Engel Baret (ich mag ihr Design, sorry not sorry) begegnet. Ab da an nimmt er seine Medikamente, raucht zwar trotzdem weiter, reißt sich aber extremst den Arsch auf um diesen Wettstreit in eine ordentliche Richtung zu bringen. Er weiß, dass er es nicht bis zum Ende machen wird, aber er kämpft trotzdem weiter für seine Familie und tut alles was er kann, hat nicht mal Interesse daran Gott zu werden. Was aus ihm geworden ist muss ich jetzt vielleicht nicht spoilern, aber er hat es halt am Ende geschafft Metropoliman zu töten – ist danach aber zusammengebrochen und dann im Krankenhaus gelandet, wo er seine letzten Atemzüge vielleicht noch grad so gemacht hat. Mukaido war so ziemlich der beste Charakter in dieser Serie, auch wenn er es nicht bis zum Ende gemacht hat. Ich kann mich noch sehr gut an die Szene mit seiner Tochter erinnern – er hat ihr ein Hochzeitskleid entworfen und sie fragt ihn: „Papa, du weißt doch gar nicht wie groß ich mal werde“, während wir genau wissen, das er das vermutlich nie selbst sehen wird. Ohba, den Punkt geb ich dir, das war traurig.

Metropoliman – im Dub haben sie auch mal „diesen Metropoli-Idioten“ genannt.

Nun zu den Antagonisten, ich verschwende hier vermutlich schon wieder viel zu viel Zeit in der Charakter-Kategorie, aber Metropoliman/Kanade steht für mich so ein bisschen für den Action-Teil der Serie und Dr. Yoneda für den Teil mit dem vielen Gequatsche. Beide haben so ihre Schwächen, Kanade ist allerdings trotzdem noch der schwächere für mich. Warum? Er kann auf noch so hart tun, andere Gotteswärter, seien es Kinder, ohne zu zucken töten – aber er bleibt ein Waschlappen für mich, selbst mit gefühlt 100 Unterstützern und der Tatsache das er auch recht intelligent ist. Seine Backstory, die übertriebene Liebe für seine Schwester die er versehentlich getötet hat und ihren verstorbenen Körper so frisch und hübsch wie möglich hält – ist einfach nicht fühlbar, bei so einem unsypathischen Arschloch. Es wirkt sogar richtig lächerlich, weil er sich gleichzeitig über seinen eigenen Arschkriecher-Lakaeien Hajime verachtend lustig macht. Zu Hajime kann man sagen, das er vermutlich ähnlich obsessiv seinem „Gott“ in den Arsch kriecht, wie es Teru Mikami tat. Er wurde hässlich und arm geboren, hat sich mit dem roten Pfeil bei Schönheitschirugen hübsch machen lassen, ist charakterlich aber immer noch sehr sozial verkümmert und sehr seltsam. Ansonsten war Hajime so einfach mit Saki auszutricksen, allein durch den roten Pfeil. Metropoliman hatte ja so seine Pläne, aber letztlich hat er nur auf hässliche und arme Menschen hinabgesehen, sie als wertlos gesehen – er war einfach kein guter Mensch. Dr. Yoneda war zwar auch nicht der beste Antagonist, ziemlich kaputt im Kopf und auch sozial absolut unbrauchbar, aber er passte zumindest in seinen Teil der Geschichte und am Ende ist er sogar ein klein bisschen sozialer und offener geworden. Ich find aber beide nicht wirklich gut oder wirklich vergleichbar, weil sie einfach zu unterschiedlich sind. Müsste ich mich aber entscheiden welcher Teil des Animes mir besser gefallen hat, würde ich schon alles bis Mukaidos Tod sagen. Es gibt sogar Leute die lieber ihn als Protagonisten gehabt hätten, aber das ist halt schwer möglich – ein Protagonist mit Krebs im Endstadium hat halt nicht die besten Voraussetzungen zu überleben, sagen wir mal so.

Dr. Yoneda, weil ich zu faul bin Bilder von Susumu oder dem Selbsmord/aktive Sterbehilfe-Balg zu suchen.

Andere Charaktere wie Susumu, der aktiv Metropoliman beeinflusst hat sind absolut irrelevant, weil auch dieser kleine Junge zu schnell stirbt um irgendwas über ihn sagen zu können. Shuuji wäre da vielleicht noch, der am Ende ja wirklich Gott wird, aber … auch er ist schwierig. Gerade dieses ganze „Leute sollen doch sterben dürfen, wenn sie wollen“ ist einfach extrem schwierig und einen dreizehnjährigen zum Gott zu machen, der extremst Suizid gefährdet ist, war vielleicht nicht die beste Idee. An dem Punkt hab ich aber sicher genug geredet, deshalb … auf zum Rest des Reviews.


Zeichnungen & Animationen


Takeshi Obata ist vermutlich einer der talentiertesten und erfahrensten Mangaka die ich kenne. Einer der Pluspunkte des Mangas waren nun mal die Zeichnungen und die haben qualitativ nie nachgelassen. Etwas, das ich über den Anime leider nicht so sagen kann. Grundsätzlich ist es ja nicht verkehrt, ein Werk wie Platinum End an ein eher unbekanntes/neues Studio wie Signal.MD zu geben. Dieses Studio hat hier und da ein paar Werke gemacht und auch mitgewirkt, aber ich sehe hier genau das Problem. Death Note war bei Madhouse damals sehr gut aufgehoben und Bakuman ging an J.C. Statt, die ebenfalls kein unbekanntes Studio sind. Platinum End hätte man aber doch lieber zu einem wesentlich erfahreneren Studio schicken sollen, das was hier zusammengezeichnet wurde ist ab der Hälfte von Folge zu Folge immer schlechter. Man kann eigentlich die Uhr danach stellen, nach dem Mukaido gestorben war (und in dieser Folge verwenden sie sogar ein Bild aus dem Manga, weil … Baum). Ab da kam der absurde Qualitätsabfall, den ich selbst irgendwann auch nicht mehr als lustig empfinden konnte. Anime die nicht sonderlich gut animiert waren sahen vor zehn Jahren so aus, wie es teilweise Platinum End tut – das ist kein Witz. Charaktere sehen teilweise nicht mal mehr aus wie sie selbst, sondern wie völlig andere Figuren. Obatas Zeichenstil ist a) eine viel zu hohe Latte für ein so junges Studio und b) man sieht wie gehetzt das ganze wirkt. Ich hätte teils lieber eine Woche mehr gewartet, als diese Einbrüche in der Qualität sehen zu müssen. Ich weiß nicht, was die beiden selbst davon halten – aber so sollte ein Anime heutzutage nicht mehr aussehen, so schlecht war die Qualität zum Teil. Bei den Animationen sieht es auch genau gleich aus, da brauche ich gar nicht erst anfangen. Das Opening und die beiden Endings sind noch am stabilsten, was aber vermutlich auch daran liegt das sie einmal fertig waren und das Opening nach der Hälfte noch „leicht“ mit Szenen verändert wurde. Sprich, die restlichen Charaktere sind später halt einfach da. Ich bin ehrlich gespannt, wie das später auf den Blu-Rays nochmal überarbeitet wird, aber eins ist Fakt – da muss nochmal drüber gearbeitet werden.


Musik & Synchronisation


Zu der Hintergrundmusik im allgemeinen kann ich gar nicht mehr so viel sagen, weil ich mich gar nicht mehr so daran erinnere. Das Opening ist aber verdammt gut, das höre ich nach wie vor rauf und runter. Das erste Ending ist ein bisschen Geschmackssache, weil es hier und da sehr elektronisch ist, aber das zweite Ending kickt tatsächlich ziemlich hart. Der Song ist ziemlich deprimierend und das man da glückliche Charaktere am Strand sieht, deprimiert teils auch (man sieht Mukaidos glückliche Familie, mit dem bereits geborenen Kind – aua, alter tut das weh). Nur der Dr. sitzt am Ende kurz da, steht dann wieder auf und geht. Ich fand das nicht mal schlecht gemacht, das musste auch immer bis zum Ende durchlaufen.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht noch bisschen was zur Synchronisation sagen, die war im O-Ton auch ziemlich gut. Es war eine gute Mischung aus bekannten Sprechern und eher unbekannteren Sprechern, was ich ganz nett empfinde. Da Platinum End auch auf Crunchyroll mit Simul Dub läuft, könnt ihr die Serie auch synchronisiert schauen – sie hängen zwar ein paar Folgen nach, sollten aber auch in ein paar Wochen fertig sein. Ich hab da sogar teils reingehört und muss sagen, das ich tatsächlich positiv überrascht war. Tommy Morgenstern auf Mukaido zu besetzen war eine tatsächlich gute Idee, seine Dialoge sind teils etwas lockerer gehalten, aber ich find das gut. Die anderen Sprecher natürlich auch, aber ich bin wegen Kiryu/Kalin (YGO! 5D’s, fragt nicht) halt bisschen geschädigt – ich hoffe, ihr seht mir das nach.


Puh, das ist hier alles etwas länger geworden, als erwartet. Wahrscheinlich, weil ich diese Serie mehr mögen will als ich es eigentlich tue, vermutlich weil ich die Grundidee so sehr mochte. Leider hat sich Ohba hier im Manga schon sehr mit seinen eigenen Ideen verstrickt und die Adaption ist leider alles andere als ideal, gerade wo die Zeichnungen im Manga wirklich sehr gut sind und das was das Studio hier visuell geboten hat nicht das ist, was es ab der Hälfte sein könnte. Wahrscheinlich kommt man von der Atmosphäre her auch besser, wenn man einfach den Manga ließt und ganz auf diesen Anime verzichtet. Für mich war Platinum End bei weitem nicht so schlecht, wie es manche Leute im Internet schimpfen. Der bisher eher schwächste Titel des Death Note-Duos ist es aber, das kann ich nicht völlig leugnen. Meine Gefühle zu Platinum End sind gemischt, es hatte sehr gute Momente und auch viele gute Ideen. Vielleicht sollte Takeshi Obata mal wieder mit jemand anderem einen Manga machen, was er aktuell glaub sogar macht und Ohba sei als Schreiber eine Pause gegönnt. Natürlich ist Platinum End trotzdem deswegen nicht total gut, aber für mich auch nicht extrem schlecht. Wenn man einen Titel nicht immer mit anderen vergleicht, kommt man am Ende vielleicht auf eine etwas andere Wertung als andere. Jemand der weder Death Note noch Bakuman geschaut hat, sieht das vielleicht sogar nochmal völlig anders. Eventuell sehe ich das in ein paar Monaten oder Jahren vielleicht noch anders, aber ich mag Platinum End trotz seiner vielen Fehler halt dennoch. Ich denke, die Wertung ist schon gerechtfertigt und nicht zu hoch. Schaut also mal rein, wenn ihr nicht zu voreingenommen seid. Eventuell habt ihr ein ganz anderes Bild als ich, aber das sind halt immer noch Meinungen.


Bewertung

6 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Platinum End – Review

  1. Wobei wenn du den Grundplott beschreibst sehe ich da zumindest die Anlagen zu Detah Note (Jugendlicher bekommt unerwartet macht) und Mirai Nikki (Wettkampf Gott zu werden) aber das sagt ja nichts über die Umsetzung aus.

    „und einen dreizehnjährigen zum Gott zu machen, der extremst Suizid gefährdet ist, war vielleicht nicht die beste Idee. “ <– Bestes Zitat der Review XD Muss mir die serie mal geben wenn ich zeit und muße habe, aber es klingt natürlich nicht wirklich nach einem "Easy Watch"

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s