Revue Starlight – Review

Schaut aus wie ein Idol-Anime, ist aber eigentlich eher was mit Schauspiel, Singen und tatsächlich auch mit kämpfen. Man hat noch keine richtige Vorstellung und dann fängt der Fiebertraum an zu kicken.

Ich wäre vermutlich niemals allein zu dieser Serie gekommen, wenn nicht ein Freund sie so sehr empfohlen hätte. Eigentlich lief die Hauptserie zu Revue Starlight schon 2018, dann gab es noch einen Compilation-Film der ein alternatives Ende hatte und einen Sequel-Film. Vom Compilation-Film habe ich nur das Ende gesehen und hätte ich nicht gewusst das dieses Ende existiert, wäre ich wohl nie darauf gekommen das diese Serie in irgendeiner Form hätte fortgesetzt werden können. Ich verstehe auch nicht so ganz, warum diese Serie so derart unbekannt ist, aber schauen wir uns das doch mal genauer an.

Diese Giraffe, ey …


Story


Einst schworen sich die Kindheitsfreundinnen Karen Aijou und Hikari Kagura, dass sie eines Tages gemeinsam auf einer großen Bühne stehen würden. Doch als Hikari die Schule wechseln muss, verlieren sie sich aus den Augen – bis sie sich, einige Jahre später, erneut an der Seisho Music Academy wiederbegegnen! Für ihr diesjähriges Schulfest soll ein tragisches Stück namens »Starlight« aufgeführt werden und natürlich gibt es viele Schülerinnen, die gerne eine Hauptrolle ergattern würden. Eines Tages findet Karen einen geheimen Aufzug, der sie zu einem gewaltigen, unterirdischen Theater bringt. Dort tragen alle Anwärter für die Hauptrollen Kämpfe (»Revues«) aus, denn nur wer in dieser Arena gewinnt, darf eine der begehrten Rollen auf dem Schulfest spielen. Beflügelt von dem Versprechen, das sie Hikari gab, nimmt Karen an den Kämpfen teil, damit ihr großer Traum Realität werden kann …

Also im ersten Eindruck war die Serie zwar interessant, aber so überhaupt nicht das was man von ihr erwarten würde. Besagte Kämpfe werden eher klassisch mit Schwert oder dergleichen ausgeführt, wobei man sehr schnell ein komisches Gefühl bei dieser Serie bekommt. Allein diese sprechende Giraffe verwirrt einen sehr, es handelt sich aber hier auch sehr um viele Methaphern, wenn man sich das im richtigen Detail anschaut. Man muss das aber auch nicht wirklich tun, ansonsten ist das inhatlich dennoch sehr interessant anzusehen. Zu dem Stück das eigentlich gemacht werden soll will ich gar nicht so viel verlieren, das hat mich eigentlich wohl am wenigsten interessiert. Die Konflikte zwischen den Charakteren waren sehr interessant anzusehen und auch sehr gut umgesetzt. Eine Zeitschleife ist wohl auch etwas, das ich hier am wenigsten erwartet habe. Generell haben die letzten drei Folgen richtig reingehauen, das hier ist keine Happy-Go-Lucky-Show, auch wenn es mal ein paar einzelne Slice of Life-Szenen gibt. Im Grunde hätte die Serie auch genauso enden können, es war ein rundes und nettes Happy End – aber sie wollten eben noch mehr und bekamen noch mehr. Zum Film komme ich hier später noch, aber inhaltlich fand ich die Serie doch mal etwas anders, mit den Kampfelementen, ohne dabei irgendwelche Mecha-Elemente zu haben. Meta ist das ganze hier und da auch, das erkläre ich bei den Charakteren spätestens ab der Giraffe kurz genauer.

Allein durch die Material Arts ist das hier schon ziemlich interessant, aber der ganze Mix macht das auch ganz gut. Das Drama wirkt nicht derart überzogen wie man es aus anderen Serien kennt, klar ist es an manchen Stellen ganz schön verwirrend, aber entweder bekommt man das von Freunden oder dem Internet erklärt oder … merkt einfach selbst wie das ganze gemeint ist. Ganz so kompliziert ist es eigentlich auch nicht, aber man kann dabei schon die Gehirnzellen benutzen.


Charaktere


Die neun Mädchen und im Grunde auch die Giraffe sind alle Charaktere, die wir hier groß nennen müssen, finde ich. Die meisten Serien mit Musik-Inhalten und dann auch noch einem Schulsetting leiden meistens daran, dass nicht viel mit ihnen gemacht wird oder sie halt einfach zu wenig Episoden haben. Mit „zu wenig gemacht“ ist aber vor allem gemeint, das man sehr wenig selbst mit den Charakteren macht. Das ist hier tatsächlich ziemlich gelungen, auch wenn es hier ein paar Stereotypen gibt, die aber sinnvoll verwendet worden sind. Karen als Protagonistin wirkt zu erst wie das überglückliche Mädchen das man aus jeder Ganbatte-Serie kennt, doch sie hat tatsächlich mehr Tiefe als dieser Stereotyp. Auch sie ist nicht immer happy, macht einige Krisen durch – diese hängen vor allem mit der mysteriös wirkenden Kindheitsfreundin Hikari zusammen, mit der im Laufe der Serie eben auch das eine oder andere passiert. Gerade sie hat sich über die Serie so tapfer geschlagen, sie tat mir später tatsächlich etwas leid. Wobei, eigentlich taten mir alle Charaktere an dem einen oder anderen Punkt leid, wobei es bei den beiden ergeizigen Hitzköpfen Claudine und Maya da eher weniger der Fall war.

Charaktere die ich eher schwach fand gibt es natürlich auch, sei es Futaba oder auch Kaoruko, weil ich deren Kindheitsflashback eher meh fand und wir schon ein solches Duo haben. Ist bei den beiden wahrscheinlich eher Geschmackssache, aber auch Mahiru war als Randcharakter sehr blass und gefühlt mehr ein unterstützender Charakter. Juanna schwimmt da irgendwo in der Mitte, sie hat eine Brille, kämpft mit Pfeil und Bogen – aber sie war mir neben Claudine und Maya auch zu hitzköpfig. Nana sollten wir aber nicht vergessen, immerhin hat sie sich gewünscht das alle immer zusammen bleiben und die Zeit immer wieder zurückgedreht wird. Die Banane hat im Grunde nichts falsch gemacht, aber das sie einen Knacks weg hat merkt man spätestens mit den Filmen. Müsste ich mich für einen Lieblingscharakter entscheiden, wäre es wirklich sie, aber Hikari passt auch ganz gut in mein „Beutschema“, wenn man so will. Es ist praktisch unmöglich für mich alle Charaktere zu mögen, aber für diese Anzahl sind sie gut ausgearbeitet und es findet sicher jeder hier eine Favoritin.

Bevor ich aber weiter mache, muss ich über diese Giraffe reden. Am Anfang war mir ehrlich nicht klar, was dieses Ding wirklich darstellen soll. Den Zuschauer aber so darzustellen ist doch nochmal eine ganz andere Methode, sehr komisch, aber auch irgendwie genial zu gleich. Meist steht sie nur da, brabbelt oder ruft irgendwas zu den Auditions vor sich hin und leitet so ein bisschen das was passiert. Es ist sehr schwierig in Textform zu erklären, aber wenn man es sieht, versteht man es doch besser.


Zeichnungen & Animationen


Die Animation, wie die Mädels unter die Schule gehen hatte schon was von einer Magical Girl-Transformation – aber 100 Mal cooler, allein wie die Uniformen jedes Mal neu gemacht werden. Dann kommt noch ein bisschen Make Up und es sieht ingesamt halt sehr, sehr cool aus. Wenn man wirklich nur ein paar der Zeichnungen und Screenshots sieht, erwartet man sicher nicht genau das was diese Serie letztlich abliefert. Allein die Darstellungen sind sehr interessant gemacht, vermutlich nur Monogatari wäre ein bisschen damit vergleichbar, aber es hat dennoch etwas eigenes. Mit einem Film-Budget haben sie dann nochmal ordentlich aufgedreht, aber auch die Serie sieht ziemlich gut aus und es macht Spaß sich das ganze auch visuell genauer anzuschauen.

Die Charakterdesigns find ich persönlich dann etwas simpler gehalten, aber man erkennt schon welches Mädel welches ist und zu viel hab ich da ja auch nicht erwartet. Was die Outfits aber angeht, hat man sie schon sehr gut designt und diese Umhänge und alles drum und dran sieht sehr cool aus. Die Schuluniform ist wieder etwas simpler, aber daran erkennt man noch sehr gut die Unterschiede welche Uniform jetzt nun die ganz einfache für die Schule ist und welche bei den Auditions genutzt wird. Bei den Zeichnungen wird allgemein jetzt nicht das Rad neu erfunden, aber die Animationen und die Darstellungen wie das ganze in Szene gesetzt wird machen das ganze dann doch zu etwas eigenem. Vor allem die Hintergründe sind sehr schön umgesetzt worden.


Musik & Synchronisation


So ein Titel steht und fällt mit seiner Musik. Wäre die nicht gut, hätte sich das ganze vermutlich auch nicht halten können. Das Opening fand ich zwar gut, das Ending welches aber immer mal von anderen Sprecherinnen der Serie gesprochen wird gefällt mir doch etwas mehr. Bei den Insert Songs kann ich mich jetzt an keinen einzelnen erinnern, aber es ist bei weitem nicht so seltsam zu hören wie es zum Beispiel bei einem Symphogear der Fall war. Beim Kämpfen zu singen ist schon cool und die Seiyuus machen hier schon einen guten Job. Ich hab mich beim Zuhören also nicht gequält gefühlt, das kann ich an der Stelle schon mal sagen.

Bei den Sprecherinnen des japanischen Dubs war ich auch super zufrieden, auch wenn die Damen hier fast alle noch Neulinge waren (Hikari als Ausnahme, die war ja schon hier und da zu hören). Die Giraffe mit der tiefen Stimme ist aber schon ziemlich geil, vor allem weil es der Sprecher von Kaiba aus Yu-Gi-Oh! ist und er das mindestens genauso übertrieben spricht. Ich weiß, das es auch noch eine englischen Synchronisation gibt, aber auf deutsch wäre das wohl auch sehr schwer umsetzbar. Einfach, weil man wirklich alle Songs auf Deutsch übersetzen und umsetzen müsste, was schon echt viel Arbeit wäre. Ob sich das ein Studio macht, keine Ahnung. Aber auch in dem Punkt war ich sehr zufrieden.


Der Film


Eigentlich müsste ich eher von den Filmen sprechen, da ich aber eben nur das alternative Ende des Compliation-Film gesehen habe, kann ich nur die Fortsetzung dieses beurteilen. Besagter Compilation-Film hat außerdem einige neue Szenen, es geht wohl aber vor allem um Nana und das ändert sich im zweiten Film auch nicht so wirklich. Der wahre Fiebertraum, der grad am Ende der Serie auch schon immer mal da war, kickt hier nun so richtig rein. Es gibt Blut, noch mehr Kämpfe, mehr Verwirrung, brennende Giraffe – die eigentliche Prämisse ist aber, das die Zuschauer noch mehr von den Mädchen sehen wollten und diese nun leiden müssen. Ich kann mir vorstellen, das dieser Film sehr spaßig zu schreiben war, vielleicht war er aber auch total stressig zu machen, er war aber ein sehr interessantes Erlebnis zu schauen. Ohne diesen Film wäre die Serie vermutlich einfach eine ganz normale weitere Serie, die irgendwann mal lief und ganz nett war. Aber das hier toppt wirklich alles nochmal ordentlich, ich war tatsächlich nur enttäuscht das es nicht noch mehr blutig wurde und das auch eher als Methapher da war. Im Grunde hätte ich ein ganzes Review über diesen Film machen können, aber ich wollte es lieber in diesem Review integrieren. Irgendwo gehört es halt doch zusammen und bevor ich hier zu verwirrend werde, sage ich es so: dieser Film war ein wirkliches Erlebnis, aber in positiver Art und Weise.


Diese Serie ist aus meiner Sicht so eigen und teils auch wirr, das Leute die viel interpretieren sehr viel Spaß mit dieser Serie haben werden. Ich mochte sie tatsächlich sehr gern, habe eigentlich auch nur wenige Punkte die mir nicht ganz so gefallen haben. Wenn man etwas müde von dem ganzen Moekram ist, der heutzutage so rausgepumpt wird, ist man hier aus meiner Sicht auf jeden Fall richtig. Ich finde, Revue Starlight ist zu Unrecht so unbekannt und im allgemeinen Verständnis wirklich sehr unterschätzt. Ob ich das ganze nochmal schauen würde weiß ich nicht, aber reinzuschauen ist auf jeden Fall eine gute Idee.


Bewertung

8 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Revue Starlight – Review

  1. Brennende Giraffe? Muss ich mir wohl doch mal geben, klingt zumindest mal wieder nach etwas frischem. Könnte man es in der Ecke mit Madoka Magica in eine Ecke packen? Werde es mir mal vermerken ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s