Die Cosplaypolizei – „Ich weiß alles, ich kann das besser, du bist Abfall“

Ich verzichte in diesem Beitrag auf Bilder, damit der kleine Kevin nicht wieder anfängt zu heulen und seine Follower auf mich hetzt, weil das seine einzige Beschäftigung im Alltag ist.

Oh Junge, wenn nach dem Post nicht gefühlt der Busch brennt, dann weiß ich auch nicht.

Ihr habt bestimmt den Titel dieses Beitrags gelesen und denkt euch nun – alter, was denkt die sich schon wieder für eine Scheiße aus? Nein, dieser Begriff existiert unter Cosplayern tatsächlich, auch wenn ihn vermutlich noch nicht jeder kennt. Die Bedeutung des Begriffes ist so simpel, wie ihr euch das vermutlich vorstellen könnt. Die „Cosplay-Polizei“ ist ein so genannter Haufen an selbsternannten „Kritikern“, eine Ansammlung an Leuten nach denen keine Sau gefragt hat. Meist sind diese Leute eher anonym unterwegs, weil sie sich niemals trauen würden ihre „Kritik“ mit ihren richtigen Accounts zu äußern. Für sowas eignet sich dann am besten Tellonym, Ask.fm und jede andere Plattform bei der man anonyme Nachrichten an jemanden schicken kann. Natürlich ist diese Art von Leuten nicht immer nur in anonymer Form unterwegs, manche sind sogar noch so dreist und schicken Leuten ihren Abfall per Direktnachricht. Sie fühlen sich vermutlich erhaben, glauben sie würden alles wissen – was aber so gut wie nie der Fall ist. Diese „sogenannte“ Kritik ist meistens keine konstruktive Kritik, sondern entweder Hate oder einfach nur eine (meist negative) Meinung. Das weder Hate noch simple Meinungen etwas mit Kritik zutun haben, ist ihnen auch nicht bewusst. Ich habe zum Beispiel für mich selbst gelernt, das Kommentare in denen ich nur stumpf runtergemacht werde nichts mit mir selbst, sondern mit dem Frust der anderen Person zutun haben. Ich weiß, dass ich bei weitem nicht so schlecht bin wie ich da genannt werde und ich mich auch nicht an anderen messen lasse. Wenn man einfach weiß was man will und selbst zufrieden sein will, macht man seine eigenen Erfahrungen und interessiert sich wenig für das was andere sagen. Sicher will ich auch nicht, das man mir penetrant in den Arsch kriecht, aber mit der ganzen Negativität die ich in der deutschen Szene so erlebt habe, gehe ich lieber so damit um.

Aber ich rede tatsächlich gerade schon wieder zu viel von mir, ich sollte eher darauf eingehen was diese Leute „bezwecken“ wollen.


Die „anonyme“ Form – meistens Leute, die auch sehr penetrant werden können


Ich habe oben schon ein wenig darüber geredet. Tellonym und Ask.fm sind zum Beispiel Plattformen, in denen sich die Cosplay-Polizei sehr gern austobt. Es ist so viel einfacher anonym irgendwo seinen Neid rauszulassen, als tatsächlich mit dem richtigen Namen zu schreiben und ich hab sie leider schon alle erlebt. Teilweise sogar in Harus Postfach, was sehr verwirrend war und absolut out of date. Denn im Gegensatz zu mir (und Haru) sind manche Leute zu feige ihre Meinung anderen ins Gesicht zu sagen und darauf vermutlich auch etwas neidisch. Wenn man sich von solchen Plattformen trennt, die meistens eh nicht viel bringen, hört solcher Mist aber auch recht schnell auf. Wenn sich so was häuft ist es einfach nur nervig und auch nicht gesund da zu viel mitzubekommen, weil es eh fast immer nur total unsinnig ist. Selbst wenn man dort die krankesten Morddrohungen bekommt, kommt die jeweilige Person damit einfach davon. Strafrechtlich ist das sehr schwierig und leider machen die Leute dort auch was sie wollen.

Wenn es dann aber extrem penetrant wird, sollte man schauen ob man das nicht trotzdem irgendwie strafrechtlich verfolgen kann oder zumindest in irgendeiner Form eindämmen kann. Genannte Plattformen sind nämlich nicht die einzigen, bei denen es anonymen Unsinn geben kann. Auch Fake-Profile auf den anderen Plattformen sind ein Ding, diese können dann sogar öffentlich unter Beiträgen kommentieren oder eben auch in Privatnachrichten Bullshit labern. Belästigung im Netz ist leider sehr einfach, deshalb ist es sinnvoll seine Kommentare eben nicht für jeden und seine Mutter freizugeben. Mir war es erst auch nicht geheuer das so zu machen, aber ich habe sehr früh damit angefangen und wollte einfach nur meine Ruhe haben. Im Kollektiv auf anderen auch noch grundlos rumzuhacken ist aus meiner Sicht noch viel schlimmer als falsche Gerüchte ohne Beweise in die Welt zu setzen und zeigt wie verdorben diese ganze Szene ist. Hat es alles gegeben und niemand tut etwas dagegen, weil diverse Sadisten sich gern am Schmerz anderer aufgeilen. Überhaupt nicht gut.


Die „private“ Form – Scheiße in meinen DMs, die stinkt immer so


Auf in das Postfach des Cosplayers, denken sich diese Leute. „Klärt das privat“ zu persönlich genommen, glaubt die andere Person der anderen irgendwas vorschreiben zu können, weil sie ja irgendwer ist und alles besser weiß. Hatte ich vermeintlich selten und wenn, dann waren es Leute die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe und von denen ich wusste – die kennen mich eh nicht und wenn, dann nur falsche Gerüchte über mich. Wie kackendreist man bei fremden Leuten in die DMs sliden will ist mir ehrlich gesagt nicht verständlich, aber dort lassen sich private Cosplay-Polizisten auch gern mal etwas aus und sind der Meinung auch noch ein wenig Rufmord zu betreiben. Entweder man reagiert darauf oder nicht, ich hab solche Nachrichten aber immer nur Haru gezeigt, mit dem Kopf geschüttelt und dann auf blockieren gedrückt. Ist das aller einfachste und nach ein paar Tagen hat man das auch schon wieder vergessen.

Einbildung ist im meisten Falle auch eine Art Bildung, wenn auch eher eine Missbildung die bei manchen arroganten Menschen eher wie ein Tumor im Gesicht wirken kann. Ich habe auch meine Meinungen, ich mag auch nicht jeden, aber ich würde auch niemanden in die DMs sliden und ihn dann in die Fresse kacken. Ich kenne einen bekannten, dem regelmäßig in die Nachrichtenbox geschissen wird und ich frage mich jedes Mal – haben diese Leute je vor der eigenen Haustür gekehrt? Vermutlich nicht. Man muss immer schön den Mund aufhaben und sich das Maul über andere zerfetzen. An sich selbst arbeiten können die wenigsten, man muss der ganzen Welt seine völlig hässliche Persönlichkeit zeigen. Da kann man noch die schönsten Fotos mit dem angeblich besten Make Up machen.


Der Typ, der einfach ungefragte „Kritik“ schreiben will, aber nicht checkt das es keine Kritik ist


Wenn man gefühlt dreißig negative Punkte nennt, aber nichts positives zu sagen hat, ist das keine Kritik. Negative Punkte sachlich zu nennen ist vielleicht noch kein Hate, aber trotz allem nicht hilfreich und eine Meinung – die nicht gleichzusetzen mit Kritik ist. Und dann kommt noch dazu, das niemand danach gefragt hat. Wenn man dann auch noch drauf hinweist, ist man gleich böse, kindisch und kritikunfähig. Das Cosplay aber was anderes ist als zum Beispiel zu zeichnen oder Fanfiktions/Geschichten zu schreiben, ist ein ganz anderes Thema. Jemand für sein Aussehen zu beurteilen ist für mich etwas völlig anderes, als meine Arbeit auf dem schriftlichen Wege zu kritisieren. Meist weiß man schon was man vielleicht noch nicht so gut macht, aber nicht jeder Cosplayer muss perfekt sein. Ich will es zumindest nicht sein, allein schon weil jeder eine ganz andere Sicht davon hat, was perfekt ist. Wenn ich meine Cosplays beurteilt bekommen will, frage ich Leute denen ich vertraue, gehe zu jeweiligen Wettbewerben oder mache eventuell noch eine Umfrage. Niemand hat mir vorzuschreiben wie ich etwas mache, Vorschläge kann man äußern, aber ich muss sie nicht annehmen und entscheide selbst was ich tue. Wenn das anderen nicht passt, dann ist das halt so. Ich bin ich und niemand anderes, ich messe mich an niemandem und das ist für mich auch am gesündesten. Ich schreibe das hier deswegen so, weil sich viele Leute einfach völlig im Ton vergreifen. Hier und da hab ich schon Sachen über mich gelesen, wo ich dachte – die Person kennt mich nicht, also kann sie mich nicht beurteilen, ich lese das nicht mal fertig. Und so mache ich das mit vielen Kommentaren in der Richtung, was mich nicht interessiert fliegt raus. Der Gedanke, das da jemand seine Zeit „investiert“ hat, um mich blöde zu machen, hat ein angenehmes Gefühl wenn man den Kommentar einfach aus dem System schmeißt. Manchmal hilft es auch über diesen Unsinn einfach zu lachen. Es gibt einfach Menschen die zu viel Zeit in ihrem Leben für solchen ungefragten Unsinn haben, deshalb ist das nicht mal fertig lesen umso geiler, wenn der Kommentar meilenlang ist. Macht euch also nicht die Mühe, ich les den Scheiß eh nicht, sobald er mich nach ein paar Zeilen langweilt.


Cosplay is for everyone – klingt abgedroschen, ist aber halt wirklich so


Wie oft habt ihr das schon gelesen? Zu oft? Es ist aber tatsächlich eine Sache, die auch die gute Cosplaypolizei mal verstehen sollte. Jeder darf cosplayen, egal wie er aussieht, wo er seine Cosplays her hat, ob selbstgemacht oder gekauft ist egal, wie „gut“ er ist oder ob er vielleicht sogar Krankheiten oder eventuell eine Behinderung hat. Ich sehe vielleicht wirklich nicht so aus, aber ich bin fast halbblind (und habe eine Stressdepression, unabhängig davon) und mache mein Make Up fast komplett selbst. Das mal was nicht 100 % grade ist, kann ich das meist nur geringfügig ändern, weil ich nur über Basic-Fotobearbeitungsprogramme verfüge und da auch nicht zu viel machen will. Ob das also ganz genauso wie bei den Profis ist, kann mir absolut egal sein. Ich hab gemacht was ich kann und womit ich mich wohl fühle, das ich einfach keinen Bock auf stundenlanges Testen von irgendwelchen Techniken mit Konturing habe und nicht vollkommen wie der Charakter aussehen muss, steht für mich nicht zur Debatte. Da sind viele Dinge die ich über die Jahre geändert habe und für mich ist das alles was ich will und brauche (ich vertrage das meiste von dem Make Up was ich trage btw nicht mal sonderlich lang, also … ja~). Einfach nur zu sagen, „dein Make-Up is scheiße“ ist für mich weder kritisch noch weiß ich woran ich gemessen werde. Denn WEIL ich mich nicht vergleiche, mache ich das was ich will und nicht was man mir vorschreibt. Ich könnte auch gar kein Make Up nutzen, aber ich nutze das womit ich mich wohl fühle und mehr juckt nicht.

Cosplay is for everyone geht aber natürlich noch viel, viel weiter. Jemand der gar kein Make Up nutzt ist genauso ein Cosplayer, wie jemand der drei Stunden daheim hockt und noch schauen muss ob an der Nase die Kontur sitzt. Man muss auch keine Kontaktlinsen nutzen oder sich unbedingt die Augenbrauen für jeden Charakter anpassen. All diese Standards sind Dinge, die irgendwer angeblich festgelegt hat, aber das sind keine Gesetze an die man sich halten muss. Wenn man etwas ändern will, dann macht man das einfach. Aber es muss auch im Rahmen des Möglichen sein. Ich werde zum Beispiel keine Kontaktlinsen tragen, weil Cosplayer XYZ meint das wäre unglaublich wichtig. Ja, ich kann meine Wimpern auch nicht selbst ankleben, aber für sowas hab ich dann Hilfe. Ist das verwerflich? Nope. Jeder DARF und SOLLTE tun was er will. Ob das den anderen dann passt, ist doch völlig egal. Man muss nicht alles mögen, aber es sollte auch keiner zu irgendwas gezwungen werden. Cosplay is for everyone kann man auf eigentlich alles übertragen, es funktioniert fast auf alle Hobbys die ich zumindest habe.


Die Cosplaypolizei ist bullshit und jeder darf selbst entscheiden, was er tut und was nicht. Ich war lange auch verunsichert von dummen Kommentaren, aber man provoziert diese Leute umso mehr, wenn man das einfach ignoriert, weitermacht und irgendwann vergeht denen auch die Lust. Denkt immer daran, was Avril Lavigne mal gesagt hat – „Warum sollte es mich interessieren, was andere über mich denken? Ich bin wer ich bin und wer ich sein will“ – verinnerlicht das und ihr habt ein etwas besseres Leben. Natürlich heißt das nicht, das man ignorieren soll wenn auch mal was positives kommt. Aber was bringen diese ganzen negativen Worte? Genau, absolut nichts. Es ist schwer, aber es hilft einfach mehr Spaß zu haben. Und wenn man keine Lust hat, dann macht man Pause, egal wie lang es braucht. Nicht aufgeben, das ist immer der beste Weg.

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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