Dream Ticket – Kapitel 1

Viel geredet, jetzt geht es endlich los~

Bis hier her war diese Geschichte schon ein weiter Weg. Ich habe im Juli angefangen, erste Charakterdesigns für diese Sache zu erstellen. Danach kamen Charakterprofile, erste Details und es fügte sich eins zum anderen zusammen. Für mich stand aber auch in Frage, welches Format diese Geschichte bekommen würde. Ein öffentlicher Release auf Fanfiktion.de oder Animexx? Da war ich mir einfach zu unsicher, gerade weil man da genauso schnell unter gehen kann wie mit Fanfiktions. Deshalb kam mir der Gedanke – ja, hey, warum nicht auf meinem Blog? Wie regelmäßig Dream Ticket allerdings erscheinen wird, kann ich noch nicht sagen. Vorgesehen ist, das in jedem Kapitel eine Zeichnung vorhanden ist und das ist hier auch der Fall. Ein Bild gibt es daher auf dieser Seite nicht, welches aber im Download vorhanden ist.

Das erste Kapitel gibt es als Leseprobe hier auf dem Blog. Die nächsten Kapitel werden dann allerdings nur noch zum Download verfügbar sein. Bitte also darauf achten. Kommentare und Anregungen sind gern in den Kommentaren gesehen oder ihr schickt mir eine Nachricht auf Twitter und Co. Einen Google Drive Link liefern wir später noch nach, Mediafire tut es bis dahin erstmal auch.

Kapitel 1 – Download


Kapitel 1

Sich beim Klavierspielen völlig in der Musik zu verlieren, war für Mizuki nichts Außergewöhnliches. Schon als kleines Kind hat sie dieses große schwarze Ding mit den weißen Tasten faszinierend gefunden und hörte ihrer Großmutter sehr oft beim Spielen zu. Irgendwann fing sie an, sich nach dem Kindergarten auch auf den Schemel ihrer Oma zu setzen, ein wenig zu spielen und Stück für Stück zu lernen. Natürlich zeigte ihre Großmutter ihr auch einige Dinge und brachte ihr einiges bei – doch immer nur dann, wenn Mizuki es auch wollte. Musik war für Mizuki ein Weg der Entspannung: sie konnte die Welt um sich herum ausblenden. Einfach abschalten. Sie spielte immer mehr für sich, auch wenn die Kinder aus der Nachbarschaft manchmal bei ihr zu Besuch waren und sich auch mit ihr anfreundeten. Nicht mal in irgendwelchen musikalischen Clubs hatte sich Mizuki während der Grundund Mittelschule einschreiben lassen, weil sie einfach für sich oder einzelne Freunde spielen wollte. Doch das Mädchen mit dem blauen Haar und den rosanen Augen begann eines Tages, für jemand Fremdes zu spielen, ohne es selbst zu realisieren. Nach der Schule würde Mizuki ihre Lehrerin fragen, ob sie den Musikraum benutzen dürfte. Das tat sie im Grunde nicht ständig, nur wenn sie nach der Schule nicht viel zu tun hatte. Meistens blieb sie etwas mehr als eine Stunde und brachte dann den Schlüssel zurück ins Lehrerzimmer. Für einige Monate war da auch niemand gewesen, der ihr zugehört hatte. Aber dieses eine Mal hatte sie völlig abgeschalten und nicht mal bemerkt, das jemand reingekommen war. Ein Mädchen in ihrem Alter stand schließlich vor ihr und machte große Augen. Sie war ein bisschen größer als Mizuki, hatte blondes Haar zu einem Zopf gebunden und graue Augen. Die Schuluniform die sie anhatte war dieselbe, die Mizuki auch trug: eine typisch-blaue Matrosenuniform mit einer hellblauen Schleife. Nur die bunten Farben ihrer Kniesocken waren etwas auffällig, aber die schaute sich Mizuki nicht so genau an.

»Das war voll schön, auch wenn ich das Stück nicht kenne. Ich hab dich hier noch nie gesehen, bist du neu hier? Sonst kenne ich niemanden, der so schön Klavier spielt«, sagte das Mädchen das vor Mizuki stand.

»Ich bin nicht völlig neu hier, ich geh ins erste Jahr und in die B-Klasse. Ich gehöre nur einfach keinem Club an. Das ist alles«, antwortete Mizuki. Das blonde Mädchen nickte. »Das ist aber schade. Dabei gibt es sogar zwei Clubs dieser Art an dieser Schule: einen für klassische Musik und einen Popmusik-Club. Kennst du die nicht, die waren doch bei der Eröffnungsfeier da? Ich war auch da, bin im selben Jahr und in der D-Klasse«, meinte sie.

»Na ja …« Mizuki lächelte verlegen. »Ich weiß schon. Aber ich spiele Musik eher für mich. Eine Freundin von mir ist auch im Popmusik-Club und wir kennen uns schon seit unserer Kindheit. Aber ich glaube nicht, dass meine Art von Musik da reinpassen würde.«, erklärte Mizuki. Damit gab sich das andere Mädchen nicht zufrieden: »Das ist doch traurig, wenn du immer nur allein hier bist und für dich alleine spielst. Dabei klingt das so schön, das könnte man doch anderen auch zeigen. Dann haben auch andere Spaß daran, dir zuzuhören. Aber wo du es gerade erwähnst, welche Freundin meinst du genau? Wir haben zwei Bands in unserem Club: die eine Band heißt Kisetsu, wo ich dabei bin und die andere 500Hz mit unseren älteren Mitschülern aus dem zweiten Jahr.« Das blonde Mädchen plapperte so schnell, dass Mizuki Schwierigkeiten hatte, mitzukommen.

»Sie heißt Lucy. Katsuragi, Lucy. Wir wohnen in derselben Nachbarschaft und treffen uns auch manchmal noch zum musizieren. Aber sie hat viel mit dem Club zutun, da verstehe ich schon wie viel sie zu tun hat.«, sagte Mizuki und auf das andere Mädchen war auf einmal völlig aufgeregt: »Echt?! Du bist eine Freundin von Lucy? Sie ist die Sängerin von 500Hz und unsere Club-Gründerin. Sie würde sich bestimmt freuen, wenn du mitmachst. So jemanden am Keyboard braucht man doch immer und wenn du nicht in ihre Band passt, dann bestimmt in unsere. Kisetsu ist nämlich mindestens genauso gut wie 500Hz, auch wenn wir noch in deren Schatten stehen.«

Allmählich fühlte sich Mizuki nicht ganz wohl bei der Sache, aber sie ließ sich einfach überreden, sich den Club zumindest einmal anzuschauen. Natürlich kannte Mizuki die beiden Clubs, aber wirklich hin getraut hätte sie sich nicht. Dass dieses Mädchen sie jetzt also zum Club gebracht hatte, war eigenartig. Aber vielleicht war das auch normal von ihr und sie war ebenso aufgeweckt.

»Ich heiße übrigens Haruko Setsuna. Du musst mich aber nicht bei meinem Nachnamen nennen; Haruko ist völlig in Ordnung. Wir heißen übrigens Kisetsu, weil jeder von uns eine Jahreszeit in seinem Namen trägt. Vielleicht ist das bei dir ja auch der Fall, wie heißt du?«, fragte Haruko und verwirrte Mizuki damit umso mehr.

»Ich heiße Mizuki Asano«, antwortete sie. »Aber Mizuki bedeutet schöner Mond, das passt nicht so wirklich …« Haruko lachte. »Stimmt, aber ich denke, das ist kein Problem. Da du Lucy kennst, ist dein Eintritt ja sowieso kein Problem.«

Haruko ließ es so einfach klingen, Mizuki hingegen würde es ganz schön viel Überwindung kosten. Sie war nicht direkt schüchtern … aber in einer Gruppe Musik machen? Das konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Viel unangenehmer war es ihr, hinter Haruko zu stehen und das Feedback der anderen zu hören.

»Ich hab eine neue Keyboarderin mitgebracht, die spielt total schöne Melodien. Ich hab sie im Musikzimmer aufgegabelt, wo sie ganz allein am Klavier gespielt hat. Sie wäre doch eine super Ergänzung für eine unserer Bands im Club. Findet ihr nicht?«, fragte Haruko und das andere Mädchen vor ihr schaute sie nur fragend an. »Haruko, du spinnst. Wofür sollten wir noch eine Keyboarderin brauchen?«, fragte das größere Mädchen vor ihr, mit zwei türkis-farbigen Zöpfen und schlanker Statur. Sie hatte eine distanzierte Art an sich und einen festen Blick, den sie Mizuki entgegenwarf.

»Das ist doch gar keine so schlechte Idee, Yukio. So bringen wir ein wenig Abwechslung rein und deine Riffs wirken nicht mehr so gruselig«, meinte ein rothaariges Mädchen neben ihr, das auf Mizuki weitaus freundlicher wirkte. Ihre Haare waren eher kürzer und ihre violetten Augen wirkten warm und nett.

»Das ist doch wieder nur eine Schnapsidee von Haruko. Hat das Mädel durch die halbe Schule geschleppt, nur um sie uns vorzustellen«, zischte Yukio.

»Ich hätte auch einfach nein sagen können«, grätschte Mizuki dazwischen. »Aber sie wollte mich ja nicht gehen lassen …« Yukio seufzte. »Das ist ja noch schlimmer. Tut mir leid, sollte sie dich belästigt haben.. Wenn du willst, kannst du gern wieder gehen. Wir wollen niemanden zwingen hier zu sein, der nicht hier sein will.«

Gerade wollte Mizuki ihr zustimmen und abhauen, als sich jemand in das Gespräch einklinkte: »Sei doch nicht immer so abweisend, Yukio. So denkt sie noch, wir würden sie gar nicht da haben wollen. Immerhin hat Haruko sie doch extra hergebracht!«, sagte ein weiteres Mädchen, das vor trat und sich als Lucy vorstellte.

Die reservierte Erstklässlerin war nicht begeistert über Lucys Einmischen. Aber es war ihr Club und damit hatte sie noch bei den meisten Dingen das Sagen. Im Vergleich zu den anderen Mädchen wirkte Lucy wesentlich reifer, obwohl sie nur ein Jahr älter war. Ihr silbernes Haar ging ihr bis zur Hüfte und ihre roten Augen sahen Mizuki direkt entgegen. Ein bisschen nervös wurde die Jüngere in dem Moment schon, aber Lucy wirkte schließlich auch verwundert.

»Oh, Mizuki. Hätte gar nicht erwartet, dich hier zu sehen. Haruko hat dich in der Schule spielen gehört, richtig?«, fragte Lucy.

»Ja, hab gar nicht mitbekommen, dass sie reingekommen ist.«, antwortete Mizuki und die Ältere lachte kurz. »Ihr beiden kennt euch schon?«, fragte das rothaarige Mädchen verwirrt und Lucy erklärte daraufhin, was es damit auf sich hatte: »Mizuki und ich sind Nachbarn und das schon seit Ewigkeiten. Wir treffen uns auch manchmal nach der Schule um Musik zu machen. Da mein Freund, Shin, ja mit seiner Musikkarriere beschäftigt ist, bleibt nur noch sie. Aber so am Keyboard wäre Mizuki wirklich eine gute Ergänzung. Natsuki, haben wir hier irgendwo noch ein Keyboard stehen? Ich möchte mal hören, wie das mit unserer Musik klingen könnte.«, bat Lucy und die rothaarige sah sie fragend an.

»Keine Ahnung. Ich kann aber mal nachschauen, so was müssten wir eigentlich noch dahaben.« So führte das eine zum anderen und Mizuki sollte ein bisschen spielen, während die Mitglieder einzeln mit ihr zusammen spielten. Das ganze ging ein paar Minuten, bis sich Lucy setzte und kurz nachdachte: »Yukio, kommst du kurz mit? Ich möchte mit dir reden«, fragte Lucy. Yukio sah nicht begeistert aus. Trotzdem gingen sie für einen kurzen Moment vor die Tür und wechselten dafür den Raum. Mizuki schaute ein wenig verunsichert zu den anderen Mitgliedern im Raum. Haruko schaute mit einem Fragezeichen in den Augen zurück, Natsuki neben ihr stimmte ihre Gitarre und ein weiteres Mädchen mit langem, braunem Haar nähte still an einem T-Shirt. Mit dem letzten Mädchen hatte Mizuki als letztes zusammen gespielt; sie hieß Aki und war ziemlich schüchtern. In Mizukis Vorstellung war sie schon der Meinung, dass sie am besten mit ihr klarkommen würde. Aber wirklich mit ihr geredet hatte Mizuki noch nicht. Neben besagten Mitgliedern von Kisetsu war auch noch ein Mädchen von 500Hz im Raum. Diese war gerade dabei, aufzustehen. Die anderen schienen sie gar nicht zu interessieren. Ihr Haar hatte eine ähnliche blaue Färbung wie die von Mizuki, allerdings wirkte sie etwas sportlicher und auch ein klein bisschen größer als diese.

»Habt ihr eigentlich Ayumi und Harumi gesehen?« , fragte sie mit gelangweiltem Tonfall in den Raum hinein. »Die sind bisher nicht hier aufgetaucht.«

Natsuki überlegte eine wenig: »Ich glaube, dass Lucy meinte, die beiden müssen etwas für die Schule machen. Etwas nachschreiben, oder so. Die müssten bald hier aufkreuzen« Das Mädchen, das die Frage gestellt hatte, machte sich auf, um die anderen aufzugabeln.

»Gehört sie nicht zu 500Hz?«, fragte Mizuki und Natsuki schenkte ihr ein Lächeln, dass sich ihre Nervosität legen würde. »Genau, das ist Yukari Nakamura. In der Regel bleibt sie still und kann manchmal etwas komisch reagieren, wenn man mit ihr redet. Aber sie ist harmlos. Keine Sorge!«, antwortete Natsuki. Mizuki nickte.

Yukari selbst war aber nicht mehr lange das Gesprächsthema und sie fingen an, über den Club und die Bands zu sprechen: »Die beiden brauchen aber auch echt lange. Wenn die sich noch mehr Zeit lassen, ist bald genug Zeit verstrichen bis die anderen von 500Hz da sind. Es würde Yukio stehen, weniger stur zu sein«, meinte Haruko gelangweilt, während sie sich mit dem Stuhl etwas zurück lehnte.

»Hab ich etwa irgendwas falsch gemacht, dass sie so lang miteinander reden?«, fragte Mizuki verunsichert und Natsuki lachte daraufhin kurz auf. »Nein, gar nicht. Wenn du mich fragst, hast du wirklich schön gespielt. Man sieht dir wirklich an, dass du Musik liebst und wie vertieft du darin bist. Das einzige was ich jetzt als Kritikpunkt anmerken würde, ist das Zusammenspiel. Aber das ist am Anfang immer ein wenig schwierig. Du hast ja bisher wahrscheinlich nur mit Lucy zusammen Musik gemacht. In dem Fall ist es völlig logisch, dass du unser Tempo noch nicht kennst und nicht direkt mitkommst. Aber daran kann man arbeiten, du bist ja kein völliger Anfänger. Selbst wenn das der Fall wäre, hättest du hier auch Zeit alles zu lernen und zu vertiefen«, antwortete Natsuki. Daraufhin machte Mizuki große Augen: »Das ist lieb von dir.«, meinte sie und wirkte beruhigt.

Die drei Mädchen kannten sich noch nicht lange, aber zwischen Mizuki, Natsuki und Haruko funktionierte die Kommunikation schon einmal ganz gut. Nur Aki sprach während dieser Zeit kein Wort, bis Lucy und Yukio wieder in den Clubraum kamen.

»Da sind wir wieder. Ich hab eine Frage an alle Mitglieder, die jetzt hier sind. Yukari ist zwar nicht da, aber das ist jetzt egal – lasst uns also abstimmen, wer dafür ist, Mizuki als Clubmitglied aufzunehmen! Meldet euch einfach.«, sagte Lucy und die Mädchen im Raum schauten kurz fragend drein. Yukio hinter Lucy sagte kein Wort, wirkte aber irgendwie nicht begeistert. Allerdings meldeten sich Natsuki und Haruko direkt. Aki wirkte etwas zögerlich dabei. Doch sie meldete sich trotzdem, weil sie anscheinend nicht merklich dagegen war.

»Tja, da sind deine eigenen Mitglieder gegen dich.«, sagte Lucy mit einem belustigten Blick in Richtung Yukio. Diese seufzte, sagte aber nichts mehr dazu.

Als sich die beiden wieder gesetzt hatten, kamen in diesem Moment Yukari und die restlichen Mitglieder in den Clubraum. Neben der nun recht klein wirkenden Yukari standen ein Mädchen mit Brille und rosanen Haar, die etwas größer war und eine die noch mal etwas größer war und recht langes, grünes Haar in zwei Zöpfen hatte.

»Haben wir was verpasst?«, fragte das Mädchen mit der Brille.

Lucy schaute auf: »Ayumi, Harumi. Gut, dass ihr endlich da seid. Wir haben ein neues Mitglied in unserem Club, das ich euch gerne vorstellen möchte: Meine Kindheitsfreundin, von der ich euch schon mal erzählt habe.«

Mizuki war es unangenehm, im Mittelpunkt stehen zu müssen. Da musste sie jetzt durch.

»Ach, das ist sie? Wie hieß sie noch gleich? Mizuki? Willkommen bei uns im Club, was spielst du für ein Instrument?«, fragte das rosahaarige Mädchen und Mizuki wirkte etwas verlegen.

In der Regel nur Klavier, aber so ein Keyboard ist auch in Ordnung. Ich muss mir nur die Effekte noch ein wenig anschauen.«, antwortete sie und da prasselten erst einmal ein paar Fragen auf sie ein. So ging es eine ganze Weile, bis Lucy ihre eigenen Mitglieder bremste und sagte: »Gut, alles schön. Bitte überfordert mir meine kleine Mizuki nicht, ja? Sie wird kein Mitglied bei 500Hz sein, auch wenn ich ihr Klavierspiel sehr mag. Das ist einfach nicht unser Sound und unsere Band ist so wie sie ist in Ordnung. Mizuki wird am Keyboard bei Kisetsu spielen. Yukio war total dagegen, aber so bringen wir etwas Licht in diese finsteren Texte und auch etwas frischen Wind.«

Die Enttäuschung saß für einen Moment erst mal. Natürlich war Mizuki nicht gekommen, um Lucys Band beizutreten. Gesagt zu bekommen, dass sie nicht reinpassen würde, war dennoch niederschmetternd.

»Heißt das, ich kann dir nicht helfen?«, fragte Mizuki in vorwurfsvollem Tonfall und Lucy kam zu ihr und wuschelte ihr durch die Haare. »Natürlich kannst du! Wir sind doch in einem Club. Das heißt, dass wir uns jetzt sogar etwas öfter sehen als sonst. Aber eine Keyboarderin für 500Hz brauche ich leider nicht, tut mir leid. Ich möchte spätestens nach meinem Schulabschluss zum Rock Ticket und dort meinen Plattenvertrag für 500Hz bekommen. Shin ist ja leider schneller gewesen als ich, aber ich will möglichst schnell mit ihm gleichziehen. Mach dir darum keine Gedanken, ja?«

Im Grunde nahm Mizuki ihr das nicht übel, aber für den Moment tat es schon ein bisschen weh. Auch wenn sie nicht wirklich bei dem Club dabei sein wollte, hatte sie zumindest immer ein bisschen davon geträumt, mit Lucy Musik machen zu können. Jetzt war sie bei einer anderen Band dabei und weiter von ihrem Ziel entfernt, als vorher. Aber der Club war nicht schlecht und Mizuki verstand das mit der Zeit.

Dass Lucy sich mit Rock Ticket ein ehrgeiziges Ziel gesetzt hatte, konnte Mizuki schon verstehen. Diese Veranstaltung war für junge Bands die Chance, einen Produzenten ans Land zu ziehen und ihrer Karriere einen ordentlichen Schubs zu geben. Die erste Band die; das geschafft hatte, war schon seit einigen Monaten auf Platz 1 der Album-Charts und platziert regelmäßig Hits in den Single-Charts. Sowas schien Kisetsu sich noch nicht zum Ziel gesetzt zu haben. Momentan ging es nur darum, sich soweit zu verbessern, um nicht im Schatten von 500Hz zu stehen. Das war im Grunde auch das, was Yukio am meisten ärgerte. Wirklich leiden konnte sie Mizuki auch nicht und für das blauhaarige Mädchen war dafür auch kein Grund erkenntlich. Aber sie waren zu diesem Zeitpunkt auch erst am Anfang ihres musikalischen Weges. Die Welt um sie herum drehte sich nach wie vor weiter und im Showbiz passierten viele Dinge, während sie noch zur Schule gingen.

Lucys Freund Shin, den Mizuki auch aus ihrer Nachbarschaft kannte, feierte mit einer Boygroup erste Erfolge. Das machte Lucy etwas neidisch. Deswegen war ihre Beziehung auch ein Geheimnis. Da Shin nicht Sänger war, sondern nur der Gitarrist, wäre das vielleicht aber auch keine große Sache. Der Musik-Club der Mädchen feierte nach und nach Erfolge, konnte sich einige Auftritte sichern und kam so erfolgreich durch das Schuljahr, das schneller um war, als es Mizuki realisierte. Auch wenn Kisetsu immer noch im Schatten von 500Hz stand, hatten sie sich über das Jahr ordentlich weiterentwickelt. Yukio wollte der Band einen eher düsteren Touch geben, der aber nicht recht funktionieren wollte. Am Ende entschieden sie sich dafür, dass Yukio zwar noch ihre Position im Club hatte – allerdings nicht mehr als Sängerin eingesetzt werden würde. Mehr durch Zufall war herausgekommen, dass Mizuki gut singen konnte. Im Vergleich zu Lucys eher tiefen und reifen Stimmfarbe wirkte Mizuki hell und frisch. Nicht alle Songs von Kisetsu wurden verworfen, aber noch einmal überarbeitet und Mizuki übernahm dann die Texte für neuere Songs.

Mit der Komposition war Yukio nach wie vor betreut und das war auch der Platz in der Band, den ihr niemand nehmen konnte. Mizuki und Yukio kamen auch nach dem ersten Jahr nicht miteinander klar, akzeptierten sich aber und Mizuki hatte auch keine große Angst mehr vor ihr. 500Hz war in ihrem letzten Schuljahr und hatte sich schon am Anfang des Schuljahres einige Festivals gesichert. Die Lehrer schimpften Lucy aus, weil sie trotz guter Noten lieber Musikerin werden wollte und keine Lust auf ein Studium hatte.

»Lucy? Warum willst du eigentlich so unbedingt professionell Musik machen? Ich weiß, die Musik liegt dir. Aber das ist doch extrem viel Druck und vielleicht hast du irgendwann auch gar keine Lust mehr Musik zu machen, weil es dir keinen Spaß mehr macht.«, meinte Mizuki gelegentlich, als sie bei den Vorbereitungen für ein Schulfest waren.

Diesen Gedanken hatte sie bekommen, als sie mit den anderen Mitgliedern von Kisetsu über professionelle Musik geredet hatte und Yukio direkt Lucy als schlechtes Beispiel für so etwas genannt hatte. Dabei betonte sie auch jedes Mal, dass sie Lucy als Musikerin schätzte – aber eben nicht als Menschen. So rechnete Mizuki auch damit, dass Lucy diese Frage vielleicht negativ aufnehmen konnte. Aber sie reagierte entspannt und sagte: »Das ist ein interessanter Gedanke. Aber ich habe dieses Ziel schon lange und möchte es unbedingt erreichen. Selbst wenn ich scheitern sollte, würde mir die Musik trotzdem noch Spaß machen. Dafür mag ich sie einfach zu sehr und dir geht es doch auch so, oder?«

Immer wenn Lucy so etwas sagte, schlug Mizukis Herz ein klein bisschen schnellerer. Aber sie nickte nur: »Ja. Ich hoffe, wir können auch irgendwann mal wieder zusammen Musik machen. Auf einer Bühne und so«, antwortete Mizuki und Lucy lachte auf.

»Na klar, bestimmt.«


Vielen Dank an dieser Stelle an nerurin12 für die tollen Zeichnungen und Kasderan für die gründliche Kontrolle der Texte. Aber mein Dank gilt auch Shima, der als erstes meine Texte durchgegangen ist und auch das tolle Logo erstellt hat. Charakter Designs aus meiner Feder kann man sich auch noch hier anschauen.

7 Gedanken zu „Dream Ticket – Kapitel 1

  1. Freue mich endlich das erste Kapitel lesen zu können ^o^ Inhaltlich habe ich eigentlich kaum Probleme: Das erste Kapitel liefert einen guten Anfang für diese Geschichte, aber wir werden direkt mit so vielen Charakteren bombadiert, dass ich mir noch nicht sicher bin ob ich alles durchblicke @_@ Aber das wird noch, denke ich.
    Was den Text an sich angeht, sind mir leider ein paar Schreib/Tippfehler aufgefallen, sowie Formatierungsfehler in der PDF. Eventuell sollte da nochmal jemand drüber schauen.
    Und noch ein Kompliment an die Zeichnerin: Die Zeichnungen gefallen mir gut, vor allem die Gesichter mag ich, aber an den Körperproportionen muss noch gewerkelt werden.
    Ansonsten freue ich mich auf die kommenden Kapitel 😉

    • Ja, die Formatierungen wollte irgendwie nicht ganz so wie ich das wollte. Ich werd eventuell noch eine Übersicht mit allen Charakteren machen. Ich schau da heute Abend auch noch mal selber drüber, vielleicht kann ich auch selber noch was beheben. ^^
      Vielen Dank für deine liebe Unterstützung. ^^

  2. Gelesen habe ich noch nicht, aber beim öffnen fiel mir sofort der Textsatz ins Auge, insbesondere der Zeilenabstand und der Seitenrand. Ich würde empfehlen, einen 1.5fachen Zeilenabstand zu wählen, sowie den Abstand zum Seitenradn zu vergrößern, das verbessert die lesbarkeit eines Textes enorm. Hier im Blog ist der Text sehr gut lesbar, in der pdf wirkt es gequetscht. Ich weiß nicht, womit du schreibst, aber die üblichen verdächtigen Programme sollten einen größeren Zeilenabstand zulassen … Ich persönlich würde ja zu LaTeX raten, aber kann auch verstehen wenn sich nicht jeder unbedingt damit befassen will. Aber ich denke selbst in Word oder Open/Libre Office sind es nur wenige Klicks.

    • Ich schau mir das auf jede Fall noch mal genauer an. Wahrscheinlich werde ich noch eine zweite Version von Kapitel 1 hochladen und dann ab Kapitel 2 ein paar Änderungen vornehmen. Wenn ich genug Kapitel zusammen habe, packe ich das dann wahrscheinlich eh nochmal in eine Volume oder so. Muss mal schauen, vielen Dank für den Hinweis.

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