Neuauflagen für Manga – Bekannte Serien für die nachfolgende Generation

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Der Titel des Artikels klingt epischer, als er ist.

Eigentlich ist dieser Artikel recht einfach zu verstehen. Ich spreche nicht von klassischen Auflagen (der Band wird nachgedruckt), sondern eher von völlig neuen Ausgaben (meistens Bunkoban genannt), wenn eine Reihe abgeschlossen wurde. Dies passiert meist dann, wenn eine Reihe abgeschlossen ist und nach Jahren vergriffen, aber dennoch gefragt ist. Also simpel gesagt – beliebte Reihen bekommen ein neues Gewand. Anstatt den Kram also einfach noch mal neu zu drucken, machen die Japaner lieber neue Ausgaben, die man hierzulande gern als Sammlerbände bezeichnet. Mit neuen Covern, mehr Inhalt und eventuellen kleinen Extras wird eine Serie so auf weniger Bände gebracht, da in einem Band meistens auch mehr Seiten als im ursprünglichen Band enthalten sind. Ein gutes Beispiel ist hier für Sailor Moon, welches ursprünglich achtzehn Bände hatte. Macht pro Band etwa 160-180 Seiten, die neue Auflage hat dann etwa zwei bis drei Kapitel mehr, wodurch der Band bei etwa 220 Seiten rauskommt. Sind keine genauen Zahlen, aber das ist erst mal egal. Sailor Moon feierte in Japan sogar schon eine dritte Neuauflage mit nur noch 10 Bänden (passen genau alle Senshis drauf, ehehe), aber das ist wohl eher was für die harten Fans.

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Während solche Ausgaben in Japan sehr beliebt sind, verschreien einheimische Fans bei uns diese eher. Geldmacherei und haste nicht gesehen. Dabei wird gerade in Japan nur der nachfolgenden Generation eine Neuausgabe ans Herz gelegt, weil die Reihe eben beliebt war. Sammler haben davon sicher auch was, aber in Deutschland passieren solche Sammlerausgaben eher seltener. Bei Sailor Moon war es eben der Fall, weil die Fans lange danach geschrien haben. Man muss aber auch dazu sagen, das zwischen der japanischen Neuauflage und der deutschen Neuauflage ganze acht Jahre liegen. Das ist reichlich spät, aber bei den Lizenzgebern hat es sich oft so und die alte Ausgabe von Sailor Moon war ja nicht mal in japanischer Leserichtung. Da war die Neuauflage eigentlich nur angebracht, immerhin handelte es sich bei dieser alten Übersetzung nicht mal um eine japanische, sondern um eine französische. Weitere Reihen, die hierzulande eine Neuausgabe bekommen haben, sind unter anderem Card Captor Sakura (welche mittlerweile vergriffen wie sonst was ist, kam aber doch noch ran), da auch dort bis zur Neuausgabe nur eine westliche Leserichtung verfügbar war. Diese Neuauflage unterscheidet sich aber sonst nicht von der alten Ausgabe, bis auf die neuen Cover und ein paar Farbseiten. Sicher gibt es noch ein paar andere Neuauflagen hierzulande, aber in Japan passiert das nun mal etwas öfter (Inuyasha hat glaub auch eine Sammlerausgabe und es gibt sicher noch ein paar, hehe). Es wäre ja auch Arbeit, alles neu zu bearbeiten, wobei in den wenigsten Neuauflagen auch wirklich neuer Inhalt steckt.

Betrachten wir es realistisch, ist der Inhalt der gegebenen Neuausgabe meist nicht völlig neu, außer halt das Cover, Farbseiten, allgemein mehr Seiten und vielleicht ein kleines Extra. Bei Sailor Moon gab es tatsächlich ein paar Anpassungen, die aber nicht so ins Auge springen. Ein paar neue Sonnenbrillen und angepasste Mode macht doch keinen Manga aus. Für eine Neuausgabe lohnen sich auch nur abgeschlossene Reihen, da es weniger Sinn machen würde, einer laufenden Reihe wie One Piece eine Neuausgabe zu geben. Ein paar Shounen Jump Reihen haben es aber trotzdem geschafft, zumindest in Japan eine Neuausgabe zu bekommen. Yu-Gi-Oh! kommt so durch die Neuausgabe auf 22 Bände, während die alte Ausgabe 38 hatte. Zum Jubiläum gibt es jetzt sogar eine bisher nur digitale Full Color Version, aber um so mehr Neuausgaben kommen, umso lächerlicher und merkwürdiger wird es. Kenshin hat zum Beispiel nur noch 16 oder 17 Bände (weiß ich nicht ganz genau, aber ursprünglich waren es 28) und nun ja, ich kann jetzt nicht jede neue Auflage nennen, das wäre sehr zeit-intensiv zu recherchieren.

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Wie viel Sinn solche Ausgaben für den Leser im Westen machen, ist eher fraglich. Hat man eine Reihe über Jahre gesammelt, wird man diese Bände nur dann kaufen, wenn man die Reihe wirklich mag. Selbst Death Note bekommt aktuell so eine Ausgabe in Japan und da frage ich mich ehrlich – warum? Sicherlich gibt es die alte Ausgabe nicht mehr zu kaufen, aber zwölf Bände sind doch eigentlich human, im Gegensatz zu noch längeren Jump Reihen. So etwas ist wohl wirklich eher was für Sammler und Leute, die Reihe XYZ noch nicht im Regal stehen haben. Gerade bei Reihen wie Kenshin und YGO! würde ich das begrüßen, aber euch fallen sicher noch Reihen ein, bei denen das auch der Fall ist. Völlig sinnfrei war zum Beispiel die Full Color Ausgabe von High School of the Dead, sein wir doch mal ehrlich. Wer kauft diese Reihe, die höchstwahrscheinlich/garantiert abgebrochen ist, noch?

Anstatt seinen Fokus auf Sammelausgaben zu legen, machen die Verlege meist das, was am verständlichsten ist – neue Reihen einkaufen. Ist für mich auch absolut okay, nur manchmal frage ich mich doch – warum? Ich spreche in diesem Falle von Shinshi Domei Cross, einer Reihe von Arina Tanemura. Vor einiger Zeit gab es zu dieser Reihe Boxsets, in denen jeweils drei Bände enthalten waren. Außer in der ersten Box, da waren nur zwei drin und ein Postkartenheftchen. Elf Bände sind jetzt zwar nicht die Welt, bei der ich sage: „Jo, da brauche ich jetzt eine Sammlerbox oder mehrere Boxen.“, aber es war okay. Ich hab mir die Boxen, vier an der Zahl, alle gekauft. Jetzt bringt Tokyopop die Sammelausgabe aus Japan raus – mit sieben Bänden. Ich halte das nicht für Verarsche oder Geldschinderei. Aber jetzt mal ehrlich – das Design für die Boxen sieht gut aus, warum also nicht diese neu auflegen? Das verstehe ich dann doch nicht. Komplette Boxsets finde ich dagegen auch in Ordnung, wenn irgendein kleines Extra dabei ist. So ein netter Schuber ist in Ordnung, wenn er stabil ist und der Geburtstagskalender in der Sailor Moon Box ist auch okay. Meistens spart man mit solchen Sets sogar ein wenig Geld, mein Cousin hat mit den Bakuman Boxen einiges gespart. Der amerikanische Verlag VIZ Media hat übrigens einen sehr merkwürdigen Trend gestartet – die Einführung von 3 in 1 Bänden. Doppelbände finde ich prinzipiell okay, aber gleich drei Bände im einen ist verdammt dick und meistens leidet darunter auch die Papierqualität. Bei Yu-Gi-Oh! kaufe ich diese Ausgabe letztlich doch, aber na ja. Man muss halt nehmen, was man bekommt.

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Was meint ihr? Seit ihr eher dafür, alte Auflagen wenn möglich neu aufzulegen, oder würdet ihr euch eher komplette Boxen zulegen? Ich sehe in beiden seine Vorteile, würde mich aber immer für die preisgünstigere Variante entscheiden.

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3 Gedanken zu “Neuauflagen für Manga – Bekannte Serien für die nachfolgende Generation

  1. König der Dornen hatte TP auch abermals neu Aufgelegt weil der Film plötzlich herauskam XD Ich finde es sinnvoll wenn ein Manga der 10 Jahre lang vergangen ist nochmal neu aufgelegt wird, wie damals z.B. Gunsmith Cats der nochmal eine Neuversion ohne westliche Spiegelung bekam XD

    Ghost in the Shell bekommt natürlich auch wieder eine weil… ja genau, der Realfilm rauskommt XD Es wäre schön wenn man diverse Klassiker wiederbekommen könnte die gebraucht astronomische Preise bekommen, wie z.B. GTO oder „Monster“

    3 in 1 Bände finde ich MANCHMAL sehr gut weil die Manga sonst für den Verlag zu lange gehen würden und zu wenig gewinnen abwerfen würden, bestes Beispiel Battle Royale, manchmal ist aber sowas auch unhandlich und nervig. Schuber finde ich allgemein die schlimmste geldmacherei, 3€ für ein Stück pappe whaaaat?!

  2. Die Bakuman Boxen von TP finde ich sehr gut, 25€ für 5 Bände ist ein guter Preis. Andere Schuber sind leider teurer :/
    P.S. lohnt sich shinshi doumei cross? Bin am überlegen die Neuauflage zu holen.

    • So richtig viel falsch machen kann man damit eigentlich nicht. Kenne zwar bessere Arina Manga (Full Moon, Magic Fridays …), aber man kann es sich mal geben. Fand das Ende jetzt allerdings nicht so berauschend, aber das ist sicher Geschmackssache.

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