Hype Hell #16 – Tokyopop-Fans (bzw. Fans der Shoco-Karten)

Ihr freut euch wahrscheinlich mehr auf diese Hype Hell, als ich es tue.

Nach dem zweiten Blick wirkt dieser Titel schon etwas zu weit gegriffen, aber anders kann man sie nicht mal wirklich benennen. Hierbei handelt es sich um ein deutsches Phänomen, das man in der deutschen Community gern in sozialen Netzwerken beobachten kann. Als zweitgrößter, deutscher Manga-Verlag ist Tokyopop natürlich ziemlich bekannt und ich habe auch viele Manga von ihnen, weil ich eben viel Romance lese. Generell interessieren mich aber eher die Titel die ein Verlag raus bringt und nicht wie umfangreich deren Programm ist. Gelegentlich schimpfe ich auch über diverse deutsche Umsetzungen von ihnen, aber das soll heute nicht das Thema sein. Die Tokyopop-Fans an sich erkennt man eher durch etwas anderes – ihre Liebe zu kleinen Extras.

Tokyopop geizt nämlich nicht mit ihren Extras und eigentlich habe ich auch nichts dagegen. Die Glizercover von Platinum End sehen relativ schön aus und zahlreiche Leseproben (als ich dreizehn Bände von Hiyokoi kaufte, hatte ich gleich auch so viele Leseproben hier rumliegen) sind sicher nicht völlig falsch, weil sie sich auch was dabei denken. Brynhildr hatte einzelne, kleine Characterkarten, die aber in jedem Band enthalten sind (der Manga ist eh eingeschweißt, da passt so ein Kärtchen schon rein). Es gibt also immer mal was kleines, wenn es Tokyopop gut in den Kram passt. Für das Hiyokoi Poster bin ich auch dankbar, ich sage wirklich nichts dagegen. Was mich an den klassischen Tokyopop-Fans aber aufregt, ist der verdammte Wahn um diese bescheuerten Shocokarten. 

Jetzt fragt ihr euch sicher, was sind diese Shocokarten? Shocokarten wurden von der I Love Shojo Redaktion eingeführt, die bei Tokyopop für die Shojo Manga verantwortlich sind. Diese Karten sind nur in den Erstauflagen enthalten und dementsprechend selten, wenn sich der Manga gut verkauft hat und die erste Auflage nicht mehr verfügbar ist. Im Grunde sind diese Dinger auch nicht sehr groß, vielleicht gerade so auf dem Standard von Telefonkarten. Vergleichbar wären sie noch mit so kleinen Bibliotheksausweisen, da sie auch aus Plastik bestehen. Was hat man von diesen Karten aber nun wirklich? Ein meist nettes Motiv und auf der Rückseite stehen Informationen über die meist weibliche Mangaka. Sind diese Dinger deshalb besonders toll oder schön anzusehen? Nein, es gibt einfach Sammler davon, wie so gut von allen Dingen. Der Hype darum wäre auch nur halb so harmlos, wenn es nicht wirklich Leute gäbe, die diese Karten für sehr viel Geld verkaufen.

Die Verkäufe solcher Karten findet man also hier und da immer wieder. Sei es auf Ebay, Facebook oder sonst wo. Die Preise dafür sind extrem hoch und man findet diese kleinen Karten gern mal im 50 € Bereich an. Soll ich nur mal allen Leuten die Illusion nehmen? Da unten, auf der Rückseite – ratet mal, was da steht? Not for sale <— das habe ich sogar schon in der Grundschule verstanden und mein Englischunterricht war immer sehr bescheiden. Dieser Hinweis steht da nicht umsonst da, aber hey, großes Geld und diese Leute können wahrscheinlich mal wieder kein Englisch, weil ist ja so schwer (wenn sogar ich das kann, ist das nicht schwer).

Kleine Extras an Manga sind völlig okay, Tokyopop kann machen, was sie auch immer wollen. Natürlich gäbe es wichtigeres, gerade an deren Übersetzungen hapert es hier und da immer mal wieder. Ich spreche nur von Übersetzungsanmerkungen und dann ist nirgends ein Hinweis verzeichnet, egal wo man nachschaut. Ich gönne den Sammlern auch ihren Sammlerwahn, auch wenn ich selbst nicht davon betroffen bin. Aber mal ehrlich? Diese Dinger sind nicht für den Verkauf vorgesehen, dieser Hinweis steht da nicht umsonst. Viele User fragen dann noch total dreist, ob der Verkäufer denn auch noch den Band dazu hat, weils den Wert noch steigert. Ich sehe ein, dass Erstauflagen mehr wert sind. Wenn Leute Manga für Sammlerwerte verkaufen, ist das keine Seltenheit. Aber was zur Hölle – diese kleinen Dinger braucht man in seinem Leben nicht mehr. Klar, man kann sich damit sicher eine nette Collage kleben. Aber sonst? Es bringt einem eigentlich gar nichts, aber man kann auch gern in seiner Seifenblase weiterleben.

Kritik in der Richtung ist dann also auch nicht wirklich erwünscht und da hört mein Verstand dann auch schon auf, zu funktionieren. Mehr will ich darüber nicht nachdenken, weil das einfach nur Kindergarten ist. Wer stolz auf seine Kärtchen ist, soll es eben sein. Mir persönlich würde es zum Beispiel eher gefallen, wenn man ein wenig mehr vom japanischen Banddesign übernimmt. Die japanischen Bände gibt es meist in Klappenformat und mit einem Schutzumschlag. Gibt es hierzulande viel zu selten und in den Klappen ist meist sogar noch irgendwas lustiges, wenn auch völlig nebensächliches von den Mangaka zu lesen. Fliegt in vielen Bänden mittlerweile viel zu schnell raus, obwohl es wirklich interessant wäre. Oder auch Fanbooks würden mich sehr interessieren, die es aber meist immer nur zu sehr beliebten Reihen hierzulande gibt. Das Death Note so etwas zum Beispiel bekommen hat, ist mir völlig klar. Ich besitze auch das zu Vampire Knight, auch wenn dieses nur den Inhalt von acht oder zehn Bänden abdeckt. Das sind für mich „Extras“ die das Geld auch absolut wert sind. Man erfährt noch etwas, hat hier und da noch einen Bonus und das ist doch ganz hübsch.

Solche Extras wären zum Beispiel sicher schön in Neuauflagen alter Reihen. Aber allgemein bin ich ein Vertreter der Leute, die lieber alte Manga neu aufgelegt haben möchten oder 2 in 1 Bände lesen. Es muss kein Hardcoverformat sein (was aber auch nicht schlecht ist), aber so gefiel mir Tokyopop mal besser. Die kleinen Extras sind ja nicht schlecht, wenn man so etwas verstärkt sammelt. Aber solche Dinger dann auch noch für mehr Geld als zum Teil die Reihen zu verkaufen, ist schon echt frech. Ich sage auch nicht, dass alle Fans so sind. Die meisten sind schon froh, wenn ihre Lieblingsreihen hierzulande erscheinen und das kann ich ihnen nicht verübeln. Ich kaufe viele Reihen nicht auf englisch, weil ich den deutschen Markt nicht unterstützen will. Nur, wenn die Verlage nichts neuauflegen und nachdrucken wollen, habe ich auch keinen Bock auf irgendwelche Sammlerpreise. Darauf kann ich herzlich verzichten.

Vielleicht hilft es auch, solche Verkaufsbeiträge zu melden oder den Verkäufer darauf anzusprechen. Aber so wie es jetzt ist, wird sich wahrscheinlich nicht viel daran erinnern. Auf Tokyopop kann ich es nicht mal schieben, da bin ich ehrlich. Die können irgendwo am wenigsten dafür und wollen den Leuten auch nur irgendwo ein kleines Extra drauflegen. Meine Vorstellungen für Extras sind nun mal etwas anders und das ist auch in Ordnung so. Als Unternehmen tut man nun mal auch das, was sich verkauft. Das ist völlig nachvollziehbar, möchte ich meinen.

Habt ihr auch einige Reihen von Tokyopop oder vereinzelt ein paar dieser Shoco-Cards? Was ist euch als Extra an Manga wichtig und was würdet ihr euch eher für kommende Manga wünschen?

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Ein Gedanke zu “Hype Hell #16 – Tokyopop-Fans (bzw. Fans der Shoco-Karten)

  1. In dem Fall sind es dann ja eher die Shoco Cards als Tokyopop Fans allgemein wenn man es genau nimmt XD Ich hatte eine dieser Karten (ich sammel natürlich weitaus weniger TP Reihen da die ja eher Damen als Hauptklientel haben) und habe sie aber kommentarlos verschenkt. Ich glaube der Wunsch zu sammeln ist manchmal schlicht genetisch: Kastanien, Flaschenverschlüsse, YuGiOh Karten, wir haben alle schonmal fragwürdiges gesammelt, vielleicht ist das mal ein Trend. Ich selber bin aber allgemein kein Fan von Gimmicks, da die gerne als Grund für die Preise geonommen werden. „Oh hier sind zwei Glitzerspritzer auf dem Cover, dafür müssen wir leider 7,99€ verlangen, leider leider tut uns total leid“ – Sure ~~

    Letztendlich zählt für mich der Manga, nicht der Firlefanz drumherum xD

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