Sotiria – Hallo Leben (CD-Review)

Wieso gerade hier? Erklärung im ganzen Text.

„Hä, warum schreibt die ein Review über eine CD, die nichts mit Anime zu tun hat?“ Weil ich drauf Bock habe, das ist die einfache Erklärung (da oben steht ja auch nicht explizit, dass das hier ein Anime-Blog ist). Allerdings liest man zu diesem Thema so viele unterschiedliche Meinungen, aber die Erklärung dazu folgt noch. Ich habe vor fast zehn Jahren neben meiner unglaublichen Avril Lavigne-Sucht (und damals auch Miley Cyrus) auch noch diese eine Band gehört. Eisblume, die es mittlerweile schon gar nicht mehr gibt. Heißt, ich habe sechs Jahre auf etwas Neues von Ria gewartet und es endlich bekommen. Wer jetzt also sagt: „Boar, die schreibt jetzt nur noch anderen Kram.“ Nein, CD-Reviews zu nicht Anime betroffenen Sachen werden nach wie vor eine Seltenheit auf diesem Blog bleiben. Wenn ich einen Künstler aber mag, schreibe ich auch was dazu. Da oben steht nicht explizit Anime-Blog, nur dass es mal gesagt wurde.

Also – dieses Review ist eher eine persönliche Sache für mich. Als die Ankündigung des neuen Album kam, war ich hyped. Umso mehr, als ich hörte, das Unheilig an den Texten und auch an der Produktion hing. Ich bin kein großer Unheilig-Fan, aber ich finde den Grafen sehr sympathisch und seine Songs sind auch nicht schlecht (mehr als das, aber ich kenne eben nicht alles von ihm). Allerdings mag ich nicht so richtig, wie dieses Album teils in Schlager-Sendungen beworben wurde (auch wenn das sicher einige Käufer gelockt hat). Dieses Album ist Pop-Musik, Punkt aus und alle Schubladen bei Seite. Ich mag natürlich auch Rias Stimme, deswegen höre ich ihre Musik außerdem. Mit ihren mittlerweile 31 Jahren will sie nun also Solo durchstarten und nutzt nun ihren richtigen Namen. Ich nenne sie aber trotzdem im Review Ria, weil das einfacher ist. Maßgebend ist für das Review übrigens die Fanbox, die neben dem Album erschienen ist. Ich besitze also auch die Demo-CD von Unheilig, die Postkarten und das Poster. Ein paar Vergleiche zu den Demos von ihm werden fallen, aber nicht so viele. Das Album selbst hat 17 Tracks, 15 davon sind reine Lieder (die zwei nicht-genannten Intro und Outro) und auf der Demo-CD sind 12 Lieder zu hören. Heißt, Ria hat auch zwei Lieder selbst geschrieben und beim Rest entweder mit geschrieben oder es war nur der Graf. Vergleiche zur Eisblume-Zeit werden fallen, aber nicht so viele.

Alles auf Anfang

Gar kein schlechter Einstieg, zeigt schon mal gut was dieses Album für Ria darstellt – den eigentlichen Neuanfang. Der Text wirkt für mich flüssig geschrieben und es macht auch einen guten Eindruck, der Rhythmus macht hier eigentlich ein gutes Bild. Einziger Kritikpunkt ist nur, dass es etwas leer zwischen den Strophen wirkt. Vielleicht hätte da etwas mehr Gitarre geholfen, aber so wirkt es etwas simpler und ist ganz nett. Trifft auch ganz gut auf die Demo-Version des Grafen zu, der hier am Anfang auch noch etwas anderen Text singt. 4/5 Punkten.

Hallo Leben (mit Unheilig)

Die erste Single und auch der Song, der dem Album seinen Namen gibt. Zuvor gab es ja nur die Version mit Ria und erst dann die mit Unheilig. Die mit Ria allein gefällt mir eigentlich auch ganz gut, aber Unheilig rundet das ganze natürlich ab. Die beiden passen stimmlich sehr gut zusammen, das mag ich ganz gern hier. Auch finde ich es gut, das der Graf nur als Comic-Figur im Video zu sehen ist. Seine Entscheidung, sich aus der Öffentlichkeit zu ziehen finde ich in Ordnung und man muss einfach akzeptieren das er nicht mehr ins richtige Rampenlicht will. Heißt ja nicht, das man keine Musik mehr machen darf. Für mich steht es für den Neuanfang von Sotirias neuer Musik, was ihn irgendwo etwas besonders macht. Mit einer der stärksten Songs auf dem Album. 4/5 Punkten

Zeiten ändern dich

Dieses Lied gehört nun leider nicht unbedingt zu meinen Lieblingen auf dem Album. Die Message dahinter mag ich zwar, aber es klingt schon irgendwie wie ein Schlager-Song. Inhaltlich geht es um eine Freundin von Ria, die ihr wohl sehr nahe stand und wahrscheinlich auch ihre beste Freundin war. Doch die beiden haben sich auseinander gelebt und Ria erkennt ihre Freundin nach all den Jahren nicht wieder, die ihre eigenen Probleme nicht wahr haben will und lieber den anderen die Schuld dafür gibt. Ist ein interessanter Ansatz, aber ich find das Gebimmel in dem Song selbst nicht so besonders. Ist deswegen kein völlig schlechtes Lied, aber ich mag es einfach nicht so sehr. 3/5 Punkten

Ein Licht für dich

Ich glaube, dieser Song gehört sehr zu meinen Lieblingen. Es ist ein eher positives Lied zu Rias Beziehung, die sie mit ihrem Vater hat. In einem Interview erklärte sie, das ihr Vater und ihre Mutter sich früh getrennt haben und sie in einer typischen Patch Work-Familie aufgewachsen ist. Doch es interessierte sie immer, wer ihr leiblicher Vater ist und so suchte sie nach diesem griechischen Papa in Berlin und fand diesen auch. Leider ist das Verhältnis der beiden bis heute sehr angespannt, aber daraus ist ein schönes Lied entstanden. Ursprünglich hieß der Song Kompass, was auf die Zeile ein kleiner, heller Schein, wird dein Kompass sein, zurückzuführen ist. Klingt irgendwie, als könnte ein Licht aus dem Clannad-Spiel (ja, dieses Review kommt nicht ohne eine Anime-Referenz aus) gemeint sein. Aber nein, ich mag den Text des Songs sehr gern und das Video ist auch sehr schön gemacht. 5/5 Punkten

Mit dir (mit Unheilig)

Eine eher ruhige Ballade zwischen Ria und Unheilig, was aber so eine typische Unheilig-Ballade ist. Auch hier harmonieren beide Stimmen wieder sehr gut und das finde ich persönlich sehr schön. Allerdings gefällt mir Hallo Leben etwas mehr, als dieser Song. Mir fiel es schwer, am frühen Morgen zu Mit dir nicht einzuschlafen. Ihr wisst also, was ihr hören könnt, wenn ihr einschlafen wollt. Trotzdem ein ganz netter Song. 4/5 Punkten

Ich wünsche mir ein Feuer

Auch ein sehr positiver Song und ich bin überrascht, das dieses Album inhaltlich doch so freundlich und harmonisch erscheint. Ist so ein Song, den man wahrscheinlich mal irgendwo in der Werbung laufen lassen kann, aber ansonsten geht es. Kratzt teilweise auch ein bisschen am Schlager, entfernt sich dann aber davon und normalisiert sich wieder. Ist bei dem Song nicht so tragisch, was ich über den nächsten Song leider nicht so sagen kann. 3/5 Punkten

Unbesiegbar

Ja, dieser Song wäre mit ein paar anderen Instrumenten besser gewesen. Sind zwar auch Gitarren drin, aber Unbesiegbar mieft mir dann doch etwas zu sehr Schlager. Die Demo-Version vom Grafen ist da tatsächlich auch nicht viel besser, weshalb ich mir nicht mal ihn als sonderlich gutes Beispiel nehmen kann. Ich mag dieses Lied einfach persönlich nicht so sehr, aber das ist eben mein persönliches Empfinden. Natürlich hört man in seinem Leben schlimmere Songs als diesen hier, aber ich kann dafür einfach keine richtige Liebe finden. Selbst, wenn ich ihn noch mehrere Male höre. Geht leider nicht. 2/5 Punkten

Wunderwerk

Der erste Song auf diesem Album, der von Ria selbst geschrieben wurde. Wobei, sie hat auch Hallo Leben und Mit dir mit geschrieben. Aber hier saß sie eben einmal ganz allein daran und das klingt schon anders als die anderen Songs. Hier geht es tatsächlich um Rias krebskranke Tante, von der mir jetzt aber nicht bekannt ist ob sie noch krebskrank ist oder nicht. Aber ein sehr angenehmer Song, der ruhig und schön zu hören ist. Dementsprechend ist dieser Song auch nicht auf der Demo-CD von Unheilig vorhanden. Dennoch muss sich dieser Song nicht hinter den anderen verstecken und beweist eben auch, das Ria auch als Songwriterin glänzen kann. 4/5 Punkten

Stark für dich

Selbst nach mehrmaligen Hören dieses Lieds weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Stark für dich hat auch eine tolle Message, aber es geht mir nicht ganz ins Ohr. Aber ich denke, es ist ein sehr aufbauendes Lied für schwere Phase und in denen stecke ich aktuell dann doch nicht. Hier gefällt mir tatsächlich auch mal die Version des Grafen etwas mehr, aber nicht wesentlich besser. Für mich ist dieses Lied noch sehr mittelmäßig, aber vielleicht wachse ich da mit der Zeit rein. Zumindest kann ich mir das gut vorstellen. 3/5 Punkten

Unendlich

Vom Grafen geschrieben, aber nicht auf dem Demo enthalten – also wahrscheinlich noch mal schnell nachgeschoben. Ist aber nicht tragisch, wie ich finde. Ein paar Gitarrenklänge kann man hier auch wieder hören, was ich ganz schön finde. Auch regt dieses Lied ein wenig zum Träumen an, was es sehr angenehm zum Hören macht. Dieses Lied ist also nicht zu sehr Ballade, aber auch kein total schnelles Lied. Wobei das mit dem Tempo auf diesem Album allgemein etwas angenehmer ist. 4/5 Punkten

Lichtermeer

Ja, hier hab ich tatsächlich noch die Version vom Grafen im Ohr. Aber hier sind Ria und er recht gleichauf, finde ich. Ich denke mal, hier werden die Lichter bei einem Konzert gemeint sein. So ein Bild kommt mir zumindest in den Sinn, wenn ich dieses Lied höre. Auch hier gibt es sehr angenehme Piano-Klänge zu hören, aber es wird ab einem bestimmten Zeitpunkt auch etwas zügiger. Nicht total schnell, aber so mittelmäßiges Tempo eben. Der Text gefällt mir hier auch sehr gut, möchte ich ebenfalls noch mit anmerken. 3/5 Punkten

Zwischen Himmel und Hölle

Hier hat man einen recht tiefen Bass im Hintergrund und man erkennt den Grafen noch sehr gut im Background. Textlich ist das hier nicht so ganz meins, aber der Rest ist sehr stimmig. Gefällt mir aber immer noch etwas mehr, als der letzte Titel auf dem Album. Weil, das hier ist wahrscheinlich auch noch irgendwo tanzbar. Aber das lest ihr dann etwas weiter unten. Solides Stück, auf jeden Fall. 3/5 Punkten

Ich lass dich frei

Lieder, die vom Tod inspiriert sind hauen bei mir immer sehr hart rein. Vor allem, weil es hier um Rias Großmutter geht und da kann ich mich tatsächlich sehr gut reinfühlen. Ich denke, so ein Lied hat mir damals zur Zeit von Eisblume gefehlt und ich bin froh, es auch endlich hier zu hören. Alles was aus der Eisblume-Zeit da noch rankommen würde, wäre Louise – aber das hier ist auf jeden Fall noch wesentlich reifer. Hier ist die Hintergrundmusik auch am Anfang sehr schlicht gehalten, man hört hauptsächlich Klavier und ein Schlagzeug im Hintergrund. Die später dazukommenden Streicher tragen auch noch sehr schön dazu bei, das alles noch ein bisschen Atmosphäre bekommt. Eindeutig eins der stärksten Lieder auf diesem Album. 5/5 Punkten

Wer bist du

Selbe Thematik wie Ein Licht für dich, nur noch mal dramatischer. Ich würde es sogar als eine Fortsetzung sehen, weil eben ganz klar ist was passiert ist. Wobei, na ja. Es sind eher die Gefühlseindrücke, die sie wahrscheinlich beim Treffen ihres Vaters hatte. Das Ergebnis davon klingt etwas traurig und nachdenklich, aber das mag ich besonders daran. Die teils elektronischen Einflüsse sind sogar ziemlich gut gemacht. Auch der Text ist meiner Meinung nach sehr gut geschrieben worden, was für mich auch klar zeigt – Ria schafft es auch allein einen Song zu schreiben. Eben, wie schon oben wie Wunderwerk angemerkt. Gemeinsam mit Ein Licht für dich ist dieses Lied wohl mein persönlicher Liebling. 5/5 Punkten

Diese Tage sind ewig

Sehr meh. Klingt tanzbar, aber nicht wirklich mein Ding. Woran das genau liegt, kann ich auch gar nicht so genau sagen. Schwung ist in dem Song auf jeden Fall vorhanden, aber irgendwie scheint dieses Lied wohl auch nichts für mich zu sein. Die vereinzelten Piano-Klänge in diesem Stück mochte ich aber durchaus, die man am Anfang und auch zwischen drin hört. Für mich vielleicht nicht das ideale Lied zum Abschluss dieses Albums, aber na ja. Passt schon, will ich meinen. 2/5 Punkten


Viele Jahre sind vergangen und Sotiria hat sich seit dem weiterentwickelt. Natürlich, sie hat hier nicht alle Lieder selbst geschrieben. Aber die Texte wurden gemeinsam mit dem Grafen von Unheilig nach mehreren Gesprächen ausgearbeitet und dann geschrieben. Allein dieses Album klingt persönlicher als alle Eisblumen-Alben zusammen. Hallo Leben ist erwachsener, aber auch ruhiger als Unter dem Eis und Ewig. Ein paar Lieder müssen wahrscheinlich noch in mein Hirn, aber ich bin positiv überrascht worden. Natürlich gibt es stärkere Songs und auch wieder etwas schwächere. Aber keines der Lieder wirkte fehl am Platz oder unpassend. Ich bin froh, eine Interpretin aus meiner Kindheit wiederzusehen und sehe das hier als schönen Neuanfang an. Wer ruhige Popmusik mit schönen Texten sucht, wird hier auf jeden Fall bedient. Außerdem gibt es auch eine Deutschland-Tour die Anfang 2019 stattfindet und glücklicherweise (für mich) auch durch Dresden führt. Andere Tourdaten findet ihr hier.

Bewertung: 4 von 5 Punkten (54 von 75 Punkten)

Erschienen am: 19. Oktober 2018 bei Polydor (Universal Music) | Amazon | Thalia | Weltbild | EMP | Media Markt | Saturn | EMSO |

Genre: Pop

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