Scum’s Wish – Review

Diese Reihe war … ungewohnt finster für einen Manga dieser Art.

Die Pubertät ist echt nicht einfach, aber ein Manga der derartig mit einseitiger Liebe umgeht ist mir noch nicht so wirklich untergekommen. Ich hatte eine vage Ahnung was mich bei diesem Manga erwartet, aber es ist kein Vergleich zu Shoujo- oder Shounen-Titeln. Die Zeichnerin ist die Dame, die mit Lynn Okamoto Subaru gezeichnet hat. Aber keine Sorge – man kann es in keinster Weise vergleichen. Zwar ist Scums Wish in gewisser Weise auch etwas komisch, aber nicht so wirr und bescheuert wie die Werke vom Herrn Okamoto. Dieser Manga müsste auch einen Seinen-Titel sein, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Aber erst mal ist Inhaltsangabenzeit.

Hanabi und Mugi sind ein super süßes und scheinbar perfektes Paar. Ihre Mitmenschen beneiden sie und ihre undurchdringliche Fassade. Was sie nicht wissen, ist, dass Hanabi und Mugi ein nicht so reines Geheimnis haben …

Dieses Geheimnis beinhaltet grundsätzlich, das Hanabi nur mit Mugi schläft um sich vor zu stellen das sie mit ihrem Lehrer (und Kindheitsfreund) Kanai schläft und bei Mugi verhält es sich mit der Lehrerin Minagawa ähnlich. Die beiden gehen also keine Verpflichtungen ein und haben einfach Sex miteinander, ohne wirklich etwas von dem anderen zu wollen. Hanabis vermeindlicher Schwarm ist dabei ein sehr naiver Kerl und Mugis Schwarm eine durchtriebene und eigentlich nur mit Männern spielende Frau, die sehr schnell die Lust an einem Kerl verliert. Umso erstaunlicher ist es, dass sie es dann auch noch mit Kanai aushält, der ja wirklich das gänzliche Gegenteil von ihr ist. Das ist aber noch nicht alles – Hanabi hat noch eine beste Freundin namens Ebato die sehr offensichtlich auf sie steht (und na ja … die stürzt sich irgendwann auch mal auf Hanabi und das öfter) und die kleine Noriko die eine selbstverliebte Kindheitsfreundin von Mugi ist. Mit Ebato hatte ich nie ein Problem, sie war einfach nur ein wenig depressiv und leer. Aber bei Noriko hat sich das ganze manchmal richtig pedo angefühlt, weil sie noch so klein und jung ist.

Zu meinem Erstaunen ist das hier keine heitere, süße Liebesgeschichte. Es geht um unerwiderte Liebe, der Schmerz den das mit sich zieht und manchmal sehr finstere Dialoge über Selbstzweifel und andere traurige Gedanken. Als Drama funktioniert Scums Wish unglaublich gut, aber das Tüpfelchen ist auch noch die künstlerische Darstellung von Mangaka Mengo Yokoyari. Sie weiß sehr genau, wie sie düstere Szenen darstellen muss, damit sie ihre richtige Wirkung bekommen können. Finstere Tintenkleckse und teilweise gut abgestimmte Dialoge machen das ganze ziemlich gut lesbar. Was mir vor allem gefällt, ist ja die Tatsache wie die Dialoge gesetzt sind. Es gibt an keiner Stelle zu viel oder zu wenig Dialog. Das Verhältnis stimmt eigentlich so ziemlich immer und man kann sich auch etwas Zeit lassen um sich die Zeichnungen anzuschauen. Die einzige Schwäche der Zeichnungen sind ein wenig die Skizzenhaftigkeit. Yokoyari kann gut zeichnen, aber manchmal schaut es aus als hätte sie über bestimmte Zeichnungen nicht nochmal drüber geschaut und sie ein wenig hingekrackelt. Im Vergleich zu Okamoto mit dem sie zusammengearbeitet hat, ist sie aber wesentlich begabter und weiß was sie mit dem Plot macht.

Ich habe mich tatsächlich nie gehetzt oder gelangweilt, wenn ich diese Geschichte gelesen habe. Hier werden tatsächlich Probleme durch genommen, die Jugendliche im Alter der Oberschule und Mittelschule haben können. Die Erwachsenen werden sogar auch ein wenig beleuchtet, sind aber eigentlich relativ uninteressant und auch etwas flach. Die böse Lehrerin hat zwar auch irgendeinen Knacks, aber ich war froh als ich sie irgendwann nicht mehr sehen musste. Interessanter Charakter, aber keiner den ich jetzt lieben würde. Selbst Hanabis Kindheitsfreund und Lehrer war neben seiner tragischen Lebensgeschichte, das seine arme Mutter so früh starb, sehr langweilig. Hier und da denkt man sich bei dieser Serie, wie abgefuckt es tatsächlich noch werden kann. Nicht im negativen Sinne, eher im Sinne von – wie weit will sie das Leid dieser Charaktere noch treiben? Bis auf die Skizzenhaftigkeit die man gelegentlich hat und auch die teilweise fehlenden Hintergründe, gefällt mir diese Reihe eigentlich insgesamt sehr gut. Eine Sache habe ich aber doch nicht ganz verstanden, wenn man so will.

Warum gib es einen neunten Band? Der ist zwar überall als vollwertiger Band eingetragen, aber füllt sich eher wie ein Bonus an. Die Geschichte fühlte sich mit Band 8 eigentlich sehr gut abgeschlossen an. Ein nicht so schönes Ende, aber auch kein bitteres und böses Ende. Was wäre daran so schlimm gewesen? Der letzte Band ist eher so ein Bonusding und soll uns als Lesern zeigen, was später aus den Charakteren geworden ist. Ehrlich, bei manchen Reihen wünsche ich mir das – aber hier war es irgendwie nicht nötig. Natürlich hab ich den Band trotzdem gelesen, aber so wirklich etwas beigetragen hat er auch nicht. Klingt jetzt eher total schlecht, aber es ist für mich einfach so.


Was kann ich abschließend sagen? Ich hab mich nie riesig gefreut wenn ein Band zu dieser Reihe erschienen ist, aber ich hab ihn tatsächlich recht zügig gelesen und fand ihn dann auch ziemlich gut. Auch, das Kaze hier kein Romance sondern Drama drauf schreibt finde ich ziemlich gut. Hier und da wird diese Reihe auch mit J-Dramas verglichen, aber den Vergleich kann ich gar nicht so verstehen. Ich hätte Noriko wahrscheinlich nicht rein genommen und ein Mädchen im Alter der beiden rein genommen, aber das ist tatsächlich schon etwas Gemecker auf hohem Niveau. Dieser Erzählstil und auch die Zeichnungen von Yokoyari sind ehrlich so interessant, das ich gespannt auf eine weitere Reihe von ihr wäre. In den Bänden gab es auch kleine Kurzgeschichten mit ein paar Katzenmädchen, aber irgendwie saß ich dabei meist nur verwirrt da und hab: „Ja, ok“, gesagt. Wie viel Re-Read-Potenzial diese Reihe allerdings hat, kann ich auch nicht sagen. Wahrscheinlich ist sie am Stück sogar noch etwas besser, aber ehrlich? Ich fand Scums Wish für das was es ist recht gut. Aku no Hana gefällt mir im Vergleich noch etwas besser, aber für eine leichtverdorbene Serie mit bitteren Zügen kann man sich auch diese Serie hier zulegen. Hier kann ich tatsächlich mal mit gutem Gewissen eine Bewertung geben, die ich später nicht bereue.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Kazé – in neun Bänden abgeschlossen

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