Higurashi no Naku Koro ni Gou – Review

Eine neue Higurashi-Serie? Schwierig, schwierig.

Irgendwann Anfang 2020 wurde Higurashi Gou angekündigt, das offiziell für Juli angekündigt wurde – dann aber in den Oktober verschoben wurde, aufgrund Corona. Ab da an lief die Serie aber durchweg, ohne besondere Verzögerungen. Nur was diese Serie war, wusste keiner. Ein Remake? Ein Reboot? Das war am Anfang nicht wirklich klar, aber nun nach 24 Folgen, ist es schon klarer. Gou ist tatsächlich eine Fortsetzung, auch wenn das erst nicht so offensichtlich ist. Ich werde hier ohne Ende zu den vorherigen Serien spoilern, es ist also besser die ursprünglichen Serien aus den 2000ern schon gesehen zu haben. Wer die Serie vor vielen Jahren gesehen hat, sollte sie vorher vielleicht noch mal rewatchen. Da Shima sie nicht gesehen hat, kam mir daher die Gelegenheit entgegen und ich konnte das gleich so nutzen. Das heißt aber nicht, das ich jetzt … besser durch alles durchblicke, als vorher.


Story


Als Keiichi Maebara in das augenscheinlich friedvolle, von Berghängen umgebene Dorf Hinamizawa zieht, freundet er sich recht schnell mit den Mädchen aus seiner Klasse an. Zusammen unternehmen sie Clubaktivitäten und genießen die Zeit in dem naturgeprägten Dörfchen. Es wird so schnell nicht langweilig, denn bald nach seiner Ankunft findet auch das größte Fest in Hinamizawa statt, das Watanagashi, bei dem die Dorfbewohner alle ihre Sorgen und Sünden symbolisch den Fluss hinabtreiben lassen können. Doch irgendetwas in dieser Idylle scheint nicht zu stimmen und schon bald beginnt Keiichi, die schrecklichsten Befürchtungen zu hegen. Welche Sünden und Geheimnisse verstecken die Dorfbewohner und vielleicht auch seine neu gewonnenen Freunde?

Die ersten beiden Arcs sind eigentlich fast identisch dasselbe, wie die ersten Folgen der ursprünglichen, ersten Staffel von Higurashi. Die Arc von Rena und den Zwillingen unterscheiden sich kaum zu dem, was man bisher kennt. Nur wie diese enden ist anders und viele Andeutungen sind etwas anders gesetzt, zum Beispiel wenn Rena mal über was bestimmtes redet, das sehr auffällig betont ist. Der größte Unterschied ist aber immer Rika. Diese wird nun zum Teil mit roten Augen dargestellt, was doch etwas seltsam erscheint. Nach der zweiten Arc befinden wir uns aber wieder in dieser Zwischenwelt, in der sich Rikka immer mit Hanyuu trifft. Was ist also passiert? Rikka hängt wieder in den Zeitloops fest, worauf die Satoko-Arc beginnt. Diese verläuft aber schon deutlich anders, teils findet man bei ihr schon Inhalte der eigentlichen, zweiten Staffel und auch das Ende ist hier wieder sehr anders. Dann komm ja normalerweise diese Folge mit dem Herren aus Tokyo, der auf Rikka trifft. Aber das kommt hier nicht. Stattdessen sehen wir völlig neue Welten, in denen alles schief geht. Prinzipiell kann hier jeder Charakter durchdrehen, ganz egal ob man es erwartet oder nicht. Einer der alten Herren aus Hinamizawa, der Rikka im See ertränken will, die Mutter der Zwillinge, der dicke Polizist, der eben liebe Mann aus Tokyo oder nun sogar Satoko. Mit Satoko erscheint es aber nochmal seltsamer, was uns zur ekeligsten Gore-Szene des Franchise führt. Sorry, aber das mit dem Darm hätte nicht sein müssen.

Ab da an gehen die Loops weiter als nur bis zum Wataganashi-Fest. Warum? Satoko ist nun auch wie Rikka, technisch gesehen. Sie kann auch sterben und in die nächste Welt kommen, was aber mit Rikkas Wunsch zusammen hängt. Diese will Hinamizawa verlassen, auf eine angesehene Mädchenschule gehen und Satoko eben bei sich haben. Es stellt sich aber schnell raus, das Satoko der Druck an so einer Schule zu groß ist und sie dann dafür sorgt, das Rikka auch dort wieder umkommt. Satoko erhält dann auch die selben Kräfte wie Rikka – nur sind sie stärker, da Satoko diese nicht von Hanyu erhält. Es wird stark vermutet, das dieses neue Higurashi eine Originstory für die Hexen aus Umineko wird. Sprich, das Rikka hier Frederika wird (was sie ja auch schon in Rei war, hat ja auch darüber geredet) und Satoko zu Lambtadelta. Satoko ist einfach besessen von Rikka, will eigentlich für immer mit ihr in diesen Welten weiter leben, wenn man so will. Es ist ab da an alles sehr strange, es bleibt abzuwarten wie das enden wird in der neuen Staffel. Zwar haben die Macher eigentlich gesagt, das man für Higurashi kein Vorwissen braucht und auch keine anderen Werke dieser Macher gelesen haben muss – aber der Mann trollt sehr wahrscheinlich. Als Story ist das hier sehr meh, aber als Puzzle für dieses Universum – sehr gutes Futter für Fantheoretiker.


Charaktere


Ich würde euch jetzt gern erzählen, wie sehr sich die Charaktere weiterentwickelt haben. Aber das kann ich nicht, Keichi, die Zwillinge und Rena sind wirklich nicht anders als in der ursprünglichen Serie. Rikka ist hier nun eben immer frustrierter, depressiver und gibt manchmal Warnsignale um die anderen Charaktere zu warnen. Das was mit Satoko nicht stimmt, konnte man so eigentlich nicht wirklich ahnen. Am Anfang ging ich davon aus, das hier einfach wieder die Krankenschwester Schuld ist, ihr Unwesen treibt und Rikka halt wie in Rei aus versehen in dieser Patsche gelandet ist. Mich hat diese Serie aber gelehrt, Satoko noch mehr zu hassen als ich es eh schon mache. Früher konnte man ja wenigstens noch Mitleid mit ihr haben, aber irgendwann versaut sie Rikka ja nur noch den Tag. Es ist ja super schön, dass sie mit ihrer besten Freundin an eine Mädchenschule will. Das Satoko das für Rikka macht, ewig lang lernt und dann auch angenommen wird. Aber das ihre Leistungen an der Schule eben nicht so bleiben, war halt klar. Dieses Balg ist halt ein Dorfkind, die kommt an so einer gehobelten Schule einfach nicht klar, während Rikka dort gar keine Probleme hat. Deswegen hatte ich auch in keiner Minute mehr Mitleid mit Satoko, aber ich bin auch eine der Personen gewesen, die bei Higurashi Rei immer wieder zurückgespult hat. Immer dann, wenn Rikka Satoko mit dem Stuhl verprügelt hat, ich hab es geliebt, sag ich euch. Zu dieser neuen Gottheit kann man nicht viel sagen, außer das sie eben nur Faetherine sein kann, aber es anscheinend nicht ist. Der Schreiber dieser Reihe spielt halt einfach nur mit uns und mit den Folgen hat man auch eigentlich keinen großen Spaß mehr, sein Spielchen mit anzusehen.


Zeichnungen & Animationen


Higurashi Gou wird nicht mehr von dem alten Studio Deen animiert, sondern von Studio Passione. Dieses Studio ist noch nicht super bekannt, hat Anime wie Citrus, Interspecies Reviewers oder die neuen Highschool DxD-Staffel produziert. Das hat jetzt also noch nicht viel über das Aussehen zu sagen, viel markanter ist hier der Charakter-Designer Akio Watanabe, der alle Designs neu interpretiert hat. Wenn ihr mit dem Namen nichts anfangen könnt, ist das nicht schlimm. Dieser Mann hat schon in vielen Anime mitgewirkt, eins seiner markantesten Werke sind aber die Designs die er für Studio Shaft gemacht hat. Unter dem Strich bedeutet das also? Sämtliche Zeichnungen sehen hier aus, als würden sie direkt aus einem Monogatari-Anime stammen, während dieser Anime ja nicht mal von Shaft animiert wurde. Viel anders ist das aber nicht, auch wenn das die Gesichter etwas stabiler wirken lässt, als damals bei der Deen-Adaption. Nach dem Re-Watch konnte ich mich mit den alten Zeichnungen endlich anfreunden und muss mich nun also an neues gewöhnen, aber es ist okay. Keichi sieht halt aus wie ein Araragi, aber andere Figuren haben keine besonderen Ähnlichkeiten mit Monogatari-Figuren. Ich fand nur die erwachsenen Figuren, wie der Polizist Oishi oder die Krankenschwester etwas … gewöhnungsbedürftig, aber es ging mit der Zeit. Es ist also keine zu starke Änderung, an die man sich wirklich gewöhnen muss.

Die meisten Animationen wirkten ansonsten nie durchgehetzt, oder verzerrt. Klar gibt es hier und da immer mal ein paar Schnitzer, aber hier kann man sagen – halb so wild, da muss man mit der Lupe dran gehen. Passt also.


Musik & Synchronisation


Das Opening zu Higurashi Gou klingt ein bisschen sehr wie ein Opening, das man auch für Steins;Gate hätte verwenden können. Am Anfang konnte ich mich das auch kaum wegdenken, aber in Folge 4 hab ich dann schon immer mitgesungen, also hat sich das verflüchtigt. Higurashi und Higurashi Kai hatten extrem passende und atmosphärische Openings, während das hier doch ein bisschen hau drauf ist. Aber ganz ehrlich? Ich finde das ziemlich gut. Ich hab das Opening mittlerweile schon so oft gehört, selbst wenn ich es anfangs nicht gemocht hätte, würde ich mich jetzt eh nicht mehr daran erinnern. Die Endings dagegen sind so extrem auf den Anime zugeschrieben, mir kann keiner erzählen das die nicht für die Serie geschrieben wurden. Das erste Ending ist noch ganz nett, aber das zweite haut dann tatsächlich ganz gut rein. Optisch wurde das aber auch sehr gut untermalt, muss man an der Stelle sagen. Bei der Hintergrundmusik hat man aber viele alte Stücke verwendet, da wurde vermutlich nicht mal so viel neu komponiert. Meinen Ohren gefällt das~

Bei der Synchronisation war tatsächlich auch nichts auffälliges, es wirkt gar nicht so, als wären mehrere Jahre vergangen. Yukari Tamura macht ihren Job als Sprecherin von Rikka immer noch ziemlich gut, sie kriegt es so gut hin zwischen hoch und tief zu wechseln, das ist echt cool. Keinen Ohrenkrebs zu vermelden, würde ich mal sagen.


Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sich Ryukishi07 hierbei gedacht hat. Das weiß entweder keiner oder er vielleicht auch nicht so wirklich. Bisher wirkte diese Serie wirklich sehr wie ein Fanfiktion Sequel der Originalserie, selbst der asoziale Onkel von Satoko hatte eine Folge in der er sich auf einmal um seine Nichte gekümmert hat. Ob diese Serie dann schließlich in einem neuen Umineko Anime übergehen wird oder nicht, keine Ahnung. Hierzu kommt dann im Sommer eine Fortsetzung, von der ich wirklich noch nicht weiß, was ich halten soll. Ich habe die Serie jede Woche verfolgt und habe mich immer wieder gefragt, ob es noch abstruser werden kann. Die Antwort auf diese Frage war eigentlich immer ja, schon fast enttäuschend das die letzte Folge dieser Serie ein Recap war. Bis dahin bleibt es hier bei einer Mittelbewertung, mehr gibt es vorerst nicht.


Bewertung

5 von 10 Punkten

2 Gedanken zu „Higurashi no Naku Koro ni Gou – Review

  1. Klingt ähnlich verwirrend wie der Original Anime, muss endlich mal Staffel 2 abschließen (also vom original) Optisch finde ich das Neue Studio schon ansprechender, Deen hatte da schon einige…seltsame optische Zeichnungen streckenweise. Was mich etwas irritierte war „Rikka“ ich finde sie nur mit einem R in den Datenbanken, aber ansonsten klingt es ein wenig wie „pseudo Remake more of the Same“ man muss vielleicht mal Staffel 2 abwarten, im Original war man bei staffel 1 ja auch ziemlich irritiert.

    Schöne review allemal

    • Ich glaube, das ist ein konstanter Schreibfehler von mir, weil ich auch eine Rika mit zwei K kenne. Ich denk mal, bis zum nächsten Review Ende nächstes Jahr hab ich das dann auch wieder drin xD

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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