Violet Evergarden the Movie (2020) – Review


Ich warte selten auf Filme, weil irgendwann kommt das meiste ja auf BD raus – aber Violet war anders, den Umständen entsprechend.

Vornweg – es handelt sich bei dem Film den ich hier reviewe NICHT um Violet Evergarden und das Band der Freundschaft. Ich reviewe hier den abschließenden Film aus 2020, der halt wirklich nur Violet Evergarden The Movie heißt. Eigentlich wäre dieser ähnlich wie Fate/stay night Heavens Feel 3 im Frühling 2020 in Japan gelaufen, wurde dann aber in den August 2020 geschoben und hat später noch eine Vorstellung-Phase in Japan erhalten. Dementsprechend kommt die BD in Japan erst diesen August raus, aber das ist eben so. Was mich allerdings ärgert, ist wie die Sache hier in Deutschland gehändelt wurde. Leonine Anime (ehemals Universum Anime) wollte den Film Ende letztes Jahr in den Kinos zeigen, aber auch in dieser Zeit hatte natürlich kein Kino auf. Es gab keinen Ausweichtermin, bis heute, also habe ich mich umgeschaut. In vielen Ländern lief der Film schon im Kino, deshalb habe ich tatsächlich eine Möglichkeit gefunden den Film doch noch zu sehen. Vermutlich würde ich für den FIlm aber nochmal ins Kino gehen – wenn Shima das aushält, ich hab den Film mit ihm gesehen und er hat echt sehr oft geweint, emotional gesehen ist dieser Film auch eine echte Achterbahn. Normalerweise warte ich bei Filmen auch und greife dann nicht auf andere Methoden zurück – aber hier hab ich genug gewartet. Keine Sorge, ich habe nicht den ekelhaften CamRip gesehen, aber es gab eine Möglichkeit und die werde ich hier dennoch nicht öffentlich machen. Macht das einfach nicht nach und wenn, dann gebt damit nicht offen an. Ich spoilere hier ohne Ende, Warnung ist damit gesetzt.

Worum geht es also dieses Mal? Viele können sich bei dem Cover sicher schon einiges denken, aber ich fasse es mal zusammen. Tatsächlich gibt es in diesem Film mehr oder weniger drei Handlungsstränge, die aber weitestgehend zusammenlaufen. Der Film beginnt damit, das Anns Enkelin im Haus ihrer Oma ist und dort alte Briefe ihrer verstorbenen Oma findet. Wer Ann ist? Das kleine Mädchen aus der Mutterbriefe-Folge, sie hat alle Briefe aufgehoben und ihre Enkelin interessiert sich dann doch für die Person die diese Briefe geschrieben hat. So macht sich diese auf und will ein bisschen was über Violet Evergarden herausfinden – die mysteriöse Schreiberin, die mit achtzehn aufgehört hat in ihrem Job zu arbeiten. Dieser Plot, der so gesehen in der Zukunft spielt, taucht immer mal wieder auf. Der Rest des Films behandelt dann aber wieder Violet, die am Anfang des Films einen Auftrag von einem kranken Jungen erhält. Etwas ähnlich wie die Mutterbriefe-Folge wird dieser Junge auch bald sterben, kann tatsächlich auch schreiben, aber er weiß nicht wie er einen Brief für seine Eltern und Bruder formulieren soll. Sein bester Freund durfte ihn bis dahin nicht besuchen, weil er nicht wollte, das er ihn so sieht. Mehr und mehr wird auch gezeigt und angedeutet, das der Job der Akoras sehr bald nicht mehr zeitgemäß sein wird – die Telefone sind in dieser Zeit so langsam ein Ding und es wird im Film auch gesagt, dass Akoras bald überflüssig sein werden. Violet soll also zurück zu diesem Jungen kommen, wenn dieser wirklich im Sterben liegt um den letzten Brief zu schreiben, nur kommt es dann eben zu einem weiteren Vorfall. Ein Brief wird in der Poststation gefunden, der in Gilberts Handschrift geschrieben wurde – nicht direkt an Violet oder die anderen adressiert, aber der Postchef hat es erkannt. So reisen er und Violet auf eine etwas entfernte Insel um GIlbert zu finden – dieser ist auch dort, aber er möchte Violet nicht sehen. In seinen Augen hat er Violet zu sehr verletzt, allein durch die Sache mit den Armen und der ganzen Befehlssache. Wie das mit Gilbert ausgeht sag ich an der Stelle nicht, das ist zu viel Spoiler, aber zu dem sterbenden Jungen kommt Violet leider nicht mehr. Dieser konnte aber in seinen letzten Momenten noch mit seinem besten Freund telefonieren und das ganze war wirklich extrem traurig, weil sie ihn eben auch schon ordentlich beim Sterben gezeigt haben. So viel zum Inhalt an der Stelle.

Für den Film wurde ein eigenes Skript geschrieben, tatsächlich verläuft Violets Wiedersehen mit Gilbert in der Light Novel anders und geht auch noch mindestens einen Band weiter als dieser Film. Der Director der Serie und des Films wollte die Serie eigentlich so abschließen und offen lassen – aber als er das Skript für diesen Film sah, hat er sich doch umentschieden und wollte doch weitermachen. Aus seiner Sicht wollte er aus Violet Evergarden eben keine der üblichen Romanzen machen, aber aus meiner Sicht ist das hier zwar schon eine, aber mit einem sehr bitteren, emotionalen Nachgeschmack. Das Thema Liebe ist hier natürlich ein Ding, aber es ist nicht so tragend, das man Romance in die Genres schreibt. Ich fand es aber ziemlich interessant, den Film so anders anzufangen. Am Anfang war ich fest davon überzeugt, dass dort Ann steht oder ihre Tochter, aber nicht ihre Enkelin. Auch das der Radioturm zu dem Zeitpunkt schon total rostig ist, während er in Violets Zeit gerade erst gebaut wurde, war sehr interessant anzusehen. Allgemein waren wieder so viele Details in diesem Film, man bemerkt wirklich null das vor etwas mehr als zwei Jahren irgendwas mit Kyoto Animation war. Ich hätte ihnen tatsächlich verzeihen können, wenn sie etwas geschwächelt hätten – aber man merkt wirklich nichts davon. Ich wüsste nicht, wie man die Animationen hier noch besser machen hätte können, Kyoto Animation hat wirklich sein Bestes gegeben, auch wenn sie in einer so schlimmen Situation gewesen sind. Wer keine Ahnung hat, was da passiert ist – 2019 gab es einen Brandanschlag auf das Studio, bei dem ein komplettes Bürogebäude nahezu komplett abgebrannt ist, 36 Menschen starben und 34 (inklusive des Täters) verletzt wurden. Auch wenn das Büro in dem dieser Film animiert wurde nicht betroffen war, brauchte es Zeit die Schäden zu beseitigen und auch Zeit das alles sacken zu lassen. Aber das soll nicht all zu sehr das Thema dieses Reviews sein, ich wollte es nur kurz erwähnen.

Die Charaktere sind hier am Anfang nicht wirklich anders als in der Serie, aber jeder macht so seinen eigenen Konflikt durch. Bis die Sache mit Gilbert kommt, wirkt sie wirklich kaum anders – aber natürlich hat die Sache mit ihm Einfluss auf ihren Zustand. Sie hat Jahre lang gesagt bekommen, dass er gestorben ist und nicht mehr zurückkommt – doch dann ist da wieder Hoffnung. Dementsprechend fand ich es doch hart, das Gilbert sie erst so stark ablehnt. Er will sie einfach nicht sehen und das ist einfach so traurig zu sehen, dass ich mit jedem anderen Ende außer dem hier enttäuscht gewesen wäre. Irgendwie fühlt sich hier das ein oder andere auch anders an als in der Serie, deswegen hätte ich mir auch ohne Wissen gut vorstellen können, das hier etwas am Verlauf geändert wurde. Ansonsten wird hier öfter nur der rothaarige Postchef gezeigt, der wohl doch besser keine Kinder mehr großziehen will – aber das kann man erstmal bei Seite tun. Andere Charaktere sind hier kaum im Fokus, ok, Diethard der hin und wieder kein Arschloch ist, aber das war es auch schon. Mich wunder außerdem, das Violet wirklich null äußerlich gealtert ist, auch wenn sie im Film vielleicht schon 15 oder 16 geworden ist. Was Violet bis zum Ende ihrer Tage gemacht hat werden wir vermutlich nicht erfahren, aber aus meiner Sicht wurde hier das beste rausgeholt, was in einem Film weitestgehend möglich ist.

Musikalisch ist dieser Film aber wirklich noch mal eine Stuffe mehr Top, als es die Serie war. Viele Stücke wurden auch außerhalb von Japan aufgenommen, gerade ein Teil der Orchester-Stücke wurde sowohl in Prag als auch hier in Deutschland (Babelsberg) aufgenommen und das im Abspann war seltsam … aber ich hab nur gesagt: „SHIMA, ICH KANN DAS LESEN, DAS WURDE IN BABELSBERG GEMACHT, WOOOAH“, was vielleicht gar nichts so besonderes ist … aber ich habe auch keine Ahnung, um ehrlich zu sein. Man hat das Ending der Serie sehr aktiv genutzt, aber Will von True war einfach das I-Tüpfelchen. Mehr kann ich eigentlich an der Stelle gar nicht verlieren.


Nein, dieser Film ist sicher nicht der beste Anime-Film aller Zeiten. Aber für mich ist er der beste Anime-Film, der 2020 erschienen ist. Ja, auch vor Fate/stay night: Heavens Feel 3, soweit lehne ich mich aus dem Fenster und Demon Slayer juckt mich nicht. Kyoto Animation hat sehr viele Filme produziert, Recap-Filme sowie auch Sequel-Filme. Jahrelang hab ich behauptet, der Haruhi-Film sei toll, der K-On! Film sei schön oder der von Beyond the Boundary. Dieser Film ist wirklich ein wunderbarer Abschluss für Violet Evergarden, es ist kein weiteres Sequel nötig – das hier ist zwar anders als die Light Novel, aber dennoch abschließend. Klar, es gibt tatsächlich noch etwas Inhalt, man könnte noch zeigen was da vielleicht passiert ist und dergleichen, aber dafür lese ich die Novel. Ich könnte hier sicher noch weitere 1.500 Wörter verlieren und darüber fangirlen, wie toll ich den FIlm hier finde, nur wird das sicher auch etwas zu viel. Theoretisch kann man den Film mit dem Band der Freundschaft auch so gut wie skippen, wenn man kein Interesse hat. Er war zwar schön, aber an das hier kommt es bei Meilen nicht ran. Wartet also auf den offziellen Release und heult euch dann die Augen aus, ich verteile dann unten in den Kommentaren auch Taschentücher, versprochen.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Violet Evergarden the Movie (2020) – Review

  1. Es ist immer so ein wenig schade das viele Animes einen Film bekommen und man sicher bei 80% dieser Filme sagen kann „sie sind nicht notwendig“ oder schlimmer noch „Sie waren sinnfrei“ aber daher ist natürlich sowas schöner, und das die Macher den Mumm hatten die Geschichte etwas zu beenden, man WOLLTE ja das Violet ihren alten Kommandanten trifft und findet, irgendwie ist sowas immerhin wieder eine shcöne Prämisse. Das der Fortschrittliche Wandel dazu noch eingebaut wird klingt ebenso recht ansprechend, muss ich mir wohl mal doch vormerken ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s